Boxsport Shortnews 01.10.2022

Boxsport Shortnews 01.10.2022

Erneut hat der Boxsport ein Leben gekostet. Der erst 25 Jahre alte Junior-Weltergewichtler Luis Quinones starb fünf Tage, nachdem er nach einer KO-Niederlage in Barranquilla, Kolumbien, ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Zuvor hatten sich Chinones und sein Gegner Jose Munoz einen harten Kampf geliefert. In der achten Runde verlor Munoz seinen Mundschutz, Referee Leonel Mercado schickte Quinones in eine neutrale Ecke, während Munoz seinen Mundschutz zurückbekam. Quinones stand währenddessen auf wackeligen Beinen im Ring, als der Kampf wieder freigegeben wurde, schlug Munoz ihn nieder. Quinones kam nicht weder auf die Beine und wurde ins Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte ein Blutgerinsel im Gehirn diagnostizierten.

Auch eine Operation konnte Luis Quinones – der im Koma lag – nicht retten. Bereits am Donnerstag wurde der junge Boxer für hirntot erklärt, blieb aber bis zu seinem Tod – der um Mitternacht bekannt gegeben wurde – an einem Beatmungsgerät.

Veranstalter Cuadrilatero Boxing veröffentlichte eine Erklärung in den sozialen Medien, in der es heißt: „Cuadrilatero Boxing ist zutiefst traurig über den Tod von Luis Quinones, einem außergewöhnlichen und disziplinierten Menschen, der immer sein größtes Engagement für diesen Sport gezeigt hat. Luis war so begeistert vom Boxen, dass er seine Heimatstadt Barrancabermeja verließ, um seine Karriere in Barranquilla fortzusetzen und ein nationaler Athlet zu werden. Sein Idol war Julio Cesar Chavez.“

Eigentlich sollte ‚Big Baby‘ Miller am morgigen Sonntag im kasachischen Almaty gegen den Ghanaer Ebenezer Tetteh kämpfen, doch die Veranstaltung findet nicht statt. Wie es heißt,  mussten die Veranstalter das Turnier abbrechen, da mehrere russische Boxer, die auf der Undercard antreten sollten, wegen der russischen Teilmobilisierung das Land nicht verlassen können.

Immer noch ist nicht geklärt, gegen wen Tyson Fury am 3. Dezember boxen wird. Furys Promoter Frank Warren hat erklärt, dass es in den Gesprächen mit dem Team von  Anthony Joshua nun um die Frage geht, wer das letzte Wort bei den „kommerziellen Fragen“ hat. Wie Warren sagte, hätte das Team Fury vorgeschlagen, einen unabhängigen Mediator zu ernennen. Eine  Antwort von ‚AJ‘ sei bislang nicht erfolgt.

Eddie Hearn geht davon aus, dass der WBC in Kürze Oscar Rivas auffordert, seinen WBC-Gürtel im Bridgerweight gegen Alen Babic zu verteidigen. Wie Hearn sagte, er vermute, dass das noch im November passieren würde.

Die Verhandlungen über einen möglichen Kampf zwischen Errol Spence jr und Terence Crawford ziehen sich in die Länge, der ursprünglich geplante Termin am 19. November wird wohl nicht zu halten sein. Insider gehen davon aus, dass sich die Begegnung sogar ins nächste Jahr verschieben könnte. Nichtsdestotrotz hat Terence Crawford angeblich zugestimmt, sich mit dem kleineren Teil des Gesamterlöses zufrieden zu geben. Da der Vertrag bislang keine garantierte Summe über Crawfords Anteil umfasst, fordert ‚Bud‘ mehr Transparenz in Bezug auf Veranstaltungskosten und -erlöse.

Für alle, die es der Tagespresse noch nicht entnommen haben: wie viele andere hat auch der mittlerweile 49 Jahre alte ehemalige WBA-Weltmeister Nikolai Valuev eine Vorladung vom Einberufungsamt erhalten. Valuev ist Abgeordneter in der von Putin unterstützten nationalistisch-konservativen Partei Единая Россия (Jedinaja Rossija), etwa ‚Vereintes Russland‘. Wie Valuev erklärt hat, werde er der Vorladung folgen.

20 Gedanken zu “Boxsport Shortnews 01.10.2022

      1. das liegt daran, dass wir unterschiedliche definitionen von weltspitze haben. für mich gehören da mindestens die top 20 dazu vielleicht auch die top 30. außerdem war er in sehr extremer reichweite eines wm kampfes wäre er nicht gedopt gewesen.

        1. Dann ist es wohl tatsächlich Definitionssache..
          Für mich hat Miller nicht die skills um an Weltspitze überhaupt zu denken..
          Eigentlich war er ja weniger als Gegner sondern mehr als Opfer für die US welcome party eingeplant.. Die Statistenrolle hat ja dann Ruiz Jr bekommen..

          1. Korrekt analysiert.

            Miller war nur aufgebaut worden um das Opferlamm für AJ zu spielen und vielleicht noch mal für Wilder um seinen Record zu frisieren damit wenigstens einer zum damaligen Zeitpunkt drin gestanden hat, der wenigstens auf dem Papier was her macht……….

        2. Wie gut das Miller z.Zt. auf Platz 37 und Charr sogar nur auf Platz 63 der boxrec Liste geführt geführt werden. Somit sollte klar sein das der erst genannte weit weg und der zweit genannte sogar ganz ganz ganz gaaaaaaaaanz weit weg von der Weltspitze des Boxens entfernt sind………..
          .

          1. wie gesagt ich würde mindestens die top20 wenn nicht die top3 als weltspitze bezeichnen. und dann wäre er mit 37 nicht weit weg und mit einem weiteren sieg vermutlich schon fast wieder in den top 30! so wurde also seine rückkehr in den weltspitze verzögert!
            bei der wba ist er auch schon wieder auf #14. schon nicht mehr allzuweit weg von einem wm kampf.

          2. Ach Brennov sas Problem mit dir ist das du gar nicht auf den Skillset oder wenigstens auf die Gegnerwahl schaust.

            Ein Jerell Miller ist doch durch 3 Siege gegen Rop 350 oder Gott weiß wo die tatsächliche gerankt sind kein Fringecontender.
            Vermutlich hatte hier noch nie jemand vorher von den Usern je von seinen Gegnern gehört, ich jedenfalls nicht.

            Das ist im Boxen nichts außergewöhnliches, siehe Hrgovic der bis auf einen paßt Prime Zhang niemanden geboxt hat und trotzdem gehypt wird. Aber frisierte Records machen keinen Weltklasseboxer aus.

            Hrgovic hat gegen einen 40 jährigen ganz klar die Grenzen aufgezeigt bekommen und Miller würde das auch.

            Du glaubst wirklich an das was du schreibst aber da haben wir auch wieder dein altes Problem 70/30.

          3. Eine „Spitze“ besteht schon per Wortsinn immer nur aus Wenigen. Eine Pyramide mit 30 Sportlern ganz oben wäre nicht mehr spitz. Hier mal meine Einschätzung auf Basis von boxrec (mglw. sind einige derzeit Inaktive nicht dabei).

            Der Unterschied zwischen der Spitze und den Feldern darunter ist der, dass weiter unten viel mehr Bewegung herrscht, da gibt es leicht die Möglichkeit, durch ein, zwei gute Siege aufzusteigen, bzw. — wie im Falle Kownacki oder Martin bspw. – abzusteigen. Potentials sind Boxer, deren komplettes Potential noch nicht absehbar ist, weil sie noch nicht die entsprechenden Gegner geboxt haben oder bei ihren (max. 1) Niederlagen noch sehr unerfahren waren – da könnte also noch was gehen. Dazu sollten sie sich nach Möglichkeit an der Gruppe darunter mal ausprobieren, um ihre Grenzen auszuloten. Die Fringe Contender sollten sich hauptsächlich untereinander duellieren oder Potentials in ihre Schranken weisen, sonst können sie selbst schnell entweder von der Bildfläche ganz verschwinden oder zu Gatekeepern werden – wenn bspw. Parker noch eine Niederlage kassiert, würde er in diese Richtung tendieren. Es ist aber annähernd sicher, dass sie im Ernstfall gegen jeden Boxer der erweiterten und erst recht der Spitze verlieren würden.

            Spitze:
            Tyson Fury
            Oleksandr Usyk

            Erweiterte Spitze:
            Anthony Joshua
            Deontay Wilder

            Ernstzunehmende Contender:
            Joe Joyce
            Andy Ruiz
            Frank Sanchez

            Fringe Contender:
            Joseph Parker
            Daniel Dubois
            Martin Bakole
            Dillian Whyte
            Luis Ortiz
            Otto Wallin
            Filip Hrgovic
            Zhilei Zhang
            Robert Helenius
            Michael Hunter
            Kubrat Pulev
            Tony Yoka

            Potentials:
            Ivan Dychko
            Arslanbek Makhmudov
            Murat Gassiev
            Agit Kabayel
            Zhan Kossobutskiy
            Kevin Lerena
            Efe Ajagba
            Demsey McKean
            Ali Eren Demirezen

            Trialhorses/gute Journeymen/Gatekeeper
            Derek Chisora
            Hughie Fury
            Carlos Takam
            Adam Kownacki
            Charles Martin

          4. damit hast du ca. 35 boxer aufgezählt und damit meine ich genau das, sicher kann man es in verschiedene klassen unterteilen. einzig was ich nicht teile ist sanchez, der hat noch keinen gegner geboxt und boxt auch weiter bums (auf er wilder undercard). der hat nichts in den top10 verloren. vermutlich wird er auch am ersten gegner der top 10 zerschellen wenn er überhaupt soweit kommt.

          5. Okay @ brennov, das mit Sanchez sehe ich wahrscheinlich sehr subjektiv, denn außer Ajagba und Hammer hat er tatsächlich noch niemanden von Rang geboxt – dabei aber noch keine einzige Runde verloren, während andere Potentials (das wäre die Gruppe, in den man ihn alternativ stecken könnte) doch schon bei wesentlich geringeren Hürden bedenklich gewackelt haben (s. Makhmudov). Aber da schwingt tatsächlich etwas Spekulation mit.

            Meiner bescheidenen Meinung nach kann nur wirklich „Spitze“ sein, wer das Potential hat, einmal die Nummer 1 oder 2 der Division zu werden. Das sind außer Fury und Usyk, die das bereits beweisen haben, nur noch Joyce, Sanchez und evtl. Dubois und J. Anderson, die beide noch sehr jung sind und sich noch enorm entwickeln können. Mit der Erfahrung der Niederlage Parkers gegen Joyce sehe ich die von Dubois auch wieder in einem etwas anderen Licht – nach Punkten konnte er nämlich bis zu seiner Aufgabe durchaus mithalten, im Gegensatz zu Parker, der einfach nur hoffnungslos outgunned wurde. Anderson gehört aber aufgrund mangelnder Gegnerschaft im Augenblick noch gar nicht in den „erlauchten Kreis“ der Topboxer.

            Wenn man sich bei den insgesamt ca. 1.400 aktiven Proboxern im HW nach unten orientiert, dann sind die von mir genannten 35 natürlich „Spitze“, da gebe ich dir recht.

  1. R.I.P Luis Quinones

    Jeder der in den Ring steigt und sich dem Faustkampf stellt, riskiert seine Gesundheit. Auch eine gute Boxausbildung und diszipliniertes Training können diese Gefahr nur eindämmen, aber nicht gänzlich ausschließen. Prinzipiell gilt das für mehr oder weniger alle Berufe, aber nur bei ganz wenigen stehen die „Arbeiter“ auf einer öffentlichen Bühne und werden von den Zuschauern bejubelt oder ausgebuht, während sich der Tod bereits seinen Weg bahnt.

    Respekt und Anerkennung ist eine Möglichkeit, den Boxern etwas mehr zurückzugeben, als nur Geld!

  2. wenn wir glück haben bekommen wir 2 top kämpfe als nur joshua fury. joshua . joyce und fury – charr. das wäre natürlich mega. dazu noch wilder – helenius und h.fury – hunter wären noch 4 top hw kämpfe dieses jahr.

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