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Boxsport – Telegramm 47 / 2016

+++ Internetberichten zufolge kann es im nächsten Jahr durchaus sein, dass Marco Huck die Chance auf einen WBC-Kampf bekommt. Laut „worldboxingnews.net“ soll Mairis Briedis Manager und Berater Al Siesta bereits mit dem Weltverband WBC in Verhandlungen stehen. Falls der bisherige Titelinhaber Tony Bellew tatsächlich ins Schwergewicht aufsteigt und gegen David Haye kämpft, soll der Titel vakant und zwischen Pflichtherausforderer Briedis und dem zweiten im Ranking, also Marco Huck ausgeboxt werden. Man sei bereits dabei auszuloten, ob der Kampf in Deutschland bei RTL oder in UK im Vorprogramm von Haye vs Bellew stattfinden kann. Eine offizielle Verlautbarung des Verbandes WBC gibt es dazu noch nicht. +++

+++ Zu einem recht interessanten Fight kommt es am Freitag, dem 2. Dezember in Moskau. Der Russe Denis „Djingis Khan“ Shavikov (37(20)-2-1) kämpft im Leichtgewicht gegen Richard Commey (24(22)-1-0) aus Ghana. Beide wollen sich wieder an einen großen Kampf heran arbeiten. Shavikov unterlag im Dezember 2015 gegen Rances Barthelemy im Kampf um den vakanten IBF-Titel. Im Juli konnte er den in 15 Kämpfen ungeschlagenen Jamel Herring durch TKO 10 besiegen. Commey unterlag im September 2016 ebenfalls im Kampf um den wieder vakanten IBF-Gürtel gegen Robert Easter jr. Der Sieger aus Shavikov vs Commery wird die neue Nr. 1 im IBF-Leichtgewichtsranking. +++

+++ Abgesehen von dem auf diese Woche verschobenen WM-Kampf zwischen Billie Joe Saunders und Artur Akavov gibt es am kommenden Wochenende wohl in Moskau die Veranstaltung mit den voraussichtlich besten Fights. Nach 3 Vorkämpfen geht es zwischen Dmitry Kudryashov und Santander Silgado um den vakanten WBC-Silver im Cruiser. Rakhim Chakhkiev kämpft in der gleichen Gewichtsklasse gegen Maksim Vlasov um den ebenfalls vakanten WBC International. Um 2 Titel (IBF und IBO) geht es im Halbwelter zwischen Eduard Troyanovski und Juluis Indongo aus Namibia. Die größte Spannung ist allerdings vom Hauptkampf zu erwarten, wenn der 37-jährige IBF-Champ und WBA Superchamp Denis Lebedev seine Titel gegen seinen 23-jährigen Landsmann Murat Gassiev verteidigen will. Kommt es bei diesem Kampf zu einem Generationswechsel oder schafft es der Ex-Elitesoldat Lebedev noch einmal, sich durchzusetzen? +++

+++ Am 10. Dezember will in Manchester Anthony Joshua seinen IBF-Titel im Schwergewicht gegen Eric Molina verteidigen. Auch die Undercard hat es in sich. Unter anderen guten Kämpfen kommt es zu einer Begegnung zwischen Dillian „Body Snatcher“ Whyte (19(15)-1(1)0) und Dereck „Del Boy“ Chisora. Dabei geht es nicht nur um den britischen Meistertitel im Schwergewicht, sondern auch um den WBC #1 Titeleliminator. Auch ein Frauenkampf ist vertreten: Die Olympiasiegerin von 2012 und mehrfachen (Amateur-) Europa- und Weltmeisterin Katie Taylor kämpft in ihrem 2. Profikampf gegen die in der Schweiz lebende Brasilianerin Viviana Obenauf (9(4)-1-0). Beide Boxerinnen kämpften zuletzt gegen Karina Kopinska. Während Taylor die Polin bei ihrem Profidebüt mit einem TKO 3 abfertigte, kam Obenauf über 6 Runden zu einem klaren Punktsieg. +++

+++ Der Fliegengewichtlerin Susi Kentikian (36(17)-2-0) wurde vom Verband WBA der Superchamp-Titel aberkannt. Dabei wurde der Hamburgerin zur Last gelegt, dass sie einen Kampf gegen die Kroatin Nevenka Mikulic (6(5)-6-1) gemacht hat. Mikulic war eine Ersatzgegnerin. Eigentlich sollte der Kampf am 15. Oktober in Hamburg gegen eine besser gerankte Mexikanerin stattfinden. Die WBA lehnte Mikulic als WM-Gegnerin ab. Kentikian boxte dann bei der bereits angesetzten Veranstaltung um ihre WIBF- und GBU-Titel. Mit dem Punktsieg (99:91, 99:92 und 100:90) über die Kroatin wurde Susi Kentikian auch WBU-Weltmeisterin. Den WBA-Gürtel hat sie zuletzt im Oktober 2015 verteidigt. Der Verband hat Kentikian im Ranking hinter der Mexikanerin Isabell Milan zurück gesetzt. Der WBA-Titel im Fliegengewicht ist damit vakant. Vergleichsweise „gnädig“ handelt in so einem Fall der Verband WBC. Die WBC-Weltmeisterin Erica Farias verteidigte zuletzt ihren Gürtel gegen ihre Landsfrau Marias Gabriela Nunez, die auch nur einen Kampfrekord von 7-6(1)-2 vorweisen konnte. Ob Susi Kentikian noch einmal Geld in die Hand nimmt um „ihren“ langjährigen Titel zurück zu erobern, ist bisher offen. Kentikian hatte den WBA-Gürtel seit 2007 (mit einer kurzen Unterbrechung) in ihrem Besitz. +++

+++ Nach dem überwältigenden Sieg von Vasyl Lomachenko über Nicholas Walters reißen die Gerüchte über einen möglichen nächsten Gegner Lomachenkos nicht ab. Nächstplazierter hinter Lomachenko im WBO-Ranking wäre Interim-Champ Miguel Berchelt, der aber wenig bekannt ist. Es wird auch über einen möglichen Super-Kampf gegen Pacquiao spekuliert. Sogar von Superlight-Champ Crawford ist die Rede. Einer der weiteren ganz heißen Kandidaten ist der Exil-Kubaner Guillermo Rigondeaux, der sein Interesse an einem Kampf gegen Lomachenko bereits per Twitter bekundete.  Veranstalter Bob Arum wird im neuen Jahr die große Wahl haben und den Kampf favorisieren, der die meisten PPV-Gelder verspricht. Vielleicht gibt es im Frühjahr Lomachenko vs Rigondeaux und im Herbst Lomachenko vs Pacquiao? Raum für Spekulationen gibt es genug. Was meinen die boxen.de Fans? Wer sollte als Nächster gegen Loma antreten? ++

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14 Kommentare

  1. 29. November 2016 at 19:14 —

    Rigondeaux gegen Lomachenko wäre für Technik- Liebhaber und Freunde des defensiven Boxens ein Highlight, für alle anderen stinklangweilig.

    • 29. November 2016 at 20:09 —

      Wo boxt denn Loma defensiv? Er hat Walters ganz schön in Trab gehalten für einen “Defensivboxer”.

      Technik – Liebhaber? Ja das kommt schon eher hin.

      Dazu kommt: Beide haben 2x bei den olympischen Spielen gewonnen und bringen es zusammen auf ca. 850 Amateurkämpfe.

      Wenn sie sich auf ein Kampfgewicht einigen können, sollten sie jetzt gegeneinander antreten und nicht warten, bis sie alt und grau sind.

      • 29. November 2016 at 20:39 —

        Rigo ist ja bereits alt und grau mit Anfang 30 im Profibocen eingestiegen.

        Lomachenko’s defensive zeigt sich in seiner Beinarbeit und seinem exzellenten Distanzgefühl.
        Walters konnte lediglich 18,6% seiner Schläge ins Ziel bringen.
        Martinez schaffte es schon auf 26,6%,
        Koasicha konnte nur 12% Treffer landen.

        Da Rigondeaux allerdings ein extrem starker Konterboxer ist, wird sich Loma s Punch output auf geringerem Niveau bewegen .

        • 29. November 2016 at 21:42 —

          Ach was wollen den alle mit Rigondeaux, das ist ja ein fast realistischer fight….. In den Staaten wird schon von Lomachenko gegen Maywheater berichtet, jetzt wo dieser schon McGregor geduckt hat. Sowieso frage ich mich weshalb Maywheater nie gegen Klitscho geboxt hat, denn beide waren ja zur selben Zeit äußerst dominant ! Oder man macht gleich ein Ukrainisches Matchup mit Loma vs. Klitschko.

  2. 29. November 2016 at 21:10 —

    Einer der besten Amateurboxer ist Gestern gestorben: Der Kubaner Adolfo Horta (319-27). Er galt als einer der reaktionsschnellsten Boxer, war 3x (1978/82/86) Amateurweltmeister und holte die Silbermedaillie im Federgewicht bei den Spielen 1980 in Moskau.

  3. 30. November 2016 at 03:34 —

    Huck vs Briedis wäre schon eine gute Ansetzung, aber ob es dazu tatsächlich kommt?
    Wenn ja, würde ich meine Kohle auf Briedis setzen! Huck unterdrückt zwar mit seiner ständigen Klammerei einen flüssigen Kampf, aber er ist weiterhin auch viel zu offen und Briedis hat schon Bumms in den Fäusten!

    Auch die Ansetzung Whyte vs Chisora verspricht Spannung, vorausgesetzt Chisora ist in guter körperlicher Verfassung!

    Im Kampf Lebedev vs Gassiev setze ich mal auf die Erfahrung von Lebedev!

    Mit einer Prognose für den Kampf Parker vs Ruiz Jr., der zwar in dem Bericht nicht erwähnt ist, der ebenfalls am 10. Dez. statt findet tue ich mich hingegen schwer was insbesondere an Ruiz Jr, liegt, der hatte bisher zwar immer zuviel Gewicht, aber schnelle Fäuste,aber die letzten Gegner waren auch schon weit über ihren Zenit!

    • 30. November 2016 at 18:49 —

      Alles spannende Kämpfe aber Parker gewinnt aufhedenfall , Andy Ruiz Jr. ist einfach viel zu fett und langsam !

  4. Was will denn Bellew im HW? Ich gehe mal davon aus, dass er nicht so dumm ist ins HW zu wechseln außer vllt für einen kampf gegen Haye.

    Selbst Haye hat es aufgrund seiner Physis schwer im HW. Bellew ist körperlich nochmal 3 Klassen schwächer. Er wäre leichtes futter für jeden Mittelmäßigen HWler.

    Das ist immer das nervige an CWlern. Die riechen das Geld im HW und wechseln jeden Tag hin und her wie es ihnen passt, anstatt mal im CW für klarheit zu sorgen.

    • 30. November 2016 at 13:47 —

      Darum geht es nun mal, Prize Fighting. Bellew ist auf einen Pay Day aus, den wird er gegen Haye bekommen.

      Ein großer Zahltag kann jedoch auch so enden. 😀

      youtube.com/watch?v=5kSz66TIMM8

  5. 30. November 2016 at 19:33 —

    Soweit ich mich entsinne, boxte Huck seinerzeit gegen Povetkin im Schwergewicht ohne seinen WBO-Titel im Cruisergewicht niederzulegen.
    Er behielt diesen Titel auch, trotz seiner freilich umstrittenen Niederlage, gegen Povetkin.

  6. 30. November 2016 at 19:44 —

    Warum müßte deshalb Bellew, bei einem Kampf im Schwergewicht gegen Haye, seinen WBC-Cruisergewichtsgürtel niederlegen??

  7. 30. November 2016 at 20:29 —

    Das werden die Verbände jeweils anders entscheiden. Erst vor Kurzem verlor Susi Kentikian ihren WBA-Superchamp Titel, weil sie gegen eine “unwürdige (Ersatz.)Gegnerin” mit ausgeglichener Kampfbilanz gekämpft hat. Die Gegnerin wurde nicht akzeptiert und weg war der WBA-Titel, den sie seit fast 10 Jahren hatte.

    Anders der Verband WBC: Erica Farias verteidigte ihren Titel gegen eine Gegnerin mit ebenfalls nur ausgeglichender Kampfbilanz. Das ging ohne Probleme. Wahrscheinlich wird das immer eine Einzelentscheidung sein.

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