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Boxsport – Ergebnisse vom Wochenende (KW 43)

Am vergangenen Wochenende gab es einige gute Veranstaltungen, bei denen es u.a. um Titelkämpfe ging. In New York wurde der IBF Gürtel im Mittelgewicht ausgeboxt. Auf der Undercard gab es ein heisses Rematch Duell zwischen 2 Frauen. Das WBSS-Turnier ging in New Orleans weiter. In der Schweiz und Mexiko waren Frauen die Hauptkteure bei Titelfights.

Mit einem denkbar knappen Ergebnis (113:114 ud 2x 115:112) endete der Kampf zwischen Daniel Jacobs und Sergiy Derevyanchenko um den vakanten IBF-Titel im Mittelgewicht. Man muss dabei bedenken, dass die beiden Kontrahenten bisher im gleichen Gym und beim gleichen Coach trainiert haben. Sie kennen sich aus dem FF und haben schon -zig Sparringsrunden absolviert. Nach anfänglichem Abtasten wollte es Jacobs bereits schon in Runde 1 wissen und schenkte seinem Gegner ordentlich ein. Der wurde angezählt, kam aber über die Runde und den Rest des Kampfes. Das Urteil war denkbar knapp und Sergiy Derevyanchenko musste sich wohl wegen des Niederschlags mit dem 2. Platz begnügen. Ansonsten wäre es womöglich ein Unentschieden geworden. Ein Rematch soll es nicht geben. Veranstalter Hearn würde Jacobs gerne gegen Canelo boxen lassen.

Auf der Undercard schlug Heather Hardy ihre Gegnerin Shelly Vincent diesmal etwas eindeutiger (99:91 und 2x 97:93). Hardy holte sich mit diesem Sieg den vakanten WBO-Titel im Federgewicht. Wie zu nicht anders erwarten war, schenkten sich beide Boxerinnen auch diesmal nichts. Für Vincent blieb auch nur der 2. Platz und vielleicht eine gute Börse, die sicher für ein paar neue Tattoos reichen wird. Leider ist der Clip von diesem Kampf bereits wieder einmal bei youtube gesperrt.

Die Vorrunde des WBSS-Turniers wurde in New Orleans mit 2 Kämpfen im Super-Leichtgewicht fortgesetzt. WBC-Champ Regis Prograis aus New Orleans bekam es mit dem Briten Terry Flanagan zu tun. Das wurde eine recht eindeutige Sache für den Titelverteidiger. Er schickte Flanagan in Runde 8 mit einer Linken zum Kopf auf die Bretter. Am Ende gab es ein Punkturteil (117:110, 118:109 und 119:108) für Prograis.

Der zweite Hauptkampf im Super-Leichtgewicht zwischen Ivan Baranchyk und Anthony Yigit um den vacanten IBF Gürtel endete nach 7 Runden. Der Schwede hatte ein geschwollenes linkes Auge und wurde auf Anraten des Ringarztes aus dem Kampf genommen. Die Schwellung war einfach zu groß geworden und es war nicht länger zu verantworten, Yigit unter diesen Umständen weiter boxen zu lassen. Bis dahin sah man einen recht munteren Kampf, der noch längst nicht entschieden war obwohl Baranchyk in Front lag. Er kassierte noch kurz vor Ende eine Punkt Abzug wegen runter drücken. Das hielt ihn aber nicht davon ab, es weiter zu machen und seinem Gegner auf den Hinterkopf zu schlagen. Besonders beliebt gemacht hat Baranchyk sich damit nicht.

Etwas kurios endete der Kampf des Reservekämpfers Subriel Matias aus Puerto Rico gegen den Argentinier Fernando Saucedo. Saucedo war bereits in Runde 1 zweimal am Boden. Aber das Ende durch DQ kam, weil ein Betreuer des Argentiniers während das Kampfes auf der Ringschürze stand. Der Ref hatte das nicht gleich gesehen und wurde erst in der folgenden Pause darauf aufmerksam gemacht. Wie es bis dahin aussah, wäre der Kampf eh nicht mehr viel länger gegangen.

In Bern / Schweiz hatte sich die mexikanische WBA Super-Fliegengewicht-Weltmeisterin Mirabel Ramirez eingefunden, um ihren Gürtel gegen Aniya Seki zu verteidigen. Das gelang ihr gegen die Erwartungen auch recht überzeugend. Seki hatte mit einer Punktwertung von 97:93 und 2x 98:91 eindeutig das Nachsehen. Ihr Bodenbesuch in Runde 2 war dabei nicht ausschlaggebend. Um einiges besser machte es die Serbin Maja Milenkovic, die ihre Gegnerin Tamar Nazarashvili mit 60:54 und 2x 59:55 im Griff hatte. Leider gibt es von diesen Kämpfen keine Clips.

Mit etwas Stirnrunzeln muss man den WBC-WM-Kampf im Bantamgewicht der Frauen sehen. Eigenlich war für Samstag der große Showdown zwischen den beiden Mexikanerinnen Mariana Juarez und Jackie Nava geplant und auch schon groß angekündigt. Es sollte nicht dazu kommen. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, keine ernsthaften Verhandlungen aufgenommen zu haben. Das Wort „kneifen“ brachte Jackie Navas Seite in Bezug auf Juarez Verhalten ins Spiel. Offenbar hatte Juarez kalte Füße bekommen und präsentierte mit der Australierin Susi „Q“ Ramadan plötzlich eine ganz andere Gegnerin. Dieser Kampf verlief recht ausgeglichen und man musste ein enges Urteil erwarten. „Q“ war der Meinung, dass sie gewonnen hat. Man hatte ihr allerdings vorsorglich schon mal in Runde 9 einen Punkt wegen Haltens abgezogen. Doch diese Hilfestellung des Refs war gar nicht nötig. Das erledigten dann schon die Punktrichter mit ihrer Einschätzung (98:91, 100:90 und 99.91), was in keiner Weise dem Kampf entsprach. Die Austrailerin verlies nach der Urteilsverkündung verärgert den Ring und es entstand im Zuschauerraum ein wildes Handgemenge zwischen einigen Fans. Nach dem Kampf wurde von Seiten des Verbandes natürlich gerne nur lobend pro Juarez berichtet.

Die eigentlich vorgesehene Gegnerin dieses Abends, Jackie Nava, kämpft am 10. November in Durango /Mexiko gegen die in Panama lebende Kolumbianerin Dayana Cordero um deren WBA-Interim Gürtel im Bantamgewicht.

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8 Kommentare

  1. 29. Oktober 2018 at 07:55 —

    Kam über die Runde und DEN REST DES KAMPFES??? Hört sich so an als hätte Derevyanchenko nur Prügel kassiert.
    Das war eine Split Decision!
    Ein Punktrichter war nicht gekauft. Ein Punktrichter sah es wie ich: Nämlich dass diese Boxer viel Geld bekommen, um zu kämpfen, aber einer von den beiden Boxern rannte und rannte am Anfang jeder Runde erstmal im Kreis, boxte etwas in der Mitte der Runde, dann rannte und rannte er, um am Ende der Runde wieder etwas zu boxen. Jacobs hatte seine Moment, war mir aber zu wenig. Ein Boxer, der weiß, dass er einen Sieg geschenkt bekommt, wieder immer nur gerade so viel tun wie nötig.

  2. 29. Oktober 2018 at 18:56 —

    Das “Kam über die Runde und DEN REST DES KAMPFES???” – Bedeutet nur, dass er bei dem Niederschlag keinen Schaden genommen hat, der ihn im Rest des Kampfes behindert hätte. Er war nicht angeklingelt deswegen.

    Es war ein knappes Ding und die Punktrichter lagen nicht weit voneinander entfernt.

    Wenn ein Boxer “im Kreis rennt”, dann kann man das einerseits als “weglaufen” oder aber als “Ringintelligenz” und “gute Beinarbeit” bezeichnen. … Je nach Sichtweise. Es ist bstimmt nicht klüger, wie angewurzelt stehen zu bleiben und das Kinn deckungslos hinzuhalten.

    Der Name Daniel Jacobs lässt sich nun mal besser in den USA vermarkten, als der Name Sergiy Derevyanchenko. Solange es kein krasses Fehlurteil war, muss man das nun mal als gegeben hinnehmen.

    Das ist meine “Privatmeinung” … 😉

  3. 29. Oktober 2018 at 19:48 —

    Ich finde kein Video über den Kampft Daniel Jacobs und Sergiy Derevyanchenko .Aber wenn jemand ständig wegrennt und die letzen Sekunden aktiv wird,dann ist das für mich eine Kampfverweigerung.Noch dazu ist Jakob deutlich größer und hat Reichweitenvorteile.Was macht er ? Wegrennen.Schöner Kampftsport !

    • 30. Oktober 2018 at 08:38 —

      oft verschwinden die Videos wieder. Ich mache meinen Smart-TV gegen 8 Uhr früh an, aktiviere YouTube und Google hat es mir dann bereits die Kämpfeschon rausgesucht, weil ich eigentlich nichts anderes am WE morgens suche.

  4. 29. Oktober 2018 at 22:54 —

    Das Profiboxen hat in den letzten Jahren eine unangenehme Wandlung vollzogen. Weg vom Sport, dem Preisboxen, hin zur reinen Unterhaltung, zum Event, zum Entertainment.
    Die Regeln des Geschäftes haben diesen archaischen Wettkampf in ein verwaltetes Businessspektakel verwandelt. Das Preisboxen gehört heute fest zur Unterhaltungsindustrie, das beginnt beim Matchmaking und endet oft in skandalösen Fehlurteilen. Noch in den Siebzigern galt, wer Druck macht, nach vorn geht, führt den Kampf. Heute gilt der als Sieger, der den Kampf meidet, verweigert oder zerstört. Das wird dem Publikum dann als taktisch klug, als technisch brillant und Strategie verkauft. Der Kampf Jacobs gegen Derevyanchenko ist ein Musterbeispiel für diese neue Dimension des Boxsports. Selbst wenn man sich den Kampf in Zeitlupe mehrfach anschaut, kann niemand allen Ernstes behaupten, das Jacobs den Kampf gewonnen hat. Die Ringrichterin Julie Lederman hatte am Schluss wohl die beste Wertung. Sie hatte Derevyanchenko vorn, sehr knapp, aber richtig. Nicht allen Boxern gelingt, was Dmitri Pirog mit Kampfvermeidern wie Jacobs gemacht hat, ihn nämlich KO zu schlagen, deshalb sollte man das Regelwerk anpassen. Allen Boxern, die permanent auf Vermeidung aus sind und nur im Rückwärtsgang Zeit schinden, sollten automatisch die Runden verlieren. Und Moderatoren, die uns den Sport als Schach im Kopf verkaufen wollen, sollten sich bei der Stadtreinigung nützlich machen.

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