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Boxevent in Moskau – Durchweg Siege der Heimboxer

Zu einem großen Erfolg für die Heimboxer wurde das Boxevent am Freitag Abend in Moskau. Sowohl die Vor-, als auch alle Hauptkämpfe gingen überzeugend an russische Boxer. Auch ein „unterhaltsamer“ Frauenkampf wurde geboten.

Die ersten beiden Kämpfe gingen über 4 Runden. Hier besiegte Dmitry Bivol Joey Vegas durch ein krachendes KO in Runde 4. Debütant Ramzan Baysarov war über Andrey Polyakov nach Punkten erfolgreich.

Wie bereits erwähnt, war der Frauenkampf zwischen Svetlana Kulikova und Marie Riederer „unterhaltsam“, wenn nicht gar etwas kurios anzuschauen. Der Kampf war auf 10 Runden angesetzt, endete aber überraschend schon nach 8 Durchgängen. Marie Riederer versuchte einen einigermaßen normalen Boxstil durchzuziehen, was die Russin allerdings mit seltsamen Aktionen beantwortete. Die fuchtelte wild herum und ging meistens mit ausgefahrenem Jab auf Marie Riederer los, nahm nach allen Regeln der Kunst Maß und ließ dann über die weite Außenbahn ihre Rechte einfliegen. Den russischen Ringrichter blieb unbeeindruckt und lies seiner Landsfrau alles durchgehen, was normal mit Ermahnung oder Punktabzug bedacht wird. Außerdem sprach der gute Mann im Ring nur russisch, was es Riederer etwas schwer machte, seine Kommandos zu verstehen. Die Urteilsverkündung sagte aus, dass die Russin alle Runden gewonnen haben soll. Dazu passte dann auch, dass ein WBA-Meistergürtel über Kulikova hochgehalten wurde. Sie war 2013 WBA-Interim-Champ und boxte um die richtige WM ein Unentschieden. Was der WBA-Gürtel bei diesem auf 8 Runden verkürztem Kampf im Ring zu suchen hatte, ist unklar.

Zu einem wahren KO-König entwickelt sich der Russe Dmitry Kudryashov. Im 18. Kampf gab es für den Cruisergewichtler den 18. vorzeitigen Sieg. Sein Gegner, Vikapita Meroro aus Namibia war sicher alles andere als Fallobst. Immerhin war er WBO-Afrika-Champ. Doch das ist wohl eine andere Liga als das, was am Freitag in Moskau gefordert war. Kudryashov machte in Runde 6 „den Sack zu“. Er erhöhte seine Kampfintensität und klopfte den Afrikaner im Lauf der Runde weich. In einer Ringecke stellte er schließlich Meroro und streckte ihn mit einer Kopf-Körper-Kombination nieder, von der sich sein Gegner nicht rechtzeitig erholte.

Um den WM-Titel des Verbandes IBO ging es zwischen Rakhim Chakhkiev und dem bis dahin ungeschlagenen Amerikaner Junior Anthony Wright. Der Russe übernahm von Beginn an das Heft des Handelns und man konnte Bedenken haben, ob er nicht wieder zu viel mit Brechstange will und dann einbricht, wenn er nicht zum Ziel kommt. Doch diesmal ging seine Rechnung auf. Wright war weitgehend in der Defensive. In Runde 8 gelang Chakhkev ein schwerer Körpertreffer, ein regelrechter „Abschuss“, von dem sich Wright nicht rechtzeitig erholen konnte. Das KO 8 machte Rakhim Chakhkiev zum IBO-Weltmeister.

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Manuel Charr und der Australier Alex Leapai lieferten sich ein Gefecht über 10 Runden. Dabei sah Charr über weite Strecken gut aus, was sich auch im Punkturteil (98:94, 100:90 und 97:92) wiederspiegelte. In diesem Kampf kamen dem Kölner vor Allem seine Reichweitenvorteile zugute. Mit diesem Sieg konnte Charr sich für weitere Kämpfe empfehlen. Zumindest beim Moskauer Publikum kam er gut an. Er machte sowohl beim Wiegen als auch beim Kampf auf das Schicksal von Denis Boytsov aufmerksam. Alex Leapai wird gewiss noch einige gute Fights abliefern, auch wenn es nie wieder zu einem WM-Kampf reichen wird.

Auch der Kampf zwischen Grigory Drozd und dem Polen Lukasz Janik endete vorzeitig. Der als Ersatzgegner eingesprungene Janik schaffte es immerhin bis zu einem TKO in Runde 9. Das Rematch zwischen Drozd und Wlodarcyk ist damit nicht vom Tisch und wird gewiss baldmöglichst nachgeholt.

Die höchsten Erwartungen auf einen interessanten Kampf hatte man bei der Begegnung zwischen Alexander Povetkin und Mike Perez. Schließlich ging es in diesem Kampf nicht nur um den WBC-Silverbelt, sondern auch um das Pflichtherausforderungsrecht gegen Weltmeister Deontay Wilder. Die Zuschauer in Moskau sahen eine überzeugende Leistung ihres „Russian Vityaz“. Povetkin gelang es bereits in der ersten Runde, Perez mit einem rechten Haken schwer anzuklingeln. Darauf folgte kurz und extrem trocken der zweite Kopftreffer, der den gebürtigen Kubaner wie eien Baum Fällte. Perez fiel wie eine Kerze rückwärts um und kam nur schwer wieder auf die Beine. Ringrichter Massimo Barroveccio gab den Kampf noch einmal frei und Povetkin vollendete sein Vernichtungswerk. So endete der Kampf schneller als man dachte durch TKO 1. Sichtlich enttäuscht von sich selbst verließ Perez den Ring noch vor der Urteilsverkündung. Er hatte sich diesen Kampf sicherlich anders vorgestellt und wollte scheinbar nur noch weg. Legt sich Povetkin in dem zu erwartetenden Fight gegen Wilder genau so ins Zeug, könnte dieser WM-Kampf durchaus interessant werden. Wilder wird sich gewiss nicht so leicht abschießen lassen, aber wie es aussieht, hat Povetkin seine Schlagkraft erheblich steigern können.

Die meisten der Kämpfe vom Freitag sind auf youtube zu sehen. Wer z.B. „Alexander Povetkin vs Mike Perez full fight 22.05.2015“ googelt, wird sehr schnell im Channel von „Boxing Mania“ fündig, wo auch die anderen Fights zu finden sind. Den Frauenkampf findet man unter „Svetlana Kulakova vs. Marie Riederer full fight“ auf youtube im Channel von boxingfan3333 oder auf boxenplus.de.

Autor Johannes Passehl

Foto picturre alliance

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34 Kommentare

  1. 24. Mai 2015 at 22:09 —

    edit: Charr ist natürlich kein Russe … nur um den Korinthenkackern gleich vorzubeugen … 😉

  2. 25. Mai 2015 at 13:36 —

    Mit dem Form hat Povetkin gute Chancen gegen Wilder.Hoffe der Kampf findet noch dieses Jahr statt.

  3. 25. Mai 2015 at 13:52 —

    ja des war wirklich mehr als ein Ausrufezeichen von povetkin. er scheint wirklich die nummer 2 im HW zu sein. und er wurde von Wladimir so furchtbar beherrscht und dominiert. aber gegen wilder will ich ihn sehen. hoffe er stopft dem ami das maul und dann bekommen wir klitschko – povetkin II. der letzt kampf des Universums. der sieger ist all time hero. das hätte schon was.
    zu charr: er hat wieder gezeigt, dass er ein passabler top 30 boxer ist. nicht mehr und nicht weniger. mal sehen vielleicht bekommt er nochmal einen großen Zahltag. aber bei der wbc macht das derzeit keinen sinn. wba wäre eher sinnvoll. gegen den sieger chagaev – pianeta sehen ich ihn nicht ganz Chancenlos!

  4. 25. Mai 2015 at 14:20 —

    Ehrlich gesagt kann man die Russen für diesen Boxabend beneiden.
    Warum wird so etwas nicht in Deutschland gesendet ( Povetkin, Charr liefen bereits über ARD oder ZDF oder was auch immer).

    Da sieht man an einem Abend
    Povektin
    Perez
    Drozd
    Chakhkiev
    Kudryashov
    Charr
    Leapai

    und mit was für eine Diatkost müssen wir uns im deutschen Fernsehen begnügen ?

    Abraham Stieglitz Teil IV ; LOL
    Stürmchen
    usw man könnte nur noch kotzen.

    Charr ist kein Überboxer, aber er sah jetzt nicht so schlecht aus, hat aus der Niederlage gelernt, auch wenn Leapai fetter als fetter unterwegs ist. Charr bleibt bestenfalls ein Top 50 Gatekeeper.

    Povektin ist immer noch leicht zu treffen, aber zumindest scheint er trainingstechnisch nach der Wladimir-Niederlage zugelegt zu haben und nimmt seinen Beruf wieder ein bisschen ernster.
    Charr auszuknocken haltte ich jetzt für keine Leistung.
    Takam ist da schon ne andere Hausnummer, war super Kampf.
    Perez, sry, hat total gepennt, und ist konditionell die reinste Zeitverschwendung.
    Sry, du Kubaner verstehe , wer will, als Amateuere top und dann als Profi, Wampe, Wampe, zumindeste die Heavyweights.

    Sollten sich mal ein Beispiel an Rigondeux oder Lara nehmen.

    • 25. Mai 2015 at 14:56 —

      Vergiss den Brähmer nicht…. Er ist immerhin Weltmeister,Jahrhundert-Talent und die aktuelle Nr. 3 im LHW welcher ständg an seinen Aufgaben wächst und sich vor niemandem Verstecken muss,wenn dann nun demnächst sein Mega-Fight gegen Hopkins angekündigt wird,in nem Satdion in England,dann……….. ja dann….

      ach was weiß ich…. eh alles Schrott…… 😉

      • 26. Mai 2015 at 16:28 —

        @ Action

        hast ja meine Worte aufgesaugt wie ‘n Schwamm..fühl’ mich geehrt! 😉

        Jürgen Brähmer boxt im Herbst Nathan Cleverly – DEN Mann, den er doch auch nach Deiner Ansicht immer all die Jahre gemieden hat – hier wurde so oft geschrieben, dass Brähmer nicht die Traute hat, gegen den Briten zu bestehen…

        Wen auch immer Brähmer umhauen würde, Deinen Respekt hätte er nie!

        Hoffentlich kommt nach Cleverly der langersehnte “Big PayDay” – entweder gegen Stevenson oder Hopkins!

        • 26. Mai 2015 at 17:10 —

          Ja Fänchen bevor Clevery von Kova in Stücke gerissen wurden ist und gegen Bellew nicht viel erreicht hat ^^

          • 26. Mai 2015 at 17:11

            Hat er auch nicht viel erreicht

        • 26. Mai 2015 at 17:48 —

          fan
          du hast aus sicherer quelle, daß brähmer B-HOP boxt,
          jetzt soll er cleverly boxen (ist der nicht ins cruiser hoch?).
          aber brähmer boxt doch nur die besten, mmh, fehlen da nicht noch ein par?
          oder ist da wieder dünnpfiff-gefahr?

        • 27. Mai 2015 at 19:36 —

          😀

          Er hätte sicher wohl meinen Respekt,wenn er denn mal gegen wirklichen Hochkaräter boxt und dann auch entscheidend gewinnt. Das ist er bisher immer schuldig geblieben. Jetzt wo Cleverly ein Schatten seiner selbst ist kommt natürlich urplötzlich der Kampf zustande. Der Kampf kommt locker 3 Jahre zu spät,aber vllt. ist Cleverly ja noch gut genug für Brähmer und serviert ihn ab. Sowas wie nen “BIG PAYDAY” von dem du hier immer redest wird es für Brähmer doch nie geben. Das ist alles nur BlaBla und geträume…. 😉

          • 27. Mai 2015 at 22:52

            Woher wisst ihr eigentlich alle, dass Cleverly so shot ist? Gegen Bellew hat doch irgendetwas nicht gestimmt, er hat ja seine Recht überhaupt nicht eingesetzt, also entweder hatte er eine Verletzung oder mit seiner Vorbereitung war was nicht in Ordnung, dass er insgesamt null Power und Schnelligkeit hatte. So viele Kämpfe hat er nicht auf dem Buckel und außer gegen Kovalev und dem ersten Bellewfight keine wirklich harten Duelle. Ich wäre da erstmal vorsichtig, ob er bei guter Vorbereitung nicht wieder der Alte wird im LHW und dann ist das gegen Brähmer für mich ein 50/50 Fight: Brähmer ist etwas schneller und schlägt härter, aber Cleverly hat die Workrate und die Kondition. Zumindest besser als Krasniqi oder Glaszewski sollte er schon sein …

    • 25. Mai 2015 at 18:02 —

      Sorry, aber wo soll SE die Qualität an Boxer herbekommen?
      Die Russen besitzen qualitativ wie quantitativ Boxer welche eine gute Boxausbildung genossen haben und zu dem ein ein Elite-Fördersystem ihres Nachwuchses ähnlich wie Kuba, Kasachstan, Usbekistan, Irland, Großbritannien, Ukraine, USA und auch Länder wie die Domenikanische Republik, Mexiko, Argentinien, Brasilien, China.
      Alles was da an guten Boxern keinen Platz mehr in der Auswahl findet, wird früher oder später im Profibusiness vertreten sein. Mit Ryabinskiy und Hrunov haben die Russen zu dem Promoter die auch über das notwendige Kleingeld verfügen um solche Promotions auf die Beine zu stellen. SE verfügt aber ebenfalls über gute junge Boxer wie Groves, Jumah, Yigit, Zeuge, Härtel und Culcay. Nur wer kennt diese Leute in Good Old Germany denn wirklich? Mich würde es nicht wundern wenn sogar einige User diese noch nie boxen gesehen haben, die reden zwar (schlecht) drüber aber wirklich die Entwicklung dieser Leute haben nur die allerwenigsten im Auge. Um vom klassischen SE-Eventpublikum kann man ohnehin nicht viel erwarten. Scheinbar ist in Deutschland der Sprung zu den Profis auch mit allerhand Risiko verbunden, z.B. bei schwächeren Leistungen irgendwo in der Bedeutungslosigkeit der Undercards zu verschwinden. Für meinen Geschmack setzt SE ohnehin viel zu sehr auf CW, LHW und SMW und da muss man erstmal einen bedeutenden Gürtel holen um sich Anerkennung zu verschaffen. UBP war damals viel breiter im Spektrum der Gewichtsklassen vertreten und hat damals SE in den Deutschland den Rang abgelaufen aber trotzdem habe ich es gern gesehen wie Leute Namens Grigorian, Sidorenko und Co. dort gefightet haben. Die Briten machen es ähnlich, genauso wie die Italiener und Franzosen. Nur die Deutschen glauben das Heil im CW, LHW und SMW gefunden zu haben. Verstehe ich nicht! Vielversprechende Leute wie Pfeifer, Marutjan, Bril und Harutunjan wählen lieber den Weg über die ABP um professionell boxen zu können, während Sauerland auf Schaumschläger wie Feigenbums, Lihaug oder Havnaa setzt. Es ist schon ein bisschen paradox was hier abgeht. Braekhus, Helenius hat man weggeekelt, Huck ist nach wie vor zu dumm um zu begreifen das er mit dem Weggang von SE sein Ende besiegelt hat, Härtel, Culcay & Kölling werden derzeit total verheizt anstatt sie vernünftig für das Profibusiness aufzubauen und Headliner sind nach wie vor Leute wie Abraham und Brähmer welche sich schon im Herbst ihrer sportlichen Karriere befinden.
      Wenn ich das richtig betrachte hat SE nur einen Publikumsliebling und das ist “Suffkopp Ulli” und das ist eigentlich ein Armutszeugnis für die angeblich größte Boxpromotion in Europa.
      Mit Hagen Döring haben sie ihren bis dato fähigsten Matchmaker vor die Tür gesetzt und wer macht das jetzt? Wahrscheinlich auch Ulli Wegner oder doch Chris Meyer?
      Aufjedenfall ist SauerlandEvent für die Zukunft nicht wirklich gut aufgestellt und wenn dann noch Samira Funk für die Presseabteilung arbeitet, dann kann man an einer Hand abzählen wann der Laden dicht macht!
      Von den anderen Promotern brauchen wir, denke ich, nicht reden!

      zu Perez: Wenn Perez sich ein Beispiel an Lara oder Rigondeaux nehmen sollte, dann würde er sicherlich nicht mehr im Schwergewicht boxen können. An solchen Oberflächlichkeiten sollte man keinen Boxer beurteilen, denn über die Veranlagung von Perez, wie auch Solis sollten diese Leute besser Bescheid wissen als einer der nur die Glotze bedienen kann!

      • 25. Mai 2015 at 18:28 —

        Stimme Dir da zu, aber:
        In Deutschland ist es nun mal so, dass vor allem alles ab MW aufwärts “interessant” ist. Der durchschnittliche Mitteleuropäer ist nun mal knapp 1,80 m groß und sollte dann 70-75 kg wiegen; in Wahrheit ist es bei vielen viel mehr. Daher die Affinität zu den höheren Gewichtsklassen. Es versucht ja mal auch kaum einer der Promoter, unterhalb des MW mal was auf die Beine zu stellen. Und wenn kämen (selbst hier im Boxforum) Worte wie Zwergenklatschen oder Ähnliches.
        Leute wie Groves, Jumah, Yigit, Zeuge etc. (Härtel und Culcay imho jetzt weniger) haben Talent, aber sprechen die ALLE Deutsch oder haben deutsch klingende Namen? Dieser Faktor ist leider nicht zu unterschätzen – nicht umsonst wurden Namen wie Felix Sturm, Arthur Abraham oder Marco Huck ins Leben gerufen. Bei Universum war man auch nur hauchdünn von Walter und Willi Klitschmann weg…
        Fazit: In Deutschland ist das Boxen nicht so verankert wie in anderen Nationen. Es gibt nicht so viele Leute mit Ahnung von der Materie. Daher zieht meist nur ein WM-Titel, egal ob es der Interim Brass-Cuprite Indo European excluding 47 States-Belt ist…

        • 25. Mai 2015 at 20:29 —

          @ El Demoledor

          Mag sein, dass das Boxen in Deutschland nicht so verankert ist wie in anderen Nationen ABER mit dem klassischen “Eindeutschen” von Namen hat man dem deutschen Boxen eher Schaden zugefügt, denn so rückständig ist der deutsche Boxzuschauer gar nicht. Ich habe viel eher den Eindruck, dass den Leuten das eingeredet wird von Leuten die noch in den Grenzen des Großdeutschen Reiches geboren sind.
          Auch das Argument mit der Größe eines Durchschnittseuropäers verfängt bei mir nicht, denn die Franzosen, Italiener und Briten sind auch in den leichteren Gewichtsklassen vertreten und auf Amateurebene sei nur an die Iren Paddy Barnes oder Michael Conlon hingewiesen, ebenso wie Artur Bril welche durchaus Qualität beherbergen. Selbst solche verschrobenen Gestalten wie Regina Knallmich oder Susi Kentikian haben dem deutschen Boxpublikum Begriffe wie Fliegen- oder Federgewicht wohl doch näher gebracht. Warum soll das nicht im Männerbereich (richtiges Boxen 😉 )beim Publikum ankommen? Geboxt wird auf der ganzen Welt, von klein bis groß, von leicht bis schwer, aber scheinbar ist nur ein richtiger Volksdeutscher mit mindestens 3 Hüftringen und mindestens 8 Monaten Kampfpause ein richtiger Boxer. Leute wie Trabant, Meyerdierckx, Oktay Urkal usw. haben doch Werbung für die leichteren Gewichtsklassen betrieben, warum werden diese Gewichtsklassen also so vehement gemieden? Selbst die Ukrainer, Polen, Russen, Franzosen, Spanier, Iren und Italiener scheinen damit weit weniger Probleme zu haben als die Deutschen, total rückständig meiner Meinung nach! Auch in Italien oder Frankreich macht man sich keine Mühe mehr Boxern mit Migrationshintergrund oder deren Vorfahren eine nationalistische Identität auf den Pass zu stempeln.
          Also wie gesagt, ich finde man macht sich in Deutschland lächerlich bzgl. der gewichtsklassenspezifischen Ausrichtung und der Namensgebung von Boxern. Wer mal die deutschen Meisterschaften, sowohl bei den Senioren als auch Junioren verfolgt, der wird feststellen das der Aufwand der Namensfindung eigentlich viel zu groß und identitätsleugnend ist.
          Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass im Jahr 2015 noch Menschen leben die das gern so machen würden.
          Der Nachwuchs in Boxdeutschland braucht sich eigentlich nicht verstecken aber solange irgendwelche Kurpfuscher sofort mit Vermartkungskonzepten um die Ecke kommen, wird es nicht besser. Man hat ja gesehen was dieser komischer Hinterwäldler für Vorstellungen und Ambitionen hatte das WSB-Team “Team Germany” eigenständig in Deutschland zu vermarkten und somit die Kämpfe des Teams nur in Deutschland nicht frei empfangbar waren. Starke Leistung! Solange aber die Strukturen in diesen Land es zulassen Verbände wie GBA, GBU und WBU als Weltverbände zu führen und der DBV und NADA so eine erbärmliche Rolle einnehmen, solange wird sich nicht viel ändern.

      • 25. Mai 2015 at 19:38 —

        Denke, gegen die Übermacht der Gaymons muss sich Europa etwas einfallen lassen und da wird es auf Dauer keinen anderen Weg geben als Mergers und Coops, wie schon geschehen zwischen Matchroom und SE. Da sollten auch in Osteuropa geeignete Partner gefunden werden, denn dort befinden sich – wie schon von Walker erwähnt – Talente in großer Zahl. Ein Gradovich, Kovalev oder Beterbiev könnten genauso gut diesseits des Teichs boxen (oder von europäischen Promotern in Amerika vermarktet werden), wenn man sie rechtzeitig beobachtet, das Potential erkannt und nicht nur die deutsche Brille aufgezogen hätte. Man muss auch sehen, was hier in Europa möglich war und ist (Groves v. Froch vor 80.000 in Wembley) – davon träumen Veranstalter in Amerika. Aber das läuft halt nicht von jetzt auf gleich, sondern braucht Weitblick und natürlich auch ein bisschen Glück.

        Insgesamt gibt es aber auch viele positive Beispiele grade aus England wie Brook und seit diesem WE DeGale, die Titel aus den USA entführen konnten gegen Top-Gegner. Hearns sollte aus diesen Erfolgen weiter wachsen und auch Jungs wie Frampton oder Joshua in die Staaten schicken, da sich die amerikanischen Promoter mit ihren Vorurteilen und Antipathien gegeneinander doch nur selbst blockieren und Haymons Stablemate-Fights früher oder später genauso öde werden wie seinerseits Arums.

      • 25. Mai 2015 at 19:54 —

        Laut Boxwelt soll Richard Commey nach Sauerland wecheln ist nur die Frage ob das gut ist?^^

        • 27. Mai 2015 at 19:25 —

          Vielleicht ein neuer Versuch von SE, das zu erreichen, was UBP trotz bester Fighter (Grigorian, Kotelnik, Maidana …) nicht 100 % gelungen ist, nämlich leichte Gewichtsklassen bei uns zu etablieren. Commey hat alle Voraussetzungen, einen fanfreundlichen Style, Power, gutes Kinn. Für Pseudochamps wie Mickey Bey sollte es allemal reichen.

      • 26. Mai 2015 at 18:17 —

        JW
        mit den ehemaligen “ostblock” boxern hast du ja recht.
        sehr gut geschult, super amateurkarriere, aber die wenigsten schaffen es in den profi- bereich.
        was man aber auch an culkay sehen kann.
        andersherum: wie viele von allen schaffen das nicht?
        aber ganz ehrlich, ich finde wirklich nur die klassen ab MW interessant, canelo aber auch, dessem boxstil geschuldet.
        ist nicht immer alles schwarz/ weiß, die promotors(?) wollen ja auch leben.
        am frauenboxen ist doch auch nix schlimm, da ist die GWK auch der größe geschuldet, sehe ich aber lieber als männer in dieser größe.

        • 27. Mai 2015 at 01:19 —

          @ ego

          Das stimmt nicht ganz! Seit einigen Jahren besteht ein riesiges Interesse und auch genügend Kohle die Russen, die Gefahr laufen nicht mehr die Nr1. in der Auswahlmannschaft zu sein oder von vorn herein nicht berücksichtigt wurden, professionell zu machen. Und ganz ehrlich, bei dem Überangebot von guten russischen Leuten kann nicht Jeder in eine Auswahl kommen oder verliert sein Platz durch ne Verletzung oder so. Da bist du mal ganz schnell ratzfatz weg vom Bildschirm. Bsp 1. Dmitry Bivol der in der Auswahl durch Silyagin, Ivanov oder Shakhmanov einer Konkurrenz ausgesetzt wurde, dass er dann bei Hrunov unterschrieb.
          Bsp 2: Ismail Iliyev:, der auch an Butayev, Besputin und Soblinskiy nicht vorbei kommt. Kovalev war auch nur kurzzeitig die Nr.1 in Russland mit 2-3 anderen zusammen bis er von 2-3 Anderen verdrängt wurde. Und seit dem der Kapitalismus in Russland eingerückt ist, sieht man auch deutlich mehr Boxer aus Russland im Profibereich. Das war Mitte-Ende der 90er eher noch die Ausnahme. Russland ist neben Kuba eine derer Boxnationen die Olympiasieger oder Weltmeister wie am Fließband produzieren und ggf. auch einfach mal ersetzen. Die Russen werden im Profiboxbereich bald ein Gleichgewicht auf dem Markt etabliert haben. Auch China, Indien und Kasachstan siedeln derzeit massiv in den Profibereich über. Das wird sich alles ein bisschen multipolarisieren und die USA wie auch Großbritannien werden ein bisschen was vom Marktkuchen abgeben werden müssen. Die Fightcard in Moskau war doch recht vielversprechend besetzt, im Gegensatz zu so mancher US-Card in den letzten 2 Jahren. Im LHW, MW und auch bald im WW oder so tauchen Boxer aus Nationen auf die vorher eher Boxlandexoten galten oder gar nicht dabei waren. Und deswegen werden auch die 4 Weltverbände immer schwächer, die weiterhin Länder und Boxkomissionen wie USA, Puerto Rico, Mexiko, Großbritannien und auch Deutschland bevorzugen. Und durch diese sinnentleerte Titelinflation werden sich die Verbände weiterhin selbst zerstören.
          Vor kurzem war zu Lesen, dass die AIBA (offizielle Boxweltverband des IOC) sich sowohl vom FCB (Kubanischer Boxverband) und auch von anderen großen Boxländern, Verträge und Kooperationen mit den einzelnen Nationalboxverbänden abschließt die ausschließlich gewährleisten sollen, dass ihre Boxer nur bei der AIBA Profiboxen betreiben und eben nicht bei IBF, WBA, WBC, WBO, IBO, IBA, IBC und weiß der Geier wie die alle heißen. Aber die AIBA hat ihr komplett eigenes Regelwerk und auch weniger Gewichtsklassen, sowie komplexere und auch fairere Regeln die ein bisschen eher für Chancengleichheit stehen als so mancher Referee aus England oder neuerdings den USA, welche teilweise unsinnige, falschgetimete Abbrüche zu verantworten haben, wo ich mich schon manchmal Frage ob der Referee nicht besser seinen eigentlichen Beruf ausüben sollte. So etwas siehst du bei AIBA wie in der WSB sehr sehr selten, denn dort wird nach einem Wirkungstreffer im Stehen angezählt und nicht gleich der ganze Kampf verschoben. Und wenn ich mir so manchen Referee von der Nevada-Statecommission oder dem BBfC anschaue, dann tendiere ich eher in Richtung Nuttenpreller als in Richtung ehrbare Schiedsrichter.
          So, lange Rede kurzer Sinn, ich geh jetzt pennen!

          • 27. Mai 2015 at 17:17

            JW
            hoffe, du warst ein guter penner (habe keine smylies)
            denke, da haben wir voll vorbeigeschrieben!
            mir ging es darum, daß eigentlich alle kubaner verkackt haben, irgendwie bringen die das nicht!
            woran liegt das?
            hab ja auf einen perez- sieg gegen den panda getippt,, aber?
            die kubaner sind einfach nur schei..e, obwohl das staatsamateure wren ( also profis).

      • 30. Mai 2015 at 21:22 —

        serwus also die länder wie argentinien ,Brasilien zum teil USA und China wo haben die gute boks schule ???Amateure?ich glaube du hast was verwechselt ARGENTINIER haben die WSB Liga (worl series of boxing)wenn dir das was sagt mit 3 punkten beendet !!!und dan noch Franzosen???oj kolege du hast ja keiner Ahnung, dann sind ja die polen zehn mal besser obwohl als Amateure zur zeit nicht die besten im vergleich der 60-70 jahre

  5. 25. Mai 2015 at 16:43 —

    Über die Leistung von Povetkin in letzter Zeit kann man nur staunen….Der hat wirklich Fortschrittte gemacht…..bin gespannt auf den Kampf gegen den Alabama Hillbilly…Wenn er Povetkin voll erwischt kann es schon in der ersten Runde vorbei sein….aber Povetkin kann ihn genauso ausknocken…..da kann man nur gespannt sein..

  6. 26. Mai 2015 at 13:13 —

    Ich dachte immer Hillbillys seines ausschließlich Weiße… Übrigens muss man lange suchen um einen Kommentar ohne rassistische Anspielungen von dir zu finden!
    Povetkin verdient sich definitiv gerade den nächsten “großen” Kampf. Mal schauen wer sich stellt.

    • 26. Mai 2015 at 14:55 —

      @ Carlos Monzon
      ”Povetkin verdient sich definitiv gerade den nächsten “großen” Kampf. Mal schauen wer sich stellt.”
      Naja, Povetkin ist ja Pflichtherausforderer von Wilder, aber dass das heutzutage nicht mehr viel sagt wissen wir ja. 😉 Ich hoffe nur nicht dass Wilder nach Molina gegen Briggs boxt. Der Kampf war ja auch schon im Gespräch, aber das hat Wilder überhaupt nicht nötig.

  7. 26. Mai 2015 at 15:30 —

    Hier besiegte Dmitry Bivol Joey Vegas durch ein krachendes KO in Runde 4.
    krachendes ko???? mehrmal falsch geschrieben??? wer
    IST JOHANNES EIN HARTZ 4 ER der sich durch einen 1 euro job was dazu verdienen kann???

  8. 26. Mai 2015 at 16:05 —

    @ Carlos

    Hillbilly kann jeder sein….unabhängig von Rasse, Herkunft oder Religion……und ich soll der Rassist sein

    • 29. Mai 2015 at 12:44 —

      O.K., Ich klär Dich mal auf wie das hier in Europa gesehen wird:
      In der Sichtweise der Westlichen Hemisphäre ist das Wort Hillbilly gefühltes Synonym für ” Weißer, amerikanischer, bildungsfreier Hinterweltler, der seine Verwandtschaft befruchtet und sich nachts einen weissen Laken über den Kopf wirft um “Gespenst” zu spelen.
      Ggf weißt Du als Eingeweihter aber genaueres. Für diesen Fall entschuldige bitte mein von Vorurteilen behaftetes Denken.

  9. 27. Mai 2015 at 23:11 —

    Joshua möchte johnson nach und nach zerlegen, das sollte er auch schaffen, mittlerweile ist Johnson eh nur noch auf Abschiedstournee, kann gut sein, das er das erstemal ko geht!
    Für mich nach wie vor ein zukünftiger WM Anwärter, hoffe es geht vll weiter mit chisora als nächsten gegner, das wäre eine enorme Steigerung in den Rankings.
    Der gespielte Trashtalk muss wohl sein, da beide bei K2 im Trainingslager waren, ein abgerappt haben und sich gut verstanden haben, wirkt das ganze sehr gespielt, glaube nicht das johnson seine aussagen gegenüber joshua ernst meint.

    Charr hat einen guten Job gemacht gegen Lapai, mit der Leistung könnte er auch um den WBA Titel mitboxen, auch wenn Lapai kein maßstab ist, aber schöne Aufwärtshaken hat er geschlagen, er scheint wohl ein paar tipps von lennox angenommen zu haben.
    Solis der nach der Niederlage gegen Thompson nur noch als Aufbaugegner herhalten soll wäre mit Sicherheit ein guter Gegner, ein Kampf der sich in Russland gut verkaufen lassen würde.

  10. 28. Mai 2015 at 17:43 —

    Dimitrenko vs Kalnars
    naja mal abwarten, wie sich Dimi noch weiterentwickelt bei seinem Comebackversuch, Potenzial ist ja ein wenig vorhanden, wie man an seiner Statistik sieht, fehlt nur ein guter Trainer, von wem wird Dimi denn überhaupt trainiert und wo steht er unter Vertrag. Der Aufbaugegner ist natürlich lächerlich!
    Von Helenius erwarte ich einiges mehr bei seinem Comeback, mal schauen, wer der nächste gegner wird, ne gute show macht er beim einlaufen mit seinen wickinger, und auch pulev wird stärker zurückkommen denke ich, pulev vs helenuis gegen den gewinner Teper vs Price, sind kämpfe die sich in DE gut vermarkten ließen!
    Teper vs Price ist auch schwer zu tippen, für beide ein richtungsweisender kampf, würde hier aber schon auf Teper tippen.
    Parker vs Saglam ist da wohl eher eine klare kiste, traue parker hier ein ko sieg zu, danach wäre ein Duell Parker vs Browne sehr interessant oder gegen Lapai.
    Breazeale vs Consuegra ist auch eine interessante Partie, würde hier auf ein PTS Sieg Breazeale setzen aber auch schwer zu tippen.

  11. 29. Mai 2015 at 00:03 —

    Junlong vs Cox
    Denke das wird ein klares Ding für Junlong durch TKO in den mittleren Runden, auch wenn er bisher nur Fallobst geboxt hat.
    Von den drei chinesischen Hwlern würde ich Zhilei an erster Stelle setzen, der jetzt schon das Potenzial hätte, oben mitzuboxen. Allerdings ist er mit 32j. auch nicht mehr der jüngste, um lange Fallobst zu boxen.
    Danach kommt dann an zweiter Stelle, der chinesische Valuev namens Taishan Dong, der hoffentlich bald stärkere Gegner vor die Fäuste bekommt, damit man ihn besser einschätzen kann.

    Arnold Gjergjaj vs Denis Bakhtov
    Die Cobra hat im letzten Kampf schon ein wenig enttäuscht, selbst Cornish konnte den Ungarnen durch TKO bezwingen. Um oben mitzuboxen, muss er einen Bakhtov schon durch TKO bezwingen, ansonsten wird es nicht reichen für die Top20.
    Kommt es zukünftig iwa zum Kampf der Cobras Arnold vs Pulev? Und kommt es vll nochmal zum Kampf Ali Mansour vs Amir Mansour? Man weiß es nicht genau:)

  12. 29. Mai 2015 at 02:28 —

    Wilder ist der unverdienteste Weltmeister aus amerikanischer Sicht. Pove ist Pflichtherrausforderer? Oh Ja, das wird gut aus gehen für Povetkin. Ich hoffe das es zu diesen Kampf kommt

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