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Boxsport Vorschau auf Samstag, den 8. Februar 2020

Am heutigen Samstag werden den Fans des gepflegten Faustkampfs wieder einige gute Ansetzungen und Veranstaltungen geboten. Sowohl in Deutschland, als auch vor Allem in Großbritannien und den USA gibt es gute Events mit bekannten Akteuren zu sehen. Die ganz großen Kämpfe mit weltbekannten Top-Boxern aus Reihe 1 sind zwar nicht vertreten, aber dennoch werden zumindest bekannte Boxer in den Ring steigen. Auch die Fans des Frauenboxens kommen auf ihre Kosten.

Fangen wir gleich einmal mit einem Frauenkampf an: In Costa Rica wird die 27-jährige IBF-Minimumgewicht Weltmeisterin Yokasta Valle (19(8)-2-0) ihren Gürtel gegen die 31-jährige Herausforderin Carleans Rivas (8-6(2)-4) von den Philippinen verteidigen. Yokasta Valle hatte den Titel im August 2019 überraschend der Spanierin Joana Pastrana abgenommen. Das war ihr dritter Anlauf auf einen WM-Titel. Sie unterlag zuvor der Japanerin Naoko Fujioka (2017) im Kampf um den WBO-Titel im Halbfliegengewicht und der Deutschen Tina Rupprecht (2018) im Kampf um den WBC-Titel im Minimumgewicht. Die jetzige Herausforderin sollte für sie leicht zu beherrschen sein. Valle boxt in San Jose vor heimischem Publikum für ihre Fans. Alles Andere als mindestens ein deutlicher Punktsieg der Titelverteidigerin wäre eine Sensation.

In Deutschland steht am Samstag Abend der Cruiser-Kampf zwischen dem 49-jährigen Firat Arslan (47(32)8(3)-3) und dem 27-jährigen Südafrikaner Kevin Larena (24(11)-1-0) im Vordergrund. Arslan möchte noch einmal einen Titel gewinnen. Wie bereits hinreichend bekannt, bringt Larena seinen IBO-Gürtel mit die EWS-Arena Göppingen. Ob Arslan es schaffen kann, dem 22 Jahre jüngeren „KO-Kid“ den Titel abzunehmen? Lassen wir uns mal überraschen, wie das ausgehen wird. Arslan und seine Fans glauben jedenfalls felsenfest daran. Larena fertigte 2019 Arthur Mann in 4 und Sefer Seferi in 3 Runden ab. Dazwischen gewann er einen Kampf über 12 Runden nach Punkten. Wie das gegen Arslan ausgehen wird – wir wissen es nicht. Der Sieger dieses Kampfes kann anschließend um den WBA-Interim-Titel boxen. Die Undercard dieser Veranstaltung vom Hamburger ECB-Team ist recht gut besetzt. Es gibt u.a. die Rückkehr von Christina Hammer (24(11)-1-0) zu sehen, die nach ihrer WM-Niederlage gegen Claressa Shields im April 2019 erstmalig wieder in den Ring steigen wird. Ihre Gegnerin ist die 34-jährige Florence Muthoni (12(6)-8(2)-2) aus Kenia. Hier das offizielle Wiegen und „Face to Face“ Arslan / Larena:

In der „Sheffield Arena“ wird Lokalmatador Kell Brook (38(26)-2(2)-0) in den Ring steigen. Brook kämpfte zuletzt an gleicher Stelle im Dezember 2018 und bezwang damals den Australier Michael Zerafa deutlich nach Punkten. Das sollte ein WBA-Eliminator sein. Doch es kam zu keinem WM-Kampf für Brook. Statt dessen war wie schon seit Jahren immer wieder die Rede von einem Kampf gegen Amir Khan. Brooks war sehr ebenfalls daran interessiert, im Weltergewicht einen gut bezahlten Kampf gegen Terence Crawford bestreiten. All das wurde nicht verwirklicht. Der Gegner von Brook am heutigen Abend ist der Amerikaner Mark DeLuca. In diesem Kampf geht es um den WBO-Inter-Conti im Superweltergewicht. Von der „Güte“ der Titel her ist der Hauptkampf des Abends allerdings ein Frauenkampf: Im Superfedergewicht wird eine Titelvereinigung zwischen der Britin Terri Harper (IBO) und der Finnin Eva Wahlstom (WBC) ausgeboxt. In einem weiteren Kampf geht es zwischen Kid Galahad aus Sheffield und Claudio Marrero aus der Dom-Rep über 12 Runen um einen IBF Eliminator im Federgewicht. Die Matchroom-Veranstaltung in Sheffield ist ab 20:00 Uhr auf DAZN.com zu sehen.

Bei einer Veranstaltung in Hammond / Indiana / USA werden gleich mehrere Frauenkämpfe zu sehen sein. Im Super-Leichtgewicht treffen die Amerikanerin Melissa St Vil und die Kanadierin Jessica Camara aufeinander. Um den jetzt wieder vakanten Titel des Verbandes WBO kann die Ex-Titelträgerin Christina Linardatou erneut kämpfen. Sie verlor ihren Gürtel im November in Manchester durch ein reichlich umstrittenes Punkturteil an die Irin Katie Taylor. Offenbar hat Taylor den Gürtel niedergelegt und will Linardatou kein Rematch gewähren. Die Gegnerin in diesem Kampf ist die 44-jährige Prisca Vicot aus Frankreich. Um es ehrlich zu sagen: Hier wird Weltklasse gegen Regionalliga boxen. Etwas anderes als ein überzeugender Sieg der 31-jährigen Christina Linardatou ist kaum vorstellbar. Den Hauptkampf dieser Veranstaltung bestreiten IBF-Weltmeisterin Mary McGee aus den USA und Deanha Hobbs aus Australien. Auch dieser Kampf findet im Super-Leichtgewicht statt.

Eine gut besetzte Veranstaltung gibt es auch in Allentown / Pennsylvania / USA. Bei dieser Gelegenheit werden die Zuschauer zwei WM-Kämpfe zu sehen bekommen. Im Federgewicht will WBC-Champ Gary Russel jr aus den USA seinen Gürtel gegen den Mongolen Tugstsogt Nyambayar verteidigen. Der Herausforderer ist kein unbeschriebenes Blatt und hat eine lange Amateurkarriere hinter sich. Er trägt immerhin den IBO-Titel, der aber bei diesem Kampf nicht verteidigt wird. Der Ausgang dieser Begegnung ist völlig offen.

In einem weiteren Hauptkampf trifft der Kubaner Guillermo Rigondeaux auf den Venezuelaner Liborio Solis. Die beiden Boxer sind im WBA Ranking ganz oben auf den Plätzen 1 (Solis) und 2 (Rigondeaux) zu finden. Dabei geht es um den vakanten WBA-Titel im Bantamgewicht. Der bisherige Weltmeister Nonito Donaire hatte seinen WBA-Titel verloren, als er in einem Kampf gegen WBA-Super World Champ Naoya Inoue nach Punkten unterlag. Eigentlich wollte die WBA ja ihre Titel reduzieren und wenn World-Champ und Super-World-Champ gegeneinander gekämpft haben, sollte es nur noch einen WBA-Weltmeister geben. Das der reguläre Titel nun doch wieder ausgeboxt wird, zeigt deutlich wie ernst es die WBA mit ihren Ankündigungen nimmt: Alles Schall und Rauch, wenn nur Geld in die WBA-Kasse gespült wird.

Hier das „Face to Face“ zwischen Rigondeaux und Solis:

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