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Boxen.de – Auf ein neues …

Beitragsbild: Freepik

Erst einmal gehen an alle boxen.de-Leser die besten Wünsche zum neuen Jahr: Gesundheit, Glück und Erfolg seien Euch allen im neue Jahr reichlich beschieden!

Nachdem das Jahr 2018 uns an fast jedem Wochenende reichlich mit guten Events und spannenden Kämpfen versorgt hat, wollen wir hoffen, dass es auch 2019 so bleibt. Es gab im vergangenen Jahr innerhalb und außerhalb des Ringes jede Menge Boxsport-Ereignisse, die die Fans beschäftigt haben. Eine komplette Rückschau mit Bewertungen in einzelnen Kategorien kann man sich sparen, weil das eine unendliche Geschichte mit „bester hier und bester da“ wäre und jeder Fan seine speziellen Vorlieben hat.

Es gab im letzten Jahr dennoch einige Ereignisse, die vom Boxsportjahr 2018 hängen bleiben werden. Bei den Männerkämpfen haben wir erlebt, dass ein paar der ganz großen Namen besiegt wurden. Wir haben gesehen, dass es einige neue Namen gibt, die in den Ranglisten gestiegen und auf dem Weg in Reihe 1 sind. Bei den Frauen fehlten 2018 zwar die ganz großen Fights, aber Begegnungen zwischen Layla McCarter und Cecilia Braekhus, Claressa Shields und Christina Hammer oder Delfine Persoon und Katie Taylor sind zumindest noch im Gespräch für das vor uns liegende Jahr. Auf einen exakten chronoligischen Streifzug oder verschiedenste Hitlisten für 2018 verzichten wir. Hier nur ein paar Highlights des Jahres:

Nachdem Gennady Golovkin bereits im Jahr davor mit einer fragwürdigen Draw-Entscheidung um den Sieg gegen Canelo Alvarez gebracht wurde, gab es nach langem hin und her ein Rematch, bei dem Golovkin “Federn ließ” und zeigte, dass auch er kein Überboxer ist. Das Canelo diesen Kampf gewonnen und Golovkin damit entzaubert hat, sahen allerdings nicht alle Fans so. Das Punktergebnis (114:114 und 2x 115:113) war knapp und hätte ebenso gut auch anders herum für Golovkin lauten können. Bemerkenswert war dabei allerdings, dass Canelo in diesem Kampf einen völlig anderen Stil geboxt hat, als in der ersten Begegnung.

Deontay Wilder bekam es im März mit Luis Ortiz zu tun. Der bis dahin in 28 Kämpgfen ungeschlagene Kubaner galt als einer der wenigen Boxer, die überhaupt dazu in der Lage wären Wilder zu schlagen. Doch es sollte anders kommen. Wilder wurde zwar zum ersten mal richtig gefordert und sah über weite Strecken älter aus als Ortiz, konnte ihn aber durch TKO 10 besiegen.

Auch Sergey Kovalev hat 2018 „Federn gelassen“. Diesmal sogar richtig. Nachdem er 2016 und 2017 zweimal von Andre Ward durch tätige Mithilfe von Punkt- und Ringrichtern „besiegt“ wurde, konnte er 2 Kämpfe gewinnen und trug auch wieder einen WM-Gürtel. Im August 2018 kämpfte er dann in einer Pflichtverteidigung gegen Eleider Alvarez und verlor diesen Kampf ganz klar durch KO 7. Über diese Niederlage gibt es keine Diskussion. Der „Krusher“ hatte sich an Alvarez verschätzt und wurde zum ersten mal regulär und eindeutig geschlagen. Kovalev und Alvarez werden am 2. Februar in Frisno / Texas erneut gegeneinander antreten. Man kann gespannt sein, wie dieses Rematch ausgehen wird.

Ein viel beachtetes Comeback konnte man von Ex- Schwergewichtschamp Tyson Fury sehen. Nach seiner Auszeit hatte er angekündigt, sich wieder an die Spitze arbeiten zu wollen. Man konnte kaum glauben, wie hart Fury dafür arbeitete. Zumindest haben ihm wohl kaum alle Boxfans zugetraut, dass er es schafft wieder so in Form zu kommen. Er absolvierte 2 Kämpfe, in denen er leichtes Spiel hatte und sich nicht verausgaben musste. Der Kampf gegen WBC-Champ Deontay Wilder am 1. Dezember sorgte dann aber endgültig dafür, dass man vor dem „Gipsy King“ den Hut ziehen muss. Wären die 2 Niederschläge nicht gewesen, hätte er diesen Kampf nach Punkten gewonnen. Das Unentschieden „schreit“ regelrecht nach einem Rematch. Das Fury dann auch noch seine komplette Börse für soziale Projekte ausgeben will, verdient ehrlichen Respekt. Selten war ein Boxer so in der Kritik wie Fury und selten gelang es einem Boxer, seinen guten Ruf (falls Fury vorher außerhalb des Rings je einen hatte) so überzeugend wieder herzustellen. 

Es gäbe auf internationaler Ebene noch eine ganze Reihe von Boxern zu erwähnen, die auch 2018 ihre besondere Klasse unter Beweis stellten. Stellvertretend sollen hier namentlich die beiden Ukrainer Oleksandr Usyk und Vasyl Lomachenko genannt werden. Beide boxen scheinbar in einer noch höheren Liga, als dass man es mit Reihe 1 beschreiben kann.

Die deutsche Beteiligung am internationalen Boxgeschehen fällt immer schmaler aus. Die „dicken Fische“ werden woanders gebraten. Selbst das Rezept, irgendwie an einen Titel zu kommen und den dann jahrelang vor deutschen TV-Publikum gegen klingende Münze und machbare Gegner zu verteidigen, geht nicht mehr auf. In Deutschland fehlen in jeder Gewichtsklasse eine ausreichende Anzahl Boxer und Boxerinnen, die auf internationalem Niveau mithalten können. Wenige Ausnahmen bestätigen diesen allgemeinen Zustand.

Wie bereits oben erwähnt, blieben die groß angekündigten Frauenkämpfe leider aus den unterschiedlichsten Gründen vorerst auf der Strecke. Auch ein weiterer Kampf, zwischen den Mexikanerinnen Mariana Juarez und Jackie Nava fand nicht statt. Offenbar hat Juarez zu viel zu verlieren und will sich nicht die Blöße geben, gegen ihre Erzrivalin im Kampf um die Gunst der mexikanischen Fans zu verlieren. Jackie Nava macht das Beste daraus und wird demnächst wieder in den Ring steigen und um einen WM-Titel kämpfen.

Im deutschen Boxsport gab es 2018 Todesfälle prominenter Boxer zu beklagen. Graciano Rocchigani und Markus Beyer schieden viel zu früh aus dem Leben. Auch Karl Mildenberger, ein ehemaliger Gegner von Muhammad Ali, ist gestorben. 

Gegenwärtig gibt es im deutschen Boxen mehr Fragen als Antworten. Was ist die letzte „Wasserstandsmeldung“ in Sachen Manuel Charr? Wann steigt Artur Abraham noch einmal in den Ring? Was ist mit Marco Huck? Kommt Felix Sturm 2019 noch einmal zurück oder ist seine Karriere beendet? Wer von den jüngeren Boxern hat „das Zeug dazu“, es in den Rankings weit nach oben zu schaffen? Finden wir demnächst neue Talente, die die unüberehbaren Lücken schließen können? Müssen wir uns darauf einstellen, das das deutsche Boxen bis auf wenige Ausnahmen gerade mal so Europa-Niveau erreicht? Es gäbe noch -zig andere Fragen und Antwortmöglichkeiten.

Das Jahr 2018 war auch das Jahr der großen Deals. Eddie Hearn hat mit DAZN.com den größten Boxsport-Deal aller Zeiten abgeschlossen. Vertragsumfang: 1 Milliarde Dollar. Canelo Alvarez hat mit DAZN den größten Deal eines Einzelsportlers abgeschlossen. Er bekommt rund 350 Millionen Dollar für 11 Kämpfe. Den „Vogel abgechossen“ hat wieder einmal Floyd Mayweather, der am Silvestertag noch einmal groß abgesahnt hat.

Freuen wir und auf das neue Boxsportjahr 2019! In den nächsten 2 Wochen wird erst einmal noch nicht viel passieren. Wir werden die Zeit nutzen und in den nächsten Tagen ein paar Wunschkämpfe zur Diskussion stellen. Welche Kämpfe würden die boxen.de Experten 2019 gerne sehen?

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2 Kommentare

  1. 2. Januar 2019 at 21:44 —

    Ich würde gerne in diesen Jahr den Kampf Joshua vs Wilder und auch vs Fury sehen!
    Bin auch mal gespannt ob E.Alvarez wieder ähnlich ” leichtes ” Spiel hat gegen Kovalev!?

    Und vielleicht bekommt ja endlich mal unsere ach so tolle Schwergewichtshoffnung Tom Schwarz einen bekannten und vernünftigen Gegner vor die Fäuste?

    Auch sollte der Kampf Bösel gegen seinen Pflichtherausvorder Mihalkin schnellst möglich zustande kommen…da trennt sich dann wohl ganz schnell die Spreu vom Weizen!?

    Srurm ? Abraham? Da ist der Zug abgefahren, die bringen beide keine spannenden Kämpfe mehr!

    • 3. Januar 2019 at 12:22 —

      Da deine Einschätzungen bisher immer voll ins Schwarze getroffen haben,
      was wird denn aus Vincest dieses Jahr?

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