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Boxevent in Warschau mit „durchwachsenen“ Ergebnissen

Bei einer Freitags-Veranstaltung in Warschau wurde gestern Abend Figths in verschiedenen Kampfsportarten geboten. Neben mehreren K1-Kämpfen gab es auch einen Kick-Box- und einen MMA-Kampf zu sehen. Den Löwenanteil hatte das klassische Boxen mit 6 Begegnungen. Die Hälfte davon war weniger bedeutend. In den 3 Hauptkämpfen sollte es gutes Boxen mit überzeugenden Leistungen der polnischen Boxer geben. Diese Erwartungen wurden nur teilweise erfüllt. Ein weiterer Hauptkampf wurde aus dem Programm genommen: Wach vs Molina kam nicht zu Stande, weil Molina wegen angeblichem Doping im Jahr 2016 rückwirkend gesperrt wurde.

Den Auftakt zu den Hauptkämpfen machte der in Polen geborene Izuagbe Ugonoh. Sein Gegner war der in den USA lebende Kameruner Fred Kassi. „Izu“ Ugonoh trat zum ersten mal nach seiner Niederlage gegen Dominic Breazeale im Februar 2017 wieder ins Rampenlicht. Der als Comeback-Gegner gewählte Fred Kassi hatte scheinbar wenig Interesse, sich weghauen zu lassen. Nach 2 Runden lockerem Sparring erklärte Kassi zu Beginn der 3. Runde dem Ringrichter, dass er nicht weiter kämpfen kann. Sehr überzeugend wirkte dabei weder der Kampf noch der Grund des Abbruchs: Kassi fühlte sich „körperlich nicht in der Lage“ weiter zu kämpfen.

Der einzige wirkliche Titelfight fand zwischen 2 Frauen statt. Die Polin Ewa Piatkowska verteidigte ihren WBC-Gürtel im Super-Welter gegen de Schwedin Maria Lindberg. Beide Boxerinnen lieferten sich über 10 Runden einen ausgeglichenen Fight. Leider ist von diesem Kampf kein Clip aufzutreiben. Das Ergebnis ist bekannt. Es gab mit 95:95 und 2x 96:94 einen knappen Punktsieg für die Titelverteidigerin. Maria Lindberg ging mit 2 genähnen Cuts, einer geschwollenen Nase und hoffentlich mit einer guten Börse nach hause. Der Gürtel bleibt im Besitz der Warschauer Heimboxerin. Lindberg beschwerte sich nicht über die Niederlage, sagte aber auf Facebook, dass das Ergebnis ein anderes gewesen wäre, wenn der Kampf außerhalb Polens stattgefunden hätte.

Im Hauptkampf der Veranstaltung ging es zwischen Artur Szpilka und Dominick Guinn über volle 10 Runden. Beide Boxer kamen aus Niederlagen. Szpilka verlor 2016 gegen Wilder und 2017 gegen den in den USA lebenden Polen Kownacki. In beiden Kämpfen verlor Szpilka vorzeitig. Dominick Guinn stand zuletzt 2016 im Ring. Er verlor dabei gegen Hughie Fury nach Punkten.

Auch dieser Kampf blieb ohne besondere Höhepunkte Szpilka war in jeder Runde der bessere Mann und Guinn machte den Eindruck, dass er einfach nur über die Zeit kommen wollte. Das gelang ihm auch. In Runde 10 versuchte Szpilka dann doch noch zu einem vorzeitigen Erfolg zu kommen. Er schickte Guinn mit einem Kopftreffer seiner linken Schlaghand durch die Seile. Guinn kam wieder hoch und rettete sich nach dem Anzählen über die letzten 10 Sekunden. Das Ergebnis war mit 99:90 und 2x 100:89 ein deutlicher Punktsieg für Szpilka.

Auch wenn polnische Boxfans das womöglich anders sehen: Diese Veranstaltung sollte Szpilka und Ugonoh nach ihren Niederlagen wieder etwas mehr nach vorne bringen. Das polnische Boxen erlebt zwar zur Zeit beim Publikum einen Höhenflug, aber ähnlich wie in Deutschland fehlt es an wirklich international konkurrenzfähigen „Überfliegern“. Wenn dann solche Kämpfe inszeniert werden, kann man damit vielleicht ein paar oberflächliche Zuschauer begeistern, aber als neutraler Außenstehender kann man sowas schon richtig einschätzen und auf einen kurzen Nenner bringen: Das war Nix.

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