Beltran wird um WM-Titel betrogen – Burns bleibt Weltmeister dank kontroversem Unentschieden

In Glasgow behielt Ricky Burns am Samstagabend den WBO-Titel im Leichtgewicht auf sehr schmeichelhafte Art und Weise. Der 32-jährige Mexikaner Raymundo Beltran bestimmte überraschend den Kampf und hätte einen Sieg gegen den schottischen Weltmeister verdient, doch musste am Ende mit einem Unentschieden leben. Beltran war 12 Runden lang der aggressivere Boxer, zwang dem Titelverteidiger seinen Kampf auf und erzielte einen Niederschlag. Burns hingegen boxte über weite Strecken wenig effektiv aus dem Rückwärtsgang heraus und ließ sich zu oft in der Halbdistanz stellen, wo er klare Schwächen offenbarte.

Burns begann die ersten Sekunden sehr aktiv, doch Beltran zeigte sich beweglich im Oberkörper und wich so vielen Schlägen aus. Der Schotte fand jedoch bald seinen Rhythmus und agierte gut aus dem Rückwärtsgang heraus. Aus der Distanz gaben seine schnelleren Hände und längeren Arme den Unterschied aus. Auch in der zweiten Runde machte Burns einen sehr starken Eindruck und ließ Beltran vorerst nicht in den Kampf finden. Der Titelverteidiger feuerte viel mehr Schläge ab, traf präziser und glänzte mit sehr schnellen Fäusten. Erst in der letzten Minute der zweiten Runde landete Beltran den ersten guten Treffer mit einem linken Haken zum Kopf. Wenige Sekunden später ließ er zwei weitere folgen und bearbeitete daraufhin Burns an den Seilen.

Auf diesen Momenten baute Beltran in Runde Drei auf. Erneut gelangen ihm einige harte Treffer, allem voran mit dem starken linken Haken, während Burns insgesamt weiter mehr aber nicht so harte Treffer setzte. Wenn er sich auf den Jab konzentrierte und die Distanz hielt, lieferte er gute Arbeit ab, doch er schien sich etwas zu häufig auf den Schlagabtausch mit Beltran einzulassen. Der Mexikaner diktierte jetzt das Tempo und begann zudem seine berüchtigten Körpertreffer häufiger einzustreuen. In einem der für Burns unnötigen Schlagabtausche erwischte Beltran ihn zudem in der letzten Minute der vierten Runde mit einem harten linken Haken zum Kopf, der Burns zurück stolpern ließ und beinahe zu Boden gehen ließ. Burns erholte sich jedoch schnell und überstand die Runde auf den Beinen.

Der Titelverteidiger tat sich auch in der Folge schwer Beltran von sich fern zu halten. Immer wieder wurde er von dem Mexikaner an den Seilen gestellt, wo dieser gute Arbeit verrichtete. Burns hatte lediglich in den kürzeren Phasen, in denen der Kampf aus der Distanz heraus geführt wurde, die Oberhand. Beltran wirkte weiter wie der Boss in Runde Sechs, doch Burns änderte seine Strategie nun leicht und begann häufiger und früher den Clinch zu initiieren um somit die Schlagabtausche in der Halbdistanz zu vermeiden und somit sofort wieder auf Distanz zu kommen. Damit hatte er durchaus Erfolg, obwohl dies zu einem weniger zuschauerfreundlichen Kampf führte, und Burns gewann auch die siebte Runde wieder, in der sich Beltran eine Auszeit gönnte.

Doch die schien er gut gewählt zu haben, da er aggressiv zur achten Runde heraus kam. Nach nur wenigen Runden erwischte er den zurückweichenden Burns mit einem linken Haken zum Kopf, der diesen zu Boden gehen ließ. Der Weltmeister brauchte seine Zeit um wieder hoch zu kommen, doch stand wieder auf den Beinen, als der Ringrichter bei Neun angekommen war. Beltran suchte nun den KO, doch Ricky Burns bewegte sich viel durch den Ring und fand langsam aber sicher wieder zu Sinnen, auch wenn Beltran die Runde klar bestimmte. Auch in der Neunten bestimmte Beltran weiter das Geschehen. Immer wieder stellte er Burns an den Seilen und dominierte dann in der Halbdistanz.

Burns musste sich in den letzten drei Runden deutlich verbessern und möglicherweise einen Plan B finden um seinen Titel zu behalten, doch Beltran wirkte weiterhin wie derjenige, der für einen Kampf da war, während Burns, dessen Kiefer wohl verletzt war, eher darauf bedacht schien dem Kampf zu entgehen. Beltran gewann auch Runden Zehn und Elf und wirkte dabei überraschenderweise auch frischer als der ansonsten so konditionsstarke Schotte. Die letzte Runde konnte Burns noch einmal ausgeglichen gestalten, doch es schien zu wenig zu spät zu sein. Die Punktrichter jedoch erklärten den Kampf unerklärlicherweise mit 115-112 für Burns, 115-113 für Beltran und 114-114 zu einem Unentschieden.

Für Ricky Burns war es das erste Mal, dass er nicht den Ring als Sieger verließ seit er vor mehr als sechs Jahren gegen Carl Johanneson verloren hatte. Seitdem hatte der 30-jährige Schotte die WBO-Titel im Superfeder- und Leichtgewicht gewonnen und 21 Siege in Folge eingefahren. Sein Kampfrekord steht nun bei 36-2-1. Raymundo Beltran hingegen hätte seinen neunundzwanzigsten Profisieg verdient gehabt, dem sechs Niederlagen gegenüberstehen. Stattdessen steht er nun bei 28-6-1 und weiterhin ohne Titel da.

23 Gedanken zu “Beltran wird um WM-Titel betrogen – Burns bleibt Weltmeister dank kontroversem Unentschieden

  1. JohnnyWalker

    ich hatte beltran mit 2.rd vorne,genau wie jim watts.
    ein sieg für burns wäre katastrophal gewesen.
    im studio bei boxnation,haben sie auch eher zu beltran tendiert….
    burns sein kiefer ist völlig im ar.sch,der konnte kaum sprechen im interview.
    burns muss sich steigern ,sonst ist er seinen titel bald los…..
    mit dem draw ist burns mehr als gut bedient….

  2. asoziales urteil… eine riesen schande fürs boxen.. ich sah es schon kommen.
    allein für das ständige klammern und halten sollte burns einen punkt abgezogen bekommen.. der typ war nur damit beschäftigt…

  3. Burns war schon ein wenig besser als es aussah, denn er traf oft klarer, wenn auch nicht so hart. Trotzdem wäre ein 115:113 für Beltram das Allermindeste gewesen, was man hätte scoren müssen. Trotz des sicher taffen Einsatzes des Schotten ab der zweiten mit ausgerenktem Kiefer weiter zu boxen, was ihm natürlich einigen Respekt rettet und vielleicht auch die ein oder andere schwache Runde erklärt – das Unentschieden war geschenkt!

  4. @ sheriff

    Wieder mal ein Beleg dafür das die Klits die BILD als PR brauchen bzw, gegenseitig für einander werben.
    Putin ist dagegen seit Wochen das Oberar,schloch für die BILD, weil er sich dem Völkerrecht nach westlichem Maßgaben nicht beugen will.
    Ich hoffe, ach was alle hoffen, dass Putin Klitschko verlieren sieht.

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