Boxsport – Telegramm 10 / 2018

+++ „Dumm gelaufen“ könnte man salopp sagen, wenn es nicht so ernst wäre. Gemeint ist die als Aufbaukampf gedachte Begegnung zwischen Robert Helenius und Yury Bykhautsoun am 17. März in Estland. Helenius laborierte seit dem Whyte – Kampf mit einer Verletzung seiner Schlaghand herum und ging nicht besonders fit in den Ring. Bereits in Runde 1 brach er sich die rechte Hand und boxte die angesetzten 8 Runden fast nur mit der Führhand runter, um diesen Kampf ja nicht zu verlieren. Das Ergebnis war mit viel Glück und Wohlwollen der Punktrichter eine SD-Entscheidung (77:76, 78:76 und 75:77) für den Finnen. Ob er seine Karriere unter diesen Bedingungen fortsetzen kann oder überhaupt weiter boxen sollte, steht in den Sternen. +++

Hier die letzten beiden Runden dieser Begegnung:

https://youtu.be/HFciyPPmtVs

+++ Tyson Fury, Ex-Schwergewichts-Champ und selbsternannter „Zigeuner-König“, scheint so langsam wieder in Fahrt zu kommen. Er sprang kurzfristig als Sparrinspartner für Lucas Browne ein und ersetzte den verletzten Nathan Gorman. Man absolvierte ein paar „aufschlussreiche“ Runden. „Fury zog einige unerwartete Tricks aus dem Ärmel.“ So sagte es zumindest der Australier gegenüber dem britischen „dailystar“. Der in 25 Kämpfen (22 KO-Siege) ungeschlagene Lucas „Big Daddy“ Browne kämpft am 24. März in London gegen Dillian Whyte um dessen WBC-Silverbelt. +++

+++ Auch Saul Alvarez steckt in Kampfvorbereitungen und hat Bedarf an Sparringspartnern. Der Türke Avni Yildirim wurde angefragt, ob er Alvarez vor dem Rematch gegen Golovkin helfen will. „Als ich hörte, dass Canelo mich in seinem Lager haben will, habe ich sofort bestätigt und bin in das nächste Flugzeug nach L.A. gesprungen“, so der 26-jährige. Yildirim trägt gegenwärtig den WBC-International-Titel und hofft in Zukunft auf einen Titelfight gegen WBC-Champ David Benavidez. +++

+++ UFC-Präsident Dana White ist seit dem dicken Geschäft mit dem Mayweather vs McGregor Spektakel sehr stark am Boxsport interessiert. Er hat sich mit seinem Verband um eine Boxlizenz in Nevada beworben. Es soll bereits jetzt Verhandlungen zwischen UFC und dem Briten Anthony Joshua geben. Noch ist Joshua bei Eddie Hearn unter Vertrag, aber ob Joshua verlängert, ist noch nicht ganz entschieden. Das Angebot von Dana White beläuft sich auf insgesamt 500 Millionen Dollar. Joshua soll klassisch boxen, dabei allerdings auch gegen MMA-Champs wie Francis Ngannou oder Jon Jones antreten. Er würde in den USA pro Kampf 50 Millionen Dollar verdienen. Bei Hearn verdiente Joshua gegen Klitschko 15 und gegen Takam 10 Millionen. Quelle ist hier die Internetausgabe des britischen „Telegraph“. +++

+++ WBO-Mittelgewicht Champ Billy Joe Saunders zeigt sich mit seinen jüngsten Äußerungen gleichzeitig großzügig und überheblich. Saunders meinte, er wolle Gennady Golovkin eine WM-Chance geben, falls er im Rematch gegen Canelo verlieren sollte. Voraussetzung wäre allerdings, dass Golovkin einen Zwischenkampf gewinnen und der Kampf zwischen Saunders und Golovkin in Großbriannien stattfinden muss. +++

+++ Bei einem Treffen zwischen Gennady Golovkin, seinem Team und Medienvertretern am Dienstag in Big Bear wurden Saul Alvarez und Oscar de la Hoya kurzerhand ausgeladen. Golovkin und sein Team zeigten sich sichtlich verärgert darüber, dass es einen Mangel an Informationen zu den Dopingvorwürfen gegen Canelo gibt. Der Mexikaner wurde im Februar positiv auf Clenbuterol getestet, was er auf kontaminiertes Fleisch zurückführte. Golovkin und sein Team machten von Anfang an klar, dass sie die Erklärung nicht „kaufen“. Golovkins Trainer Abel Sanchez sagte, dass sich das Canelo-Team genau mit Fleisch auskennen müsste. Golovkin griff auch die „Nevada Athletic Commission“ selbst an und bezeichete die Mitglieder als „Terroristen“, die wegen der Popularität von Canelo wegschauen würden.

Einige „Golovkin – Highlights“ aus einer Veröffentlichung von „sports.yahoo.com“:

Los Angeles Times: „Diese Kommission… sie haben alle die Köpfe gesenkt und vermeiden Augenkontakt. Ich habe es bemerkt, als wir erneut den Kampf besprochen haben. Diese Leute sind Terroristen. Sie töten den Sport. Nicht nur mich.“

Associated Press: „Ich habe es gesagt, es ist kein mexikanisches Fleisch. Es ist Canelo, sein Team und sein Management. Canelo betrügt. Sie verwenden Drogen und jeder versucht so zu tun, als wäre es nicht so. (…) Es war offensichtlich, dass die Muskeln von Alvarez alle vergrößert waren. Es gab Spuren von Injektionen, die sichtbar waren. Ich kann auch über Oscar de la Hoya sprechen. Der ist auch nicht sauber. Er ist dreckig.“

USA Today: „Ich wusste schon, dass Alvarez im ersten Kampf betrogen hat. (…) Er hat Pillen genommen und seine Muskeln hatten Spuren von Injektionen. Ich kenne das schon lange.“

Alvarez hat sich zu Alledem nicht geäußert. Sein Schweigen erscheint den Artikel-Schreibern von Yahoo verdächtig. Angeblich wirkt Canelo im Moment noch kräftiger und muskulöser, als beim Kampf gegen Golovkin im September. +++

*** Frauenboxen ***

+++ Schneller als gedacht kommt es wohl am 20. April zu einer Begegnung zwischen Claressa Shields und Christina Hammer. Zumindest sind bereits Plakate im Umlauf, die das aussagen. Allerdings boxen sie nicht gegeneinander, sondern nur auf der gleichen Card. Beide Boxerinnen haben einen Vertrag mit Dmitriy Salia. Einen BoxRec-Eintrag zu dieser Veranstaltung gibt es noch nicht. +++

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24 Gedanken zu “Boxsport – Telegramm 10 / 2018

  1. Cheatnelo hat schon im ersten Fight gedopt….er hat damals vor den Kampf ein Foto gepostet, wo er ziemlich viel Muskeln hatte…und das in so kurzer Zeit… wer sich damit auskennt weiß, das man nur mit Roids so schnell Muskeln aufbauen kann….der Unterschied zu jetzt ist, das es ihm damals nicht geholfen hat, und er deswegen jetzt die Dosis erhöht hat… die Folge davon ist dass er deswegen erwischt worden ist

    1. Lass gut sein. den schindluder den er mit seinem körper betreibt wird er noch irgendwann bezahlen. seine angst ist so groß dass er schummeln muss um die lüge des mexikanischen superkämpfers zu aufrecht zu halten.
      ich wünsche ihm vom ganzen herzen eine dünnschissattacke während des kampfes!

  2. Das Golovkin sich mit Worten Luft macht zur nicht geahndeten Dopingaffäre von Alvarez ist verständlich, aber letztendlich ist er auch nur geldgeil, denn wenn er Eier hätte würde er den Kampf sausen lassen, das würde von sehr guten Charakter zeugen.

    1. Ganz so einfach ist das mit dem „sausen lassen“ nicht. Immerhin ist das Rematch ein vom Verband WBC angeordneter Pflichtkampf.

      Da würde GGG nur rauskommen, wenn man Canelo tatsächlich Doping nachweisen kann. Aber scheinbar hat daran keiner Interesse.

      Canelo ist Mexikaner, WBC ist mexikanisch … und der Rückkampf wurde extra auf einen mexikanischen Feiertag gelegt …

      Ginge es nach Golovkin, würde der liebend gerne den Kampf gegen Canelo sausen lassen und gegen Saunders kämpfen.

      1. 1. WBC ist nicht mexikanisch sondern hat nur seinen Sitz in Mexiko.
        2. Wie kann man denn Doping besser nachweisen als durch einen positiven Dopingtest?
        3. Golovkin muss Geld ja geradezu hassen…

          1. Wenn er gegen Saunders boxt, hat er womöglich alle 4 großen Mittelgewichtstitel auf sich vereint und es liegen noch genug paydays vor ihm.

            Boxt er gegen einen womöglich bis unter die Schädeldecke gedopten Gegner, der auch noch von den Verbänden gedeckt wird, verliert er womöglich und ist Alles los.

          1. Reinekefuchs hat mich damals auf dem Schulhof immer verprügelt.
            Aber das war damals im Osten so üblich, dass der IM machen durfte, was er wollte!

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