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Boxen im Schwergewicht – Wohin geht die Reise?

Grafiken: WBC / SKY

Das neue Jahr ist kaum 2 Wochen alt, schon haben die Boxfans ihre „Termine“ für einige spannende Fights im Kalender. Auch im Schwergewicht, der Königsklasse des Boxsports kommt Bewegung auf. Für die Kämpfe zwischen Wilder und Ortiz, sowie Joshua und Parker gibt es endlich Verträge. WBC-Champ Deontay Wilder will am 3. März in New York seinen Gürtel gegen den Kubaner Luis Ortiz verteidigen. Am 31. März soll es in Cadiff zum Titel-Vereinigungskampf zwischen WBA-Super-, IBF- und IBO – Champ Anthony Joshua und WBO-Weltmeister Joseph Parker kommen. Es wird erwartet, dass die Sieger dieser Kämpfe Wilder und Joshua heißen und noch in diesem Jahr gegeneinander antreten werden. Soweit die Spekulation.

Der Amerikaner Wilder wurde über einen langen Zeitraum mit Gegnern versorgt, die er alle kurzrundig weghauen konnte. Als er dann nach über 30 Siegen 2015 gegen Bermane Stiverne den WBC-Titel holte, hatte er zum ersten mal die Mühe 12 Runden boxen zu müssen. Sein Punktsieg war trotzdem überzeugend.

Danach kamen 5 freiwillige Titelverteidigungen, die er wieder vorzeitig gewann und schließlich das völlig abartige Rematch gegen Stiverne. Diesmal fertigte er Stiverne in Runde 1 ab wie einen Publikums-Herausforderer beim Kirmesboxen. Wilder hält sich jetzt für unbesiegbar. Ob sich Luis Ortiz davon beeindrucken lässt, muss man bezweifeln.

Der Kubaner Luis Ortiz ist seit 4 Jahren auf WM-Kurs. Das er noch nicht zum Zuge kam, liegt zum Einen daran, dass er immer wieder Probleme bei den Drogentests hatte, zum Anderen wurde er aber auch nicht gerade bevorzugt. Die WBA hat ihren ehemaligen Interim-Weltmeister aus dem Ranking fallen gelassen. Warum wohl? Zu gefährlich? Zu wenig „gute Freunde“ als Fürsprecher bei der WBA?

Man traut Ortiz mehr zu als beispielsweise einem Arreola oder Stiverne. Der Kampf zwischen Wilder und Ortiz sollte bereits im November 2017 stattfinden, wurde aber wegen einer unangemeldeten Medikamenteneinnahme von Ortiz abgesagt. Wilder ermahnte Ortiz, er solle es nicht wieder „versauen“. Gemeint ist wohl, dass Ortiz nicht wieder wegen einer Dopinggeschichte auffällt. Wer wem was „versaut“ wird man am 3. März im New Yorker Barclays Center sehen. Man kann einen „big Fight“ erwarten. Eine Prognose für diesen Kampf abzugeben wäre allerdings pure Kaffeesatzleserei.

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Einen zweiten großen Schwergewichtskampf soll es am letzten Samstag im März zwischen Anthony Joshua und Joseph Parker in Cadiff geben. An gleicher Stelle fand am 28. Oktober 2017 auch der letzte Kampf von Joshua gegen Carlos Takam statt. Der eigentliche Gegner sollte damals Kubrat Pulev sein, der aber wegen einer angeblichen Schulterverletzung absagte. Takam erwies sich als ein würdiger Ersatz, verlor aber in einem großen Kampf durch TKO 10.

Der letzte Kampf von Joseph Parker fand in Manchester statt, wo er gegen Hughie Fury nach Punkten überzeugen konnte. Mit dem Kampf zwischen Joshua und Parker wird Boxgeschichte geschrieben. Es wird das erste mal sein, dass in Großbritannien 2 Schwergewichtsweltmeister gegeneinander kämpfen. Das ist aber fast schon alles an Positivem, was man im Vorfeld über diesen Kampf hört. Ausgehend von Parker gibt es bereits jetzt eine Schlammschlacht, die wohl die Stimmung anheizen soll. Parker gab von sich, er wolle „Joshuas Glaskinn in Stücke reißen“. Er spekulierte auch öffentlich, dass Joshuas Körperbau nicht so ganz natürlich gewachsen wäre. Joshua bezeichnete Parker als einen „Kuchenfresser“. Parker nannte Joshua darauf hin „den Steroidkönig“. Es sagt in einem neuseeländischen Radio-Interview: „Wer weiß, wenn du so groß und muskulös bist, dann stimmt etwas nicht.“

Auch für diesen Kampf gibt es keinen hundertprozentigen Favoriten. Schaut man allerdings auf die Stärke der bisherigen Gegner, hat Joshua mehr vorzuweisen. Für Parker wird dieser Kampf wohl die größte Herausforderung seines bisherigen Boxerlebens. Joshua sollte ihn nicht unterschätzen. Das Parker auch als Gastboxer fern der Heimat kein leichter Gegner ist, konnte er gegen Fury unter Beweis stellen.

Was wird nach diesen beiden großen Kämpfen passieren? Wohin geht die Reise mit dem Schwergewicht? Geht es nach dem Willen von Deontay Wilder, will er den Kampf gegen Ortiz gewinnen und danach gegen den Sieger aus Joshua vs Parker kämpfen. Der Sieger wäre dann der unbestrittene größte Champ des Schwergewichts.

Diese Entwicklung ist scheinbar unausweichlich und ein Kampf beider Sieger gegeneinander ist bestimmt noch in diesem Jahr machbar. Was wir dann haben werden, ist ein „Super-Champ“ im Schwergewicht: Ist es das, was die Boxfans auch wirklich wollen? Hatten wir das nicht schon fast 10 Jahre lang und haben wir uns nicht in der „Klitschko-Ära“ irgendwann angefangen zu langweilen?

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19 Kommentare

  1. Profilbild von El Demoledor
    16. Januar 2018 at 15:10 —

    Natürlich sollen die Vier im Ring gegeneinander antreten.
    Das HW ist einfach in der Spitze nur sehr dünn, so dass es zwangsläufig auch zu qualitativ schwachen WM-Kämpfen kommt.
    Weder Joshua vs. Parker noch Wilder vs. Ortiz sorgen bei mir für schlaflose Nächte, dennoch sind es die logischen und bestmöglichen Paarungen.

    Wer dann ein Problem mit einem “Superchampion” hat dem sei folgender Trost gespendet:
    Pulev, Charr, Oquendo, Dimitrenko & Co. sind ja auch noch da und boxen um WM-Titel 😀

    • Profilbild von
      16. Januar 2018 at 19:20 —

      Sehe ich genau so. Das HW ist z.Zt. ein bisschen lame. Da gibt es keinen der absolute Weltklasse darstellt. Ortiz und Pove sind glaube ich die talentiertesten und technisch versiertesten ihres Fachs in dieser GK, sind aber beide zu alt um noch signifikant für die Zukunft des Sports zu sein.

      AJ hat, dank seines Marktwertes beim casual Publikum, den größten Zuspruch in der Welt des Boxens. Parker ist sicherlich der Athlet mit den besseren technischen Anlagen, seine Entwicklung aber stagniert schon sein Jahren. AJ dürfte den Ring als Sieger verlassen.

      DW ist so eine Sache für sich. Er hat eine Menge Flaws in seinem Game. Seine Beinarbeit ist gelinde gesagt bescheiden und insbesondere das Inside Game beherscht ist so gut wie gar nicht. Was ihn aber so gefährlich macht ist seine unorthodoxe Art und Weise zu boxen und die brachiale Power in seiner rechten Schlaghand. Er muss tatsächlich nur einmal genau Treffen und das Duell ist beendet. Sehe das Gefecht zwischen Wilder und Ortiz bei 60/40 zugunsten von Wilder. Ortiz ist zwar der bessre Boxer, denke aber das er sich nach einer brutalen Aktion in den späten Runden langlegt.

  2. Profilbild von Knopster
    16. Januar 2018 at 16:30 —

    Logische Ansetzungen.

    Joshua wird sich den Titel von Parker krallen und Wilder wird sich denke ich mal gegen Ortiz durchsetzen. Dann kann man am Ende mal schauen, ob es beide gegeneinander schaffen dieses Jahr oder ob man sich dann erst mal wieder über halbsteife, dicke Fallobstgegner hermachen und nebenbei immer den nicht stattfindenden Vereinigungskampf promoten wird.

    Ach ja, bin immer noch dafür dass sich Povetkin den regulären Gürtel von Manuela schnappen soll.

  3. Profilbild von Flo9r
    16. Januar 2018 at 16:48 —

    Weder war Joshua vs Takam ein großer Kampf, noch hat Parker vs Fury überzeugt (nicht mal ansatzweise…)!

    Btw, im Kampf Joshua vs Parker gibt es “keinen “hundertprozentigen Favoriten”..??
    Also mir würde da notfalls schon einer einfallen.. 😉

    • Profilbild von Jörg
      16. Januar 2018 at 17:27 —

      “Btw, im Kampf Joshua vs Parker gibt es „keinen „hundertprozentigen Favoriten“..??
      Also mir würde da notfalls schon einer einfallen.. 😉”

      Du meinst Parker als Favoriten? habe ich es richtig verstanden?

  4. Profilbild von ivan
    16. Januar 2018 at 17:52 —

    Ich denke das ortiz zuerst Wilder besiegt(wenn der Kampf stattfinden sollte was ich nicht glaube),und dann Joshua,denn Wilder hat noch nicht einen vernünftigen Gegner gehabt,und Joshua wird meiner Meinung nach komplett überschätzt !

  5. Profilbild von California
    16. Januar 2018 at 20:00 —

    Wilder wird Ortiz überrennen und Joshua völlig vernichten…. so wird es ablaufen… eine andere Version kann ich mir nicht vorstellen,.., Wilder wird der HW King

  6. Profilbild von Karate Kid
    16. Januar 2018 at 21:47 —

    Parker wird schnell auf den Füssen sein und AJ laufen lassen. Hinten raus haut er ihn weg, weil AJ die Luft ausgeht.

    Wilder wird die ersten beiden Runden ungestüm sein, wenn er da nichts landet, dreht sich das Blatt dann schnell.

    Das halte ich nicht für unrealistisch. Aber zumindest erhoffe ich es mir so. Ich liebe Rumble im HW.

  7. Profilbild von Loebel Chrissy, der Riemenschlucker

    War klar, dass die sich vor Manuel drücken. Richtige Loebelsöhne sind das.

  8. Profilbild von Tranny Chrissy
    17. Januar 2018 at 12:33 —

    Ich hoffe Parker machts. Warum könnt ihr euch denken…

  9. Profilbild von Jörg
    17. Januar 2018 at 18:41 —

    Wird Joshua vs Parker bei RTL übertragen?

  10. Profilbild von Loebel Chrissy, der Riemenschlucker

    Joshua gewinnt gegen Parker und Wilder gegen Ortiz, dann schlägt Joshua Wilder. Und dann kommt Manuel und holt sich alle Titel.

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