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Boxsport – Rückblick auf das Wochenende (KW 40, Teil 1, national)

Sowohl national als auch international gab es am vergangenen Wochenende Veranstaltungen und einzelne Kämpfe, über die man Rückschau halten kann. Richtige „Big-Fights“ waren nicht dabei. Die Ergebnisse der meisten Events sind den Fans sind bekannt und bei Boxrec eingetragen. Vielleicht ist es mal ein Ansatz, in dieser Rückblende auf ein paar „Nebensachen“ einzugehen.

Bei dem Event in Braunschweig holte sich Patrick Rokohl, der auch der Veranstalter war, den vakanten WBO-Europameistertitel im Super-Mittelgewicht. Er lieferte sich mit dem Finnen Mathias Eklund einen engen Kampf, der dann mit 2:1 Punktrichterstimmen zu seinen Gunsten entschieden wurde. Rokohl steht laut BoxRec bereits am 1. Dezember wieder im Ring. Er kämpft bei der „Dessauer Boxnacht“ im Glaspalast und wird dort als einer der Hauptkämpfer einen Kampf über 10 Runden absolvieren.

Die Open-Air-Veranstaltung in Halle – Döllnitz war was für das regionale Boxpublikum. Einige Boxgrößen aus Halle und Gäste aus Berlin gaben ihr Können zum besten und es wurde, salopp gesagt, ein bisschen Weihnachtsgeld verdient. Das war auch der eigentliche Sinn und Zweck der ganzen Angelegenheit. Unter anderem schaffte der 25-jährige Hallenser Lelito Lopez einen KO2 Sieg über einen gleichaltrigen Ungarn und hat sich damit für einen GBC-Interconti Kampf am 25. Januar im „Columbia Club“ Berlin Tempelhof qualifiziert. Die Freiluft-Veranstaltung fand in Döllnitz auf dem Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik statt. Uwe Schuster hat an dem Ort die ehemalige Pförtnerbude gemietet und als Bistro / Kantine umgebaut, wo er zusammen mit seinem Sohn Phillip „Panzer“ Schuster seinen Lebensunterhalt verdient. Phillip Schuster hat nach seiner schweren Verletzung im letzten Kampf gegen Felix Lamm die eigene Boxkarriere aufgegeben. Der “Panzer” teilt sich nun mit seinem Vater die Aufgaben sowohl in der Trainerecke als auch im Bistro.

Der Hauptkampf bei der Petkovic-Veranstaltung in Traunreut endete wunschgemäß für Lokalmatador Serge Michel. Er bezwang vor heimischem Publikum Sheldon Lawrence aus Trinidad – Tobago durch TKO 3 und darf nun den WBC-International Gürtel im Halbschwergewicht tragen. Für einen großen Titelkampf um den richtigen WM-Gürtel ist es gewiss noch ein bisschen früh, aber er wird im WBC-Ranking einige Plätze gut machen.

Die Sauerland / Sport1 Veranstaltung stand verständlicherweise voll und ganz unter dem allgegenwärtigen Schatten des verstorbenen Graciano Rocchigiani. Man hat trotz dieser bedrückenden Umstände eine gute Veranstaltung hinbekommen und den Moderatoren mit Tobias Drews und Regina Halmich gelang es, würdig mit dem traurigen Tod Rockys umzugehen. Natürlich fehlten in dieser Sendung Rocchgianis polternde Kommentare. Er ist einfach unersetzlich und man sollte am besten gar nicht erst versuchen, irgend einen “Jemand” als Nachfolger zu finden, der ihn einfach nur „kopiert“. Graciano Rocchigiani war ein Original, wie es im Boxsport in Jahrzehnten nur einmal vorkommt. Und dabei sollte es auch bleiben.

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Wenn man auf die Fightcard dieser Veranstaltung geschaut hat, musste man nach allgemein bekannte Namen suchen. Der Otto-Normal-Zuschauer wird kaum einen der Boxer gekannt, geschweige denn einen „Publikumsliebling“ ausgemacht haben. Das ist zum einen der vielen Veranstaltungen geschuldet, die Sauerland jetzt zu bedienen hat und zum anderen auch der Tatsache, dass es einfach keine Boxer von Rang und Namen mehr gibt, die den Sauerland-Stall repräsentieren. Zumindest einige der Namen waren den fachkundigen Boxfans bekannt. Man ist auf Talentsuche und wird in nächster Zeit auch noch weiteren Boxern die Gelegenheit geben sich zu präsentieren. Huck, Culcay und Zeuge sind weg und Kubrat Pulev boxt scheinbar nur noch in Bulgarien (demnächst am 27. Oktober in Sofia gegen Hughie Fury). Der noch verbliebene Abraham wird vielleicht noch einen oder zwei ausgesuchte Kämpfe bestreiten. Danach muss Sauerland wieder ganz von unten anfangen und zusehen, wie man wieder ein paar Talente in alt bekannter Manier nach oben bekommt. Es müssen neue Quoten-Bringer her, die man bekannt macht und gut vermarkten kann.

Zu den wichtigsten Kämpfen in Wolfsburg: Besonders auffällig war der beherzte Auftritt von Abass Baraou gegen Robert Maess. Der 23-jährige Baraou verteidigte in seinem 3. Profikampf den Deutschen Meistertitel im Super-Welter souverän mit einer tollen Performance. Der früher einmal als großes Talent gehandelte Maess hatte gar keine Möglichkeit in den Kampf zu finden und gab nach 2 geboxten Runden den überraschend ungleichen Kampf auf. Wer sich den Namen Abass Baraou noch nicht gemerkt hat, sollte das spätestens jetzt tun. In dem in Aalen geborenen Wahl-Berliner mit togolesischer Abstammung steckt ein riesiges Potential, dass man beim Sauerland-Team gewiss weiter fördern wird. Er war ein erfolgreicher Amateur und wird auch sich auch als Profi einen guten Namen machen.

Der Kölner Denis Radovan erzielte gegen den eigentlich recht kampferprobten Florian Wildenhof einen schnellen KO 1 Sieg. Er deckte Wildenhof gleich zu Beginn mit harten Schlägen ein und erzielte dabei mit Körpertreffern eine verheerende Wirkung. Der 37-jährige aus Altötting musste nach einem Leberhaken und einem darauf folgenden Kopftreffer runter. Nach einem weiteren Bodenbesuch setzte Radovan alles auf eine Karte und lies die Fäuste fliegen bis der Ringrichter den Kampf abbrach. Wildenhof hielt sich beim Abgang die Rippen. Auch von Denis Radovan ist zu erwarten, dass er demnächst weiter nach oben gepusht wird.

Den Hauptkampf bestritten die beiden bisher ungeschlagenen Partrick Wojcicki (Wolfsburg) und Sven Elbir (Berlin). Dabei ging es um den IBF-Interconti, den Wojcicki in seinem vorherigen Kampf Ronny Mittag abgenommen hatte. In diesem Gefecht ging es recht eng zu. Der Titelverteidiger behielt seinen Gürtel durch einen knappen, aber verdienten Punktsieg (116:112 und 2x 115:113).

Die Kämpfe sind auf der Internetseite von Sport1 zu sehen. Die am Sonntag Abend ausgestrahlte Sondersendung über Graciano Rocchigiani ist ebenfalls online abrufbar. 

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2 Kommentare

  1. 8. Oktober 2018 at 16:08 —

    Die Situation bei Sauerland gut zusammengefasst.
    Gevor wir gegen Briedis ja auch verbrannt und ins verderben geschickt.
    Einzig Feigenbutz könnte man als letzten verbliebenen Star neben Abraham sehen.
    Wojcicki, Rodovan, Baraou, Ilbay, Mann, Bunn und Bauer mag man einige Tallente haben bekannt ist keiner so richtig.
    Ist Wallisch eig. noch bei Sauerland? Der wird gegen Hammer ja auch eine sehr schwere aufgabe haben.

  2. 8. Oktober 2018 at 20:43 —

    efe ajagba !
    the next world heavy weight champion !!!!!!!!

    😀

    kennt den jemand?

    laut boxrec und google/wikipedia eine reichweite von sage und schreibe 224 cm ( 16 cm mehr als joshua / 8 cm mehr als fury )

    dazu schnell und guter punsh

    den sollte man definitiv im auge behalten !

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