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Big George: Von der Kampfmaschine zum gläubigen Boxveteran

Als „Big“ George Foreman am 22. Januar 1973 im Titelkampf um die Schwergewichtsweltmeisterschaft in Kingston / Jamaika „Smoking Joe“ Frazier gegenübersteht, hat er zuvor nahezu jeden Gegner kurzrundig auf die Bretter gelegt oder zur Aufgabe gezwungen. Bis dahin siegte er in 31 Kämpfen durch KO oder TKO; nur in zwei Kämpfen musste er die gesamte Kampfzeit beanspruchen. Dennoch ist Joe Frazier Favorit: Er hat drei Kämpfe zuvor im Madison Square Garden von New York Muhammad Ali in einem sensationellen Fight klar nach Punkten besiegt. Und die beiden nächsten Kämpfe gegen Terry Daniels und Ron Stander vorzeitig durch TKO abgeschlossen.

Im Kampf selbst zeigt sich: Frazier hat nicht die geringste Chance. Drei Mal muss er schon in der ersten Runde den Boden aufsuchen, ebenfalls drei Mal in der zweiten. Die weit ausholenden Heumacher Foremans sind so gewaltig, dass sie Frazier, so scheint es, vom Boden abheben lassen. Er ist  als Profi bislang niemals zuvor besiegt oder gar ausgeknockt wurde. Jetzt  muss er erleben, dass er gegen eine solche Kampfmaschine mit diesen wuchtigen Schlägen, die selbst auf die Deckung zu Verletzungen führen,  aussichtslos ist.  Neuer Weltmeister im Schwergewicht: George Foreman. Es gibt kaum jemanden, der nicht davon überzeugt ist, dass Foreman mindestens ein Jahrzehnt den Titel halten wird und es Joe Louis gleichtun wird, der in den Jahren 1937 bis 1949 als Weltmeister für unbesiegbar galt. Foreman ist erst Mitte zwanzig, als er Weltmeister aller Klassen wird.

Amateur und Olympiasieger

Foremans Familie kommt aus Texas. In Marshall wird er am 10. Januar 1949 geboren. Wie viele schwarze Boxer wächst er in Armut auf; seine  geschiedene Mutter muss  mit sechs weiteren Kindern mit Mühe  ihren Lebensunterhalt verdienen. George bleibt nicht immer auf der gesetzestreuen Seite. Er verbreitet Furcht, wenn er die Straßen seines Viertels betritt. Schnell wird bekannt, dass er fürchterlich zuhauen könne und mit einem Schlag jemanden „platt“ mache.  Als er ausgewachsen ist,  erreicht er eine Körpergröße von 193 cm.

 Durch das Engagement eines Sozialarbeiters kommt er zum Boxen, mit 17 Jahren. Und holt schon nach knapp über zehn Kämpfen  den Sieg bei den Golden Gloves, dem weltweit bekannten Traditionsturnier im US-amerikanischen Amateurboxsport.  Im gleichen Jahr wird er US-Meister im Schwergewicht.   Beim einem Amateur- Länderkampf gegen eine deutsche Auswahl boxt er im Schwergewicht gegen den deutschen Amateur-Schwergewichtsmeister Dieter Renz aus Bottrop. Er verliert, für viele unverständlich,  durch Disqualifikation. Foreman wuchtet die Schläge mit Urgewalt gegen Renz; auch dessen Deckung hilft wenig. Renz sagt später, nach Aufzeichnungen des bekannten Sportjournalisten Sepp Scherbauer, dass er in seiner ganzen Laufbahn keine härteren Schläge erlebt habe. Bei einem weiteren Ländervergleich tritt er gegen Peter Hussing, den Brachbacher aus dem Siegerland, an. Hussing, der u. a. später im Superschwergewicht Amateur-Europameister wird, hat keine Chance: In der ersten Runde wird er ausgeknockt. Hussing hat später den Kampf mit Foreman ähnlich wie Renz kommentiert. Er betont dessen gewaltige Schlagkraft. Und vergleicht ihn mit Teofilo Stevenson, dem dreimaligen kubanischen Olympiasieger im Schwergewicht. Foreman habe bedeutend mehr Schlagkraft als der berühmte Stevenson gehabt, sei aber technisch weniger überzeugend gewesen. Ein Zusammentreffen Foremans mit Stevenson ist auch später nicht möglich, weil Foreman nach dem Olympiasieg von 1968 schnell ins Profilager wechselt, Stevenson aber Amateur bleibt bzw. auf Anweisung des kubanischen Boxverbandes bleiben muss.

Im Olympiaturnier von 1968 in Mexiko zählt  der erst 19jährige George Foreman nicht zu den Favoriten im Schwergewicht.  Über Lucjan Trela aus Polen (Punktsieg) und  dem Rumänen Ion Alexe (TKO 3. Runde)  kommt er ins Halbfinale und schlägt dort Giorgio Bambini aus Italien in der zweiten Runde KO. Im Finale siegt er über Ionas Chepulis aus der damaligen Sowjetunion durch TKO in der zweiten Runde. Und ist Olympiasieger im Schwergewicht. Übrigens:  Im Gegensatz zu vielen anderen schwarzen US-Medaillengewinnern, die bei den Siegerehrungen in Mexiko mit geballter Faust gegen die damals  noch massiv bestehenden rassistischen Anfeindungen in der Heimat protestieren, hält Foreman bei der Siegerehrung im Schwergewicht  die Fahne der USA hoch.

Von den insgesamt  26 Amateurkämpfen, die Foreman bestreitet, gewinnt er 22, häufig vorzeitig. Nur vier Niederlagen sind zu verzeichnen.

Big George als Profi

Foreman lässt keine Zeit verstreichen und wird schon 1969, mit knapp zwanzig Jahren, Profi. Sein Trainer wird Dick Sadler, selbst ehemaliger Profiboxer, der in seiner Freizeit Klavier spielt und sich besonders im Jazz hervortut. Foreman braucht jemanden, dem er unbedingt Vertrauen schenken kann. Denn er ist einige Male von windigen Managern, wie z.B. Ehrlicher, mit einem Teil seiner Gagen übervorteilt worden. Sein erster Profikampf findet am 23. Juni 1969 im Madison Square Garden zu New York statt. Er siegt gegen Don Waldheim  durch TKO in der dritten Runde. Die ersten elf Gegner knockt er aus, nur in zwei Fällen siegt er über die Punktwertung. Schon unter diesen Gegnern finden sich  mit Roberto Davila und Levi Forte zwei Boxer, die in dieser Zeit in der  Weltrangliste der Schwergewichte zu finden sind. 1970 geht’s weiter. 11 Kämpfe, elf Siege, 10 vorzeitig. Es finden sich unter denen, die er ausknockt, auch bekannte Schwergewichte, nennen wir nur den kanadischen Profi George Chuvalo und Jack O’Halloran. Und 1971: Sieben Mal tritt er an, sieben Mal siegt er vorzeitig.  Und steht nun auf der Rangliste von Nat Fleischer unter den ersten Zehn.

Weltmeister

1972 siegt er wiederum fünf Mal in Folge durch Knock-Out. An ihn kann nun keiner mehr vorbei, wenn’s um einen Kampf um den Schwergewichtstitel geht.  Der WM-Fight  ist für den  22. Januar 1973 in Kingston angesetzt.  In zwei Runden zertrümmert er Joe Frazier. Er, der fast jeden seiner Gegner vorzeitig und in den ersten Runden besiegt hat, ist, wie oben schon gesagt, keinesfalls Favorit. Das ist Joe Frazier, der Ali-Bezwinger. Foremans Überlegenheit ist so groß, dass Frazier nicht eine einzige Gelegenheit erhält, seine boxerische und kämpferische Klasse unter Beweis zu stellen. Sechs Mal geht er in den zwei Runden zu Boden. Und Foreman ist mit seinen 25 Jahren Weltmeister im Schwergewicht (siehe auch oben im Artikel).

Anfang Januar 1973 verteidigt er erstmals seinen Titel gegen Jose Roman in Tokio und schlägt ihn in der ersten Runde KO. Mehr als ein Jahr später lässt er Ken Norton  in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, keine Chance und gewinnt durch TKO in der zweiten Runde. Dann wartet die dritte Titelverteidigung gegen Muhammad Ali auf ihn.

Der Untergang

Foreman ist klarer Favorit gegen Ali. Es gibt nur wenige, die Ali eine Chance geben. Gegen Foremans Naturgewalt scheint kein Kraut gewachsen, auch nicht Alis Wendigkeit, Schnelligkeit und taktische Intelligenz. Der Fight in Kinshasa  im damaligen Zaire bietet zunächst kaum Überraschungen. Ali versucht mit den üblichen schnellen Bewegungen im Ring, mit Tanzen und „Stechen“, Foreman zu provozieren, auch mit verbalen Attacken. Foreman schneidet ihm  auf Anraten seines Co-Trainers, Archie Moore, die Wege  ab, so dass Ali erheblich mehr Laufarbeit im Ring zu bewältigen hat. Und ändert gegen den Trainerwillen seine Taktik. Lässt sich  von Foreman mit gewaltigen rechten und linken langen  Händen in die Ringseile drängen. Alles wartet darauf, dass Ali fällt. Aber er steht Runde für Runde an den Ringseilen durch, pendelt mit dem Kopf nach hinten und schützt seine Körperfläche, so dass ihn Foreman kaum hart treffen kann. Dennoch kommt Foreman einige Male mit seinen Knochenbrechern durch die Deckung, die  Ali durchschütteln und die an seine Grenzen gehen.  Jeweils gegen Ende der Runden scheint Ali zu erwachen. Und trommelt  einige Geraden an den Kopf Foremans. George Foreman verlässt ab Mitte des Kampfes mehr und mehr die Kraft, von Ali präzise beobachtet. In der achten Runde befreit er sich aus den Seilen, schlägt rechte und linke Hände an den Kopf Foremans, und trifft voll mit einem finalen Schlag. Foreman fällt, wird ausgezählt. Ali sagt später, dass Foreman diesen Schlag, hätte er ihn in früheren Runden hinnehmen müssen,  auf jeden Fall überstanden hätte. Aber Foreman ist ausgepowert.   Zum zweiten Mal  Weltmeister: Muhammad Ali (vgl. hierzu auch den Artikel „Ali vs. Foreman“).

Nach dem Ali-Kampf

Foreman erklärt seine Niederlage gegen Ali durch zu schwammige Trainingsvorbereitungen. Nach dem WM-Sieg gegen Frazier habe er kaum systematisch trainiert und es mehr oder weniger lax laufen lassen.  Erst 1976 versucht er ein Comeback. Siegt vorzeitig gegen Ron  Lyle, nochmals gegen Joe Frazier, Scott Le Doux und John Denis.  1977 schlägt er Pedro Agosta in der vierten Runde KO. Dann gegen Jim Young. Der ist heute vergessen, gilt aber damals als absolut gefährlicher und unangenehmer  Schwergewichtler. Young schlägt ihn nach Punkten. In der Kabine, so erzählt Foreman später, hat er Todesahnungen. Er hört auf die „Stimme Gottes“ und will fortan ein Leben in der religiösen Vertiefung suchen. Nach 47 Kämpfen, von denen er bis dahin 42 KO-Siege errungen hat, tritt er 1977 vom Boxen zurück.

Wiederkehr und Wandlung

Foreman macht seine Ankündigung wahr. Er wird Prediger und arbeitet an verantwortlicher Stelle  für ein Jugendzentrum. Auch äußerlich verändert er sich: Seine  Athletengestalt verschwindet und macht einem übergewichtigen und eher gemütlichen Aussehen  mit sanfter Miene im Gesicht Platz. Jede Aggressivität ist verschwunden.  Er hat nun eine Vollglatze, wiegt an die 130 Kilo und ähnelt fast einem Buddha, meinen einige.  So lebt er 10 Jahre. Bis ihn und die Institutionen, in denen er tätig ist, Geldmängel plagen. Und er kehrt zum Boxsport zurück.

Die Öffentlichkeit rümpft die Nase. Zunächst besiegt er in kurzen Runden dritt-, viertklassige Gegner. Dann wagt er sich an höhere Chargen. Und siegt auch hier vorzeitig. Er drückt sein Gewicht zwar auf 110 kg, ist aber immer noch zu schwer  und teilweise auch zu unbeweglich für höhere Aufgaben. Auch sein Kampfstil hat sich gewandelt. Er geht jetzt verhaltener und weniger aggressiv  im Ring vor, drischt nicht mehr wild drauflos.  Seine Schläge haben nicht mehr ganz die vernichtende Wirkung wie vor seiner Auszeit. Am 15. Januar 1990 trifft er  auf eine der sogenannten „weißen Hoffnungen“, Gerry Cooney. Der Kampf ist nach zwei Runden vorbei. Foreman gewinnt durch TKO. Mit den Gagen kann er seine soziale Jugendarbeit fortsetzen und auch seine große Familie (neun Kinder aus fünf Ehen) versorgen.

Man lässt ihn gegen Evander Holyfield um die Schwergewichtsweltmeisterschaft boxen. Und er liefert am 19. April 1991 in New York einen riesigen Kampf gegen Holyfield, verliert nur knapp nach Punkten und ordnet sich als Boxer in die Weltrangliste ein. Da ist er bereits 42 Jahre.  Danach geschieht einiges im Schwergewicht. Neuer Weltmeister der Verbände WBA und  des IBF  wird Riddick Bowe. Im WBC-Verband wird Lennox Lewis Weltmeister. Und in der WBO, dem damals kleinsten Weltverband, soll der Weltmeistertitel  durch einen Kampf zwischen Tommy Morrison und George Foreman bestimmt werden.  Foreman wird  am 7. Juni 1993 in Las Vegas klar ausgepunktet und will nach den 29 Kämpfen und 27 Siegen in der Zweitkarriere zum zweiten Mal zurücktreten.

Der dritte Anlauf und der Schulz-Kampf

Der „Rücktritt“ ist nur halbherzig gemeint. Schon eineinhalb  Jahre später ist er wieder dabei. Tritt gegen am 5. November 1994 gegen Michael Moorer um die Schwergewichtskrone der Weltverbände WBA und IBF an. Und gewinnt überraschend in der 10. Runde durch einen schweren KO, mit einem rechten „Lucky Punch“, nachdem er bis dahin nach Punkten weit zurückgelegen hat.  Damit wird er mit 45 Lebensjahren zum zweiten Male Weltmeister im Schwergewicht.

Für den 22. April  1995 hat er sich einen, wie er meint,  leichten Gegner ausgesucht. Es ist der deutsche Schwergewichtler Axel Schulz. Schulz ist bislang in seiner Laufbahn nicht übermäßig erfolgreich. Als Amateur  hatte er sich zwar  für das Halbfinale gegen Felix Savon bei der WM 1989 in Moskau im Schwergewicht qualifiziert, konnte aber wegen einer Verletzung nicht antreten.  Immerhin sichert  er sich in Moskau die Bronzemedaille.  Als Profi kämpft er  im Dezember 1992 und ein Jahr später zwei Mal  in Berlin gegen Henry Akinwande  um den vakanten  europäischen Schwergewichtstitel, verliert aber beide Treffen  nach Punktentscheid. Im September 1994 besiegt er James „Bonecrusher“ Smith, der vor Tyson  für kurze Zeit in den 80ern WBA-Weltmeister war. Beim Kampf gegen Schulz ist Smith aber schon über vierzig.   Der Sieg bringt ihn immerhin in die ersten zwölf der Schwergewichtler.  In den USA ist Schulz aber nur wenigen Boxexperten bekannt.  Man hält ihn für einen  aussichtslosen Außenseiten. Um ihn besser in den USA  promoten zu können, wird er mit Max Schmeling, der auch in den Staaten nicht vergessen ist,  als dessen „Enkel“ verkauft.  Foreman ist es damit gelungen, seinem Pflichtherausforderer, das ist Tony Tucker, zu entgehen. Die WBA erkennt ihm deshalb den Titel ab, nicht so die IBF.

Der Kampf am 22. April 1995 in Las Vegas verläuft für alle nahezu sensationell. Schulz, von seinem erfahrenen Trainer  Manfred Wolke gecoacht, gelingt es überraschend erfolgreich, den schweren Händen Foremans  zu entgehen und in der Halbdistanz, aus der er sich nach seinen Angriffen schnell zurückzieht,  Foreman mehrere Male in ziemliche Verlegenheit zu bringen. Er bleibt, auf den gesamten Kampfverlauf  gerechnet, der aktivere Boxer. In der 12. Runde schafft er es sogar, Big George durch eine hervorragende Kombination aus rechten und linken Händen zu erschüttern. Dennoch wird Foreman der Punktsieg, wenn auch nur knapp, zugesprochen. Und die Zuschauer protestieren  nach dieser Entscheidung lauthals. Auch viele Boxexperten sind der Ansicht, dass Schulz vorne gelegen habe. Allerdings: Für Schulz geht eine Sympathiewelle nicht nur in Deutschland los. Sein Name gilt jetzt was. Und die IBF setzt eine schnelle Revanche an. Foreman weigert sich. Und dann ist  auch sein IBF-Welttitel weg.

Nach der Aberkennung der Titel von IBF und WBA siegt  Foreman gegen Crawford Grimsley im März 1996 und wird „Weltmeister“ der WBU, verteidigt seinen „Titel“ gegen Lou Savarese erfolgreich. Aber die Luft ist raus. In seinem letzten Kampf tritt er am 22. November 1997 gegen Shannon Briggs an und verliert nach Punkten.  48 Jahre ist er da.

Statistik:  Insgesamt absolvierte Foreman 81 Kämpfe. 76 Siege sind auf seinem Konto, 68 durch KO. Das bedeutet eine KO-Quote von fast 84 Prozent.  Nur fünf Niederlagen muss er hinnehmen.

Was bleibt

Foreman war ein ungeheuer schlagstarker Boxer. Mit seinen aus den Schultern weit hergeholten linken und rechten Händen, vor denen selbst Doppeldeckungen kaum standhalten konnten und die er durchschlug,  war er einer der gefürchtetsten  Schwergewichtler, die es je gegeben hat, vergleichbar vielleicht mit Schwergewichten wie  beispielsweise Jack Dempsey, Joe Louis, Rocky Marciano, Sonny Liston oder Mike Tyson. Beim Training mit dem Sandsack konnte man beobachten, wie selbst der Trainingsgehilfe, der den Sandsack festhielt, durch die Wucht der Schläge Foremans durchgeschüttelt wurde.   Charley Goldman, ein Trainer, der zehn Weltmeister (u. a. Rocky Marciano) begleitet hat, sagte mal, dass man Schlagkraft nicht durchs Training erwerben oder erlernen könne. Sie sei von Natur aus da und könne im Training allenfalls modifiziert werden. Eine solche Naturgewalt war George Foreman. Und so wird er uns in Erinnerung bleiben. Er hat aber in seiner „ersten“ Karriere nicht die Probleme ablegen können, die bei seinem Kampf gegen Muhammad Ali sichtbar wurden: Mangelnde Boxökonomie und die wenig rationale Gestaltung des Kampfgeschehens. Er setzte, zumindest in seiner Erstkarriere in den 70ern, ausschließlich auf seine Schlagpower. Es zeigte sich aber insbesondere im Kampf gegen Ali, dass er einem Schwergewichtler mit ausgebufftem taktischen und strategischen Verhalten,  Disziplin und brillanter körperlicher Verfassung, dem es gelang, seinen aggressiven und  vernichtenden Schlägen  in den ersten Runden  zu entgehen,  im späteren Kampfverlauf kaum etwas entgegensetzen konnte.   Wenn er seine Gegner nicht schnell auf die Bretter bringen konnte und geschickten und ausdauernden Widerstand erfuhr, bekam  er, und das zeigte sich gegen Ali, aber auch im Kampf mit Young deutlich, massive Probleme, und seine Energie war verbraucht. Im Vergleich zu Rocky Marciano verfügte er auch nicht über dessen bis in die Schlussrunden verfügbaren konditionellen Körner.

 In der Zweitkarriere änderte sich das notgedrungen. Die Angriffswildheit war verschwunden. Man sah einen gereiften Boxer, der schon wegen seines Alters und seines Gewichtes das ungestüme Draufgängertum nicht mehr durchhalten konnte.  Seine Wandlung vom aggressiven, aber beim Publikum  wenig geliebten und populären Kampfkoloss  der 1970er zum religiös angehauchten „Buddha“ zehn Jahre später, der mit sanfter Stimme sprach und überall Frieden und Wohlgefallen verbreitete, ist eine Story, die wenige verstanden haben. Und die ihn dennoch so populär machten, wie  er es sich vordem gewünscht hätte.

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25 Kommentare

  1. SemirBIH
    13. Januar 2012 at 14:16 —

    Eine Legende !

  2. Shlumpf!
    13. Januar 2012 at 14:16 —

    Big George gehört definitiv zu den ganz Großen des Schwergewichts. Der junge Foreman war eine absolute Kampfmaschine, aber ihn nur auf die Schlagkraft zu reduzieren, ist doch falsch, der Mann war technisch nicht so schlecht, wie er manchmal gemacht wird.

  3. Peddersen
    13. Januar 2012 at 14:48 —

    Ein gesundes Boxerherz kann einiges bewegen. Ich sag nur Kampf gegen Lyell oder Moorer; da können sich einige Boxer der Gegenwart was abgucken. Nicht wahr, Abraham??

  4. SemirBIH
    13. Januar 2012 at 14:50 —

    Man waren das noch Zeiten, wo das Schwergewicht hochinteressant war. Wo Boxer wie Ali,Frazier oder Foreman geboxt haben. Was ist das Schwergewicht heute ? Nur Flaschen sind da unterwegs. Unfassbar !

  5. matthias
    13. Januar 2012 at 16:13 —

    foreman sein sohn boxt ja auch ist noch ungeschlagen.

  6. Peddersen
    13. Januar 2012 at 16:33 —

    foreman jr. ist ne Flasche.

  7. hopper
    13. Januar 2012 at 18:27 —

    Ich habe irgendwo gelesen dass Foreman einmal sich über die Klichko’s geässert hat,und behauptet dass, gegen die Kämpfer der 70er, die Brüder hatten sie nicht Weltmeister werden können.

    Was denken die Mitglieder dieser Chat!
    Vielen Dank für die Antworten.

  8. Mr. Wrong
    13. Januar 2012 at 19:04 —

    Das war nicht Foreman sondern Holmes.

  9. Shlumpf!
    13. Januar 2012 at 19:14 —

    @hopper

    Foreman hat sich letztens aber recht positiv über Vitali Klitschko geäußert.

    Zu deiner Frage:
    Zumindest bei Wladimir Klitschko bin ich mir ziemlich sicher, dass er nicht mithalten könnte. Gegen Leute wie Ali, Foreman, Frazier, Norton, … muss man gezwungenermaßen auch Schläge einstecken und man kann sie nicht 15 Runden lang mit dem Jab auf Distanz halten. Ich kann mir Wladimir Klitschko nicht vorstellen wie er diese Dampfhammerschläge von Foreman oder Frazier einstecken würde. Ali wäre ihm m.M. nach zu schnell und vor allem zu präzise. Gerade der junge Ali schlug sehr präzise 1-2 Kombinationen punktgenau auf die Kinnspitze und erzielte damit überraschend früh im Kampf Niederschläge, ohne ein klassischer Puncher zu sein. Und damit denke ich, dass Wladimir nicht klar käme.

    Vitali kann man zumindest mit den Großen in den Ring stellen. Zum einen kann er selbst ordentlich was einstecken, zum anderen ist er nicht auf einen bestimmten Kampfablauf angewiesen (wo hingegen Wladimir drauf angewiesen ist, dass er den Kampf mit dem Jab bestimmen kann).
    Ich halte zwar Foreman und Frazier für einen Zacken besser und Ali sowieso, aber Vitali hätte m.M. nach durchaus ein Wörtchen mitzureden

  10. Shlumpf!
    13. Januar 2012 at 19:16 —

    @hopper

    Foreman hat sich letztens aber recht positiv über Vitali Klitschko geäußert.

    Zu deiner Frage:
    Zumindest bei Wladimir Klitschko bin ich mir ziemlich sicher, dass er nicht mithalten könnte. Gegen Leute wie Ali, Foreman, Frazier, Norton, … muss man gezwungenermaßen auch Schläge einstecken und man kann sie nicht 15 Runden lang mit dem Jab auf Distanz halten. Ich kann mir Wladimir Klitschko nicht vorstellen wie er diese Dampfhammerschläge von Foreman oder Frazier einstecken würde. Ali wäre ihm m.M. nach zu schnell und vor allem zu präzise. Gerade der junge Ali schlug sehr präzise 1-2 Kombinationen punktgenau auf die Kinnspitze und erzielte damit überraschend früh im Kampf Niederschläge, ohne ein klas.sischer Puncher zu sein. Und damit, denke ich, käme Wladimir nicht klar.

    Vitali kann man zumindest mit den Großen in den Ring stellen. Zum einen kann er selbst ordentlich was einstecken, zum anderen ist er nicht auf einen bestimmten Kampfablauf angewiesen (wo hingegen Wladimir drauf angewiesen ist, dass er den Kampf mit dem Jab bestimmen kann).
    Ich halte zwar Foreman und Frazier für einen Zacken besser und Ali sowieso (da hat halt jeder seine eigene Meinung), aber Vitali hätte m.M. nach durchaus ein Wörtchen mitzureden

  11. Levent aus Rottweil
    13. Januar 2012 at 19:16 —

    hopper wenn man die Klitschkos mit einer Zeitmaschine in die 70 er bringen würde denke ich das es nur dem Legendären Ali gelingen würde sie zu schlagen!

  12. Jay
    13. Januar 2012 at 19:53 —

    Toller Artikel…! 🙂

  13. Carlos2012
    13. Januar 2012 at 19:55 —

    Hey Leute,habe eine kleine Seite zusammengebastelt.Mit Chat funktion.Wer mal langeweile hat,kann die Seite kurzmal besuchen.

    fightnews.magix.net

  14. max
    13. Januar 2012 at 20:35 —

    Vitali halte ich für den besseren der Brüder.Er boxt offen ,aber gegen Forman ständigen Dampfhammer ,hätte er auch schlecht ausgesehen.Mit Lenox hat Vitali einen guten Kampf gezeigt.Und Lenox hat gegen den alten Forman durch Punkte gewonnen.Ali war unberechenbar,einfacht der Größte.Selbst gegen den jungen Mike Tysin, hätten nach meiner Meinung ,die Klisckos keine Chance.

  15. Deal
    13. Januar 2012 at 22:31 —

    wieso steht da “religiös angehauchter buddha”?
    er war ein christ und hatte nichts mit buddha zu tun.
    typisch beschissene medien, immer christen und christentum missachten.
    bloß nicht den namen jesus in den mund nehmen.

  16. memezro
    13. Januar 2012 at 23:04 —

    Foreman !

    Wäre er heute da in seiner besten Verfassung, ich glaube Wlad würde er mühelos fressen, gegen Vitaly würde es eine Schlacht mit offenem Ende werden..

    Stellt euch aber mal vor der Junge

    “Iron” Mike Tyson vs “Big” George Foreman zu ihren besten Zeiten..

    Ein Jahrtausend Fight!

    Wer würde eurer Meinung nach gewinnen? Bitte antwortet.

    Ich sage Tyson. Er war zu seiner Glanzzeit unbesiegbar und wäre mit seiner Schnelligkeit und Explosivität in George reingesprungen, und hätte ihn im Innenfight vernichtet.

    KO Round 4 for Tyson !

  17. memezro
    13. Januar 2012 at 23:06 —

    Bitte Adrivo freischalten..

    Just 4 Fans.. http://www.pic-upload.de/view-12618839/2h332tf.jpg.html

  18. Shlumpf!
    13. Januar 2012 at 23:20 —

    Du Vollpfosten, der Buddha-Vergleich bezieht sich auf sein Aussehen

  19. Paul
    14. Januar 2012 at 11:49 —

    @ Deal

    Wie schon Shlumpf schrieb: Das mit dem “Buddha” war im Zusammenhang mit dessen Aussehen gemeint. Religiöse Gefühle wollte ich in dem Artikel bestimmt nicht verletzen.

    @ Shlumpf

    Natürlich war es nicht meine Absicht, George nur auf seine Schlagkraft zu reduzieren. Damit würde man seiner Leistung nicht gerecht werden. Was ich sagen wollte, ist, dass ihn in der 70er-Zeit primär sein vernichtendes Schlaggewitter auszeichnete.

  20. Paul
    14. Januar 2012 at 11:51 —

    Ich würde Haus und Hof hingeben, wenn ich durch Zauberei einen Kampf zwischen einen von den K’s und Foreman mitkriegen könnte 😀

  21. Shlumpf!
    14. Januar 2012 at 12:47 —

    @Paul

    Das war auch gar nicht so primär auf dich bezogen, das war mehr eine generelle Feststellung. Foreman wird oft als technikloser Schläger dargestellt und das wird seinem Können einfach nicht gerecht. Der Mann hat als Amateur das Golden Gloves Turnier gewonnen und war Olympiasieger, der hat schon eine solide Ausbildung gehabt.
    Und mit purer Schlagkraft zwingt man nicht Frazier und Norton in die Knie und Ali in die Defensive, denn die 3 können klasse ausweichen. Wenn da wer ohne Technik anrückt, wird er gnadenlos ausgekontert.
    Natürlich ist die Schlagkraft seine große Stärke gewesen, aber es war halt nicht nur das.

  22. The big F
    14. Januar 2012 at 13:32 —

    Foreman in seiner besten Zeit, würde die Klitschkos schlagen. Die würden seinen druck nicht stand halten können. Wladimir hatte schon gegen peters probleme und hat gegen Sanders übel verloren. Foreman würde Wladimir auseinander nehmen. Vitale, hatte einen guten kampf gegen Lewis, aber Lewis war in schlechter form und er hat Vitali trotzdem sehr übel zugesetzt. Wärer der Kampf weiter gegangen, wer weiß wie vitali ausgesehen hätte. Ein Foreman in best form, würde aber härter schlagen als Lewis und er hätte auch genug kondition für 7 oder 8 runden und das hätte Vitali nicht verkraftet. Frazier würde meiner meinung nach, auch die klitschkos besiegen. Frazier war sehr schwer zu treffen und er konnte extrem hart zuschlagen. Die klitschkos würden nicht mithalten können. Ali hätte sie auch besiegt, wenn man sieht was Wladimir für Probleme gegen Chambers hatte oder gegen Haye, weil er die nicht stellen konnte, was würde er denn gegen einen Ali machen ? Ali war schneller und besser als Haye oder Chambers, Ali war schlauer und auch härter im nehmen. Ali und Holmes, würden die klitschkos wohl ausboxen. Foreman und frazier würden die klitschkos wohl ko schlagen.

  23. Levent aus Rottweil
    14. Januar 2012 at 17:22 —

    Tja die einen sagen so die anderen sagen so 😉

  24. hopper
    14. Januar 2012 at 18:35 —

    Vielen Dank für die interessanten Antworten!

  25. eisenbruch
    14. Januar 2012 at 18:40 —

    hopper sagt:

    Gegen einen jungen wilden, nach vorn marschierenden George Foreman,hätten die Klichko’s keine Chance gehabt, wenn man berüchtsichtigt wie leicht er starke Gegner wie Frazier und Norton weggeputzt hat .

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