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Boxsport – Rückblick auf das Wochenende

Hier eine kleine Aswahl von einigen Boxsportereignissen des vergangen Wochenendes. Die mit Abstand beste Veranstaltung Europas gab es wie bereits beschrieben im Milleniumdome London zu sehen. Neben den herausragenden Schwergewichtskämpfen der Herren, gab es dabei auch einen Frauenkampf, der von der Rangigkeit der Titel her eigentlich der Hauptkampf hätte sein müssen. Die Irin Katie Taylor verteidigte ihre beiden WM-Gürtel (IBF und WBA) im Leichtgewicht gegen die Amerikanerin Kimbely Connor.

Dieser Kampf endete bereits in Runde 3. Connor wirkte von Beginn an zu steif. Sie boxte zu „brav“ und war in allen Belangen unterlegen. Um es deutlich zu sagen: Sie konnte der Weltmeisterin einfach nicht „das Wasser reichen“, weil diese Gegnerin nicht ihre Liga war. Nach 2 Runden hatte Taylor sich auf die Amerikanerin „eingeschossen“ und landete einen Kopftreffer nach dem anderen. In der 3. Runde hatte Connor mindestens schon 10 Bomben kassiert und kam ins Taumeln. Der Ref ging sofort dazwischen und bewahrte die wehrlose Herausforderin damit vor einem krachenden Abschuss. Die nächste Doublette zum Kopf wäre womöglich sehr ungesund für die 37-jähige aus Arkansas gewesen. Dennoch löste dieses Eingreifen des Ringrichters bei einigen Boxfans Missfallen aus, weil er sie nicht angezählt, sondern gleich aus dem Kampf genommen hat. Letztendlich lag diese Entscheidung in der Verantwortung des Refs, dessen Job es ja ist, auf die Einhaltung der Regeln und die Gesundheit der Boxer zu achten. Ob das Anzählen im Stehen bei IBF und WBA überhaupt zulässig ist, wäre die nächsten Frage. Für Katie Taylor steht die nächste Aufgabe bereits fest: Sie kämpft am 6. Oktober in Chicaco gegen die Puerto-Ricanerin Cindy Serrano. Das wird ein Fight auf Augenhöhe, der für die irische IBF- und WBA-Weltmeisterin bestimmt nicht so leicht zu gewinnen ist, wie diese 3 Runden “Sparring” gegen Kimberly Connor.

Einen vergleichsweise kleinen Erfolg gab es am Samstag in Rom für den Ex-WBA-Weltmeister Giovanni de Carolis. Er holte sich mit einem deutlichen Punktsieg (100:90, 100:89 und 99:90) im Kampf gegen seinen Landsmann Roberto Cocco den italienischen Meistertitel im Supermittelgewicht. Das wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein, was man von dem 33-jährigen de Carolis etwas zu hören bekommen hat.

Das Beste was es in den USA zu sehen gab, war die Veranstaltuung von Tom Brown und Richard Schäfer im Staples Center Los Angeles. ImHauptkampf ging es um die Titelvereinigung im Leichtgewicht zwischen WBC-Champ Mikey Garcia und IBF-Champ Robert Easter jr. Beide Boxer waren bis dahin in 38 bzw. 21 Profifights ungeschlagen. Der Kampf ging über die vollen 12 Runden und mit 118:109, 117:110 und 116:111 überraschend deutlich an Garcia.

Bei der gleichen Veranstaltung stand auch der Kubaner Luis Ortiz erstmals nach seiner Wilder-Niederlage im Ring. Er hatte mit dem Rumänen Razvan Cojanu keine Probleme und konnte den Kampf bereits in der 2. Runde durch KO beenden. Der über 2 Meter große Cojanu fiel nach einer Kombi zum Kopf auf den Ringboden war sichtlich benommen und konnte den Kampf nicht fortsetzen. Ortiz bekam durch diesen Abschuss gleich wieder Rückenwind und verlangt ein Rematch gegen Deontay Wilder. WBC-Präsident Mauricio Sulaiman hat bereits signalisiert, dass er sich einer Neuauflage des Kampfes vom März diesen Jahres nicht in den Weg stellen würde. Ortiz scheint zu wissen, dass die Zeit gegen ihn arbeitet. Der 39-jährige will jede Chance nutzen, um einen WM-Gürtel zu kämpfen, bevor seine natürliche Uhr immer weiter runter tickt.

In Kissimmee / Florida wurde um den vakanten WBO-Gürtel im Super-Federgewicht gekämpft. Der Japaner Masyuki Ito trat gegen den bis dahin in 23 Kämpfen ungeschlagenen Puerto-Ricaner Christopher Diaz an. Ito, der bereits vor 5 Jahren WBC-Juniorenweltmeister war, schickte de´seinen Gegner einmal zu Boden und konnte sich mit 116:111, 117:110 und 118:109 durchsetzen. Der 27-jähriger ist sei seinem 18.Lebensjahr Profi und durfte nach seinem ersten Auslandskampf den ersten „richtigen“ WM-Gürtel nach Tokyo mitnehmen.

Auch am Sonntag wurde gekämpft. In Japan fanden gleich 5 Profiboxveranstaltungen statt. Allerdings waren diese Events fast ausschließlich von regionaler Bedeutung für Boxer und Fans. In Okinawa und Kyoto ging es in Frauenkämpfen um WBO WM-Titel: Die auf internationalem Parkett bekannte Japanerin Tenkai Tsunami verteidigte in Okinawa ihren WBO Titel im Halbfliegengewicht gegen die philippinische Herausforderin Gretchen Abaniel. Die ehemals mehrfache Weltmeisterin im Minimumgewicht hatte gegen die Japanerin keine Chance und verlor den Kampf durch´TKO 4. In Kyoto standen sich die beiden Japanerinnen Nao Ikeyama und Mika Iwakawa im Kampf um den vakanten WBO-Gürtel im Atomgewicht gegenüber. Die 35-jährige Iwakawa gewann den Kampf durch eine MD-Punktrichterentscheidung. Die knapp unterlegene Ikeyama wird im September 49 Jahre alt und gab nach der Niederlage gegen Iwakawa ihren Rücktritt vom Boxsport bekannt. Ein ausführlicherer Bericht über diese beiden Frauenkämpfe findet sich in der Internetausgabe der “Japantimes”.

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1 Kommentar

  1. 31. Juli 2018 at 08:02 —

    Der 239-jährige Ortiz kämpft weiter – Respect.

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