Boxen.de Box-ABC: A wie Alphabet Soup

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Unter „Alphatbet Soup“ (dt.: Buchstabensuppe) versteht man die Vielzahl von Weltverbänden, die den Boxsport seit den 80er Jahren überschwemmt haben. Da es früher nur acht Gewichtsklassen und nur einen Weltmeister pro Gewichtsklasse gab, war es für den Boxfan von Annu Dazumal nicht allzu schwierig, den Überblick zu behalten.

Da es mittlerweile aber 17 Gewichtsklassen und vier anerkannte Weltverbände (WBC, WBA, IBF, WBO) gibt, ist die Zahl der aktiven Champions schon auf 68 angestiegen (Interims-, Diamond-, Silver- und Supertitel noch nicht mitgerechnet). Selbst eingefleischte Boxfans verlieren da schon mal die Übersicht.

Der Grund für das stetige Ansteigen von sog. Weltverbänden hat ausschließlich ökonomische Gründe: steht ein Titel auf dem Spiel, muss ein Boxer in der Regel einen gewissen Prozentsatz seiner Börse dem Verband zukommen lassen (bis zu drei Prozent). Kämpfe, wo es um einen Titel geht, stoßen in der Regel auf mehr Interesse, was höhere Einschaltquoten und größere Ticketverkäufe zur Folge hat. Dadurch steigt wiederum die Börse der Boxer, was höhere Einnahmen für die Weltverbände zur Folge hat.

Da der Titel des Weltmeisters dadurch mittlerweile ziemlich inflationär geworden ist, ist der US-Sender HBO dazu übergegangen, die Titel weitgehend zu ignorieren und sie während einer Übertragung gar nicht mehr beim Namen zu nennen. Erwähnt wird lediglich, wenn es um den „Ring Magazine“-Titel geht, der von einer weitgehend unabhängigen Jury unentgeltlich an den besten Mann einer Gewichtsklasse vergeben wird.

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12 Gedanken zu “Boxen.de Box-ABC: A wie Alphabet Soup

  1. Dazu kommen noch die zahlreichen kleinen Weltboxverbände wie,IBA,IBU,WAA,WBU,IBO,WBFederation,WBFoundation,GBC,GBU,GBO,NBA,usw.!

    In den ´90igern gab es auch mal die WBS und die WBN………

    Zu jedem Weltboxverband,egal ob groß oder klein,kommen dann noch die zahlreichen Untertitel dazu!
    Allein der WBC hat pro Gewichtsklasse 39 verschiedene Titel zu vergeben!

    Ich glaube es gibt wohl keinen Boxfan der da noch wirklich durchblickt!?

  2. Was hat das mit Korruption zu tun? Immerhin darf bei HBO nicht jede Pappnase um den Titel boxen. Ich find das gar nicht so schlecht, dass die Druck ausüben damit es ein anständiger Gegner wird.

  3. Ich finde das mit HBO auch gar nicht mal so schlecht nur das die scheinen ja sehr streng zu sein Bzw. kaum kompromisse zu schliessen wie z.B. bei Sergio Martinez die ja seine Gegner wie Zbik und Andy Lee abgelehnt haben weil die zu unbekannt sein sollen. Tja wenn man bei HBO unterschreibt braucht man ja überhaupt keinen WM-gürtel mehr zu tragen wenn man eh keine Pflichtherausforderung machen darf. Aber was ist eigentlich mit den WBC Diamondgürtel den Martinez hat? gibt es da auch eine Rangliste Bzw Pflichtherausforderer oder geht es da nur darum ein „schicken“ Gürtel in die Kamera zu halten?

    Mfg

  4. @Ferenc H

    Naja so unbekannt ist ja Andy Lee in Amerika auch nicht. Er war ja auch kurz davor einen HBO Fight zu machen, doch weil er wie Zbik auf ein Duell mit Sturm spekuliert hat wurde daraus nichts ! Es gibt sehr viele Iren in Amerika, die diesen Kampf gerne gesehen hätten. Deswegen erhofft sich jetzt auch HBO Top-Einschaltquoten beim Kampf Chavez vs. Lee !

  5. Shlumpf! sagt:

    „Was hat das mit Korruption zu tun?“

    Na ganz einfach! HBO zwingt seine Boxer die Ranglisten zu umgehen und notfalls auch mal auf die schnelle zig Kilo abzuspecken um in einer anderen Gewichtsklasse zu boxen!
    Und das tuhen die nicht weil ihnen die Kämpfe am Herzen liegen, sondern nur wegen der Einschaltquoten im PPV!

  6. @kevin22

    Das ist aber keine Korruption!

    Aber in der Tat übt HBO Druck aus, das hat auch negative Folgen, aber eigentlich finde ich das gar nicht so schlecht. HBO leitet ja eigentlich nur den Zuschauerwillen weiter. Solange das im Rahmen bleibt, ist das auch in Ordnung, da es im Boxen nun mal (von den sporadischen Pflichtverteidigungen mal abgesehen), kein System nachdem die Gegner ausgewählt werden (Top 15 als Bedingung ist ein WItz, da kommt jeder rein, vor allem bei sovielen Verbänden).
    Die Amis lassen sich halt nicht jeden Hanswurst als Gegner präsentieren, da ist man in Deutschland noch viel zu harmlos und schaltet trotzdem brav ein. In Deutschland hat man sich schon lange dran gewöhnt, den Gegner des Heimboxers nicht zu kennen (Stichwort „Eventpublikum“)

    Ich will jetzt nicht alles gutheißen was HBO so macht, die gehen da manchmal schon zu weit, aber ich finds allemal besser als die Zirkusnummern die die deutschen Sender präsentieren, allen voran die privaten

  7. @ kevin22

    Wir sind ja nicht oft einer Meinung,aber ich muss dir hier mal wieder recht geben,es kann nicht sein das ein TV-Sender Kampfpaarungen bestimmt!

    OK,ich muss allerdings auch zugeben das es hier in Deutschland schon mal nicht schlecht wäre wenn die ARD,RTL und Sat1 hin und wieder mal ein Veto gegen einen bestimmten Gegner in einem Titelkampf gegen die „Hausboxer“einlegen würden!

    @ Shlumpf!

    Ja es spielt keine Rolle welche drei Buchstaben auf dem Gürtel stehen,der Mann der ihn trägt muss zeigen aus welchen Holz er geschnitzt ist und mit Leistung überzeugen!

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