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Box-Quali für Olympia hinter verschlossenen Türen

Box-Quali für Olympia hinter verschlossenen Türen

Wir befinden uns im Jahre 2020 nach Christus. Die ganze Welt befindet sich im Bann des Coronavirus. Die ganze Welt? Nein! Eine von unbeugsamen Olympiafanatikern bevölkerte Institution hört nicht auf, an ihren Plänen festzuhalten. Während in den Fußball-Ligen der Welt der Ball ruht, die Formel 1-Räder stillstehen und rund um den Globus der Sport immer mehr zum Erliegen kommt, zeigen sich allein die Organisatoren der Olympischen Spiele in Tokio unbeirrt.

Selbst US-Präsident Donald Trump befand in einem seiner lichten Momente, es sei vielleicht sinnvoll, „Tokio 2020“ um ein Jahr zu verschieben. Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, sieht indes derzeit wohl keine Notwendigkeit dafür. Nicht einmal für eine Diskussion über eine mögliche Absage der Sommerspiele. Während Länder ihre Grenzen schließen und sich abschotten, hat Bach eher kontraproduktive Lösungen. So soll der 66-jährige – wie berichtet wird – überlegen, dass sich chinesische Athleten zum Beispiel in Europa vorbereiten könnten.

Schätzungen zufolge hat Japan für die Vorbereitung der Olympischen Sommerspiele umgerechnet fast 29 Milliarden Euro investiert. Fraglich ist, welche Verbindlichkeiten die Verantwortlichen im Land der aufgehenden Sonne dabei eingegangen sind? Kämen bei einer Absage von „Tokio 2020“ Schadensersatzforderungen von TV-Sendern auf das IOC zu? Und in welcher Höhe? Man wird es nie erfahren. Im Gegenzug dürften die Japaner aber kaum Interesse daran haben, dass infizierte Olympia-Touristen ins Land kommen.

Und so treiben die Vorbereitungen auf die Olympischen Sommerspiele 2020 seltsame Blüten: Qualifikationswettbewerbe können wegen Einreisestopps oder Veranstaltungsverboten nicht stattfinden. Zumindest das olympische Box-Qualifikationsturnier scheint aber – im Rahmen der Möglichkeiten – seinen regulären Gang zu gehen.

Die Kämpfe in der Londoner „Copper Box“ finden noch bis zum 24. März und hinter verschlossenen Türen statt. Diese Entscheidung traf die IOC-Boxing Task Force unter Vorsitz von Morinari Watanabe weil esBedenken hinsichtlich des Wohlergehens von Öffentlichkeit, Sportlern und Freiwilligen” gegeben hatte.

Rund 350 Boxerinnen und Boxer aus rund 40 Ländern versuchen, sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Fraglich ist, was nach den Wettkämpfen passiert. Werden zum Beispiel Sportler aus Italien wieder in ihr Heimatland zurückkehren können? Franco Falcinelli, der Präsident der European Boxing Confederation (EUBC), hatte gegenüber „BBC Sport“ befürchtet, dass „viele von ihnen möglicherweise Probleme haben, zurück zu kommen, weil viele nationale Fluggesellschaften ihre Flüge einstellen. Zum Beispiel gibt es keine Flüge von England nach Italien.”

Auf die Frage, ob er glaube, dass die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden würden, sagte Falcinelli: „Es hängt von der Verbreitung dieses Covid-19 ab. Bisher gab es in Japan viele Fälle, aber Thomas Bach und auch die lokalen Organisatoren lehnen die Möglichkeit ab, zu verschieben oder abzusagen.”

Es sei fahrlässig, „aktuell über den Sommer zu spekulieren“ hat Veronika Rücker vom Deutschen Olympischen Sportbund jüngst dargelegt. Erst die kommenden Wochen würden zeigen „wohin die Reise gehen wird“.  Bisher deutet zwar alles darauf hin, dass Covid-19 von höheren Temperaturen ausgebremst wird, aber eben nur gebremst – nicht gestoppt! Aktuell gehen Mediziner davon aus, dass jeder Infizierte im Schnitt drei andere Menschen ansteckt. Und es gibt eine weitere schlechte Nachricht:  Wer sich jetzt mit dem Virus infiziert, ist nur für eine begrenzte Zeit immun. Danach hat der Coronavirus wieder eine Chance.

Was meinen die Leser von Boxen.de? Ist die Durchführung der Olympischen Sommerspiele in Tokio ein Risiko? Oder sollte der „Traum Olympia”, den viele Leistungssprtler haben, 2020 in Erfüllung gehen?

 

Nachklapp:

Am 24. März 2020 haben sich die Verantwortlichen im Gastgeberland Japan und das Internationale Olympische Komitee (IOC) darauf geeinigt, die Olympischen Spiele in Tokio um ein Jahr zu verschieben.

 

 

 

 

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1 Kommentar

  1. 16. März 2020 at 14:18 —

    vor 4 Jahren waren zwei Drittel der Belegschaft bei meiner Frau auf Arbeit wegen Grippe ausgefallen. Krass, oder?!?

    Ich habe nochmal nachgelesen. Weltweit verenden über 600.000 Menschen jährlich an der Grippe und da sind sie noch nicht einmal bereit von einer Pandemie zu sprechen.

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