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Boxen in Karlsruhe – Alles ist startklar trotz Absagen

Bilder: Sauerland – Team / mmaboxing.ru

Der Kampfabend kann kommen: Die Sauerland-Veranstaltung am 13. Mai in Karlsruhe verspricht mit 9 Kampfpaarungen ein unterhaltsames Boxereignis für das Publikum in der Ufgauhalle zu werden. Für die Hauptkämpfe mussten zwar entgegen den früheren Ankündigungen neue Gegner gefunden werden, doch diese Änderungen kamen noch früh genug. Es wurde attraktiver Ersatz gefunden.

Khallia KourouniFür etwas Irritation sorgen die Absagen dennoch. Völlig im nebeligen Bereich ist dabei, weshalb Ramona Kühne nicht gegen die Griechin Kallia Kourouni kämpfen will. Eigentlich sollte das ein Kampf um 3 WM-Titel werden (WIBF, GBU und WBO). Kühne steht zwar im Training, sagte aber den Kampf gegen Kourouni ab. Ihren WBO-Gürtel hat sie schon seit 2015 nicht mehr verteidigt. Am kommenden Wochenende kämpfen die Polin Ewa Brodnicka und die Bosnierin Irma Balijagic Adler bereits um den Interim-Titel im WBO-Superfedergewicht. Sollte Ramona Kühne weiterhin nicht verteidigen, wird sie den Gürtel früher oder später kampflos verlieren. Oder spekuliert man auf einen Kampf zwischen Weltmeisterin und der Interim-Championesse? Will man Kourouni bewusst meiden? Die Griechin bekommt es jetzt mit der kampferfahrenen Grecia Nova aus der Dom-Rep zu tun.

Auch Vincent Feigenbutz musste sich mit einem Gegnerwechsel abfinden. Der für Karlsruhe als Gegner vorgesehene Russe Andrey Sirotkin sagte ab. Über die Begründung dafür kann man berechtigte Zweifel hegen. Offiziell hieß es, er habe sich verletzt und kann am 13. Mai nicht boxen. Es war auch von angeblichen Visaproblemen die rede. Beides ist unglaubwürdig. Als Russe ein Visa für Deutschland zu bekommen, ist sogar innerhalb weniger Stunden möglich, wenn man es wirklich will.

Sirotkin WBA AsiaDer „Hammer“ ist allerdings, dass der angeblich verletzte Sirotkin am 11. Mai in Kamerov / Sibirien gegen seinen Landsmann Dilmurod Satybaldiev einen 12-Runder geboxt und sich dabei mit einem Punktsieg den Gürtel des Verbandes WBA-Asia gesichert hat. Man wird dabei das Gefühl nicht los, dass Sirotkins Manager Umar Kremlev bessere Siegchancen in diesem Kampf gesehen hat, als gegen Vincent Feigenbutz in Deutschland. Feigenbutz kämpft jetzt gegen den Ungarn Norbert Namesapati.

Das Event in Karlsruhe wird über „Sky“ und „ranfighting.de“ zu sehen sein. Wie groß der Zuspruch dafür ist, wird man sehen. Offenbar wird man sich wohl oder übel daran gewöhnen müssen, dass wir als Boxfans auch in Deutschland zur Kasse gebeten werden, wenn wir gutes Boxen sehen wollen. Ob diese amerikanischen Verhältnisse der Popularität des Boxens weiter hilft, steht auf einem anderen Blatt.

 

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5 Kommentare

  1. 12. Mai 2017 at 16:36 —

    Na ja, mit Nemesapti hat Feigenbutz nun einen weitaus besseren Gegner, als es Sirotkin vermutlich gewesen wäre, ein Spaziergang wird das für den Karlsruher wohl nicht!?
    Nach dem Hick-Hack mit Sirotkin kann mich mir nicht vorstellen das er nochmal als Gegner hier in Deutschland verpflichtet wird!?

    @ reineckefuchs

    In Deutschland sind wir noch lange nicht so weit das für gute Kämpfe bezahlt wird, allein schon desshalb weil hier auch einheimische Stars fehlen!
    Abgesehen davon, wenn man sich mit seinem Pc auskennt kann man eigentlich jeden Kampf der im Netz übertragen wird auch unentgeldlich sehen, man muss nur wissen wie man Hindernisse/Schranken umgehen kann und sollte es tatsächlich mal nicht funktionieren gibt es immer eine Alternative!
    Würde es allerdings aber auch begrüßen wenn wieder mehr Boxen im TV laufen würde, der MDR macht es ja vor wie es gehen könnte!

    • 12. Mai 2017 at 16:57 —

      Da bin ich voll deiner Meinung: Bevor man auch nur irgentwas verkaufen kann, muss die Qualität der Ware stimmen und die Leute müssen es haben wollen.

      Wenn ich z.B. bei ranfighting.de einen Top-Kampfabend aus England umsonst serviert bekomme, aber für Karlsruhe 9,99 € hinblättern soll, dann stimmt die Relation auch nicht.

  2. 12. Mai 2017 at 20:55 —

    Der Hauptkampf ist soweit in Ordnung, aber das Rahmenprogramm lässt da schon zu wünschen übrig.

    @ reineckefuchs

    Ja ich gebe es zu, ich kenne mich im Frauenboxen mal so gar nicht aus, aber warum ist R.Kühne noch Weltmeisterin wenn sie ihren Titel seit 2015 nicht verteidigt hat, das entbehrt eigentlich jeder Logik?

  3. 12. Mai 2017 at 23:40 —

    “aber warum ist R.Kühne noch Weltmeisterin wenn sie ihren Titel seit 2015 nicht verteidigt hat…”

    Soweit ich weiss, hat sie immer wieder wegen Verletzungen Aufschub bekommen und konnte den Gürtel behalten. Aber das geht natürlich nicht ewig so weiter.

    Morgen kämpfen die Polin Ewa Brodnicka (von Dominik Junge betreut) und Irma Balijagic Adler um den WBO Interim … danach wird Kühne wohl Farbe bekennen müssen.

  4. 13. Mai 2017 at 09:48 —

    Was war beim Wiegen mit Nemesapáti, wie schwer war er?

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