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Bradley gewinnt erste Titelverteidigung gegen Provodnikov mit einigen Schrecksekunden

Timothy Bradley ©Richard Macias.

Timothy Bradley © Richard Macias.

WBO-Weltergewichts-Champion Timothy Bradley (30-0, 12 K.o.’s) hatte bei seiner ersten Titelverteidigung mit dem Russen Ruslan Provodnikov (22-2, 15 K.o.’s) unerwartet viele Probleme. Der 29-jährige Amerikaner geriet trotz klarer technischer Überlegenheit einige Male in Gefahr, durch Schlagwirkung aus dem Kampf genommen zu werden und siegte am Ende nur knapp nach Punkten.

Bradley beherrschte die ersten zwei Minuten der Auftaktrunde klar, in der Schlussminute ließ sich der Amerikaner aber unnötigerweise auf den offenen Schlagabtausch ein und wurde schwer von dem härteren Puncher Provodnikov erwischt. Nach einigen Wirkungstreffern wollte Bradley klammern, verlor dabei das Gleichgewicht und stolperte zu Boden. Die Aktion wurde von Referee Pat Russell jedoch nicht als Niederschlag gewertet.

In der zweiten Runde wurde Bradley erneut hart von Provodnikov getroffen und wäre gegen die Seile lehnend beinahe vom Ringrichter aus dem Kampf genommen worden. In der dritten Runde musste Provodikov, der sich in der zweiten Runde ziemlich verausgabt hatte, eine Zwangspause einlegen, wodurch Bradley, der sich wieder erholt hatte, mit seinen schnellen Händen punkten konnte. Auch die vierte Runde ging klar an Bradley, der gegen den defensiv anfälligen Provodnikov beinahe nach Belieben traf.

Die fünfte Runde lief für Bradley ebenfalls recht gut, der WBO-Champion war aber wieder unvorsichtiger und musste wieder einige gute Treffer von Provodnikov einstecken. In der sechsten Runde wackelte Bradley nach einem Volltreffer Provodnikovs dann erneut sichtbar, der Russe konnte aber nicht nachsetzen. In der siebten Runde boxte Bradley dann wieder etwas cleverer und punktete aus dem Rückwärtsgang.

In der achten und neunten Runde brachte Bradley seine härtesten Treffer ins Ziel und konnte damit eine gefährliche Cutverletzung an Provodnikovs linkem Augenlid erzeugen, die beinahe zum Abbruch geführt hätte. Nach einer guten zehnten Runde ließ sich Bradley im vorletzten Durchgang wieder unnötigerweise zum Schlagabtausch hinreißen, allerdings gab es dieses Mal keinen eindeutigen Sieger.

In der Schlussrunde setzte Provodnikov alles auf eine Karte und hätte beinahe noch den Knockout geschafft: nach einem linken Haken wackelte Bradley zum wiederholten Male, wenig später kam noch eine harte Rechte durch, die den Amerikaner beinahe zu Boden schickte. Nach einer weiteren Kombination an den Seilen musste Bradley schließlich auf die Bretter, der Top Rank-Fighter wurde aber vom Gong gerettet.

Auf den Punktezetteln wurde es dann ein knapper, aber verdienter Punktsieg für Bradley, da Provodnikov der vorzeitigen Entscheidung zwar einige Male sehr nahe war, er aber einfach nicht genug Runden gewonnen hatte. Das Urteil lautete 114-113, 114-113 und 115-112. Wäre der eigentlich reguläre Niederschlag aus der ersten Runde gewertet worden, hätte Provodnikov immerhin noch ein Unentschieden erreicht.

“Ich wollte in den Infight gehen, er hat mir aber gezeigt, wie stark er ist”, sagte Bradley nach dem Kampf. “Er wird sicher noch eines Tages ein Champion sein, er ist der erste Gegner, der mir wirklich wehgetan hat. Ich wollte heute beweisen, dass ich ein großer Fighter bin.”

Promoter Bob Arum schien ebenfalls sehr zufrieden zu sein, da Bradleys Marktwert nach diesem überaus spektakulären Fight mit Sicherheit gestiegen ist. “Dieser Typ hat heute gezeigt, dass er ein Entertainer ist”, so der Top Rank-Boss. “Es hat heute keine Verlierer gegeben, niemand hat Ruslan vor diesem Kampf gekannt.”

© adrivo Sportpresse GmbH

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33 Kommentare

  1. BOB
    17. März 2013 at 08:31 —

    ruslan siegte nach meine meinung
    betrug total

  2. Carlos2012
    17. März 2013 at 09:24 —

    @Bob

    Wenn man als größerer Mann versucht in den Infight zu gehen,geht es meistens nicht gut aus.Ruslan hat den K.o gesucht und es nicht geschafft.Bradley hat knapp aber verdient nach punkten gewonnen.Hätte Provodnikov seine kräfte nicht in den ersten beiden runden verasusgabt,wer weiß wie der kampf ausgegangen wäre.Trotzdem eine Super leistung von Ruslan.

  3. MainEvent
    17. März 2013 at 10:22 —

    Bradley hat Substanz gelassen in diesem Kampf !!!
    Wenn provodnikov ihn weichgeschlagen hat, wird der nächste gute Puncher desert storm zu Felix Sturm schicken

  4. G.JohNnY
    17. März 2013 at 10:50 —

    gibts irgendwo n replay von dem kampf?

  5. animal 1
    17. März 2013 at 11:37 —

    noch 30 sekunden länger und bradley währe schlimm ko gegangen

  6. animal 1
    17. März 2013 at 11:45 —

    provednikov hat ihm die fresse poliert 1 runde müsste er angezählt werden war er mal ganz klar angeschlagen

  7. Dr.med. W. Stuhlgang
    17. März 2013 at 11:46 —

    Runde 1: 10:8 (Provodnikov : Bradley)
    Runde 2: 10:9
    Runde 3: 9:10
    Runde 4: 9:10
    Runde 5: 9:10
    Runde 6: 10:9

    Runde 7: 10:9
    Runde 8: 9:10
    Runde 9: 9:10
    Runde 10:9:10
    Runde 11:9:10
    Runde 12:10:8
    ——————–
    113:113!!!!

  8. magicsoundz
    17. März 2013 at 12:05 —

    hat jemand nen link für den kampf ? replay?

    fu.ck. bin eingepennt

  9. animal 1
    17. März 2013 at 12:12 —

    @ magicsoundz http://www.debilizator.tv/rossiia_2_%28sport%29/2013-03-17/06:55/ hier ist der link für den kampf ist zwar auf russisch aber die qualität ist gut du musst nur etwas vorspullen

  10. gee
    17. März 2013 at 13:10 —

    2 Sachen haben mich verwundert: Gegen Pacquiao wog Bradley direkt vor dem Kampf 147 lb, diesmal 159 lb. Zudem hat er diesmal Cleyto Reyes getragen, anstatt Grant. Macht irgendwie den Anschein, als wollte er gegen Provodnikov ein Puncher sein.

    Replay: Google-Suche nach “sweetboxing 2013 fights and events” –> …

  11. ghetto obelix
    17. März 2013 at 13:15 —

    Bradley wollte wohl nach der Farce gegen Pacquiao einiges gut machen und hat sich deswegen auf einen Schlagabtausch mit Provodnikov eingelassen. Deshalb sah Provodnikov auch so gut aus! Der Kampf hätte auch anders ablaufen können, wenn Bradley gewollt hätte, in etwa so wie Bailley gegen Alexander.

  12. ghetto obelix
    17. März 2013 at 13:17 —

    Bradley ist enormes Risiko eingegangen, es hat aber gerade noch so gereicht für ihn!

  13. Alex
    17. März 2013 at 13:33 —

    @ Dr.med. W. Stuhlgang
    ”Runde 1: 10:8 (Provodnikov : Bradley)
    Runde 2: 10:9
    Runde 3: 9:10
    Runde 4: 9:10
    Runde 5: 9:10
    Runde 6: 10:9

    Runde 7: 10:9
    Runde 8: 9:10
    Runde 9: 9:10
    Runde 10:9:10
    Runde 11:9:10
    Runde 12:10:8
    ——————–
    113:113!!!!”
    Man muss sich als Punkterichter schon an die Entscheidungen vom Ringrichter halten, also die erste Runde kann man nicht 10:8 werten.

  14. Alex
    17. März 2013 at 13:35 —

    @ ghetto obelix

    Der bessere Boxer ist Bradley auf jeden Fall, aber ein Puncher ist er nicht, da muss ich dir Recht geben.

  15. Dr.med. W. Stuhlgang
    17. März 2013 at 14:15 —

    lol Alex, um eine Runde 10:8 werten zu können, bedarf es nicht zwingend eines Niederschlags

    ich erinnere an Brähmer vs Sukhotsky, wo der Russe ebenfalls die Runde 10, als 10:8 gewertet bekam

  16. Alex
    17. März 2013 at 14:17 —

    @ Dr.med. W. Stuhlgang

    Ja stimmt zwar, aber die erste Runde war nicht besonders dominant, also in dem Fall sollte man diese Runde trotzdem nicht 10:8 werten.

  17. JohnnyWalker
    17. März 2013 at 14:41 —

    @ gee

    Im tale of the tape stand aber bei tonight

    Bradley 148 ibs
    Provodnikov 140 ibs

    Egal, solche Kämpfe sind das Aufbleiben wert. Ich hab es selten erlebt, dass alle 3 Punktrichter vertretbare Urteile in so einem strittigen Kampf abgegeben haben.
    Der einzige der total versagt hat war der Referee

    1. Runde klare Knockdown, 2. Runde hätte man Bradley auch anzählen können da er nur noch von den Seilen im Ring gehalten wurden ist. 6. oder 7. Runde, Bradley wird abgekontert und hängt schon mit dem Kopf aus dem Ring, Provodnikov will nachsetzen und der Referee macht ein unnötiges Trennkommando.

    Trotzallem ein heißer Anwärter auf den Fight of the year!

  18. JohnnyWalker
    17. März 2013 at 15:09 —

    Die Argumente mit dem “wieder gut machen” von Bradley kann ich nicht nachvollziehen.
    Bradley hat selbst gegen Pacquiao in der ersten Kampfhälfte versucht direkte Treffer von Pacman aus der Halbdistanz gleich zu beantworten sprich der brawlt öfters mal mit, das ist jetzt nix neues von Bradley
    Sollte sich jemand fragen warum er ausgerechnet Provodnikov sich heraus gesucht hat, dann sollte dieser jemand vielleicht mal schauen welche zeitlichen Optionen denn sonst noch so da waren. Nämlich gar nichts.

  19. animal 1
    17. März 2013 at 15:40 —

    ich verstehe nicht warum ihr runden die aussgeglichen sind für bradley wertet ihr habt echt kein plan von boxen er war nicht gerade viele runden überlegen und klar überlegen war er echt in keiner

  20. animal 1
    17. März 2013 at 15:43 —

    https://www.boxen.de/lexikon/das-10-points-must-system-wie-beim-boxkampf-gepunktet-wird-1888 bitte schön damit ihr mal die regeln lernt ihr punktrichter

  21. magicsoundz
    17. März 2013 at 15:45 —

    geiler kampf! respekt vor beiden boxern.. mir hat bradleys kämpferherz sehr imponiert. auf der anderen seite hat man einen russen gesehen der vor, während und nach dem kampf fair war und in die top 10 gehört.
    die entscheidung war aus meiner sicht vertretbar, denn die summe der schläge lag bei bradley, auch wenn provodnikovs schläge definitv mehr angerichtet haben.

    würde provodnikov gerne gegen die anderen top ww sehen oder gegen leute ausm halbwelter.
    der würde so einige ausknocken. vitlleicht hat ihm der mangel an erfahrung ein streich gespielt

  22. gee
    17. März 2013 at 17:31 —

    @JohnnyWalker:

    Ne, da standen 159 für Bradley und 150 für Provodnikov. Zumindestens bei HBO.

  23. El Demoledor
    17. März 2013 at 17:58 —

    Insgesamt ein toller Kampf, sehr attraktiv für das Publikum!
    Von Bradley wird als Pacman-“Bezwinger” jetzt ja immer was Besonderes erwartet, was er aber nicht leisten kann. Denn normal hatte er den Fight ja verloren. Von daher ist sein Kämpferherz hervorzuheben, das ihn diesen Kampf heute Nacht noch gewinnen ließ.
    Provodnikov hätte ein wenig mehr arbeiten müssen, um zwischendrin mal die eine oder andere Runde zu gewinnen; so geht der hauchdünne Sieg für mich in Ordnung.
    Aber Bradley wird nicht mehr lange ungeschlagen bleiben… Ich persönlich würde ihn gerne gegen Keith Thurman sehen!

  24. JohnnyWalker
    17. März 2013 at 18:02 —

    @ gee

    Achso, dann hab ich mich doch verkuckt. Lag wahrscheinlich an der Streamquality 😉

  25. deebak
    17. März 2013 at 18:52 —

    provodnikov hat klar gewonnen

  26. Eierkopf
    17. März 2013 at 20:02 —

    War ein guter kampf, aber lustig zu sehen wie sich bradley mühe gibt wenn er weiß das die ringrichter diesmal nicht geschmiert wurden.

    Provodnikov hat gut geboxt, aber er ist noch keine weltklasse und hat deutlich gezeigt welche schwächen Bradley hat. Sobald Bradley gegen einen harten brocken kämpft wird er verlieren. Kann es kaum abwarten bis diese lusche K.O. gehauen wird. Außer das maul groß aufzureißen kann er auch nix, ok sich vermöbeln lassen das kann er.

    Nur der ringrichter war noch schlechter als Bradley, selten soviele fehlentscheidungen gesehen. Der sieg geht knapp in ordnung.

    Marquez würde ihn windelweich prügeln, aber da sich Marquez keine luschen aussucht bezweifle ich das dieser kampf zustande kommt, außer es gibt halt mehr geld als gegen Rios.

  27. jasonsoldat1977
    17. März 2013 at 20:08 —

    der Arschloch Bradley hat klar verloren…Mensch was ist den mit Boxen los…nur Verarschungen bei Punktzetteln(((((((((((((((((((

  28. Dr. Bumsow
    17. März 2013 at 20:16 —

    Sieger Provodnikov

  29. Bokser58
    18. März 2013 at 00:26 —

    Provodnikov hat nach meiner Meinung nach gewonnen!!! Bradley gewinnt ja nur noch durch betrug?

  30. gee
    18. März 2013 at 18:18 —

    “Alex sagt:

    Man muss sich als Punkterichter schon an die Entscheidungen vom Ringrichter halten, also die erste Runde kann man nicht 10:8 werten.”

    Ein Punktrichter muss sich nicht zwingend an die Entscheidung vom Ringrichter halten. Beispiel: Pacquiao-Mosley Runde 10. Pacquiao geht zu Boden und wird angezählt, obwohl es kein regulärer Knockdown war, sondern ein Push von Mosley. Die Runde hätte 10:8 für Mosley oder 9:9 gewertet werden müssen, wenn die Punktrichter sich an die Entscheidung des Ringrichters gehalten hätten, aber alle drei Punktrichter werteten 10:9 Pacquiao!

    @ghetto obelix: Der Artikel erklärt es gut.

  31. ghetto obelix
    18. März 2013 at 20:07 —

    @ gee

    Ja, das stimmt. Die Artikel der Seite sind meistens eigentlich wirklich gut!

  32. Milanista82
    18. März 2013 at 21:03 —

    Super Kampf, das Urteil geht soweit in Ordnung, aber der Ref war eine absolute Katastrophe. Also wenn die 1. Runde kein knockdown war dann weiß ich auch nicht. Naja, was soll man auch anderes von einem Ringrichter aus San Diego erwarten? Hoffe es gibt bald ein Rematch, Provodnikov hat es absolut verdient.

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