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Boxlegende Marvin Hagler ist tot

Boxlegende Marvin Hagler ist tot

Der ehemalige Box-Weltmeister Marvin Hagler ist im Alter von 66 Jahren gestorben. Das hat Haglers Ehefrau Kay G. Hagler am Samstag in einem Facebook-Beitrag auf der Fanclub-Seite ihres Mannes bestätigt: „I am sorry to make a very sad announcement. Today unfortunately my beloved husband Marvelous Marvin passed away unexpectedly at his home here in New Hampshire. Our family requests that you respect our privacy during this difficult time. With love Kay G. Hagler“

„Ich muss leider eine sehr traurige Mitteilung machen. Heute ist bedauerlicherweise mein geliebter Ehemann Marvelous Marvin unerwartet zuhause hier in New Hampshire verstorben. Unsere Familie bittet darum, dass Sie unsere Privatsphäre während dieser schweren Zeit respektieren. In Liebe Kay G. Hagler“

Wie es heißt, soll Hagler mit Schmerzen in der Brust und Atembeschwerden in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Vier Stunden später wurde der Familie mitgeteilt, dass Marvin Hagler gestorben sei.

‚Marvelous‘ Marvin Hagler war von 1980 bis 1987 ungeschlagener Weltmeister im Mittelgewicht und gilt als einer der besten Mittelgewichtsboxer aller Zeiten. 62 seiner 67 Profikämpfe konnte Hagler für sich entscheiden, 52 Mal gewann er durch KO.

Seinen ersten Profikampf bestritt Marvin Hagler am 18. Mai 1973. In seinen ersten 14 Fights boxte Hagler klassische Aufbaugegner, von denen nur drei eine positive Kampfbilanz aufweisen konnten. Hagler gewann alle Begegnungen, 12 davon durch KO.

Erst als sich ‚Marvelous‘ Marvin am 30. August 1974 gegen den in 21 Profikämpfen ungeschlagenen Olympiasieger von 1972, Sugar Ray Seales, nach Punkten durchsetzen konnte, war abzusehen, dass er auch für größere Aufgaben geschaffen war.

Einen Dämpfer bekam Haglers Karriere, als er – in 26 Kämpfen ungeschlagen – am 13. Januar 1976 in dessen Heimatstadt Philadephia gegen Bobby Watts antrat und völlig überraschend nach Punkten verlor. Auch gegen Willie ‚The Worm‘ Monroe zog Hagler am 9. März 1976 den kürzeren. Das sollte jedoch für die folgenden 11 Jahre seine letzte Niederlage bleiben.

Seinen ersten Versuch, Weltmeister zu werden, unernahm Marvin Ende 1979. Als Nummer 1 der WBA-Rangliste und Nummer 2 im WBC-Ranking stieg er als Herausforderer des Italieners Vito Antuofermo in Las Vegas in den Ring. Die Konkurrenten waren sich von der Bilanz her ebenbürtig: beide hatten 49 Profikämpfe bestritten, Antuofermo hatte 45 und Hagler 46 Mal gewonnen. Nach 15 Runden kam es schließlich zu einem äußerst umstrittenen Punkteurteil: der Kampf endete Unentschieden, Antuofermo blieb Weltmeister.

Im September 1980 bekam Hagler erneut die Chance auf die Weltmeistertitel der WBA und WBC. Zwischenzeitig hatte der Brite Alan Minter Antuofermo entthront, Hagler dominierte den Kampf gegen ‚Boom Boom‘ Minter deutlich und gewann durch TKO 3. Im Mai 1983 krönte sich Hagler zusätzlich zum ersten Weltmeister des neugegründeten Weltverbandes IBF.

Am 10. November 1983 verteidigte er alle drei Titel gegen Boxlegende Roberto Duran, der 77 seiner 81 Kämpfen gewonnen hatte, davon 58 durch Knockout. Hagler gewann den Kampf in Las Vegas einstimmig nach Punkten.

Spektakulär war vor allem der Kampf zwischen Hagler und Thomas ‚Hitman‘ Hearns am 15. April 1985. Hagler, zu diesem Zeitpunkt dreifacher Weltmeister, auf dem Höhepunkt seiner Karriere und seit über neun Jahren ungeschlagen, lieferte sich mit seinem Herausforderer einen der besten Kämpfe aller Zeiten. Die erste Runde wurde zur „Runde des Jahres“ und der Kampf selbst zum „Kampf des Jahres“ gewählt. Hagler gewann durch technischen KO, Hearns und Hagler wurden anschließend gute Freunde.

Seinen letzten Kampf bestritt Marvin Hagler am 6. April 1987 gegen Sugar Ray Leonard. Hagler verlor ganz knapp und sehr umstritten nach Punkten und forderte ohne Erfolg einen Rückkampf. Vierzehn Monate später zog sich der ehemalige Weltmeister im Juni 1988 vom Boxen zurück und erklärte, er sei es „leid, darauf zu warten“ dass Leonard noch einmal gegen ihn antreten würde. 1990 soll Sugar Ray Leonard Hagler dann doch noch ein Rematch angeboten haben, aber ‚Marvelous‘ lehnte ab.

Der Kampfname „Marvelous“ – also „wunderbar“ – stammt übrigens nicht von seinen Fans, Hagler hat ihn seinerzeit selbst gewählt, wie er einmal in einem Interview verraten hat: „Die Anerkennung, die ich verdiene, habe ich von anderen nie erhalten, also habe ich sie mir selbst gegeben.” In späteren Jahren dürfte Hagler allerdings durchaus zufrieden mit der Anerkennung seiner Person gewesen sein.

Sein Markenzeichen – die Glatze – pflegte Hagler übrigens täglich mit Kokosbutter oder Vaseline.

Ruhe in Frieden, ‚Marvelous‘ Marvin Hagler.

Nachdem das Gerücht kursiert, Marvin Hagler sei an den Folgen einer Corona-Impfung gestorben, hat Haglers Witwe dazu Stellung bezogen:

Ins Deutsche übersetzt:

“Ich möchte mit meinem Herzen zu Euch allen sprechen. Bitte entschuldigt, wenn mein Englisch nicht richtig geschrieben ist, aber ich hoffe, dass jeder mich in diesem schwierigen Moment verstehen kann.
Nach 31 Jahren ist die Liebe meines Lebens weg und mein Leben ohne ihn macht keinen Sinn mehr, aber ich kann ihn auch jetzt noch neben mir spüren und er sagt mir, dass ich nicht aufgeben und stark für ihn sein soll.
Danke für eure Liebe, er hat die Menschen so sehr geliebt, er hat euch alle geliebt, er war glücklich, wenn er eure Kommentare gelesen hat, er war ein besonderer Mensch, der beste Mensch, den ich je in meinem Leben getroffen habe.
Ich war die einzige Person, die ihm bis zur letzten Minute nahe stand und ich bin die einzige Person, die weiß, wie die Dinge gelaufen sind, nicht einmal seine Familie kennt alle Details und ich akzeptiere es NICHT, irgendwelche dummen Kommentare zu lesen, ohne dass die Verfasser wirklich wissen, was passiert ist. Mit Sicherheit war es nicht der Impfstoff, der seinen Tod verursacht hat. Mein Baby ist in Frieden gegangen mit seinem üblichen Lächeln und jetzt ist nicht die Zeit, um Unsinn zu reden.
Marvin hasste Beerdigungen und deshalb wird es keine Beerdigung oder kirchliche Feiergeben, er möchte mit einem glücklichen Lächeln in Erinnerung bleiben, aber ich würde mich freuen, wenn jeder von Euch eine Kerze für ihn anzünden könnte.
Danke euch allen für eure Liebe

Kay G. Hagler”

Hier noch einmal “The War”, der Kampf zwischen Hagler und Hearns im Jahr 1985.

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6 Kommentare

  1. 14. März 2021 at 10:04 —

    Einer der besten überhaupt.

  2. 14. März 2021 at 12:30 —

    Neben Carlos Monzon der beste Mittelgewichtler aller Zeiten – R.I.P., Champ!

  3. 15. März 2021 at 18:08 —

    guter artikel.
    hagler war für mich der beste mittelgewichtler mit sugar ray robinson
    .er hatte eigendlich alle geschlagen bis auf leonard,
    wobei ich ein draw oder sieg für hagler damals auf meinem zettel hatte.
    entäuschend dass leonard ihm kein rematch gegeben hat,
    fand das sehr schwach von leonard.

    mochte ihn nie
    chicken fighter

  4. 15. März 2021 at 23:23 —

    Tja, manche Menschen sterben einfach zu früh, in diesem Fall der beste Mittelgwichtler den es je gegeben hat!
    Ein Rechtshänder der zu einem Rechtsausleger umfunktioniert wurde! Hagler konnte während eines Kampfes aber auch problemlos die Auslage wechseln, was sicher auch, neben seiner Schlagkraft, zu seiner 7jährigen Regentschaft als WM beigetragen hat!
    Ich vertrete nach wie vor die Meinung das der Sieg von Leonard nicht umstritten war, umstritten war eher das ein Punktrichter für Hagler gewertet hatte!

    R.I.P. Champ

  5. 16. März 2021 at 05:49 —

    Er ist nicht einfach so gestorben. Nach dem er gegen Corona Geimpft wurde, ging es ihm schlecht. Im Krankenhaus starb er dann. Erstaunlich, daß es es hier nicht erwähnt wird.

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