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Boxsport – Shortnews vom 10. September 2020

+++ Mit einiger Verspätung findet das Finale des WBSS-Turniers im Cruisergewicht erst jetzt statt. Dass allerdings in einem durch die Corona-Pandemie bedingte Rahmen, den sich die Veranstalter, Boxer und Fans sicher anders vorgestellt haben. Der Kampf zwischen den beiden Finalisten Mairis Briedis und Yuniel Dorticos findet am 26. September in einem Münchner TV-Studio statt. Gekämpft wird dabei nicht nur um den Turniersieg und die Ali-Trophy, sondern auch um den IBF-Titel des Kubaners und den vakanten „The Ring“-Gürtel.

Es sieht so aus, als wolle man dieses Turnier jetzt endlich und scheinbar möglichst billig über die Bühne bringen. Eigentlich war geplant, das Finale in Riga stattfinden zu lassen. Laut Boxrec gibt es zu diesem Kampf keine Undercard. Das ist aber kein Grund für die Veranstalter, sich dieses Finale trotzdem schön zu reden (Klick). Boxfans können diesen Kampf über DAZN.com miterleben, wenn sie ein Abo haben oder sich für einen Probemonat anmelden. +++

+++ Der bei Maywearther unter Vertrag stehende Nachwuchsboxer Danny Gonzalez (3-0-0) ist tot. Er wurde am Montag gegen 21:00 Uhr Ortszeit in Moreno Valley / Kalifornien auf offener Straße von einem Unbekannten erschossen.

Bild: Mayweather / Instagram

Über das Motiv dieser Bluttat gibt es bisher keine Erkenntnisse. Bei dem Vorfall wurden auch zwei andere Jugendliche verletzt, die in ein Krankenhaus gebracht werden mussten. Gonzalez starb noch am Tatort. Er kam bereits mit 18 Jahren zu Mayweather, hat aber seit 2017 nicht mehr gekämpft und wollte seine Karriere eigentlich 2020 fortsetzen. Mayweather sagte einmal über Gonzalez: „Es gibt Momente, da weißt du, dass du auf Gold gestoßen bist. Und er ist so ein Fall.“ Möge er in Frieden ruhen. +++

+++ Offenbar beweist sich einmal mehr, dass beim Geld die Freundschaft aufhört. Der mexikanische Boxsport-Superstar Canelo Alvarez hat sowohl seinen Promoter Oscar de la Hoya, als auch den Stream-Anbieter DAZN auf 280 Millionen Schadenersatz verklagt. Canelo wirft seinen Geschäftspartnern Vertragsbruch vor. Er hat mit DAZN einen Vertrag über 365 Millionen Dollar, die er nach und nach in 11 Kämpfen verdienen sollte. Bisher hat Alvarez erst 3 Kämpfe davon absolviert. Eigenlich war man von Beginn an skeptisch, ob so ein Vertrag überhaupt sinnvoll ist. Alvarez war auf Gedeih und Verderb dazu verdammt, mit Siegen zu glänzen. Dass jetzt Corona dazwischen kam und große Teile der Einnahmen fehlen werden, konnte man nicht ahnen. Wohl aber hätte man wissen müssen, dass Alvarez zu Pflichtkämpfen antreten muss, wenn er Titel behalten will. Das Gegner wie Yilderim für DAZN unattraktiv sind, liegt auf der Hand.

Bild: WBC – Pressemitteilung

Man spricht jetzt von einer möglichen Auflösung des Mega-Vertrags. DAZN hat Canelo Alvarez und Promoter Oscar de la Hoya als Vergleichssumme 40 Millionen Dollar und ein Aktienpaket angeboten, falls DAZN demnächst an die Börse geht. Alvarez hat seinen Promoter aufgefordert, ihm eine Alternative anzubieten. Er wollte im Herbst kämpfen. Der Kampf sollte über einen anderen TV-Anbieter als DAZN laufen und Canelo die 35 Millionen Dollar einbringen, die er für einen DAZN Kampf bekommen hätte. Trotz der Behauptung von „Golden Boy“, man würde mit verschiedenen Anbietern verhandeln, kam bisher kein Deal zustande. Ob es bei den kreuzweisen Klagen zwischen Alvarez, „Golden Boy“ und DAZN bleibt oder sich doch noch eine einvernehmliche Lösung ergibt, liegt vorerst im nebeligen Bereich. Es wird wohl das erste und letzte Mal gewesen sein, dass so ein Vertrag über gleich 11 Fights und eine so hohe Börse im Boxsport abgeschlossen wurde. +++

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