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Boxsport – Telegramm 4 / 2019

+++ Völlig überraschend hat der 30-jährige Brite George Groves seinen Rücktritt aus dem Profboxen angekündigt. Nach seinem letzten Kampf im September vorigen Jahres im WBSS-Finale gegen Callum Smith war davon noch keine Rede. Er sieht den Höhepunkt seiner Karriere rückwirkend im Jahr 2017 mit dem Titelgewinn gegen Fedor Chudinov. Damit habe er sich seinen Lebentraum erfüllt. In Zukunft will er sich mehr seiner Familie widmen und ist froh, rechtzeitig aus dem Profiboxen auszusteigen, bevor ihn gesundheitliche Gründe dazu zwingen würden. Groves wörtlich: „Ich habe auf höchstem Niveau geboxt, war Champion und werde den Sport relativ intakt verlassen.“ +++

+++ Jack Culcay wird seinen nächsten Kampf gegen Sergej Derevyanchenko in den USA bestreiten. Eigentlich war es sein Wunsch in seinem Geburtsort Ambato / Ecuador zu kämpfen. Da man sich nicht mit dem gegnerischen Boxstall einigen konnte, setzte die WBA eine Ausschreibung an. Das Berliner AGON-Team bot 400 000 Dollar und war damit um 30 000 Dollar gegenüber den Gebot von Lou DiBella unterlegen. Geboxt wird nun am 13. April in Minneapolis / Minnesota auf der Card von Peter Quillin vs Caleb Truax. Der Sieger dieses Kampfes hat dann die Möglichkeit, den WBA-Champ Daniel Jacobs herauszufordern. +++

+++ Das Verwirrspiel im Schwergewicht geht weiter: Gerade erst wurde bekannt gegeben, dass Anthony Joshua im April in London ein Rematch gegen Dillian Whyte boxt. Jetzt kommt Eddie Hearn mit einer neuen Nachricht: Anthony Joshua vs Jarrell Miller! Termin: 1. Juni im MSG. Falls Joshua mitte April in London gegen Whyte boxen sollte, wird er wohl kaum 6 Wochen später in New York gegen Miller boxen. Einen von beiden Kämpfen wird es nur geben. +++

+++ Auch beim Rematch zwischen Deontay Wilder und Tyson Fury gibt es Bewegung. Nachdem im ersten Kampf ein Unentschieden zustande kam, soll die Neuauflage dieser Begegnung entweder am 27. April oder 18. Mai im New Yorker Barclays Center die Entscheidung bringen. Wahrscheinlicher wird der Kampftermin im Mai sein, weil am 20 April im MSG bereits Terence Crawford und Amir Khan gegeneinander kämpfen werden. Angeblich leiden die Pay-per-View Quoten darunter, wenn nur eine Woche später der nächste Spitzenkampf abgehalten wird. +++

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+++ Eddie Hearn steht angeblich kurz davor, weitere Spitzenboxer für seinen DAZN.com Deal zu gewinnen. Der britische Promoter sammelt gegenwärtig für seine Events Boxer ein wie Pilze ein. Offenbar hat er genügend finanziellen Spielraum, um lukrative Angebote zu machen. Die nächsten Kandidaten für einen Vertrag sind Srisaket Sor Rungvisai, Khalid Yafai und Donnie Nietes. +++

+++ Auch ehemalige Amateure vertrauen auf eine Zusammenarbeit mit Eddie Hearn und DAZN.com. Wie jetzt bekannt wurde, hat der Amerikaner Otha Jones III bei „Matchroom Boxing USA“ unterschrieben. Der gerade 18-jährige hat bereits 300 Amateurkämpfe auf der Uhr (280 Siege) und soll im Superleichtgewicht starten. +++

+++ Der 46-jährige Amir Masour nimmt auf der Zielgeraden seiner Karriere scheinbar noch alles mit, was er bekommen kann. Nachdem er zuletzt mit wenig Elan kurzrundig gegen den kroatischen Boxer Filip Hrgovic durch KO 3 verloren hat, kämpft er am 9. März gegen den nächsten aufstrebenden Boxer. Er trifft in Carson auf der Undercard zu Shawn Porter vs Yordenis Ugas auf den 24-jährigen gebürtigen Nigerianer Efe Ajagba (8(7)-0-0). +++

*** Frauenboxen ***

+++ Die Dortmunderin Christina Hammer wird am 9. Februar in Berlin in den Ring steigen. Dieser auf 8 Runden angesetzte Kampf ist ein stay-busy Fight um sich beschäftigt und fit zu halten. Sie musste den für November 2018 geplanten Kampf gegen Claressa Shields wegen eier Darmerkrankung absagen und verlor deswegen ihren WBC-Titel kampflos. Ihre Gegnerin in Berlin ist die aus Georgien stammende Elene Sikmashvili. Der Top-Kampf gegen Shields steht nach wie vor im Fokus und soll 2019 unbedingt stattfinden. +++

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7 Kommentare

  1. 29. Januar 2019 at 13:43 —

    Mir ist schleierhaft, warum Veranstalter wie Erol Ceylan, welcher wirklich für europäische Verhältnisse hochklassige Events veranstaltet, keinen Fernsehvertrag bekommen.
    Das allgemeine Interesse am Boxsport in der Bevölkerung scheint stark nachgelassen zu haben .
    Immerhin konnten Abraham und Sturm zu ihrer Prime noch Einschaltquoten um die 5 Mio. Zuschauer erzielen.
    Oder man erinnere sich noch als Axel Schulz gegen Botha 18 Mio. Zuschauer vor den Bildschirm lockte.
    Auch bei Maske und Ottke waren es oftmals über 10 Mio.
    Diese Zeiten sind lange vorbei.
    Mal sehen wie sich die Übertragungen von Culcay und Zeuge bei Agon Sport weiter entwickeln.
    Hier ist die Frage, ob der RBB-Fernsehsender weiterhin Fights dieses Boxstalles überträgt.

    • 29. Januar 2019 at 16:30 —

      Gehen wir doch mal durch:

      RTL: Als Privatsender Nummer 1 setzt man hier nur auf „große Namen“, evtl falls Klitschko zurückkommt. Ansonsten wird das nichts, da man sich mit Huck schon verbrannt hat.

      Sat1: Sämtliche Versuche im Boxen Fuss zu fassen sind gescheitert. Warum? Weil man die ganz großen möglichen Duelle nicht gebracht hat obwohl es möglich gewesen wäre (Sturm – Abraham, Sturm – Golovkin etc). Stattdessen Protektion des Geschäftspartners Catic. Folge: sinkende Quoten – Sender zieht die Reissleine!

      Sport1: Hat vermutlich das gesamte Budget schon an Sauerland verschachert, und selbst das wird nicht besonders hoch gewesen sein.

      Eurosport: Problem, als multinationaler Sender wird man nicht viel Geld für die Übertragung national geprägter Kampfabende ausgeben. Es müsste schon auf jeder Card eine (seriöse) Europameisterschaft als Headliner vertreten sein.

      ARD/ZDF: Hatten sich damals erst in Boot gesetzt, als man die Quotenerfolge der Privaten sah. Als dann hauptsächlich deutsche Gebührengelder für drittklassige Gegnerschaft von eingedeutschten Hucks oder Hernandezes ausgegeben wurde, anstatt diese gegeneinander kämpfen zu lassen, wurde es dem Fernsehrat wohl zu unseriös.

      Ausnahme die dritten Programme der ARD, hier aber vornehmlich MDR und RBB, da der Boxsport in Ostdeutschland eine ganz andere Bedeutung hat. Der NDR wird wohl niemals ECB und der BR keine Petko-Night übertragen.

      Pay-TV:
      DAZN ist auf einem sehr guten Weg! Es werden jedoch fast ausschließlich hochwertige Kampfabende übertragen. Hier könnten sich jedoch beide Seiten aufeinander zu bewegen. Die Kampfabende von Eddie Hearn in England mit regionalen/ Commenwealth-Titeln erachte ich als Hochwertiger gegenüber diesem GBU und Interconti-Kram der uns hier vorgesetzt wird.
      SKY könnte sicherlich mehr bringen, allerdings fehlt mir hier das Konzept, denn PPV ist im Deutschland keine echte Option und Charr-Kämpfe im Free-TV will dann auch keiner sehen. Man sollte versuchen die internationalen Highlights, die DAZN nicht zeigt zu sichern und ins reguläre Sport-Palet integrieren (So wie man es mit Handball, Golf etc) macht.
      RANfighting ist für mich gescheitert. Zu viel Masse statt Klasse, und dafür viel zu teuer.

  2. 29. Januar 2019 at 14:16 —

    Muss heißen:
    “Agon Sports”

  3. 29. Januar 2019 at 16:24 —

    Würde ja lieber den Kampf Joshua vs Miller sehen, andererseits ist Whyte Pflichtherausvorderer bei der WBO und auch der Kampf muss noch kommen, wie auch immer….eine wirkliche Siegchance sehe ich bei beiden möglichen Gegnern nicht.

    Ob Culkay in den USA gegen Dervyanchenko eine reelle Chance hat zu gewinnen???

    Mansour sehe ich nicht ganz chancenlos gegen Ajagba.

  4. 29. Januar 2019 at 18:23 —

    Sportsfreund “TheGreatOne”:
    Gute Analyse!
    Bliebe noch der Sender Sky Sport News HD, den man ja ohne zu bezahlen frei empfangen kann .
    Hier wurde auch der letzte Fight von Manuel Charr übertragen.
    Vielleicht auch der nächste Kampf gegen Oquendo.

  5. 29. Januar 2019 at 18:26 —

    Bin da nicht so sicher, dass die Charr-Kämpfe keiner sehen will.

  6. 29. Januar 2019 at 21:31 —

    Klar könnte man sich für Ansetzungen wie Charr gegen Huck erwärmen. Aber nicht gegen den völlig shoten Fres.
    Er soll sich auch nicht Weltmeister nennen und was von Anthony Joshua faseln. Dazu kommen unseriöse Geschichten wie die peinliche Sache mit seinem Pass und der Pseudo-Doping-Fall. Für so etwas findet man keine Werbepartner.
    SkySportNewsHD hat ja eigentlich nur die Funktion Werbung für die SkySport-Pakete zu machen. Wenn man hier also Kämpfe im Free-TV zeigt, dann müssten sie im codierten Sport-Paket mehr Boxen anbieten. Hier würde sich zB die WBSS anbieten. 15 Euro PPV-Gebühren für Kämpfe ohne deutsche Beteiligung sind in Deutschland flächendeckend nun mal nicht zu erzielen.

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