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Boxsport – Rückblick auf das Wochenende (KW 36)

Am vergangenen Wochenende konnte man deutlich merken, dass der internationale Boxsport wieder so langsam ins Rollen kommt. Die kleine Sommerflaute scheint vorbei zu sein und wir können uns über den Herbst hinweg bis zum Jahresende noch auf einige gute Kämpfe mit bekannteren Akteuren freuen.

Neben den hier auf boxen.de bereits erwähnten Fights gab es am Wochenende noch ein paar andere gute Kämpfe mit mehr oder weniger prominenter Beteiligung, über die man ein paar Worte verlieren kann.

Bereits am Freitag Abend gab es ein weiteres Gastspiel des Deutsch-Türken Hinzi Altunkaya im Ausland. Diesmal zog es ihn zwecks klingender Münze nach Tscheljabinsk / Russland. Sein Gegner war diesmal kein Geringerer als Denis Lebedev. Beide haben zwar in etwa vergleichbare Kampfrekorde, aber das sagt natürlich Nichts über ihre boxerischen Fähigkeiten. Lebedev hatte keine all zu große Mühe mit seinem Gegner aus Deutschland. Beide gingen in den ersten Runden gutes Tempo und man konnte gespannt sein, wie lange es noch dauert, bis Lebedev die passende Gelegenheit für einen Wirkungstreffer findet. Der 39Jährige Rechtsausleger schickte in Runde 3 eine Linke Gerade zum Kopf seines Gegners, die die gewünschte Wirkung erzielte. Hinzi Altunkaya kam nicht so schnell wieder auf die Beine und dem Ref blieb nichts weiter übrig, als den Kampf zu beenden.

Besonders viel muss sich Lebedev nicht auf diesen Sieg einbilden. Wenn er und seine Fans jetzt glauben, er wäre bereit für einen neuen Top-Fight gegen Gassiev um seine Niederlage auszubügeln, dann kann man durchaus seine Zweifel haben. Immerhin ist Gassiev 15 Jahre jünger und steht „voll im Futter“, während Lebedevs beste Tage vorbei zu sein scheinen. Seine Sieg-Chancen gegen Beibut Shumenov um den WBA-Gürtel wären bestimmt größer, als in einem Rematch gegen Murat Gassiev.

Hier der Kampf (Die ersten 12 Minuten sind Werbung):

Am Samstag gab es in Australien einen Kampf um den WBA Oceania Gürtel im Super Fliegengewicht. Der 27Jährige Titelverteidiger Andrew Moloney bekam es mit dem 32Jährigen Luis Concepcion Herausforderer aus Panama zu tun. Concepcion trug 2016 selber den WBA World Titel in dieser Gewichtsklasse, musste sich aber noch im gleichen Jahr in Manchester dem Briten Khalid Yafai geschlagen geben. Er bestritt 2017 drei Kämpfe, von denen er einen nach Punkten verlor und zwei durch KO 2 gewann. Der auf 10 Runden angesetzte Kampf gegen Moloney ging dann durch TKO 10 verloren. Der Mann aus Panama hatte einfach zu viel kassiert (ein paar Tiefschläge waren auch dabei) und wurde vom Ref stehend aus dem Kampf genommen. Trotzdem bleibt Concepcion gerade noch in den Top 25 dieser Gewichtsklasse und wird auch in der nächsten Zeit ein gefragter Gegner sein. Hier findet man den Kampf: (Klick).

In Inglewood / Kalifornien gab es am Samstag eine Veranstaltung „Superfly 3“, bei der die Mehrzahl der Kämpfe in Super-Fliegengewicht stattfanden. Zwischen dem beiden Mexikanern Juan Francisco Estrada und Felipe Orucuta gab es einen WBC-Eliminator, den Estrada deutlich nach Punkten (118:110, 2x 117:111) gewann. Er wird dann der nächste Pflichtherausforderer von WBC-Champ Wisaksil Wangek. Der thailändische Champ kämpft das nächste mal im Oktober. Also wird wohl in diesem Jahr nicht mehr mit dem Pflichtkampf zu rechnen sein.

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Etwas seltsam war bei dieser Veranstaltung das Unentschieden zwischen den beiden Philippinos Donnie Nietes und Aston Palicte (116:112, 110:118 und 114:114). Bei dieser Punktwertung muss man sich fragen, ob alle Beteiligten den gleichen Kampf gesehen und bewertet haben. Der vakante Titel bleibt somit weiter bei der WBO im Schrank. Ob es zu einem Rematch kommt oder andere Gegner darum kämpfen, ist Entscheidung des Verbandes. Erst einmal sollte man die Punktrichter zur Schulung schicken. Normalerweise hätte Nietes den Kampf sicher gewonnen.

In St. Petersburger „Club42“ verteidigte die Kasachin Firuza Sharipova ihren WIBA.Gürtel im Leichtgewicht gegen die russische Herausforderin Yulia Kutsenko nach Punkten (98:92 und 2x 96:94). Die Titelverteidigerin (blaue Kampfkleidung) war dabei deutlich überlegen und die 2 x 96:94 Werung für die Russin sahen schon etwas geschmeichelt aus.

Der Brite Amir Khan wollte sich mit einem weiteren überzeugenden Sieg für einen großen Kampf empfehlen. Was ihm dann am Samstag in Birmingham gelang, war „nur“ ein Punktsieg (119:109, 118:110, 119:108). In diesem Kampf wurden besonders in Runde 2 die Stärken und Schwächen von Khan deutlich. Er schickte Vargas auf die Bretter, war aber nicht in der Lage entscheidend nachzusetzen. Er verlor den Faden und seine Schläge waren unpräziere. Vargas konnte sich noch während dieser Runde erholen und schickte seinerseits kurz vor Rundenende Khan runter. Khan hatte das Glück, dass danach gleich die Glocke kam. Auch Runde 3 war „nicht ohne“. Vargas verpasste Khan einen Tiefschlag, für den er ermahnt wurde. Khan revanchierte sich mit einem weiteren Niederschlag. Vargas wurde erneut angezählt. Zu diesem Zeitpunkt dachte man kaum, dass der Kampf über die volle Distanz gegen wird. Es sollte dann aber doch so kommen. Khan lief viel rum und schlug nicht gerade sehr präziese. Irgendwie hatte man auch den Eindruck, dass der erfahrene Ringrichter Terry O`Connor pro Khan war.

Das Khan den Kampf gegen Vargas verdient gewonnen hat – kein Zweifel. Wenn er jetzt aber glaubt, er sei gut gerüstet für einen großen Fight gegen Brook, Pacquiao, Spence jr oder sogar gegen Crawford, ist er schwer auf dem Holzweg. In einem Fight gegen die genannten Boxer kriegt er auf jeden Fall „die Hucke voll“, weil er einfach nicht in der Lage ist, tatsächlich die feine Klinge so präziese zu schlagen, wie es die solche Top-Level Gegner drauf haben. Dazu kommen noch konditionelle Mängel, die Khan immer wieder durch ständiges Weglaufen kaschieren muss.

Hier der Kampf:

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