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Box-Pionier Carmen Williamson stirbt mit 94

Box-Pionier Carmen Williamson stirbt mit 94

Soweit bekannt verstarb Williamson schon am 8. April in einem Krankenhaus in Toledo. Mit Williamson ist ein weiterer Boxsportler dem Coronavirus zum Opfer gefallen. Carmen Williamson, der trotz des Vornamens männlichen Geschlechts war, galt in den 1940er und 1950er Jahren als einer der besten Amateurboxer der USA.

Als Amateur hatte Williamson eine Bilanz von 250-14-0. „Ich habe meine ersten sechs Kämpfe verloren und in den nächsten drei Jahren alle Kämpfe gewonnen. Ich war fünf Jahre hintereinander der Ohio-Champion im Fliegengewicht!“ hatte der damals 81-jährige im Jahr 2007 noch in einem Interview erklärt.

Auch warum er sein Glück nie bei den Profis versucht hat, verriet Williamson damals: „Ich bin nie professionell geworden, weil ich einen guten Job (…) und eine Familie hatte und zu der Zeit ziemlich gutes Geld verdient habe. Dazu kommt: ich wog nur 112 Pfund und das war nicht das Gewicht, mit dem man Geld verdienen konnte. Die kleinen Männer hatten keine Zugkraft.”

Dennoch bleib Carmen Williamson auch nach dem Ende seiner Amateurzeit dem Boxsport treu, leitete als Ringrichter Kämpfe bei lokalen Golden Gloves-Wettbewerben und war drei Jahrzehnte lang Mitglied der Amateur International Boxing Association, einer Gruppe von US-amerikanischen Amateur-Ring- und Punktrichtern, die die Vereinigten Staaten bei internationalen Veranstaltungen und Wettbewerben vertreten. In dieser Eigenschaft reiste Williamson nach Russland, Norwegen, Schweden, Dänemark und in mehrere afrikanische Länder. Auch Olympia-Erfahrung konnte Carmen Williamson sammeln: 1984 bei den Los Angeles Games und 1996 bei den Atlanta Games. Während der LA Games soll er der erste Afroamerikaner gewesen ein, der als Ring- und Punktrichter bei einem olympischen Wettbewerb im Einsatz war.

Zum Boxen war Williamson übrigens nur aus einem Grund gekommen, wie er einmal einem Journalisten erklärt hatte: „Tatsache ist, dass ich aufgrund meiner Größe lernen musste, wie man boxt. Ich wurde mittags, wenn ich von der Schule nach Hause ging, regelmäßig verprügelt. Bis ich anfing an zu lernen, wie ich T-Bone (den Schulmobber) davon abhalten konnte.“

Bis ins hohe Alter bleib Williamson aktiv, war noch kurz vor seinem Tode dabei, die Abschlussprüfung an der Universität von Toledo zu machen. Wie es heißt, gibt es Überlegungen, Carmen Williamson posthum trotzdem einen akademischen Abschluss zu verleihen.

Ruhe in Frieden.

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