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Benavidez dominiert Angulo

Benavidez dominiert Angulo

Mit drei Pfund Übergewicht hatte David Benavidez beim Wiegen am Freitag nicht nur seine Fans enttäuscht, sondern auch seinen WBC-Titel im Mittelgewicht kampflos verloren. Am gestrigen Abend konnte der Ex-Weltmeister aber die Gerüchte über seine mangelnde Motivation eindrucksvoll widerlegen.

Benavidez war durchgängig der beherrschende Mann im Ring. Roamer Alexis Angulo, der im Laufe seiner Karriere gegen hochkarätige Boxer wie Gilberto Ramirez und Anthony Sims jr gekämpft hat und dabei noch nie gestoppt worden war, wurde 10 Runden lang bestraft.

Schon in der Eröffnungsrunde beherrschte ‚Red Flag‘ das Geschehen im Seilgeviert, Benavidez war der aktivere Mann im Ring. Im weiteren Kampfverlauf gelang es Angulo zu keinem  Zeitpunkt, Benavidez` Angriffen etwas wirkungsvolles entgegenzusetzen. Zwar konnte der 36-jährige seinen Gegner ‚El Bandera Roja‘ mehrmals an den Seilen stellen, aber es gelang ihm nicht, Nutzen aus der Situation zu ziehen.

In Runde 10 hatte Benavidez seinen Gegner soweit zermürbt, dass die Ecke des Kolumbianers die Notbremse zog und den Kampf aufgab. Laut Schlagstatistik schlug Benavidez 703 Mal und landete 290 Treffer, Angulos Auswertung ergibt lediglich 400 Schläge bei nur 51 Treffern.

Nach dem Sieg zeigte sich Benavidez zufrieden mit seiner Leistung und befand im Interview: „Ich hätte einiges besser machen können, aber insgesamt war es eine großartige Leistung. Niemand hat ihn (Angulo) jemals aufgehalten und ich bin mir ziemlich sicher, dass niemand ihn jemals wieder so aussehen lassen wird.“

Bei Instagram wurde Benavidez noch etwas deutlicher:

Quelle: benavidez300 / Instagram

„Wieder ein Sieg durch Abbruch. Sie können über mich sagen, was Sie wollen, aber diese Kerle können im Ring nicht mit mir mithalten. Der ganze Scheiß, den sie außerhalb des Rings reden, wird ihnen nicht helfen, wenn sie vor mir stehen. Entweder schlage ich sie KO oder ich bringe sie dazu, aufzugeben. Das ein Versprechen.”

Die weiteren Kämpfe des Abends:

Rolando Romero besiegte Jackson Marinez durch einstimmige Entscheidung und krönte sich damit zum neuen WBA-Leichtgewichtschampion. Am Ende werteten die Punktrichter 115-113, 116-112 und 118-110 für Romero, wobei zumindest die letzte Wertung nicht viel mit dem Geschehen im Ring zu tun hat. Kein Wunder, dass Marinez nicht zufrieden war: „Das war reiner Raub. Ich habe den Kampf gewonnen.“ erklärte der 29-jährige nach seiner ersten Niederlage.

Otto Walin meldet sich mit TKO-Sieg über Travis Kauffman zurück

Der 34 Jahre alte US-Amerikaner konnte leider aufgrund einer Verletzung an seiner linken Schulter nicht weitermachen, Ringrichter Michael Ortega brach daraufhin in der fünften Runde den Kampf ab. Kauffman kündigte danach an, dass er die Boxhandschuhe an den Nagel hängen würde: „Ich bin fertig. Ich gehe in den Ruhestand. Ich habe Kinder. Ich mache das schon lange.”

Chancen auf einen Sieg hätte sich Kauffman aber auch ohne seine Verletzung wohl nicht ausrechnen können. Wallin kontrollierte den Kampf mit schnellen Rechten und seiner geraden Linken, Kauffman atmete schon früh schwer, zum Zeitpunkt des Abbruchs lag der Schwergewichtler aus Schweden auf den Scorecards mit 40-36, 40-36 und 39-37 vorne.

Bild: ottowallin / Instagram

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1 Kommentar

  1. 16. August 2020 at 12:47 —

    Ich denke, Motivationsprobleme und defizite der Disziplin verlaufen nicht kausal. Es ist beeindruckend, wie sich austrainierte und groß gewachsene Boxer ala Callum Smith, bei 76 Kg bewegen und das abkochen ist ein harter und Kräftezerrender Prozess.
    Benavidez sollte im SMW bleiben, er ist noch so jung und in dieser Gewichtsklasse gibt es noch genug Herausforderungen, ich denke nicht, dass es ihm gut tun würde, gegen natürliche LHW’s anzutreten.

    Generell ist es für mich nicht logisch, warum viele Fans von Boxern erwarten, dass diese sich in den Gewichtsklassen vertikal “hochboxen” müssen, sobald sie ihre angestammte Gewichtsklasse dominieren. Technisch werden die Jungs nicht unbedingt besser, wenn sie schwerer sind und wie Ali schon zu sagen pflegte : “Boxing is about speeeeeed….”.

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