Bivol schlägt Ramirez

Bivol schlägt Ramirez

Im Kampf gegen Gilberto Ramirez hat Dmitry Bivol erneut seine Klasse unter Beweis gestellt. Nach 12 geboxten Runden sahen es die Punktrichter 117:111, 117:111 und 118.110 für den alten und neuen Weltmeister.

Bivol bestimmte von Anfang an das Tempo, diktierte die Distanz, ließ Ramirez nie in seinen Rhythmus kommen. Wenn man möchte, kann man dem Herausforderer die ersten beiden Runden geben, das war ‚ s dann aber auch schon. Der Rest war – bis auf den zehnten Durchgang – eine reine Bivol-Show.

Mit diesem beeindruckenden Sieg und dem Triumph über Saul Alvarez dürfte Dmitry Bivol nun der klare Favorit auf die Auszeichnung als Kämpfer des Jahres 2022 sein. „Ich habe bewiesen, dass ich der beste Mann der Welt sein kann“, erklärte Bivol nach dem Kampf, „Der Löwe ist nicht das größte Tier im Dschungel, aber er ist der König. Zurdo ist größer als ich, aber das spielt keine Rolle.“

Das schlug sich auch in der Statistik nieder: Bivol schlug zwar weniger, traf aber häufiger und kontrollierte das Geschehen mit seinem Jab, seiner Beinarbeit und seinem Timing.

Seltsamerweise versuchte Ramirez, Bivol auszuboxen, anstatt ihn – wie zu vermuten war –  mit Körpertreffern unter Druck zu setzen. Verwunderlich, denn während seiner gesamten Karriere im Ring war Ramirez als aggressiver Pressure-Fighter unterwegs, der viel schlug. Gegen Bivol ließ Ramirez selten seine Hände los, selbst wenn er seinen Gegner an den Seilen gestellt hatte. Ramirez boxte zögerlich, wirkte phasenweise nahezu ängstlich. Und auch Bivol kämpfte anders, als ich erwartet hatte, war aggressiver und deckte Ramirez mit Jabs und geraden Rechten ein, die dem Herausforderer zu schaffen machten.

Nun hofft Bivol auf einen Kampf gegen Artur Beterbiev, der am 28. Januar aber erst einmal  eine Pflichtverteidigung gegen Anthony Yarde machen wird. „Ich habe ein Ziel: Ich will unangefochtener Champion werden, aber es hängt nicht alles von mir ab“, sagte Bivol. „Wenn es nach mir geht, dann kämpfe ich um alle vier Gürtel. Ich bin wie ein Kind, das einen Traum hat und ich möchte diesen Traum wahr machen!“ Nun bleibt abzuwarten, ob Bivol diese „Lücke“ im Frühjahr nutzt, um ein Rematch mit ‚Canelo‘ Alvarez zu machen.

Bild: bivol_d / Instagram

23 Gedanken zu “Bivol schlägt Ramirez

  1. ich hatte es schon deutlich erwartet…aber was Bivol abgeliefert hat, dürfte auch Beterbiev zum Nachdenken bringen.

    Zurdo got schooled!

    Unification wird es leider nicht so schnell geben, aber dafür bekommt Canelo nochmal einen Satz heiße Ohren – und darauf freue ich mich mindestens genauso 🙂

  2. Super Vorstellung von Bivol, vom Mexikaner hätte ich etwas mehr erwartet , vor allem nach den ganzen Sprüchen!
    Und ein Kampf gegen canelo , wäre natürlich sehr lukrativ , aber habe da meine Bedenken, zu mal im ersten Kampf canelo nur prügel bezogen hat trotzdem hatte einer 113 zu 115 gewertet , heißt für mich wenn canelo nur minimal besser auftritt wie im ersten Kampf ist es entweder ein Draw oder ein Sieg für den Mexikaner 🤷🏻‍♂️

      1. Wenn rückkampf dann nur in supermittelgewicht!Sollte Bivol beschissen werden hat er immernoch seinen Titel im Halbschwergewicht, und kann gegen Beterbiev antreten , und sollte canelo verlieren gibt er auch sein Gürtelsammlung ab , wäre nur fair!

  3. Da hat ivan recht. Solange in Las Vegas geboxt wird, hat auch ein schlechter Canelo durchaus Siegchancen.

    Es sind ja eh noch ein paar „?“ im Spiel. Beterbiev hatte ja eine nicht näher bekannte Verletzung und Yarde ist auch nicht sooo schlecht.
    Er geht davon aus, dass Beterbiev zu langsam für ihn ist. Und der wird im Januar schon 38.

    Ich denke, auf lange Sicht wird Bivol die Titel vereinigen und Beterbiev in Rente schicken.

  4. Tja, der muss jetzt aus einer Niederlage was lernen.

    Eigentlich sollte der Kampf gegen Marcus Aumeda aus Argentinien
    der Test für einen EM-Fight werden.

    Aber Kadiru ist durch – bzw. umgefallen.Schon nach wenigen Sekunden schlug ein harter rechter Aufwärtshaken bei Kadiru ein. Der kam zwar wiieder auf die Beine, ging aber nach dem darauffolgenden Schlaghagel schon in der ersten Runde schwer KO.

  5. Weiss jemand mit wieviel Gewicht Ramirez in den Ring gestiegen ist? Das waren doch sicher 90 kg und er wurde deklassiert.
    Was sollte Bivol ein Rückkampf gegen Canelo bringen? Er würde nur noch deutlicher siegen.
    Aber Bivol sagte ja, legacy is more importent than money!
    Hoffen wir ma lieber auf einen Vereinigungskampf gegen Beterbiev!

  6. Das war eine sehr überzeugende Leistung von Bivol, besser als erwartet gegen einen guten Mann wie Ramirez. So einen „Riesen“ muss man erst mal derart ausboxen. Warum hat Ramirez nicht mehr gemacht? Ganz einfach wenn du laufend bei deinem eigenen Angriff abgekontert wirst, hast du irgendwann keinen Bock mehr ein Risiko einzugehen.. Der Kampf gegen Beterbiev wäre für Bivol bestimmt eine gute Herausforderung weil er da wegen der schwächeren Physis 12 Runden auf der Hut sein muss.

    1. Hatte im Vorfeld auch noch gedacht, dass Bivols hervorragende Leistung gegen den deutlich kleineren Alvarez wenig Aussagekraft in Bezug auf den Fight gegen den deutlich größeren Ramirez hat, aber auch den hat er sehr überzeugend geschlagen!
      Ich denke, Ramirez ging es ähnlich wie Joshua gegen Usyk: Bis man überlegt hat, wo man hinschlägt, steht der Gegner da schon nicht mehr. Oder, wie Joshua es ausgedrückt hat: Es ist, als wollte man eine Fliege KO schlagen…
      (Nur dass Gegner wie Usyk oder Bivol eben auch noch mit hoher Geschwindigkeit und Präzision aus allen Richtungen zurückschlagen….)
      Betebiev ist natürlich schon extrem gefährlich: Hat als Amateur sogar Usyk am Boden gehabt…

  7. boxrecs aktuelle Top 5 P4P:

    #1 Saul Alvarez
    #2 Dmitrii Bivol
    #3 Gennadiy Golovkin
    #4 Terence Crawford
    #5 Oleksandr Usyk

    Da f***t sich das System boxrec mal wieder selbst in den Schwanz: Mal abgesehen davon, dass jemand, der einen Gegner deutlich und dominant besiegt hat, natürlich nicht unter demjenigen, den er besiegt hat, rangieren dürfte, ist es auch so, dass derjenige, der gegen den P4P # 1 kämpft und verliert (bspw. GGG vs. Canelo), trotzdem mehr Punkte erhält als jemand, der gegen einen weniger hoch gerankten Gegner in der selben GK kämpft und gewinnt (bspw. Bivol vs. Zurdo)

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