Bob Arum: Pulev wird Joshua ausschalten

Bob Arum: Pulev wird Joshua ausschalten

Anthony Joshua habe eine Achillesferse, hat Pulevs Co-Promoter wieder einmal in einem Interview dargelegt: „Er hat kein Kinn. Ich kannte Andy Ruiz schon vor seinem ersten Kampf mit Joshua, habe jeden seiner Kämpfe begleitet, bis auf den gegen Alexander Dimitrenko. Ich weiß, wie gut er ist und was ihm fehlt. Er hat schnelle Hände und ein ziemlich gutes Kinn, aber er ist kein Knockout-Typ“, analysierte Arum bei „IFL TV“. Trotzdem gelang es Andy Ruiz jr im Juni 2019 Anthony Joshua gleich vier Mal niederzuschlagen, bevor Ringrichter Michael Griffin in Runde 7 den Kampf abbrach.

Arum hält Kubrat Pulev – im Vergleich zu Andy Ruiz jr – für den besseren Boxer mit dem größeren Punch: „Er (Andy Ruiz) hat gegen viele mittelmäßige Boxer gekämpft und konnte sie nicht ausschalten. Die Tatsache, dass er Joshua so geschlagen hat, wie es passiert ist, zeigt mir, dass Joshuas Kinn sehr, sehr anfällig ist. Wenn Sie Ruiz mit Pulev vergleichen, dann ist Pulev ein viel besserer Kämpfer! Deshalb denke ich: wenn Ruiz Joshua ausschalten kann, hat Pulev eine noch größere Chance, ihn auszuschalten.“

Trainiert wird der bulgarische Schwergewichtler immer noch von Ulli Wegner. Der 77-jährige liegt wegen eines Oberschenkelhalsbruchs zwar noch im Brandenburger Reha-Klinikum Median in Hoppegarten, Wegner will Kubrat Pulev aber auch von dort aus so gut unterstützen, wie es geht: „Ich würde den Job nicht übernehmen, wenn ich nicht der festen Überzeugung wäre, dass Kubrat durchaus die Fähigkeiten besitzt, den Ring als Sieger zu verlassen“, gibt sich Wegner in einem Interview mit „Sportbuzzer“ selbstbewusst.

Wie das Online-Portal weiter berichtet, wollte sich Pulev schon in der vergangenen Woche im Klinikum in Hoppegarten mit Ulli Wegner treffen, wegen der Corona-Pandemie war das aber nicht möglich. Also heißt es für Wegner: Theorie statt Praxis. „Joshua liegt mit seinem Boxstil vor mir, wie ein offenes Gesangsbuch. Wir werden alles unternehmen, um unsere Außenseiter-Chance zu nutzen. Kubrat kann unheimlich hauen. Wir müssen aber streng auf die Deckung achten“, verriet Wegner dem „Sportbuzzer“.

Die KO-Quote des 38 Jahre alten Bulgaren ist mit 48,28% indes nicht sonderlich beeindruckend. Selbst gegen den schon 39 Jahre alten Rydell Booker gewann die bulgarische ‚Cobra‘ im vergangenen November in einem „stay busy“-Kampf zwar eindeutig, aber nur über die Punktzettel. Booker lag seinerzeit bei Boxrec auf  #124 und hinterließ im Verlauf des Kampfes den Eindruck, er wolle nur über die Runden kommen ohne allzu schwere Treffer zu kassieren.

Natürlich könnte das Kinn von ‚AJ“ beim Kampf gegen Kubrat Pulev eine Rolle spielen. Schon Joseph Parkers Promoter David Higgins, hat in der Vergangenheit  das Thema gerne angesprochen: Joshua habe „einen Glaskiefer“ und das sei „das am schlechtesten gehütete Geheimnis im britischen Boxen“ hatte Higgins schon erklärt, noch bevor sein Boxer im März 2018 gegen Anthony Joshua verlor.

Fraglich ist, ob Kubrat Pulev das ausnutzen kann oder ob Ulli Wegner andere Schwächen entdeckt hat. Fakt ist, dass Joshua nicht unverwundbar ist. Schon im Kampf gegen Alexander Povetkin zeigte sich Joshua nach mehreren Aufwärtshaken seines Gegners beeindruckt und reagierte in den folgenden Runden viel zu abwartend. Trotzdem gelang es dem britischen Schwergewichtler, das Blatt zu wenden: in seinem 22. Profikampf konnte ‚AJ‘ seinen 21. KO-Sieg feiern.

„Du verlierst im Alter den Instinkt. Ich wusste, wann der richtige Zeitpunkt ist. Er (Povetkin)  ist stark im Kopf, aber schwach vom Körper her. Als sich die Gelegenheit bot, habe ich sie erkannt und genutzt.“ erklärte Joshua nach seinem Sieg. Povetkin war zu diesem Zeitpunkt 38 Jahre alt, Kubrat Pulev wird am 4. Mai 39.

Nun bleibt abzuwarten, ob der Kampf zwischen Pulev und Joshua – wie geplant – am 20. Juni stattfindet, oder ob die Begegnung auf den 25. Juli verschoben wird.

9 Gedanken zu “Bob Arum: Pulev wird Joshua ausschalten

  1. Abwarten! Wenn AJ wieder seine geballte Ladung Ringintelligenz in die Beine und in den Rückwärtsgang steckt, wird das nichts.
    Das wird wieder ein Kampf vom allerfeinsten und nur was echte Kenner!!! 😀 😀 😀

    Guckt jemand UFC? Neulich der Kampf von Adesanya vs Romero….
    Da erdreistete sich doch der Ringrichter tatsächlich Anfang der dritten Runde zu den Kämpfern zu sagen:
    „Hey, ihr werdet bezahlt, um zu kämpfen. Also kämpft auch gefälligst!“
    Nicht zu fassen. Der hatte auch keine Ahnung von Ringintelligenz.

          1. da hast du recht. er wäre der perfekte zuschauer für die gladiatorenkämpfe im alten rom. brot und blutrünstige spiele sind genau das richtige für ihn!

  2. Joshua wir pulev locker KO schlagen. und dann mal sehen wie es weiter geht (und ob es derzeit überhaupt weiter geht) wenn er danach gegen usyk ran muss kann der sieger aus wilder – fury bequem gegen whyte verteidigen und anfang 2021 dann die unification!

    1. Ach, Brennov. Dir erkläre ich es auch gerne nochmal und auch für alle anderen Nichtskapierer (zu deinem Kommentar oben):
      Ich will nur, dass ein Kämpfer kämpft und nicht wegläuft!Und der darf sich sogar verteidigen und NEIN! sie müssen NICHT die ganzen Runden mit offenem Visier kämpfen.
      Ist es dir immer noch zu schwierig zu kapieren?
      Wenn ja, dann willkommen in Doc VollObstPfosten-Dumpfbacken-Club!

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