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Boxsport – Vorschau auf das Wochenende (KW 32)

Auch an diesem Wochenende kann man keine großen Kämpfe erwarten. Das Sommerloch hält an und erst Ende August gibt es wieder Fights mit prominenter Beteiligung, die international etwas mehr Aufmerksamkeit erregen. Also machen wir einfach mal einen kleinen Streifzug durch die BoxRec-Ankündigungen und wählen ein paar Kämpfe und Events aus, die vielleicht etwas interessanter sind, als andere. Es sind allerdings oft nur Kämpfe, die man als Aufbaukämpfe bezeichnen muss.

Bei einer „Golden Boy“-Veranstaltung von Oscar de la Hoya in Texas gibt es einen Kampf im Weltergewicht zu sehen, der im Vorfeld einige Wellen geschlagen hat. Zumindest auf youtube gab es schon einige Clips darüber zu sehen. Vergil Ortiz jr (13(13)-0-0) und Antonio Orozco (28(17)-1-0) sind beide bei Golden Boy unter Vertrag. Bei diesem Stallgefecht kommt es darauf an, wer sich demnächst auf „höhere Aufgaben“ und die damit verbundenen größeren Börsen freuen kann. In einem weiteren Kampf dieser Veranstaltung geht es im Bantam zwischen Joshua Franco (15(7)-1(1)-1) und Oscar Negrete (18(7)-2-1) bereits zum dritten Mal nacheinander zur Sache. Im ersten Kampf gab es ein Unentschieden. Im zweiten siegte Franco knapp nach Punkten. Damit war Negrete nicht zufrieden und so kommt es nun zur dritten Begegnung. Dabei geht es um den WBA International und den NABF-Titel im Bantamgewicht. Auch hier handelt es sich um ein Stallduell.

In Kroatien tritt der gebürtige Australier Marc de Mori (36(32)-2(2)-2) wieder einmal gegen einen machbaren Gegner an. Sein ohnehin gepimpter Kampfrekord sieht recht gut aus und er wird wohl auch diesmal als Sieger den Ring verlassen. Sein Gegner diesmal ist Laszlo Penzes (10(5)-5(5)-0) aus Ungarn. Penez verfolgt mit seinen Kämpfen die gleichen Ziele wie de Mori, nur 2 Etagen tiefer. Es geht darum, gegen noch schlechtere Gegner einen guten Kampfrekord zusammen zu basteln, um dann in gut bezahlten Kämpfen zu verlieren. Zur Erinnerung: Marc de Mori war 2016 der Comeback Gegner von David Haye, als der nach 4 Jahren wieder in den Ring zurück kehrte. Marc de Mori war zuvor schon WBU- und WBFound Weltmeister im Schwergewicht. Was das wert war, konnte man recht deutlich sehen, als er gegen Haye bereits in Runde 1 „vor die Hunde“ ging.

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Bei der gleichen Veranstaltung in Kroatien kämpft auch die Schwedin Maria Lindberg (17(5)-5-0). Sie absolviert einen Aufbaukampf über 6 Runden, nachdem sie zuletzt in Kanada bei einem Kampf um den IBF-Titel im Super-Weltergewicht nach Punkten unterlegen war. Ihre Gegnerin ist die Stuttgarterin Edita Karabeg (2(2)-11(5)-0). Es sieht also nicht so aus, als wolle die 42-jährige Lindberg demnächst ihre Handschuhe an den Nagel hängen. Vielleicht gelingt ihr ja doch noch einmal der „große Wurf“ mit einem Titelgewinn.

Über 2 Jahre nach seiner Niederlage gegen Canelo Alvarez (50(32)-3(1)-1) steigt Julio Cesar Chavez jr wieder in den Ring. Sein Gegner bei einer Veranstaltung in Mexiko ist kolumbianische Boxer Evert Bravo (25(19)-10(9)-1). Mehr als ein vorsichtiges Zurücktasten in das Boxgeschehen dürfte auch dieser Kampf nicht sein. Wenn Chavez jr noch etwas bewegen will, müssen stärkere Gegner her. Auf der Card vertreten ist auch die 25-jährige Mexikanerin Jessica Nery Plata (24(3)-2-0), die im Fliegengewicht gegen ihre Landsfrau Barbara Munoz (3-7-1) kämpfen wird. Diese beherzt kämpfende Gegnerin kommt aus dem Minimumgewicht und sollte für Nery Plata keine Hürde sein. Dennoch ist zu erwarten, dass die zähe Munoz sich so teuer wie möglich verkaufen wird und der Kampf über volle 8 Runden geht.

Immer wenn man glaubt es geht nicht schlimmer, dann kommt ein Maiki Hundt um die Ecke und präsentiert einen WM-Kampf seines Schützlings Elina Tissen. Frau Tissen hat aus persönlichen Gründen ihre Titel der Verbände WIBF und GBU nieder gelegt und wollte sich dann vor einigen Wochen den GBC-Titel holen, um wieder als strahlende Weltmeisterin dazustehen. Natürlich war die Gegnerin aus Norddeutschland vom gleichen Kaliber, wie man es von Tissen/Hundt Events gewohnt ist: hoffnungslos unterlegen. Dann musste wegen einer Verletzung eine andere Gegnerin her und es wurde eine Afrikanerin aus dem Hut gezaubert. Auch das ging scheinbar schief und das Event wurde abgesagt. Neuer Termin: 10. August. Neue Gegnerin: Die 19-jährige Lara Ochmann (2(2)-0-0) aus Torgau. Neuer Titel: Der vakante WBF Titel im Federgewicht. Dieser Gürtel wurde vor 5 Monaten in Südafrika ausgeboxt. Scheinbar hat der Verband WBF sehr kurze Zeiten, in denen ein Gürtel erneut verteidigt werden muss. Aber egal. Diese Kampfansetzung ist das übliche Missmatch, wie man es von Hundt & Co kennt. Er wird sich nächste Woche bei seinem Montagsmonolog wieder winden und alles schön reden. Nebenbei erklärt er dann wieder dumm-dreist wie immer jeden Kritiker für dämlich und dass alle, die seine WM-Kämpfe für Schrott halten, keine Ahnung vom Boxen haben. Alles nichts Neues unter der Sonne. Wer sich gerne veralbern lässt, ist bei Maiki Hundt an der richtigen Adresse. Dass der Verband WBF das mitmacht, ist ein absoluter Witz und zeigt auf, wie „wertvoll“ dieser Titel ist. Dem Frauenboxen tut man mit solchen lächerlichen Missmatch-WM-Ansetzungen jedenfalls keinen Gefallen. Die Zuschauer zu veräppeln geht auf Dauer auch nicht gut. Da helfen dann hinterher auch die tollsten Erklärungen nicht.

Nachtrag: Nach Auskunft von WBF-Präsident Howard Goldberg und einem Hinweis von WBF-Supervisor Chris Rösen handelt es sich bei dem Kampf zwischen Elina Tissen und Lara Ochmann um einen Qualifikationskampf für die WBF-WM. Es werden 8 Runden geboxt und die Siegerin bekommt den Inter-Conti-Titel des Verbandes WBF. 

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