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Boxsport – Telegramm 50 / 2018

+++ Der Karlsruher Vincent Feigenbutz steht zu Beginn des neuen Jahres vor seiner nächsten Aufgabe: Er will am 26. Januar gegen den Polen Przemyslaw Opalach um den GBU-Gürtel in Super-Mittelgewicht kämpfen. Feigenbutz trug diesen Gürtel schon einmal, musste ihn aber nach seiner Niederlage gegen Giovanni de Carolis dran geben. Der 32-jährige Opalach aus Allenstein (polnisch: Olstyn) ist die polnische Nr. 1 in dieser Gewichtsklasse. Feigenbutz hatte bereits in den Jahren 2013/14 zweimal das „Vergnügen“, in Polen gegen polnische Boxer zu kämpfen. In beiden Kämpfen lies er seinen Gegnern von Beginn an keine Chance sich zu entfalten und siegte kurzrundig per „Brechstange“. Ob Opalach mehr kann als die beiden, wird man erst im Ring sehen. Immerhin hat auch er mit 76% eine hohe KO-Quote in seinem Stammbaum stehen, was Feigenbutz allerdings mit 84% noch toppen kann. Siegt der 23-jährige Feigenbutz überzeugend, kommt er einem baldigen Top-Kampf nahe. Immerhin ist er auch in den Rankings der Verbände IBF, WBA und WBO überall auf #3 zu finden und könnte jederzeit die Weltmeister herausfordern. Das Sauerland-Event findet in der Ufgauhalle Karlsruhe statt und wird von Sport1 übertragen. +++

+++ Nach 2 Jahren Pause und einem Aufbaukampf ist der 28-jährige Felix Lamm aus Nordhausen wieder im Boxgeschehen zu finden. Er ist neuerdings bei TS Fight-Sportmanagement Karlsruhe unter Vertrag und hat EBU- EU Titelträger Timo Schwarzkopf heraus gefordert. Ob und wann es zu diesem Kampf kommt, ist noch nicht absehbar. +++

+++ Zum Kampf zwischen Canelo Alvarez und Rocky Fielding hat Veranstalter Eddie Hearn „Verstärkung“ aus der Heimat des Briten mitgebracht. Schwergewichtschamp Antony Joshua ist bereits in New York eingetroffen und will sich am Samstag den Kampfabend im Madison Square Garden ansehen. Man kann gespannt sein, ob auch WBC-Champ Deontay Wilder im MSG anwesend sein wird und ob es zu einem verbalen Showdown zwischen den beiden Champs kommen wird. +++

+++ Bei der Veranstaltung im MSG wurden 2 Kämpfe aus der Card genommen. Der Kanadier David Lemieux hatte offenbar Gewichtsprobleme und hat versucht, auf Biegen und Brechen Gewicht zu lassen. Er wurde wegen Anzeichen von Dehydrierung in ein Krankenhaus gebracht und vorsorglich an den Tropf gehängt. Der Texaner Virgil Ortiz jr wurde nicht zum Kampf zugelassen, weil er Anfang Oktober eine Laser-Augen-OP hatte. Alle anderen Boxer und Boxerinnen waren gesund und beim Wiegen im Limit. +++

+++ In einem Artikel der Seite express.co.uk wird Anthony Joshua zitert. Der Mehrfach-Weltmeister meinte angeblich, dass er an einem Kampf gegen Tyson Fury nicht interessiert wäre. Er wäre bereit, am 13. April in London gegen Wilder zu kämpfen. Ein Kampf gegen Fury, der sich „Linearer Champion“ nennt, würde ihn nicht reizen, weil er kein amtierender Champion ist. Joshua sagte, er kennt IBF, IBO, WBA, WBO und WBC. Vier davon habe er in die Hände bekommen. Mit „Linear“ kann er nichts anfangen. Aber wenn er das auch noch in die Finger bekommen muss und die Welt würde es interessieren, dann könnte Fury einspringen. Sein Hauptinteresse liegt am WBC-Titel. +++

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+++ Auch Joshuas Promoter Eddie Hearn äußerte sich zur nächsten Gegnerschaft von Joshua. Ein Gegner für den 13. April steht definitiv noch nicht fest. Selbstverständlich wäre es Wilder, den man als Wunschgegner will. Aber es könnte auch der Gewinner aus Whyte vs Chisora sein, es könnte Oleksandy Usyk sein, es könnte auch Jarrell Miller sein. All diese Namen sind im Spiel. Hearn sagte auch, dass er glaubt, Wladimir Klitschko würde in den Ring zurück kehren wollen um seine Niederlagen gegen Joshua oder gegen Fury auszubügeln. Das ganze Geschwurbel um Joshuas nächsten Gegner ändert sich täglich, fast sogar stündlich. +++

+++ WBC-Präsident Mauricio Sulaiman hat Anfang der Woche Ex-Champ Adonis Stevenson im Krankenhaus in Quebec-City aufgesucht. Es hätte sicherlich einiges zu besprechen gegeben, aber aufgrund des Zustandes von Stevenson gab es kein Gespräch, weil Stevenson im Koma liegt. Sulaiman: „Es war ein Unfall, eine sehr unglückliche Situation. Allgemein hat Ringrichter Michael Griffin eine gute Leistung gezeigt.“ Und weiter: „Das WBC hat in den letzten Jahren ständig daran gearbeitet, Boxen für Boxer sicherer zu machen, einschließlich Änderungen der Regeln. Boxen ist gefährlich, aber es gibt andere gefährliche Sportarten.“

Das sind fürchterliche Verallgemeinerungen. Sulaiman lobt den Ringrichter für seinen Arbeit und Boxen ist nun mal ein gefährlicher Sport. Das ist ungefähr so wertvoll und inhaltsreich, als hätte er darauf hingewiesen, dass Zitronen sauer sind. Vielmehr als seine Besorgnis zu zeigen, ist bei dem Besuch nicht heraus gekommen. Vielleicht wäre es mal langsam an der Zeit, dass Boxer eine umfassende Krankenversicherung bekommen. Der Weltverband WBC noch irgend ein anderer Verband wird jetzt und in Zukunft die Behandlungskosten tragen. In schweren Fällen sind das exorbitante Summen, die notwendig sind um die Versorgung eines „verunfallten“ Boxers zu begleichen.

“Adonis ist ein ganz besonderer Champion und Freund”, sagte Sulaiman weiter. „Wir müssen ihn in diesem Moment unterstützen, in dem er um sein Leben kämpft. Der WBC kümmert sich um alle unsere Kämpfer und es ist ein Erbe, das mein Vater hinterlassen hat, um jeden von ihnen zu überwachen.“ Falls das bedeutet, dass der Verband WBC die Behandlungskosten übernehmen will, ist es kaum zu glauben. Man sollte jetzt intensiv daran arbeiten, eine Versicherung für Profiboxer einzuführen. Wenn der Boxer, der Veranstalter und der Verband gemeinsam die Beiträge aufbringen, muss das zu schaffen sein. +++

*** Frauenboxen ***

+++ Die Dortmunderin Christina Hammer war am letzten Samstag in Carson beim Kampf zwischen Claressa Shields und Femke Hermas am Ring anwesend. Sie betonte noch einmal, gegen Shields kämpfen zu wollen. „Dieser Kampf bedeutet mir sehr viel. Ich will diesen Kampf, weil es Geschichte ist und ich will der unangefochtene Champion sein. Ich will diesen Kampf. Ich möchte klarstellen, wer die Nummer eins ist.“ Und weiter: „Wir sind 2 Meister, sie hat den WBC / WBA / IBF und ich habe den WBC und WBO. Die Menschen wollen diese Vereinigung sehen.“ Zur Erklärung: Beide haben den WBC-Titel, weil Hammer vom Verband wegen gesundheitlicher Probleme nicht zum Kampf gegen Shields angetreten ist und der Gürtel darauf hin neu ausgeboxt wurde. Hammer bleibt solange „Weltmeisterin in Pause“, bis sie wieder gesund ist und gegen Shields kämpfen kann. +++

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5 Kommentare

  1. 14. Dezember 2018 at 22:28 —

    Immerhin ist er auch in den Rankings der Verbände IBF, WBA und WBO überall auf #3 zu finden und könnte jederzeit die Weltmeister herausfordern.

    wen hat feigenbutz geschlagen um in drei weltverbänden als nr 3 gesetzt zu sein?

    wie lächerlich ist das denn bitte

  2. 14. Dezember 2018 at 23:17 —

    ranfighting überträgt morgen übrigens frei und ohne blackpass für alle. gute sache nur schade, dass 2 Events parallel laufen und sich so die Zuschauer nehmen. ich werde Hamburg1 kucken!

  3. 14. Dezember 2018 at 23:58 —

    Hmmm, Opalach hat im ersten Moment einen guten Rekord, 27-2-0 ( 22 Ko ), aber die Gegnerschaft lässt doch sehr zu wünschen übrig.

    Lamm kann Schwarzkopf herausvordern so oft er will, aber da er in der EU-Rangliste noch nicht einmal unter den besten 30 steht wird das in naher Zukunft wohl eher nichts werden.

    Versicherung für Profiboxer? Ja, wäre eine gute Idee, aber da Promoter, Manager und auch die Weltboxverbände lieber in die eigene Tasche wirtschaften, wird das wohl eher Zukunftsmusik bleiben!?

    @ Joel

    Ich weiß zwar was du meinst, aber wenn man es genau nimmt haben mind. 50% aller Boxer ihre derzeitige Weltranglistenposition nicht verdient.

  4. 15. Dezember 2018 at 13:51 —

    Hat Felix Lamm nicht einen Rentner geschlagen? Habe irgendwie sowas gehört..

  5. 15. Dezember 2018 at 14:15 —

    Kann mir jemand sagen wie viel ein Felix Lamm mit einem Vertrag bei TS Fight-Management Karlsruhe verdient?

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