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„Boxing Legends“ lieferten in Oklahoma ihre Show ab

Samuel Peter hatte bei seinem Comeback-Kampf gegen Ron Aubrey ein leichtes Spiel. Beide Boxer machten dabei nicht gerade einen austrainierten Eindruck. Sowohl Peter, als auch sein Gegner, schoben eine ausgeprägte Wohlstandsmurmel vor sich her, wie man sie sonst nur u.a. von untrainierten Boxkommentatoren kennt. Dementsprechend war dann leider auch die Vorstellung.

Bei dem ersten Schlag an den Kopf lies der 48-jährige Aubrey sich nach vorne fallen und hatte auch keine Eile, wieder auf die Beine zu kommen. Resultat: TKO 1 – Sieg für Peter, der darauf nicht unbedingt stolz sein muss. Für eine Showveranstaltung mag es reichen, doch für richtiges Boxen? Nie im Leben – so jedenfalls nicht mehr. Jeder Gegner aus den Top 100 des Schwergewichts würde Peter mühelos beherrschen. Dieser „Kampf“ war ein Comeback im Ring, aber kein Comeback in den ersten, zweiten oder dritten Reihen des Boxsports. Vielleicht reicht es ja noch für ein paar Shows in den USA. Boxer wie Ray Austin oder sogar Butterbean wären bestimmt gerne bereit, gegen ihn anzutreten. Fürchten brauchten sie „The Nigerian Nightmare“ jedenfalls nicht.

Auch der mittlerweile 40-jährige Ricardo Mayorga kam zu einem Sieg in Runde 1. Sein Gegner wurde in einer Ringecke zur leichten Beute für den bekennenden Freund der blauen Wolken und wurde so lange bearbeitet, bis Ringrichter Gerald Ritter einschritt und den nahezu wehrlosen Allen Medina „erlöste“. Auch dieser Kampf sagt eigentlich nichts darüber aus, wie viel Ringrost Mayorga nach 3 Jahren Ringabstinenz angesetzt hat.

Der 3. Hauptkampf der Veranstaltung fand zwischen Luis Ramon Campas und Julio Cesar Lanzas statt. Dieser Kampf ging über volle 6 Runden und endete mit einem Erfolg für Campas. Die Punktwertung von 60:54 und 2x 59:55 gegen einen Journeyman sieht wohl gut aus, doch gegen viel stärkere Gegner wird das „Yori Boy“ Campas kaum gelingen. Nach nun 123 Kämpfen sollte der 43-jährige Mexikaner so langsam auf der Zielgeraden seiner Profikarriere eingebogen sein.

Zu einem Sieg kam auch 43-jährige Amerikaner Grady Brewer (32(16)-19(9)-0) über den Marokkaner Said Ouali (29(21)-5(2)-0). Das Punkturteil fiel mit 60:54, 59:54 und 58:56 deutlich genug aus. Vor 5 Jahren lieferte Ouali noch Selcuy Aydin einen knappen Kampf über 12 Runden um den WBC-International-Titel. Seine damalige Leistungsfähigkeit konnte er in Oklahoma nicht mehr abrufen.

Die übrigen Kämpfe gingen ebenfalls zu Gunsten der Favoriten aus. Solche eher als Showveranstaltung zu wertenden Boxevents haben sicherlich ihre Berechtigung, doch sollte man dabei einfach nicht erwarten, die Weltelite des Faustkampfes zu erleben. Es war, was es eben ist: Ein sportliches Unterhaltungsprogramm, geboten von Boxern mit ehemals klangvollen Namen, die sich gerne selbst als „Legenden des Boxsports“ bezeichnen. Immernoch besser anzusehen, als „Promiboxen“ von irgendwelchen Leuten, die keine Ahnung vom Boxsport haben und den guten Ruf dieses Sports beschädigen.

Autor: Johannes Passehl

Foto: PA Picture Alliance

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1 Kommentar

  1. Endlich ist Mayorga wieder da! Das Boxbusiness braucht normale Typen wie ihn!

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