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Boxsport – Vorschau für das Wochenende (KW 26)

Besonders herausragend ist das Boxsportwochenende der 26. Kalenderwoche nicht gerade. Zumindest im Vergleich zu anderen Wochen, wo man machmal zwischen einigen parallel stattfindenden Live-Veranstaltungen und Übertragungen von internationalen Events entscheiden muss, ist das Angebot dieser Woche recht überschaubar. Abgesehen von dem Kampf zwischen Ramirez und Angulo, gibt es hier ein paar Details zu einigen Kämpfen / Events vom kommenden Wochenende:

Die belgische WBO-Supermittelgewicht Weltmeisterin Femke Hermans kam scheinbar schneller zu ihrem Titel, als sie selbst es gedacht hätte. Sie absolvierte 2016/17 insgesamt 6 Aufbaukämpfe und wurde dann im März 2018 in die USA eingeladen um für die New Yorkerin Alicia Napoleon im Kampf um den vakanten WBA-Gürtel als halbwegs würdige WM-Gegnerin herzuhalten. Dieser Kampf endete erwartungsgemäß mit 99:91 und 2x 98:92 für die Amerikanerin. Ein gleiches Spiel sollte es dann im Mai in Augsburg gegen Nikki Adler geben. Diesmal ging es um den ebenfalls vakanten WBO-Gürtel. Das ging gehörig daneben und Adler unterlag überraschend vor heimischem Publikum mit 93:97, 93:98 und 92:98. Damit wurde Femke Hermans trotz ihrer nur mittelprächtigen boxerischen Leistung beinahe aus Versehen WBO-Weltmeisterin. Eine würdige WBO-Weltmeisterin ist sie damit allerdings noch nicht. Ihr fehlen Erfahrungen gegen gute Gegnerinnen. Zu diesem Zweck holt sie jetzt Teile des normalen Karriereaufbaus nach. Sie boxt am kommenden Freitag gegen eine Kenianerin und dann noch mal im September gegen eine tschechische Aufbaugegnerin. Beide Kämpfe sollen nur über 6 Runden gehen. Man verspricht sich offenbar davon, aus Hermans doch noch eine würdige Weltmeisterin zu machen, die dann in der Zukunft auch gegen bessere Gegnerinnen bestehen kann.

Selbstverständlich wird am kommenden Wochenende auch in Mexiko geboxt. Am Freitag veranstaltet Oscar de la Hoya in der „Gran Oasis Arena“ Cancun. Dabei sollen hauptsächlich seine Nachwuchsboxer die Gelegenheit bekommen, weitere Erfahrungen sammeln. Hierbei sind besonders der Weltergwichtler Rashidi Ellis (19(13)-0-0, BoxRec #53) und der Federgewichtler Eduardo Nunez (10(10)-0-0, Boxrec #169) von Interesse. Das Budget solche Nachwuchsveranstaltungen ist erwartungsgemäß nicht mit dem großer Events vergleichbar. Aber immerhin kristallisieren sich dabei die Talente heraus, die sich erst einmmal als „Rohdiamanten“ erweisen und später gezeilt gefördert werden.

Ebenfalls am Freitag gibt es in Woodlawn / Maryland / USA eine Veranstaltung der „Shabazz – Brothers“ Promotion. Den Hauptkampf der Veranstaltung bestreiten 2 Frauen im Fliegengewicht. Tyrieshia Douglas aus Baltimore (13(6)-1-0, BoxRec Superfliegen #2), eine Stammboxerin bei Shabazz, kämpft über 10 Runden gegen die gebürtige Nigerianerin Helen Joseph (15(10)-3-1, BoxRec Bantam #2 ). Hier ist das Ziel klar. Läuft alles wunschgemäß, wird Douglas möglichst hoch im Fliegengewicht-Ranking einsteigen und demnächst womöglich in dieser Gewichtsklasse um einen Titel kämpfen wollen. Das interessante an der Card ist, dass die beiden Söhne von Ex-Schwergewichts-Champ Hasim Rahman auf der Undercard vertreten sein werden. Schwergewichtler Hasim Rahman jr (4(3)-0-0) und Cruiser Sharif Rahman (2(2)-2-2) kämpfen gegen Aufbaugegner. Man kann gespannt sein, wie weit sie den Fußstapfen ihres Vaters folgen können.

Conalan

Ein „Coming Home“ gibt es am Samstag für den irischen Federgewichtler Michael „Mike“ Conlan (10(7)-0-9, BoxRec #106). Der früher erfolgreiche Amateurboxer und Olympiateilnehmer von 2012 und 2016 ist bei Frank Warren unter Vertrag. Nach bisher 7 Kämpfen in den USA und Australien darf er als Profi erstmalig in seiner Heimatstadt Belfast antreten. Auch diese Card ist eine Nachwuchsveranstaltung. Unter weiteren Talenten ist auch Weltergewichtler Gerry Corcoran dabei, der zuletzt in Brisbane gegen WBO-Champ Jeff Horn unterlag.

Über weitere Fights in den USA, wie Ramirez vs Angulo oder Smith jr vs Russel wurde bereits berichtet. Schaut man bei BoxRec ein wenig in die Details der Veranstaltungen, kann das machmal aufschlussreich sein. Es ist nichts Neues, dass Ex-Boxer sich mit mehr oder weniger Erfolg als Promoter versuchen. Zu denen die es scheinbar geschafft haben, sich wenigstens im lokalen Rahmen zu etablieren, gehört die Ex-Boxerin Christy „Coalminer`s Daughter“ Martin. Sie veranstaltet am 30. Juni bereits zum 7. mal innerhalb der letzten 2 Jahre , diesmal wieder in Charlotte / North Carolina.

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