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Boxsport – Vorschau auf das Wochenende (KW 8)

Am kommenden Wochenende sind es zwei Veranstaltungen in Großbritannien und den USA, die besonders heraus ragen. In Deutschland passiert leider in diesen Tagen nicht besonders viel, was Boxfans live miterleben könnten. Wer gutes Boxen sehen will, muss sich vor den Bildschirm setzen und wird einmal mehr merken, dass Deutschland im internationalen Boxsport-Vergleich momentan gewaltig hinterher hinkt. Was die Anzahl und Qualität der Veranstaltungen anbelangt, bewegen wir uns gegenwärtig vielleicht auf dem Level von Frankreich und Spanien, während uns Großbritannien meilenweit voraus ist.

Offenbar ist der altgediente Schwergewichtler Samuel Peter (36(29)-6(4)-0) noch nicht Willens, seine Handschuhe an den Nagel zu hängen. Nach seiner RTD 3 – Niederlage im Dezember 2016 gegen Kubrat Pulev in Sofia steigt er in der Nacht auf Samstag bei einer Mammutveranstalung in Tijuana / Mexiko in den Ring und will damit ein „Lebenszeichen“ setzen. Sein Gegner ist Gerardo Escobar (2(1)-21(15)-0), ein mexikanischer Journeyman. Der auf 10 Runden angesetzte Kampf sollte für Peter locker zu gewinnen sein. Mal sehen, gegen wen er dann demnächst wieder für einen gut bezahlten Kampf gebucht wird. Spekulationen sind Tür und Tor geöffnet. Sehen wir Peter vielleicht in einem deutschen Ring? Könnte man sich das vorstellen? Möglich scheint ja neuerdings mehr zu sein, als man sich normalerweise vorstellen kann.

Der europäische Top-Kampf an diesem Wochenende findet, wie sollte es anders sein, in Großbritannien statt. In der Londoner O2-Arena treffen James DeGale (25(15)-2-1) und Chris Eubank jr (27(21)-2-0) im Supermittelgewicht aufeinander. Dabei geht es in Ermangelung anderer freier Titel immerhin um den Gürtel des Verbandes IBO. Sein letzter Besitzer war George Groves, der nach seiner Niederlage gegen Callum Smith seine Boxkarriere aufgegeben hat. DeGale und Eubank jr werden sich ein heißes Gefecht über 12 Runden liefern. Für beide geht es nicht nur um diesen Titel, sondern vor Allem um die Zukunft ihrer weiteren Box-Karriere. Man macht sicher nicht viel falsch, wenn man vor diesem Kampf keinen der beiden als besonders herausragenden Favoriten hervorhebt.

Im zweiten Hauptkampf dieser Veranstaltung kämpfen der Brite Lee Selby (26(9)-2-0) und der Amerikaner Omar Douglas (19(13)-2-0) um den ebenfalls vakanten IBF-Interconti im Leichtgewicht. Hier sollte eigentlich der Brite der bessere Techniker sein und den Kampf zumindest nach Punkten gewinnen. Um den Commonwealth-Titel des Britischen Empire geht es zwischen Joe Joyce und Bermane Stiverne. Hierbei wird es darauf ankommen, mit welcher Motivation Stiverne in den Ring steigt. Will oder besser gesagt: kann er dem jungen Joyce das Leben schwer machen? Oder lässt er sich weghauen und holt sich nur die Börse ab? Sein letzter Kampf, das Rematch gegen Wilder mit der KO 1 Niederlage, war ja eher eine Lachnummer und einer der unwürdigsten WM-Kämpfe aller Zeiten. Das zumindest, wenn man die großen Worte von Stiverne vor dem Kampf mit einbezieht. Die Veranstaltung aus London ist ab 21:00 Uhr u.a. auf DAZN.com zu sehen.

In den Minneapolis / Minnesota / USA wird zwischen dem Amerikaner Anthony Dirrell (32(24)-1-1) und dem türkischen Boxer Avni Yilderim (21(12)-1(1)-0) der WBC-Titel im Super-Mittelgewicht neu ausgeboxt. Möglich wurde das, weil der bisherige Titelträger David Benavidez vom Verband für 6 Monate zum „Champion in Pause“ befördert wurde, weil ein Dopingtest auffällig war. Beide Boxer haben die Wage geschafft und sind zuversichtlich, den vakanten Titel zu holen. Beide äußerten sich bereits im Januar bei einer Pressekonferenz und noch einmal nach dem Wiegen:

Anthony Dirrell: „Diese Chance, ein WBC-Champion zu werden, fühlt sich gut an und motiviert mich. Yildirim ist ein guter Kämpfer und ich bin bereit für die Herausforderung “

Er hat nicht das, was es braucht. Ich bin ein Kämpfer auf höchster Ebene. Ich bin dankbar für diese Gelegenheit, um die Meisterschaft zu kämpfen. Samstagabend werde ich mir holen, was mir gehört. “

Avni Yilderim: „Dies ist eine großartige Gelegenheit und ich werde sie nicht verpassen. Ich werde um mein Ziel kämpfen, der erste türkische Kämpfer zu werden, der den WBC-Weltmeisterschaftsgürtel gewinnt. ”  

Ich bin sehr glücklich , hier zu sein, ich werde mit meinen Fäusten sprechen, werde ich alle zeigen , was ich im Ring tun kann. Ich werde diesen Weltmeistertitel gewinnen, das ist meine Zeit. Ich werde es für die Türkei tun. “ 

Man wird sehen, wer seinen Worten Taten folgen lassen kann. Beide sind die #1 und die #2 im gegenwärtigen WBC-Ranking. Normalerweise sollte Dirrell die Nase vorne haben und sich den Gürtel holen können. Für die türkischen Boxfans und besonders für Manager Ahmet Öner, wäre es allerdings ein Highlight, wenn es Yilderim gelingen sollte, den WBC-Titel mit nach Istanbul zu nehmen.

Eddie Hearn streckt zusammen mit DAZN.com seine Fühler mittlerweile bis nach Mexiko aus. Der Streamanbieter zeigt in der Nacht auf Sonntag ab 2:00 Uhr eine Veranstaltung aus Tijuana. Im Hauptkampf treten der 32-jährige Amerikaner Brandon „Bam Bam“ Rios (35(26)-4(2)-1) und der Mexikaner Humberto Soto (68(37)-9(2)-2) im Weltergewicht gegeneinander an. Mal sehen, ob es dem “Schlauen Fuchs“ Soto mit seinen 38 Jahren und 80 Fights auf der Uhr noch einmal gelingt, vor heimischem Publikum zu glänzen. Man sollte es dem altgedienten Haudegen gönnen.

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