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Boxsport – Rückblick auf das Wochenende (KW 32)

Besonders viel ist an diesem Boxsport-Wochenende nicht passiert. Deshalb erübrigte sich auch eine Vorschau. Es gab einfach zu wenig besondere Events und zu wenige wirklich prominente Boxer, die im Ring standen. Trotzdem hier eine Rückschau auf einige Ereignisse der letzten Tage:

Zuerst eine aktuelle Nachricht, die nichts mit einem Kampf zu tun hat. Der Magdeburger Boxstall SES muss in der nächsten Zeit ohne Cheftrainer Dirk Dzemski auskommen. Nach Angaben von SES-Chef Ulf Steinforth muss Dzemski pausieren und sich wegen Handverletzungen operativ behandeln lassen. Das Training der Boxer muss selbstverständlich weiter gehen.

Als neuer Trainer von Schwergewichtler Tom Scharz wurde Ulli Kaden vorgestellt. Kaden war als Amateurboxer einer der erfolgreichsten Superschwergewichtler der 80er Jahre. Er war 9x DDR-Meister, zweimal Europameister, Weltcup-Sieger, mehrfach Sieger beim „Internationalen Chemiepokal“ und anderen internationalen Turnieren. Kaden zählt zu den wenigen Boxern, die von sich sagen können, sowohl Theofilo Stevenson als auch Lennox Lewis jemals besiegt zu haben. Den nächsten Kampf wird Tom Schwarz am 15. September in der Stadthalle Magdeburg bestreiten. Ein Gegner wurde noch nicht bekannt gegeben. Es bleibt abzuwarten, ob man bereits bei diesem Kampf eine „andere Handschrift“ des neuen Trainers erkennen kann.

Der Weltverband WBA sorgt mit seiner weiträumig angelegten Titelreduzierung wieder einmal für etwas Aufsehen. Auch im Schwergewicht soll es in Zukunft wieder nur einen Weltmeistertitel geben. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen in allen Gewichtsklassen der Interim-, der reguläre – und der Super-Champ gegeneinander kämpfen. In einigen Gewichtsklassen ist das Prozedere bereits abgeschlossen. Im Schwergewicht gab es nach der Suspendierung (wegen angeblichem Dopingvergehen) von Luis Ortiz im September 2017 keinen Interim-Titelträger mehr. Ortiz ist bei der WBA bis zum 22. September 2018 nicht in den Rankings vertreten. Um das „gleiche Spiel“ wie in den anderen Gewichtsklassen ablaufen zu lassen, musste also ein neuer Interim-Champ gefunden werden.

IB46FLORES-BRYAN-webMan hat die im Ranking vertretenen Trevor Bryan (#4) und BJ Flores (#5) ausgewählt, den Interim-Titel unter sich auszumachen. Beide kämpften am Samstag in Phönix / Arizona gegeneinander. Der Kampf wurde im Gegensatz zu anderen „Iron-Boy“ Veranstaltungen diesmal nirgends offiziell übertragen. Vielleicht war das auch besser so, denn man wird kaum jemals einen unwürdigeren Interim-WM-Kampf gesehen haben. Die Undercard dieser „Iron-Boy“ Veranstaltung gab es per Wackel-Handystream live auf einem youtube-Kanal zu sehen. Den Hauptkampf dann allerdings nicht mehr. Offenbar war entweder der Akku des Handys alle oder der „Kameramann“ hatte keine Lust mehr, den Arm hoch zu halten. Der Kampf zwischen Bryan und Flores endete mit einem Fiasko für Flores und einem TKO 4 Sieg für Bryan. Zuvor war Flores in den Runden 3 und 4 jeweils 3x am Boden. Bedenkt man die BoxRec-Platzierungen von beiden Boxern, muss man sich fragen, wie die überhaupt in das WBA-Ranking gekommen sind. Der neue WBA-Interim-Champ Trevor Bryan ist jedenfalls trotz seines Sieges über BJ Flores eine völlige Fehlbesetzung.  Sowohl bei Flores als auch Bryan hat der „altehrwürdige“ Manager Don King seine Finger im Spiel: Den Rest kann man sich denken. Don King wäre nicht Don King, wenn er keinen guten Draht zur WBA hätte. Mit Guillermo Jones (#10) hat King sogar noch einen weiteren Boxer bei der WBA am Start. Der 46-jährige trägt sogar noch einen Titel. Er ist WBA-Fedelatin-Champ (“WBA-Federación Latinoamericana”).

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Das meiste Aufsehen bei den mexikanischen Boxfans erregte eine Veranstaltung in Mexiko City. In den Hauptkämpfen gab es je ein Rematch von Jackie Nava und Marina Juarez zu sehen. Beide siegten mit fast identschen Ergebnissen wie in den ersten Kämpfen. Nava boxte auch nach 1 1/2 Jahren Ringabstinenz in Höchstform und zwang ihre Gegnerin nach 7 Runden zur Aufgabe. Juarez boxte ihren “Stiefel” runter und siegte souverän nach Punkten (97:92, 2x 98:91). Dabei wurde der Japanerin in Runde 10 ein Punkt wegen angeblich absichtlichem Kopfstoß abgezogen. Der bei Juarez entstandene Cut an der Stirn änderte aber auch nichts mehr am Ergebnis. Für Nava war es der 34., für Juarez bereits der 50. Sieg ihrer Profikarriere. Die beiden Boxerinnen Nava und Juarez sind in Mexiko äußerst populär und werden demnächst zu einem „Big Fight“ gegeneinander antreten. Es wird eine Ringschlacht erwartet, die in Mexiko schon jetzt als Event des Jahres gesehen wird.

Jackie Nava vs Alys Sanchez:

Mariana Juarez vs Terumi Nuki:

Auch in Deutschland wurde geboxt. Im Hauptkampf der Veranstaltung in Bernau / Brandenburg schlug Rico Müller den aus Windhuk / Namibia angereisten Bethuel Ushona über 8 Runden nach Punkten. Für Rico Müller war es der 4. Sieg in Folge nach seiner Niederlage gegen Jeff Horn im Jahr 2016. Müller bestätigte damit seine Führungsposition im deutschen Weltergewicht. Der zweitplatzierte Deniz Ilbay ist nach einer zehnmonatigen Verletzungspause ebenfalls wieder fit und kämpft im September in Ludwigshafen bei einer Sauerland-Veranstaltung. Man kann gespannt sein, ob es jemals zu einem deutschen Spitzenduell zwischen Müller und Ilbay kommen wird.

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3 Kommentare

  1. 13. August 2018 at 13:13 —

    Kann für T. Schwarz nur von Vorteil sein mal mit einen anderen Trainer zu arbeiten, denn in seinen Leistungen hat er seit geraumer stagniert!

    Die Interims-WM der WBA im Schwergewicht war doch mal wieder ein Witz und die Leistung von Flores wohl auch!?

    • 13. August 2018 at 14:01 —

      Leider ist die WBA wieder in ihre alten Muster zurückgefallen. Erst der Interims und Reguläre Titel im CW dann die sofortige neuvergabe des interimstitel im federgewicht und jetzt das.
      Schade die wba war auf einem guten weg.

  2. 13. August 2018 at 19:36 —

    Meine ich das nur oder wird Tom schwarz immer fetter?

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