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Bösel siegt umstritten über Krasniqi

Bösel siegt umstritten über Krasniqi

SES-Stallchef Ulf Steinforth hatte seine beiden Boxer vor dem Kampf gewarnt und wohl vor allem an Dominic Bösels Adresse den Hinweis gerichtet, dass eine Niederlage das Ende im Boxsport bedeuten könnte.

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr erlitt Bösel eine KO-Niederlage gegen Robin Krasniqi. Im Rematch sollte alles anders werden, die KO-Niederlage sei „verdaut“ hieß es. Der 31-jährige Freyburger hatte sich zuletzt noch von seinem Coach Dirk Dzemski getrennt und Georg Bramowski als Coach verpflichtet. Viele Fans waren trotzdem der Meinung, dass Robin Krasniqi der klare Favorit im Rematch sei. Bösel könne kein Ei vom Teller hauen, war in einem Boxsport-Forum zu lesen, oder dass Dominic Bösel den schweren KO noch nicht weggesteckt habe.

Doch die Kritiker und Zweifler irrten sich. Nach einem engen Gefecht konnte sich Dominic Bösel am Ende nach Punkten durchsetzen. Zwei der drei Punktrichter hatten den Boxer aus Sachsen-Anhalt mit 115:114, 116:112 vorne, der dritte wertete 114:115 für Krasniqi. Krasniqi fühlte sich allerdings ungerecht behandelt: „Ich habe nicht verloren, ich habe geführt, aber Gratulation an Dominic, dass er so stark zurückgekommen ist. Ich muss das nochmal anschauen, aber ich habe niemals verloren. Und ich finde das einfach schade von den Punktrichtern, dass sie nicht korrekt waren. Das ist einfach nicht fair.”

Das Urteil wurde vom Großteil der Zuschauer mit Pfiffen quittiert, da Krasniqi über weite Strecken ebenbürtig oder sogar der bessere Mann war. In der Tat hätte man auch „draw“ werten oder sogar die Vorteile bei Krasniqi sehen können. Und so kann man wohl davon ausgehen, dass es zu “Bösel vs Krasniqi III” kommen wird.

Wer sich selber ein Urteil bilden möchte, hier der ganze Kampf:

https://www.sportschau.de/boxen/video-boxen-dominic-boesel-gegen-robin-krasniqi—in-voller-laenge-100.html

Auf der Undercard hatte Cruisergewichtler Roman Fress bei der Verteidigung seines WBO-Interconti-Titels mehr Mühe, als vermutlich gedacht. Sein Gegner, der Italiener Luca D’Ortenzi war mehrfach schon internationaler Titelträger im Cruisergewicht und konnte sich 2019 bei einem „Ausflug“ ins Schwergewicht sogar den italienischen Meistertitel sichern. Nach 10 geboxten Runden, bei denen der italienische Herausforderer gegen Ende des Kampfes etwas zu inaktiv war, heißt der alte und neue Titelträger Roman Fress. Das Ergebnis von 95:94, 97:92 und 97:92 für Roman Fress zeigt allerdings, dass zwei der Punktrichter wohl einen anderen Kampf gewertet haben müssen. Kein Wunder, dass es bei der Urteilsverkündung Pfiffe vom Publikum gab.

Ebenfalls auf der Undercard: der Kampf zwischen Peter Kadiru und Boris Estenfelder. Estenfelder hat seit dem Verlust seines Deutschen Meister-Titels an Roman Gorst vor rund zwei Jahren nicht mehr im Ring gestanden und ging als klarer Underdog in den Ring. Der 24-jährige Hamburger Kadiru verteidigte zwar seinen Titel, konnte aber gegen den kleineren und früh ausgepowerten Estenfelder nicht überzeugen. Das Urteil am Ende: 99:91, 98:92 100:98 für Kadiru, der hier nicht viel von dem zeigte, was er eigentlich kann. Über die gesamten zehn Runden war der Schützling des früheren Klitschko-Managers Bernd Bönte zwar der überlegene Mann im Ring und konnte immer wieder harte Treffer setzen, doch für einen KO gegen Estenfelder reichte es nicht.

Hier das Video

https://www.sportschau.de/boxen/video-boxen-peter-kadiru-gegen-boris-estenfelder—in-voller-laenge-100.html

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11 Kommentare

  1. 10. Oktober 2021 at 07:17 —

    Da hat man Krasniqi mal ordentlich beschissen, der Kampf war verbissen und knapp,,,,,aber Krasniqi hätte nach Punkten gewinnen müssen, ein Unentschieden wäre auch vertretbar gewesen.
    Das 116: 112 für Bösel sind nicht nur eine Frechheit sondern vorsätzlicher Betrug!

  2. 10. Oktober 2021 at 07:24 —

    Ach ja, Kadiru kann man getrost in die Tonne kloppen, der wird als großes Talent angepriesen, hat aber nicht viel drauf. Mag sein das er das beste Schwergewicht in Deutschland ist, aber das reicht bestenfalls für die 3. Reihe und einige kleine Titelchen!
    Er hat zwar mit Bönte einen guten Manager, aber auch der kann aus einen Ackergaul kein Rennpferd machen!

    Bin auch der Meinung das Fress zu unrecht gewonnen hat, mit solchen Siegen spiegelt man solchen Jungs falsche Tatsachen vor!

  3. 10. Oktober 2021 at 08:06 —

    Die 116:112 für Bösel sind, wie Luzifer richtigerweise schreibt, ein grosser Witz, ja ein Betrug!!!

  4. 10. Oktober 2021 at 10:50 —

    Hatte den Kampf nach 10 Runden offen (jeweils 5 Runden Bösel/Krasniqi.
    Die letzten beiden Runden waren beide eng. Krasniqi natürlich aktiver, aber Bösel aus der Ringmitte mit härteren Schlägen…
    Ein Draw wäre wohl das Beste gewesen… von einer Robbery kann man hier allerdings nicht sprechen.

    Habe ich das richtig verstanden, dass eine der Punktrichterin auf den Namen „Carolin Pütz“ hört…? Den Rest kann man sich dann denken. Der BDB ist echt ein Bananen-Verband.

  5. 10. Oktober 2021 at 14:46 —

    Hmmm, da gab es insgesamt wenig Weltmeisterliches zu sehen…

    Hier sollte man sich um eine Dritte Auflage des Fights bemühen, denn im Falle eines Vereinigungskampfes müsste man nicht nur eine vernichtende Niederlage Bösels, sondern ernsthafte gesundheitliche Probleme befürchten…

    Habe die mittleren Runden leider nicht gesehen, von den Runden, die ich gesehen habe, hat Krasniqi schon die meisten gewonnen.

  6. 10. Oktober 2021 at 16:43 —

    Bislang galt Ulf Steinfort als halbwegs seriös (soweit man das im Boxgeschäft sagen kann). Mit diesem Urteil ist das. vorbei. Das war Betrug.

  7. 10. Oktober 2021 at 17:33 —

    Ich habe im Gegensatz zu anderen hier einen anderen Bösel vs Krasniki Fight gesehen.Die meisten harten Treffer hatte Krasniki gelandet.Man sah wie Bösel Kopft nach jeden Treffer vibbrierte.
    Bösel schlug hauptsächslich Luftlöcher und in jeder Runde Hinterkopfschläge.Der Referee war blind oder eindeutig parteiisch.Die Punktrichter waren ein Witz.
    Im Grunde genommen wollte man Bösel Karriere retten.Betrug hoch drei.

  8. 10. Oktober 2021 at 18:07 —

    Bösel hat ein Bisschen geboxt wie Marco Huck…
    …allerdings ohne dabei auch nur ansatzweise über die nötige Schlagkraft zu verfügen…

  9. 11. Oktober 2021 at 10:37 —

    Man hätte es wirklich unentschieden machen können. das wäre dem kampf angemessener gewesen. aber so oder so ist ein dritter teil das einzige was für beide sinn ergibt. denn eine vereinigung gegen bivol sollten beide tunlichst vermeiden. und den IBO titel einfach nur verteidigen ist nicht so lukrativ. da machen deutsch – deutsche duelle einfach sinn. danach vielleicht gegen brähmer, sturm oder zeuge.

  10. 11. Oktober 2021 at 17:34 —

    diesen kampf hat bösel nie und nimmer gewonen, das steht doch eigendlich ausser frage. der manager hat bösel den gefallen getan und sich um die punktrichter gekümmert vor dem kampf damit das so ausgeht wie es gekommen ist .
    draw oder knapper pkt.sieg für Krasniqi

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