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Boxsport-Telegramm 1 / 2018

Das neue Boxsport-Jahr hat begonnen und für einige Boxer ist das wohl der ideale Zeitpunkt um mehr oder weniger geglückte „Ansagen an den Rest der Welt“ zu machen:

+++ Roy Jones jr, unbestritten einer der Boxer der 90er Jahre, wird am 8. Februar wieder in den Ring steigen. Ein Gegner wurde noch nicht offiziell bekannt gegeben. Bereits vor einem Jahr machte eine Falschmeldung die Runde, dass Jones jr dem Boxsport Lebewohl sagen will. Diese Nachricht war dann genau so schnell dementiert, wie sie in die Welt gesetzt wurde. Will er tatsächlich aufhören oder nicht? Auch diesmal gibt es eine „Irritation“ bei seiner Ansage, weil der Kampf am 8. Februar sein angeblich letzter sein soll. Gemeint ist allerdings wohl nur, dass er zum letzten mal in seiner Heimatstadt Pensacola / Florida boxen will. +++

+++ David Haye hat sich auf seinen Facebook-Account zuversichtlich gezeigt, dass er 6 Wochen nach einer letzten OP bald fit genug für das Rematch gegen Tony Bellew ist. Er sagt: „2018 wird das aufregendste Jahr meines Lebens sein!“ Der mit Spannung erwartete Rückkampf soll am 5. Mai im Londoner Millenium Dome stattfinden. Für Haye gilt das Gleiche wie für Jones jr: Er war einmal ein großer Boxer. Daran gibt es keinen Zweifel. Was ihn von Jones jr unterscheidet: Auch nach seiner Pause glaubt Haye, dass er das Publikum mit Kämpfen gegen handverlesene Gegner weiter davon überzeugen kann, er gehört in die erste Reihe. Die Wahrheit ist: Im Schwergewicht gibt es in den Nach-Klitschko-Ära mittlerweile Boxer, gegen die er nicht ankommen wird. Selbst das Cruisergewicht ist im Moment so stark besetzt, dass ein Haye von 2018 gegen die erste Reihe chancenlos wäre. Er stellt seinen möglichen Rücktritt zum Jahresende in Aussicht. Bei Jones jr spielen die großen Ansprüche kaum noch eine Rolle. Er will einfach nur nicht aufhören im Ring zu stehen und seinen Fans eine Show zu bieten. Das selbst das schief gehen kann, hat er wohl spätestens bei seiner Niederlage gegen Maccarinelli begriffen. Er kämpft nur noch gegen Boxer, die er locker im Griff hat. Ansage und Realität liegen bei Haye wohl weiter entfernt, als bei Jones jr. +++

+++ Amir Khan will nach seiner Niederlage gegen Canelo Alvarez im Mai 2016 endlich wieder in den Ring zurück kehren. Auch er macht eine Ansage, die man sich erstmal „auf der Zunge zergehen lassen“ muss: Er sagte in einem Interview, er will das Weltergewicht „aufräumen“. Nach einer Hand-OP im Jahr 2016 fiel Khan eine Weile aus. Verhandlungen im Frühjahr 2017 wegen eines Kampfes gegen Pacquiao scheiterten, weil Pacquiao überraschend in Australien gegen Horn antrat. Angeblich will Amir Khan im kommnden März kämpfen. Man kann gespannt sein, wo er mit seiner „Aufräumaktion“ anfangen will. Realistisch gesehen, hat er gegen keinen Boxer aus den gegenwärtigen BoxRec-Top 10 eine deutliche Sieg-Chance. +++

+++ Auch der WBC-Schwergewichtchamp Deontay Wilder bedient sich großer Worte. Er zählt selbstverständlich zu den gegenwärtig weltbesten Schwergewichtlern. Vor ihm liegt die Aufgabe, am 3. März in New Yorker Barclays Center den Kubaner Luis Ortiz zu besiegen. Sein wirkliches Ziel ist danach ein Kampf gegen den Briten Anthony Joshua. Man kann ihm gewiss in beiden Kämpfen sehr gute Chancen zubilligen. Womit er allerdings völlig aus der Rolle fällt, ist seine Ansage, dass er sich für einen „Hybrid“ hält. Wilder wörtlich: „Ich bin der Beste. Niemand wird mich schlagen. Ich bin halb Mensch, halb Hybrid, ich bin eine außerirdische Spezies.“ Man weiß nicht, was man davon halten soll. Entweder er dreht langsam durch oder er will sich einfach nur einen neuen Kampfnamen geben. Schließlich glaubte Bernard Hopkins auch irgendwann, er sei „The Alien“ und machte eine Show daraus. Man wird sehen, ob Wilder zum nächsten Kampf wieder als „Bronzebomber“ oder als „Außerirdischer“ einlaufen wird. +++

+++ Eine „Ansage“ ganz anderer Art gibt es vom südafrikanischen Promoter Rodney Berman (Golden Gloves Promotions) für seinen ehemaligen Boxer Thomas Oosthuizen: „Tommy Oosthuizen wird nie wieder auf einer Golden Gloves Card erscheinen.“ Berman spricht von einem erstaunlichen Absturz und davon, dass Oosthuizens „Indiskretionen“ ein Buch füllen würden. Gemeint ist offenbar der Alkohol- und Drogenkonsum des 29-jährigen Rechtsauslegers. Oosthuizen war IBO-Weltmeister im Supermittel- und Halbschwergewicht. Er wird es in Zukunft schwer haben, im Boxen wieder Fuß zu fassen, falls er das überhaupt noch will. Berman und Oosthuizen gingen bereits seit Oosthuizens alkoholbedingter Absage für den Brähmer-Kampf getrennte Wege. Danach schien er sich noch einmal gefangen zu haben. Nach der Niederlage gegen Igor Mikhalkin kam dann scheinbar der Totalabsturz. +++

+++ Das ganze Gegenteil zu den vorgenannten Boxern ist (zumindest noch) der britische Nachwuchsboxer Daniel Dubois. Er sagt ganz bescheiden: “Wenn ich in den Ring steige, will ich einfach nur so schnell es geht gewinnen.“ Der 20-jährige bekommt in seinem 7. Profikampf am 10. Februar in London Gelegenheit dazu, seinen Worten Taten folgen zu lassen. Von seinen bisherigen Kontrahenten hat es keiner bis in die 3. Runde geschafft. Ein Gegner für den 10. Februar wurde noch nicht genannt. Macht Dubois so weiter wie bisher, kann man ihn schon jetzt als einen der Boxer ausmachen, die in Zukunft im Schwergewicht eine wesentliche Rolle spielen werden. +++

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23 Kommentare

  1. 5. Januar 2018 at 09:29 —

    Im neuen WBA Ranking ist Povetkin jetzt auf 1. Dann weiß man ja, von wem Manuel theoretisch aufs Maul kriegen darf.

    • 5. Januar 2018 at 23:20 —

      nein Povetkin hat das Recht direkt gegen Joshua zu boxen. charr gegen oqeundo!

      • 6. Januar 2018 at 08:15 —

        Er muss ja nicht zwingend davon gebrauch machen. Wenn er nicht ganz dumm ist, sollte ihm schon klar sein, dass er gegen Charr den Gürtel eher holt als gegen Joshua.

        Zudem ist ja nicht mal klar, wie er zeitlich gegen den Briten boxen soll. Der boxt im Frühling erst einmal gegen Parker und will anschließend gegen Wilder ran. Im Zweifel steht der Russe das ganze Jahr ohne Shot da.

        Dass Charr gegen Oquendo boxt, glaub ich nicht mal. Laut WBA gab es bis vor Weihnachten eine Deadline für beide, sich zu einigen. Bis heute ist anscheint noch nichts rausgekommen.

        EIn Povetkin hat zudem auch nicht mehr ewig Zeit zu warten. Man Charr Arsch in der Hose, bietet er dem Russen einen Kampf an.

        • 6. Januar 2018 at 13:07 —

          wenn ich die wba richtig verstannden habe muss charr nach oquendo wohl gar kein PV mehr machen. er darf dann 2 mal freiwillig verteidigen und wird dann gegen den super champ kämpfen müssen. von daher hat povetkin keine chance!
          am 15.1 kommt es wohl zu Versteigerung von charr – oquendo.

          • 6. Januar 2018 at 15:42

            Wieso sollte Charr zweimal den Gürtel freiwillig verteidigen dürfen. Das ergibt keinen Sinn, wenn man die Titel bei der WBA reduzieren will. Wäre dem so und würde man das Tempo wie jetzt beibehalten, kann Charr seinen “Gürtel” hier noch bis 2020 halten.

          • 6. Januar 2018 at 16:08

            Aber mir ist schon klar, dass dein Fanboydasein einen bösen Knicks kriegen würde, wenn dein Fav Manuel schon im nächsten Kampf derbst aufs Maul kriegen würde. Daher hoffst du, dass dein Champion der Lügen möglichst lange den Papiergürtel hält.

          • 6. Januar 2018 at 22:24

            laut wba soll charr mitte 2019 gegen den super champ. Im märz soll er gegen oquendo. da könnte man doch im September und Januar noch 2 freiwillige machen. am besten gegen absolutes Fallobst. charr soll natürlich so lange wie möglich wm bleiben und so viel kohle wie möglich machen. und dem dauerdoper povetkin gönne ich nun wirklich nichts!

          • 7. Januar 2018 at 08:50

            Bei Deiner bereits mehrfach bestätigten Lernresistenz ist das auch kein Wunder. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis Povetkin, nachweislich ohne Doping, Charr erneut auf den Boden schicken wird. Soll Charr noch ein paar Piepen verdienen, ich gönne es ihm, aber es ändernt nichts daran, dass er nur ein Paperchamp ist!

            Und klar, Brennov, warum sollte man nicht auch einen Paperchamp ganz, ganz toll finden!

          • 7. Januar 2018 at 13:49

            Povetkin und nachweislich ohne Doping, dass ich nicht lache. nur weil die probe aus dem charr kampf bei den dort zufällig getesten Substanzen negativ war, heißt das doch nicht, dass er nachweislich nicht gedopt war. es konnte ihm nur kein Doping nachgewiesen werden. was vor dem kampf war oder was bei den nicht getesten Substanzen war weis keiner.
            ich gehe davon aus, dass charr nie wieder gegen povetkin boxen wird, daher kann er auch nicht mehr gegen ihn KO gehen. Klar ist er ein paper champ und klar kann man auch einen paper champ toll finden. man kann sogar einen boxer toll finden der gar kein wm ist. wenn du nur boxer toll finden kannst die lineare Weltmeister sind dann mach das.

  2. 5. Januar 2018 at 11:31 —

    Wilder macht einen auf Dr. Fallobsthammer: “Er dreht schlichtweg am Rad.”

    Ich denke und hoffe, dass seine Ära im März ein schlagartiges Ende nehmen wird. Wenn er gegen Ortiz keinen seiner wilderschen Glückstreffer landet, wird er wie Jennings enden, der beinahe tatenlos zusehen musste, wie er von einer Dampflok überrollt wird.

    Ich fürchte aber immer noch, dass der Kampf nicht zustandekommen wird; für ihn wird das Risiko, keinen Megabörse gegen Joshua zu kassieren, einfach zu groß sein.

  3. 5. Januar 2018 at 13:17 —

    Eigentlich redet Haye in diesem Zusammenhang von einem Möglichen Rücktritt und davon noch einmal sein Bestes abrufen zu wollen

    boxingnews24.com/2018/01/david-haye-hints-retirement-2018/

  4. 5. Januar 2018 at 15:43 —

    “Ich bin halb Mensch, halb Hybrid” gibt es überhaupt ein halb Hybrid? ^^

  5. 5. Januar 2018 at 16:43 —

    Hybride machen retardete Kinder?
    wusst ich gar nicht

  6. 5. Januar 2018 at 16:48 —

    Und wo der Weg von Dubois hingeht,
    sieht man erst,
    wenn mal einer zurückschlägt,
    nur so Chrissy Loebel Lappen umhauen,
    bringts auf Dauer nicht

  7. 6. Januar 2018 at 05:13 —

    Wilders Tochter hat spina bifida. Wer sich über sowas lustig macht, ist selbst sehr krank.

  8. 7. Januar 2018 at 09:44 —

    Lolenga Mock besiegt im Alter von 45 Jahren Dimitrii Chudinov. Geschichten schreibt das Boxen 🙂

    badlefthook.com/2018/1/5/16857012/lolenga-mock-defeats-dmitrii-chudinov-in-copenhagen

  9. Amir Khan will das Welter aufräumen

    hahahahahaha zu gut. Humor hat er immerhin.

  10. 9. Januar 2018 at 00:16 —

    Yupp, Boxen ist ein Vollkontaktsportart, die mit den Fäusten ausgefochten wird 😀

    .youtube.com/watch?v=viIzCLD0Ud8

  11. 9. Januar 2018 at 10:05 —

    Grigory Drozd tritt von der großen Box-Bühne ab.

    boxingnews24.com/2018/01/grigory-drozd-retires-boxing/

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