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Boxsport – Vorschau auf das Wochenende (KW 40)

Besonders viel passiert nicht an diesem Boxsport-Wochenende. Als einzige Highlights ragen zwei Veranstaltungen in den USA heraus. Im New Yorker Madison Square Garden kämpfen Gennady Golovkin und Sergiy Derevyanchenko um zwei vakante Titel (IBF und IBO) im Mittelgewicht. In Flint / Michigan geht es zwischen Claressa Shields und Ivana Habazin gleich um drei vakante Titel (WBC World, WBO und WBC Diamond) im Superwelter.

 

Mit einem unverhofften Kuss beim „Face to Face“ sorgte die polnische WBO Weltmeisterin im Super-Federgewicht Ewa Brodnicka für einen Eklat. Ihre Gegnerin, die Argentinierin Edith Soledad Matthysse, beantwortete diese ungewünsche Intimität postwendend mit einer schallenden Ohrfeige. Offenbar hatte die Polin diese Provokation bei der Schwedin Mikaela Lauren abgeschaut, die bei solchen Gelegenheiten immer darauf aus ist, ihre Gegnerin mit einem Kuss „aus der Reserve“ zu locken. Auf der Undercard dieses WM-Kampfes will der Pole Ropbert Parzeczewski seinen Internationalen Polnischen Meistertitel gegen den in Großbritannien lebenden Gambianesen Patrick Mendy verteidigen. Gekämpft wird bei dieser Tymex Boxpomotion-Veranstaltung in Tschenstochau / Schlesien.

Bereits Vergangenheit ist ein anderer WBO-Titelkampf. Im Halbschwergewicht der Frauen verteidigte am Freitag die gebürtige Brasilianerin Geovana „The Shied Maiden“ Peres in ihrer neuen Wahlheimat Auckland / Neuseeland ihren Gürtel gegen die in Kanada lebende Amerikanerin Claire Hafner. Beide Boxerinnen sind 42 Jahre alt und haben zusammen gerechnet gerade mal 15 Kämpfe „auf der Uhr“. Hafner war bisher die Nr. 1 des Halbschwergewichts der Frauen. Diesen Rang in der BoxRec-Liste wird sie wohl nun wohl oder übel mit Peres (bisher #2) tauschen müssen. Claire „Classy“ Hafner wurde vom Ref nach 8 Runden aus dem Kampf genommen. In der Runde zuvor wurde sie schon ermahnt, „geschäftiger zu werden“, also mehr zu kämpfen. Offenbar war sie nicht in der Lage oder Willens dazu und wollte sich nur über die Runden retten. Das sowas in einem WM-Kampf als Herausforderin nun mal gar nicht geht, hätte ihr klar sein müssen.

In Österreichs Hauptstadt Wien will am Samstag der gebürtige Serbe Samir Kurtagic (12(8)-9(1)-0) offenbar noch einmal seinen Kampfrekord aufbessern. Sein Gegner ist der tschechische Journeyman Ferenc Zsalek (21(7)-75(29)-7). Kurtagic verdingt sich ansonsten als Aufbauhelfer. Er hat bekannte Namen wie Pianeta, Takam, Dimitrenko, Boytsov, Kretschmann, Wach, Wallin und Granat in seinem Kampfrekord stehen, gegen die er bis auf Granat über die Runden kam und dabei einen guten Eindruck hinterließ. Kurtagic stand jetzt 3 Jahre nicht im Ring. Ml sehen, was er mit diesem Aufbaukampf bezwecken will. Ergebniskosmetík für den Kampfrekord und eine neuer guter Payday? Oder will der 43-jährige seine Karriere mit einem Sieg abschließen? Wir werden es erfahren.

Im ukrainischen Brovari wird der einstige WBO-Intercont-Champ und EBU Europameister Maxim Bursak (34(15)-5-2) in den Ring steigen. Auch der 35-jährige will offenbar noch einmal seinen Kampfrekord aufhübschen und sich damit für einen gut bezahlen Auswärtskampf empfehlen. Sein Gegner ist der 22-jährige georgische Jouneyman Beka Mukhulishvili (5(2)-7(3)-0). Bei diesem Gegner fällt besonders auf, wie in Georgien Boxer „gemacht“ werden. Erst wird ein kleiner Kampfrekord aufgebaut und sobald sich dann die Gelegeheit ergibt, werden diese Boxer im Ausland verheizt. Das ist war lukrativ für die Manager und hoffentlich auch für die Boxer, aber rein boxerisch von Null-Wert. Beka Mukhulishvili hat seine ersten 5 Kämpfe in der Heimat immer an gleicher Stelle gewonnen. Dann einen verloren. Offenbar war es dann an der Zeit, ihn ins Ausland zu schicken, wo er dann 7 Kämpfe in Serie verlor. Gegen Bursak wird die achte Niederlage dazu kommen.

In Deutschland, Großbritannien und dem übrigen Europa gibt es an diesem Samstag keine großen Veranstaltungen mit bekannten Boxern. 

Die Amerikanerin Claressa Shields hat bereits vor ihrem ersten WM-Kampf angekündigt, dass sie Boxgeschichte schreiben und die beste Boxerin aller Zeiten werden will. Dieser vollmündigen Erklärung folgten auch tatsächlich Taten. Sie wurde Weltmeisterin mehrerer Verbände im Supermittel- und Mittelgewicht. Dabei schlug sie u.a. auch die Augsburgerin Nikki Adler und die Dortmunderin Christina Hammer. Jetzt will sie in einer dritten Gewichtsklasse, dem Superwelter, gleich nach drei Gürteln greifen. Sie kämpft gegen die Kroatin Ivana Habazin um die Titel der Verbände WBO und WBC. Bemerkenswert: Der Verband WBC lässt dabei gleich um den World- und den Diamond-Belt kämpfen. Shields sollte auch in diesem Kampf die haushohe Favoritin sein. Sie wird auf der Wage das erforderliche Limit gebracht haben, im Ring aber wenigstens 7 bis 10 Kilo schwerer sein. Für Habazin gibt es hoffenlich eine gute Börse. Mehr ist für sie in Flint nicht zu holen.

Die Hauptveranstaltung dieses Wochenendes findet im New Yorker Madison Square Garden statt. Gennady Golovkin und Sergiy Derevyanchenko kämpfen um die vakanten Titel der Verbände IBF und IBO. Wie dieser als „Big Drama Show“ deklarierte Kampf und die Undercard aussehen werden kann man u.a. hier (Klick) und auf DAZN.com sehen.

Am Sonntag wird auf dem Hamburger Kiez geboxt. Zwischen Roman Gorst und Boris Estenfelder geht es im Hauptkampf  dieser Veranstaltung von “Boxen im Norden” um den Deutschen Meistertitel (BDB) im Schwergewicht.

In Ljubljana / Slowenien will die 20-jährige einheimische Boxerin Ema Kozin ihren WIBA-Gürtel im Supermittelgewicht gegen die Schwedin Maria Lindberg verteidigen. Auf der Undercard dazu gibt es einen Schwergewichtskampf zwischen Senad Gashi und Ozcan Cetinkaya zu sehen. Mehr als 6 Runden sind nicht angesetzt. Es ist kaum anzunehmen, dass dieser Kampf über die Runden gehen wird.

 

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