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Boxsport – Vorschau auf das Wochenende (KW 33)

Eine besonders großartige Vorschau kann man sich in dieser Woche ersparen. Das Sommerloch schlägt auch an diesem Wochenende zu und es gibt wenig nennenswerte Events. Das internationale Kampfgeschehen beschränkt sich weitgehend auf drittrangige Kämpfe, bei denen junge Talente ihren Kampfrekord aufbessern wollen oder Aufbaugegner gegeneinander antreten, um mal wieder einen Sieg einzufahren.

Über die Sauerland-Veranstaltung in Ludwigshafen wurde bereits in mehreren Presseerklärungen genug gesagt. Was allerdings fehlt, ist ein Hinweis darauf, dass es gleich zwei Frauenkämpfe zu sehen geben wird. Das Sauerland – Team machte jahrelang einen großen Bogen um das Frauenboxen. Cecilia Braekhus war die einzige Ausnahme. Aber auch sie war nur im Team, weil sie einen TV-Deal mit einem Nordeuropäischen TV-Sender mitbrachte. Jetzt scheint man bei Sauerland gegenüber dem Frauenboxen eine andere Haltung eingenommen zu haben.

Sauerland hat sich die 17-jährige Sophie Alisch (3(1)-0-0) ins Team geholt. Sie wird nach guten Leistungen als Amateurin jetzt im Profibereich solide aufgebaut. Am Samstag bestreitet sie einen Kampf über angesetzte 6 Runden gegen die spanische Aufbaugegnerin Vanesa Caballero (1(5(2)-3). Wenn die Berliner Federgewichtlerin richtig Gas gibt, sollte der Kampf nach spätestens 4 Runden vorbei sein. Eine weitere Frau im Sauerland-Team ist die in Spanien lebende Norwegerin Katherina Thanderz (11(2)-0-0). Die 31-jährige tritt im Super-Federgewicht gegen die Italienerin Monica Gentili (6(1)-10(2)-0) an. Die 42-jährige Italienerin stand bereits mit Katie Taylor und Delfine Persoon im Ring und wird für die Norwegerin ein echter Prüfstein. Es ist anzunehmen, dass dieser Kampf über die angesetzten 8 Runden geht und von den Punktrichtern entschieden wird.

Die einzigen wirklich interessanten internationalen Veranstaltungen werden in den USA geboten:

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Im kalifornischen Los Angeles gibt es bei einer Top-Rank Veranstaltung einen WM-Kampf im Super-Bantamgewicht zu sehen. Der mexikanische WBO-Champ Emanuel Navarette (27(23)-1-0) will seinen Gürtel gegen den Amerikaner Francisco De Vaca (20(6)-0-0) verteidigen. Navaratte hat den Titel den ghanaischen Boxer Isaac Dogboe durch einen Punktsieg abgenommen. Im Rematch bezwang er Dogboe sogar vorzeitig durch TKO noch in der 12. Runde. Man kann wohl davon ausgehen, dass der Herausforderer sich seine erste Niederlage einhandeln wird. Das vielleicht sogar ebenfalls vorzeitig und noch vor der letzten Runde. Auf der Undercard sind weitere 4 Kämpfe über 10 Runden zu sehen.

In Springfield / Massachusetts will der 29-jährige NABA-Champ Charles Forster (18(9)-0-0) seinen Gürtel gegen den gebürtigen Russen Denis Grachev (19(10)-7(2)-1) verteidigen. Der mittlerweile 37-jährige Grachev lebt jetzt in San Diego / Kalifornien und hat sicher seine beste Zeit hinter sich, wenn er die überhaupt jemals hatte. Sein größter Erfolg war wohl 2013 der knappe Punktsieg über den bis dahin in 33 Kämpfen ungeschlagenen Zsolt Erdei in Monte Carlo. Danach folgten 4 Niederlagen in Serie und der Name Grachev verschwand wieder aus dem Blickfeld. Zuletzt siegte er drei mal gegen Aufbaugegner und hat nun noch einmal die Chance, eine hoffentlich gute Börse zu kassieren. Ein Sieg Grachevs wäre eine Sensation. Er wird versuchen, über die Runden zu kommen. Mehr kann man nicht erwarten. Auf der Undercard ist die 40-jährige Shelly Vincent (25(1)-2-0) vertreten. Ihre beiden Niederlagen holte sie sich in Kämpfen gegen ihre Erzrivalin Heather Hardy aus Brooklyn / New York. Die nur 1,55m große Vincent hofft noch immer auf einen großen WM-Kampf, aber das wollte bisher nie so recht klappen. Sie tritt im Federgewicht in einem „stay-busy – Kampf“ gegen die 43-jährige Karen Dulin (3(1)-19(2)-1) an. Beide Boxerinnen kommen aus Rhode Island.

Die nächsten Wochenenden werden uns wieder mehr und bessere Veranstaltungen und Kämpfe bescheren. Bis dahin bleibt uns die Zeit zum Entspannen und Spekulieren, wer wohl wann und wo im “heißen Herbst” gegen wen kämpft und siegt.

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