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Boxsport – Rückblick auf das Wochenende

Neben der WBSS-Veranstaltung in Moskau, dem Highlight des vergangenen Boxsport-Wochenendes, wurde natürlich auch an anderen Orten gekämpft. Teilweise ging es dabei auch um mehr oder weniger bedeutende Gürtel. Hier ein kleiner Überblick:

In der Dominikanischen Republik kämpfte am Samstag der amerikanische Mittelgewichtler Curtis Stevens (30(22)-6(3)-0) um den Gürtel des kleinen Verbandes IBA. Sein Gegner in der Stadt „Santiago de los Caballeros“ war mit Carlos Jairo Cruz (18(12)3(3)-0) ein ortsansässiger Boxer, der offenbar eine Menge Fans mit in die Halle gebracht hatte. In den 4 Runden schenkten sich beide Boxer nichts. Es schien ein unterhaltsames Geben und Nehmen zu werden. Zum Ende der 4. Runde zeigten dann aber doch die harten Körpertreffer von Stevens ihreWirkung. Der Heimboxer war in argen Schwierigkeiten. Offenbar signalisierte der Bruder von Cruz aus der Ecke, dass der Kampf gestoppt werden soll. Das tat Ringrichter Steve Smoger dann auch. Offizielles Ergebnis RTD 4 – Sieg für Curtis Stevens. Damit waren die Zuschauer absolut nicht einverstanden und sie zeigten sich wenig ritterlich. Es entwickelte sich in den Minuten nach dem Kampfende eine regelrechte Saalschlacht, bei der die Plastikstühle aus und in alle Richtungen flogen. Vor der Halle ging es weiter, sodass mehrere Polizeiwagen vorfuhren um dieses Gewühle aufzulösen. Dabei sollen auch Schüsse gefallen sein. Ob Jemand ernsthaft verletzt wurde, ist nicht bekannt. Stevens und Smoger kamen knapp mit heiler Haut davon. Vor diesem Kampf hatten bereits 2 Boxer aus der Dom-Rep in Titelkämpfen verloren. Nur der Bantamgewichtler Junior Almonte (10(8)-0-0) kam zu einem KO 1-Sieg über einen Venezuelaner und holte sich dabei einen kleinen WBC-Titel.

Der Zenit des in den USA lebenden Nigerianers Lateef Kayode (21(16)-4(3)-0) scheint überschritten zu sein. Der mittlerweile 36-jährige verlor am Freitag den 4. Kampf in Folge. Gegen Alexei Egorov (6(5)-0-.0) gab er nach 6 Runden auf. Er bot dem Russen zwar bis dahin ganz gut Paroli, konnte aber wenig gegen ihn ausrichten und hatte offenbar nach 6 Runden keine Lust mehr. Seit seiner ersten Niederlage gegen Denis Lebedev im Jahr 2015 gelang Kayode kein Sieg mehr. Damit scheint die Karriere des Afrikaners besiegelt zu sein. Er kann sich bestenfalls noch als Jouneyman anbieten.

Einen noch ungünstigeren Ausgang nahm der Kampf des Deutschen Eugen Buchmüller gegen den Chinesen Zhilei Zhang. Buchmüller ging gegen den einen Kopf größeren Chinesen in Runde 1 mutig vorwärts und traf auch recht gut, bis ihn eine Körper-Kopf Kombi des 1,98 m Riesen auf den Ringboden zwang. Buchmüller stand vielleicht eine Sekunde zu spät wieder auf den Beinen und der Kampf war aus. Zhang konnte einen weiteren KO Sieg für sich verbuchen. Für Buchmüller war es die dritte, aber erste vorzeitige Niederlage. Es wäre sicher mal ganz interessant, wie ein Kampf zwischen Buchmüller und einem der hoch gehandelten deutschen Nachwuchs-Schwergewichtler ausgehen würde. Das Buchmüller-Motto: „Wir kämpfen gegen jeden!“ gilt sicher auch für deutsche Boxer.

Um 4 amerikanische Meistertitel des Verbandes „American Boxing Federacion“ ging es am Samstag in Memphis. Einer dieser Titel wurde im Bantamgewicht der Frauen ausgeboxt. Die 29-jährige Ava Knight-Selicka kämpfte dabei gegen die 31-jährige Leesa Daniels und gewann recht deutlich mit 3x 60:53 nach Punkten. Für Ava Knight, die vor einigen Jahren zur Weltspitze des Frauenboxens gehörte, war es der erste Kampf nach über 2 Jahren Ringabstinenz. Man kann gespannt darauf sein, ob und wie es in ihrer Karriere weiter gehen wird. Auch im Super-Welter der Herren ging es um den amerikanischen Meistertitel. Hier kam es zu einem ematch zwischen dem 40-jährigen Vivian Harris (33(19)-12(9)-2) und dem 44-jährigen DeMarcus Corley (51(28)-31(7)-1). Die beiden Veteranen kämpften zuletzt im Mai vorigen Jahres gegeneinander um den Gürtel des Verbands UBF. Damals war es Corley, der knapp nach Punkten gewann. Diesmal war es Harris, der deutlich gewann. Für Harris, der zu seinen besten Zeiten im Jahr 2004 2x nacheinander in Deutschland Oktay Urkal bewingen konnte, sollte das wohl einer der letzten Kämpfe seiner Karriere sein. Für Corley, den Ex-WBO-Champ im Leichtgewicht, gilt das Gleiche. Auch seine beste Zeit war vor ca. 15 Jahren, bevor er dann Kämpfe gegen Zab Judah, Floyd Mayweather und Miguel Cotto verlor. .

WBC-Superfliegengewicht-Champ Wisaksil hat am Samstag in einem Zwischenkampf seine Form unter Beweis gestellt. Er bezwang seinen Gegner Young Gil Bae aus Korea durch TKO 1. Am 6. Oktober soll es dann wieder einen „richtigen Kampf“, also eine Titelverteidigung geben. Ein Gegner dafür steht noch nicht fest.

Die Amerikanerin Shelly Vincent gewann auch das Rematch gegen die Argentinierin Calixta Silgado. Beide standen sich am Sanmstag in Mashantucket im Federgewicht gegenüber. Der Kampf ging über 8 Runden und endete mit einer SD Entscheidung. Ein Punktrichter will ein Unentschieden gesehen haben, Die anderen Beiden gaben den Kampf mit 78:74 an Shelly Vincent. Die 39-jährige hat sich mit diesem Sieg für einen Titelfight empfehlen können. Man muss abwarten, ob eine der Gürtelträgerinnen im Feder- oder Superfedergewicht bereit ist, ihren Titel gegen Shelly Vincent zu verteidigen.

Neben dem Event in Moskau gab es auch in Las Vegas ein bedeutendes Event. In den Hauptkämpfen wurde uim Titel gekämpft. Um den WBO-Titel im Super-Welter ging es zwischen dem mexikanischen Titelträger Jaime Munguia (30(25)-0-0) und dem britischen Herausforderer und WBO-Interim-Champ Liam Smith (26(14)-2(1)-1). Muninga gelang ein Punktsieg. Hier der Kampf:

Im zweiten Hauptkampf dieser Veranstaltung in Las Vegas ging es um den WBA-Titel im Super-Federgewicht. Weltmeister Alberto Machado (20(16)-0-0) aus Puerto Rico gelang dabei die Titelverteidigung gegen Rafael Mensah aus Ghana. Der Herausforderer kämpfte das erste mal außerhalb seines Heimatlandes und handelte sich in seinem 32. Kampf die erste Niederlage ein. Er verlor recht deutlich mit 3x 120:107 und musste sogar in Runde 1 zu Boden. Zuvor hatte er alle 31 Kämpfe (23 KO) in Ghana gewonnen. Leider wurde dieser Kampf bereits auf youtube gelöscht.

Bereits am Freitag standen sich in Kanada Jean Pascal und der MMA-Kämpfer Steve Bosse gegenüber. Bosse verlor den Kampf erwartungsgemäß durch TKO in der 8. Runde.  Bis dahin sahen die Zuschauer einen recht ausgewogenen Kampf. In Runde 8 hatte Pascal dann offenbar genug von dem Spielchen und traf Bosse mehrmals am Kopf. Der musste runter und war nach dem Anzählen nicht wieder voll da. Der Kampf ist hier zu sehen. (Klick)

 

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1 Kommentar

  1. 24. Juli 2018 at 15:28 —

    Kayode war noch nie ein Top-Boxer und seit er das erste Mal verloren hat ist auch sein Selbstbewusstsein flöten gegangen!

    Buchmüller macht doch das Beste aus seiner Situation, er gehört keinen großen Boxstall an und kämpft gegen jeden der kommt! In Deutschland meist gegen Aufbaugegner und für´s Ausland wird er als Aufbaugegner gebucht, letzteres ist vermutlich lukrativer!? Würde T.Schwarz gerne mal gegen Buchmüller sehen!

    DeMarcus Corley sollte man trotz seiner 44 Jahre nie so ganz abschreiben, der ist wie ein Stehaufmännchen, für den ein oder anderen Sieg, bzw. kleinen Titel reicht es immer mal wieder!

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