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Boxsport – Telegramm 8 /2019

+++ Zwischen den einzelnen Profiverbänden gibt es teilweise recht erhebliche Unterschiede bei Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Während der Verband WBC zum Beispiel in seiner letzten Presseerklärung haarklein darlegt, welche Situation im Schwergewicht herrscht und wie es dazu gekommen ist, dass Deontay Wilder demnächst nicht gegen Tyson Fury sondern gegen Dominic Breazeale kämpfen wird, hüllt der Verband WBA sich in Schweigen, was die Titel im Schwergewicht anbelangt.

Es ist zwar bekannt, dass Superchamp Anthony Joshua am 1. Juni im MSG gegen Jarrell Miller kämpfen wird, aber Transparenz um den regulären WM-Gürtel von Manuel Charr ist nicht gegeben. Wenn die WBA es mit ihrer angestrebten Titelvereinigung erst nehmen würde, müsste Charr nun, da Oquendo offenbar keine Lust mehr auf seinen Titelkampf hat, Charr zu einem anderen Kampf verpflichten. An erster Stelle im WBA Ranking steht Interim-Champ Trevor Bryan. Man kann gespannt sein, ob Charr seinen Gürtel als nächstes gegen die Nr.1 verteidigt oder ob ein Gegner aus dem Hut gezaubert wird, mit dem er leichtes Spiel hat. Letztenlich kann es ja nur das Ziel von Charr und seinemTeam sein, seinen Gürtel so lange über die Zeit zu retten, bis er für eine Millionenbörse gegen den Superchamp kämpfen kann. +++

+++ Offenbar hat Tyson Fury nach der Absage für das Rematch gegen Wilder nun einen neuen Gegner: Wie Internetseiten melden, soll es sich um seinen britischen Landsman Dillian Whyte handeln. Whyte steht kurz vor einem Vertragsabschluss mit Bob Arums Top-Rank. Er hatte bis zuetzt auf ein Rematch gegen Anthony Joshua spekuliert, wurde aber von Promoter Eddie Hearn zugunsten von Jarrell Miller ausgetauscht. Für das Duell zwischen Fury und Whyte soll es bereits einen unterschriebenen Vorvertrag geben. +++

+++ Wie bei einer Pressekonferenz am Mittwoch bekannt wurde, ist EBU-Europameister Dominic Bösel wieder zu seinem Trainer Dirk Dzemski zurück gekehrt. Man habe sich vor etwa einem Jahr friedlich getrennt, weil „die Luft raus“ war. Nach dem letzten Kampfabend am Samstag in Magdeburg hat Bösel bei Dzemski angeklopft und gefragt, ob sie wieder zusammen arbeiten könnten. Dzemski zeigte sich überrascht, willigte aber sofort ein. Grund für diese Rückkehr ist die Tatsache, dass der zwischenzeitliche Trainer Rainer Rauchfuß wieder als Lehrer arbeitet und daher zu wenig Zeit für das Training mit Bösel hat. Rauchfuß und Bösel hatten früher schon zusammen gearbeitet und Erfolge im Amateurbereich erzielt. Bösel wird das nächste mal am 13. April in Halle (Saale) gegen den in Italien lebenden Albaner EBU-EU Champ Orial Kolaj kämpfen. +++

+++ Canelo Alvarez und Daniel Jacobs haben ihre Promotion-Tour für ihren Fight am 4. Mai in Las Vegas beendet. Nach Stationen in New York und Mexiko City warben sie am 4. März in Las Vegas für ihren Kampf um 3 Titel im Mittelgewicht ( IBF, WBA Super-World und WBO). Dabei zeigten sich beide Boxer siegessicher:

Canelo Alvarez: “Ich weiß, dass Jacobs ein schwieriger Gegner ist und er kommt um zu arbeiten, aber ich habe immer daran geglaubt, dass man, wenn man der Beste ist, den Besten schlagen muss und ich liebe die Herausforderungen. Ich möchte, dass die Leute eine gute Erfahrung machen, wenn sie meine Kämpfe sehen. Ich kann verlieren, aber mein Herz ist ein gewinnendes Herz, und ich möchte den Fans ein spektakuläres Ende geben, dem ich einen guten Kampf verspreche.“

Daniel Jacobs: “Ich habe den Willen und den Wunsch, diesen Ring zu betreten und siegreich zu sein und ich sehe mich am Ende der Nacht mit meinen Händen erhoben. Ich weiß, dass die Wetten gegen mich sind und dass der Lebenslauf von Canelo für sich spricht, aber er hat noch nie einen großen, schnellen Mann zur gleichen Zeit gesehen und das werde ich ihm geben. Wir werden Ihnen das geben, wonach Sie suchen, und die Fans werden am 4. Mai einen großartigen Kampf haben.“ +++

*** Frauenboxen ***

+++ Die belgische WBC-Leichtgewicht-Weltmeisterin Delfine Persoon (42(17)-1(1)-0) will am Freitag im belgischen Kortrijik ihren Gürtel gegen die in New Yorl lebende Haitianerin Melissa St Vil (11(1)-3-4) verteidigen. Für Persoon ist dabei auf jeden Fall die Favoritenrolle reserviert. Man erwartet demnächst einen Kampf zwischen Persoon und der Irin Katie Taylor, die in der kommenden Woche gegen die Brasilanerin Rosa Volante um die Titel der Verbände IBF, WBA und WBO kämpft. Ringrichter im Kampf zwischen Persoon und St Vil ist Jürgen Langos und als WBC-Supervisor wird mit Malte Müller-Michaelis ebenfalls ein Deutscher in Belgien dabei sein. +++

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5 Kommentare

  1. 7. März 2019 at 12:12 —

    Zum Wirrwarr im Schwergewicht der WBA: Seit kurzem gibt es mit Joe Joyce ja auch noch einen WBA-Gold- Champion (wbaboxing.com), was auch immer der Titel zu bedeuten hat? Vielleicht sind die Gold-Champs in der ein oder anderen Gewichtsklasse jetzt die offiziellen Herausvorderer der regulären WBA-WM?
    Vielleicht weiss hier ja irgend jemand mehr dazu??

    • 7. März 2019 at 21:59 —

      nun vor dem kampf joyce vs stiverne hat die wba erklärt es handelt sich um einen final eliminator um gegen den reg. Champion zu kämpfen.
      boxingnewsonline.net/boxing-news-round-up-joe-joyce-on-track-for-manuel-charr/
      wobei joyce ja jetzt wohl auf der wilder Card boxen wird. also wohl nicht gegen charr.

    • 8. März 2019 at 01:27 —

      WBA scheint so langsam jede Glaubwürdigkeit zu verlieren. Erst versprechen sie eine Titelreduzierung und dann ziehen sie das nur halbherzig durch. Statt Reduzierung, kommt noch ein neuer Gürtel…

      Der “Gold” ist angeblich sowas wie einen Interimtitel auf den Interimtitel … völlig sinnfrei. Die lassen sich immer wieder was neues einfallen, um mit ihren Sanktionsgebühren Kohle zu machen.

      Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da hat man exta für Robert Rolle den IBF East/West Europe erfunden, damit der gute Mann auch mal zu einem Gürtel kommt. Oder dieser seltsame Titel vom WBC “Francophone” … nur noch lächerlich.

      Oft wird damit nur irgendwem eine Tür zum Geld verdienen geöffnet. Bestes Beispiel ist der Russe Michael Denisov, der mit dem “WBC-Baltic” bis 2014 -zig Titelkämpfe ausgerichtet hat. Dann gab es Probleme zwischen ihm und dem WBC und der Verband hat ihm die Zusammenarbeit aufgekündigt. Ab 2015 hat er zusammen mit der IBF den Verband “Eurasian Boxing Parliament” erfunden. Und jetzt zieht er nun das gleiche Ding mit dem “IBF Baltic” durch, wie zuvor mit dem WBC Baltic.

      … ach und dann gab es da mal noch einen gewissen Herrn M. C. aus K. Der hat gleich mal einen WBC-Arabic-Gürtel frei erfunden, um seine Sammlung an WBC-Titelchen weiter aufzuhübschen.

      • 8. März 2019 at 12:31 —

        @ reineckefuchs

        Na ja, die WBO ist da aber auch keinen Deut besser, ich weiss z.B. immer noch nicht was der WBO-Global-Titel genau zu bedeuten hat, der wird übrigens diesen Samstag im Schwergewicht zwischen Dubois vs Cojanu ausgeboxt!

        Der von dir erwähnte russische Boxer Michael Denisov ist bei Boxrec nicht zu finden, schreibt sich wohl irgendwie anders!?

  2. 9. März 2019 at 10:20 —

    Danisov ist Veranstalter. Kein Boxer.

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