Boxen als Schulsportangebot: In NRW unerwünscht

In Niedersachsen, in der Hansestadt Hamburg ist Boxen seit geraumer Zeit als außerunterrichtliches Angebot im Schulsport des Bundeslandes verankert. Im größten deutschen Bundesland, in Nordrhein-Westfalen, wird es auf lange Sicht ein solches Angebot nicht geben.

Wie der zuständige Referatsleiter für den Schulsport des Landes NRW soeben mitteilt, „gibt es aktuell keine Bestrebungen, den Boxsport an Schulen verbindlich als Teilbereich des unterrichtlichen oder außerunterrichtlichen Schulsports einzuführen“. Insbesondere, so schreibt der Referatsleiter, gäbe es neben“ pädagogischer Begründungszusammenhänge weiterhin Sicherheitsbedenken“, Außerdem bestünden „weiterhin Verletzungs- und Gesundheitsrisiken“. Der Referatsleiter räumt allerdings ein, dass „letztlich die Schulen über ihr außerunterrichtliches …. Sportangebot“ entscheiden, die hierbei aber die „Rahmenvorgaben“ für den Schulsport, die das Ministerium setzt, beachten müssen.

Insgesamt wird deutlich, dass das NRW-Ministerium ein Boxangebot in den Schulen des Landes nicht unterstützt. Die geäußerten Sicherheitsbedenken werden in anderen Bundesländern, wie wir gesehen haben (vergleiche den entsprechenden Artikel), anders beurteilt. Verletzungsrisiken beim Boxsport werden nicht höher als in anderen Sportarten gesehen. Die vom Ministerium genannten  „pädagogischen Begründungszusammenhänge“, die gegen den Schulboxsport sprechen sollen, werden die in der Mitteilung des Ministeriums nicht näher erläutert.  In Niedersachsen und Hamburg spielen dagegen gerade die positiven pädagogischen Wirkungen, die seit der Einführung von außerunterrichtlichen Angeboten bezüglich des Boxsports in den wissenschaftlichen Begleituntersuchungen evaluiert wurden, eine wichtige Rolle. Die ermittelten pädagogischen Erfolge, die im Rahmen des Boxsportangebots erzielt wurden, sind demnach eher dazu angetan,  eine Weiterführung und einen Ausbau  des Boxsportangebots an den Schulen zu begründen.

49 Gedanken zu “Boxen als Schulsportangebot: In NRW unerwünscht

  1. Also die Verletzungsgefahr ist z.B. Hallenfußball ist nach statistischen Erhebungen signifikant höher als z,B, Boxen. Punktum. Außerdem baut es das Agressionspotential Jugendlicher deutlich ab.

  2. @Mike

    Und bringt ihnen bei, wie man einen ordentlich aufs maul haut 😉

    Aber mal im Ernst, das ganze ist ein zweischneidiges Schwert. Wenn der Trainer wert auf Disziplin legt und auch eine klare Linie gegen Gewalt außerhalb des Rings hat, kann Boxen gerade für vernachlässigte Kinder und Jugendliche durchaus eine gute Schule sein (allerdings können das auch andere Sportarten oder Hobbys)
    Ich hab aber auch schon Clubs gesehen, da war der Trainer das größte Raubein von allen, da hat man die Leute eigentlich nur noch gefährlicher gemacht.

  3. Nur nicht annähernd so reich …

    aber ich bin gerne dort (wenn ich mal hinfahre) … die Ex-Pott-Athmosphäre

    hat was … der Dialekt, die Kanäle … die Leute … viel Grün mittlerweile …

    Du kennst vermutlich nur die TV-Berichte mit leerstehenden Häusern.

  4. das müsstest Du aber kennen 😉

    Pütt m., (niederdeutsch: Schacht, Brunnen, Pfütze, niederländisch: put, französisch: puits, englisch: pit, althochdeutsch: pfuzzi, kölsch: Pütz, lateinisch: puteus) bezeichnet im Ruhrdeutschen ein Kohlerevier, ein Bergwerk, eine Zeche.

    er war also unter Tage!

  5. Ich versuche nur, Deine Vorurteile zu beseitigen.

    Immerhin gehörst Du zur kommenden geistigen Elite dieses Landes …

    auch, wenn Deine Posts das in der Regel so gar nicht vermuten lassen.

    Ich arbeite übrigens gerade.

  6. Boxen als Schulsport = Training in der Halle, Wettkampf im Klassenzimmer und Schulhof

    Da würde eine neue Sportart entstehen, das „Massenboxen“

    @Mr.Wrong die Bundesregierung besteht zu 50% aus warmen Brüdern und zu 50% aus Pros.tituierten

  7. @ Shlumpf

    Die Trainer für den schulischen Boxunterricht werden in NDS sorgfältig auf ihre Aufgabe vorbereitet, um das zu erreichen, was du ansprichst, nämlich Selbstdisziplin und Aggressionssteuerung.

  8. Leider haben die Verantwortlichen nicht verstanden, dass es beim Boxsport nicht um prügeln auf dem Schulhof geht, sondern ein ganz normaler Kampfsport, wie Karate oder Judo ist.

    Als Trainer weiß ich zu gut, welchen negativen Vorurteile Eltern gegenüber unserem Sport haben. Sehen diese Eltern mal einem Training zu, sind sie meist begeistert.

    Happy Boxing
    Ahmet

    http://www.besser-boxen.de

  9. Hier scheinen wieder einige „User“ den BoxSPORT mit stupiden Prügeleien auf dem Schulhof absichtlich zu verwechseln. Denen ist ihr eigenes Gesülze wichtiger, als jegliche ernstzunehmende Diskussion!

    Ich hoffe Paul konnte mit seinem sehr gutem Beitrag dennoch einige User erreichen, es geht um viel mehr als nur um Prügeln in der Schule!

  10. @kevin22

    Außer MainEvent hat das doch keiner behauptet (und bei dem bin ich mir auch nicht sicher wie er das gemeint hat) hat sich doch niemand dagegen ausgepsorchen oder?

  11. Prima, dass sich diese Seite auch dem schwierigen Thema „Boxsport und Schule“ widmet. Besten Dank! Schade nur, dass viele Kommentare so sinnlos sind.
    Also: In Niedersachsen (anders als in Hamburg!) wird ausschließlich Leichtkontaktboxen im Nachmittagsbereich angeboten. Alles andere ist aus gutem Grund verboten. Die Verletzungsgefahr beim Leichtkontaktboxen ist gleich Null. Sicherheitsrisiken gibt es nicht. Problematischer ist die Frage, ob man auch Leichtkontaktboxen als „schlagende Sportart“ (anders als z.B. Judo) rechtfertigen kann: Ist es in Ordnung, wenn sich Schüler im geschützen Rahmen und nach unendlich vielen Übungseinheiten nach strengen Regeln unter der Aufsicht von Trainer und Lehrer leicht treffen dürfen? Ich meine ja.
    A.M.

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