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Boxsport – Telegramm 9 / 2019

Bild unten: German Boxstall Kiel  

+++ Wie nach dem SD-Urteil kaum anders zu erwarten, verlangt der Kubaner Yordenis Ugas ein Rematch gegen Shawn Porter. Herausforderer Ugas verlor den Kampf um den WBC-Titel im Weltergewicht nach Meinung der Punktrichter mit 116:112, 115:113 und 111:117. Ugas bemängelt dabei, dass die Wertung von Max DeLuca nicht akzeptabel wäre. Dabei hat es ihm besonders die Runde 12 angetan, die DeLuca an Porter und nicht wie die anderen beiden Punktrichter an Ugas gab. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, sagte Ugas: „Wir Boxer setzen im Ring unser Leben aufs Spiel und können Fairness erwarten.“ Sollte es zu einem Rematch kommen, werden beide Boxer wissen, dass sie nachlegen müssen, um diesmal zu einem eindeutigerem Ergebnis zu kommen. Der Kampf am vergangenen Samstag wurde bei FOX immerhin von 2 197 000 Zuschauern verfolgt und damit lag das Zuschauerinteresse nur knapp unter dem vom Kampf zwischen Thurman und Lopez (2 765 000). Bei einem Rematch sollten noch mehr Zuschauer zu erwarten sein.+++

+++ Der mittlerweile 40-jährige Usbeke Ruslan Chagaev bereitet sich auf ein Comeback vor. Er trainiert gegenwärtig in der „Sportschule Kinema“. An erster Stelle steht erst einmal eine Gewichtsreduzierung und der Konditionsaufbau. Unter dem Titel „Erbarmungslos gegen sich selbst“ ist dazu auf youtube ein Clip hochgeladen worden.

Chagaev beim Training:

Man kann nur spekulieren, was Chagaev mit seinem Comeback erreichen will. Für die gegenwärtige Weltspitze im Schwergewicht dürfte es kaum reichen. Vielleicht kommt es ja doch noch zu dem Duell zwischen ihm und Fres Oquendo. Oder er fordert womöglich Manuel Charr heraus? Abwarten … +++

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+++ Der ehemaliger Cruisergewichtsweltmeister Tony Bellew hat gegenüber der Internetseite vbetnews.com erklärt, weshalb er nie gegen Anthony Joshua oder Deontay Wilder kämpfen würde. Bezogen auf Joshua sagte er in einem Interview: „Nicht nur die Tatsache, dass wir Freunde sind, aber haben sie mal die verdammte Größe von ihm gesehen? Wenn er neben mir steht und mich umarmt, ist es wie Mann und Kind. Das brauche ich im Leben nicht!“ Über Wilder sagte er: „Ich wollte gegen Wilder kämpfen (…) Als wir uns bei eine Sky Sendung trafen und er mich umarmte, gingen seine Arme um meinen ganzen Körper. Er konnte sich buchstäblich die Seite seines eigenen Gesichts kratzen. Zu diesem Zeitpunkt ging etwas in meinen Gedanken los und ich dachte „Auf keinen Fall“. Ich werde bei diesem menschlichen Cricket nie in den Ring steigen“. Betrachtet man die Körpergrößen, ist Bellew mit seinen 1,91m nicht viel kleiner als Wilder (2,01m) oder Joshua (1,98m). Es ist wahrscheinlich der allgemeine Körperbau, der den Cruiser Bellew von echten Schwergewichtlern wie Wilder oder Joshua unterscheidet und Bellew abschreckt. +++

+++ Nach vielen anderen Boxgrößen hat jetzt auch Gennady Golovkin einen Deal mit Eddie Hearn, bzw. DAZN.com. John Skipper, DAZN Group Chaiman hat bekannt gegeben, dass Golovkin die letzten Kämpfe seiner Karriere bei DAZN.com bestreiten wird. Dabei soll es sich um 6 Kämpfe in den nächsten 3 Jahren handeln. Golovkin soll pro Kampf eine Börse im zweistelligen Millionenbereich bekommen. Nächster Golovkin-Gegner soll angeblich der Pole Kamil Szeremeta (19(4)-0-0) werden. Der Einstieg von Canelo bei DAZN war mit Fielding auch nicht gerade berauschend. Aber von dem hatte man zumindest schon mal was gehört. +++

+++ Einen ganz besonderen Super-Schwergewichtskampf gibt es am 23. März bei der „Respect – Fightgala“ im „Volkshaus“ Schwanebeck (Sachsen-Anhalt, Landkreis Harz) zu sehen. Der „German Boxstall Kiel“ will mit dem Kampf zwischen Eric Schwartmann (5(5)-4(4)-0) und Sven Späthmann (0-2(2)-0) die „Nationale Deutsche Meisterschaft“ im Super-Schwergewicht austragen lassen. Diese „Meisterschaft“ soll über 6×3 Minuten ausgeboxt werden. Über den boxerischen Wert lässt sich vielleicht streiten, aber zumindest kann unter Beweis gestellt werden, dass „ein wenig“ Übergewicht kein Hinderungsgrund ist, sich sportlich zu betätigen. Bleibt nur zu hoffen, dass beide Herren den Kampf ohne Herzprobleme überstehen. +++

+++ News von Tyson Fury: Nachdem das Rematch gegen Wilder erst einmal abgesagt wurde, gibt es für Fury einen neuen Kampftermin: Er soll am 8. Juni in den Ring steigen. Als möglicher Gegner wird Oscar Rivas (26(18)-0-0) gehandelt. Der Kolumbianer belegt gegenwärtig #10 in WBC-Ranking (Fury #2 nach #1 Whyte). Er gewann zuletzt im Januar gegen Bryant Jennings durch TKO 12. Das Rematch zwischen Fury und Wilder ist damit nicht aus der Welt und soll, falls man sich einigen kann, in der 2. Jahreshälfte 2019 kommen. +++

*** Frauenboxen ***

+++ Nachdem die belgische WBC-Weltmeisterin Delfine Persoon am Samstag die Amerikanerin Melissa St Vil durch ein TKO 7 besiegt hat, blickt sie nun auf einen Titelvereinigungskampf gegen die Irin Katie Taylor. Persoon hatte St Vil in den ersten 6 Runden alles abgefordert, sodass die gebürtige Haitianerin nicht mehr zum Beginn der 7. Runde antrat. Erst hieß es deswegen „RTD 7“, was in ein TKO 7 umgewandelt wurde. Die IBF- und WBA-Weltmeisterin Katie Taylor kämpft am 15. März in Philadelphia gegen die brasilianerische WBO-Weltmeisterin Rose Volante. Sollte Taylor gewinnen, wird es am 1. Juni im MSG New York auf der Undercard von Joshua vs Miller zum großen Showdown zwischen Persoon und Taylor um alle 4 großen Titel im Leichtgewicht kommen. +++

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2 Kommentare

  1. 13. März 2019 at 08:37 —

    Eric Schwartmann?!? Nomen est Omen 😀

    Hey, Fallobst, oben wird GGG erwähnt. Jetzt aber los!

  2. 13. März 2019 at 23:13 —

    Ach herje, was will denn Chagaev jetzt noch erreichen? Wirklich gut war er noch nie. Hatte der nicht ursprünglich seine Karriere wegen einer Augenverletzung beendet!?

    Oscar Rivas ist nicht schlecht, warum sollte er ausgerechnet jetzt gegen T. Fury kämpfen, noch 1-2 gute Kämpfe und Siege gegen namhafte Gegner und er ist ganz nah an einem WM-Kampf!

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