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Brähmer und Kentikian bleiben Weltmeister: Gegner Plotinsky nicht WM-tauglich, “Killer Queen” mit glücklichem Punktsieg

Jürgen Brähmer, Mariano Nicolas Plotinsky ©Eroll Popova.

Jürgen Brähmer, Mariano Nicolas Plotinsky © Eroll Popova.

Jürgen Brähmer bleibt WBO Weltmeister im Halbschwergewicht. Der 31-jährige Stralsunder besiegte bei seiner zweiten Titelverteidigung den Argentinier Mariano Nicolas Plotinsky durch technischen K.o. in der fünften Runde. Der Südamerikaner, immerhin die Nummer sechs der WBO, präsentierte sich allerdings nicht wirklich WM-würdig und wirkte von Beginn an chancenlos.

Schon rein optisch gesehen, schienen die beiden Boxer nicht derselben Gewichtsklasse anzugehören, und auch technisch trennten die beiden Kontrahenten Welten. Schon von Beginn an traf Brähmer beinahe nach Belieben, Plotinsky schien mit Brähmers Rechtsauslage gar nicht zurecht zu kommen. Ein linker Haken nach einem Trenn-Kommando schickte den Argentinier am Ende der ersten Runde zu Boden, der Niederschlag wurde aber nicht gezählt.

In den folgenden Runden traf Brähmer des Öfteren zum Körper, brachte aber auch seine rechte Führhand als Haken ins Ziel. Plotinsky hatte außer ungestümen Frontalangriffen nichts zu bieten und verfügte, wenn er einmal traf, auch über zu wenig Schlagkraft, um Brähmer ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Nach einer Körper-Kopf-Kombination in der fünften Runde brach Referee Paul Thomas das ungleiche Gefecht wegen allzu eindeutiger Überlegenheit ab. Hoffentlich bekommt es Brähmer in seiner nächsten Titelverteidigung mit einem würdigeren Gegner zu tun, beispielsweise Karo Murat, momentan Nummer zwei der WBO.

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Weit mehr Mühe hatte da schon Susi Kentikian, die nach einem hauchdünnen Sieg gegen ihre Herausforderin Nadja Raoui dreifache Weltmeisterin bleibt. Sowohl die Fernsehzuschauer der Online-Abstimmung des ZDF als auch das Hallenpublikum stimmten dem 2:1 Punkturteil für Kentikian nicht zu, Letzteres gab nach der Urteilsverkündung sogar lautstark Pfiffe von sich.

Dementsprechend enttäuscht zeigte sich Raoui auch im Ringinterview: “Ich fühle mich als Siegerin. Ich kann das Urteil nicht verstehen.” Kentikian zollte ihrer Gegnerin zwar großen Respekt, war aber mit dem Urteil einverstanden: “Dass sie gewonnen hat, das ist nicht so. Sie hätte mehr machen müssen, um mich zu entthronen.”

© adrivo Sportpresse GmbH

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7 Kommentare

  1. Shlumpf!
    25. April 2010 at 08:59 —

    Raoui wäre die verdiente Siegerin gwesen; sie hat den Kampf gestaltet, öfter getroffen und schöne Ausweichmanöver gezeigt.
    Nicht dass ihre überlegenheit drückend gewesen wäre, auf keinen Fall, es war ein sehr knapper Kampf, in dem wohl der Titelverteidigerinnenbonus Kentikian den Sieg bescherte

  2. Piero
    25. April 2010 at 12:10 —

    Die beiden deutschen Punktrichter waren nicht objektiv und Ihres Amtes nicht würdig.
    Auch gerade beim Boxen stellt man immer wieder fest, dass es bei solchen Entscheidungen nicht nur um den Sport, sondern auch um viel Geld geht.
    Nadja Raoui hätte selbst bei einem Bonus für die Weltmeisterin mindestens ein
    Unentschieden verdient und Susi Kentikian hätte sich besser ihren letzten Kommentar,
    ihre Gegnerin hätte für den Sieg noch mehr machen müssen, gespart. Ein direktes
    Angebot für einen Rückkampf hätte Ihr mehr Sympathien entgegengebracht.
    Das sie diesen nicht in Aussicht gestellt hat, zeigt ihre Angst, dann alle Titel
    an Nadja Raoui zu verlieren. Und die wäre berechtigt.

  3. Mitch
    25. April 2010 at 13:41 —

    Auch ich bin der Ansicht, dass Raoui den Kampf gewonnen hat, obwohl ich ganz klar ein Fan von Susi Kentikian bin.
    Als Besucher vor Ort in der Sporthalle Hamburg konnte ich den Kampf aus einer guten Position, nämlich aus der ersten Reihe im Seitenfoyer sehen. Nadia Raoui war klar überlegen, boxte souveräner und erlangte die klareren Treffen. Kentikian hingegen machte einen sehr unsicheren Kampf und zeigte sich am gestrigen Abend keinesfalls als Weltmeisterin. Diesen Eindruck hatte ich bereits im letzten Kampf von Susi.

    Ruht Sie sich etwa auf Ihre Titel aus?

    Wo ist die “alte” Susi, die Killer Queen?

    Der gerechte Sieg von Nadia Raoui wurde leider von den Punktrichtern nicht gesehen, aber vielleicht bekommt Susi im nächsten Kampf den Dämpfer, den Sie scheinbar benötigt um wieder zur “alten” Susi zu werden. Schade.

  4. 25. April 2010 at 23:43 —

    Ja so ist es nun mal leute habe gestern denn Fight Raoui gegen Kentikian gesehen,und war nach dem <urteil mächtig angefressen,da macht die Raoui doch denn Fight etwas beser als kentikian hat mehr Treffer angebracht und dann so ein Drecks Betrug,mir persöhnlich tat die Raoui sehr leid nach demm Fakeurteil,wünsche ihr alles gute,und dann noch Don Kohl mit seinen sprüchen ja die Susi hat gewonnen.Wo soll n die gewonnen haben hatt sogar blessuren davongetragen.Hoffe das es zum Rückkampf kommt und das die kentikian eins auf die Murmel bekommt.

  5. 26. April 2010 at 00:01 —

    Zum Brähmer Fight fällt mir nur lächerlich ein dass soll ein WM Herausforderer gewesen sein das ich nicht lache.Da sind die Burschen im Gefängnis wo Brähmer hingehört noch gefährlicher,lässt sich sogar von so einem treffen und der Abbruch war ja echt ein witz,da wärre ich als Hobbyboxer noch gefährlicher gewesen,tja halt Universum got sei dank läuft im Juli ihr vertrag mit ZDF aus.So was gehört nich tin denn Boxring.

  6. marcore
    26. April 2010 at 06:26 —

    wenn der sieger eines kampfes schon vorm walk in feststeht ist es immer schwer sich das urteil so hinzubiegen wie man möchte wenn der gegner/gegnerin sich als harte nuss erweist. je stärker der/die herausforderer/in umso unglaubwürdiger das urteilsvermögen der unparteiichen bei solch einer krassen entscheidung.
    ein unentschieden hätte weniger wellen geschlagen und susi hätte ihre titel behalten können. susi ist nicht nur titelträgerin sonder auch universums goldeselchen. (entschuldigt die wortwahl 🙂 ) es schreit nach einem rematch.

  7. Fred
    26. April 2010 at 19:19 —

    Kentikian hätte bestenfalls ein Unentschieden verdient; schade, daß sie nicht die Sportlichkeit hatte, das zuzugeben und ihrerseits der geprellten Gegnerin einen Rückkampf in Aussicht zu stellen. Diese Chance sollte Raoui unbedingt bekommen! Schade, daß das Urteil diesem guten Kampf einen bitteren Nachgeschmack verpaßt hat.
    Und auch schade, daß das WM Niveau so gesunken ist. Das sollte ein hochwertiger Gegner sein? Da konnte Brähmer nur lachen.

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