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Beibut Shumenov ist wieder Weltmeister

Das Comeback nach einer verletzungsbedingten Auszeit ist gelungen: Beibut Shumenov hat „seinen“ WBA-Titel im Cruisergewicht zurück geholt. Der Kampf gegen den deutsch-türkischen Boxer Hinzi Altunkaya endete am Abend in Astana, der Hauptstadt Kasachstans, durch Aufgabe nach 9 Runden.

Shumenov, der auch Veranstalter des Events war, hat sich sowohl innerhalb als auch außerhalb des Rings alle Mühe gegeben. Das Event fand im Rahmen des „Tags der Hauptstadt Astana“, ein kasachischer Nationalfeiertag, statt. Die Undercard war hauptächlich mit ungeschlagenen kasachischen Kämpfern besetzt, die gegen Boxer aus den umliegenden ehemaligen Sowjetrepubliken kämpften. Der Hauptkampf um den regulären WBA-Cruisergewichtstitel bekam mit Tony Weeks als 3. Mann im Ring einen Hauch von internationaler Exklusivität.

Gleich in Runde 1 wurde deutlich, wer in diesem Kampf die Favoritenrolle hat. Shumenov bestimmte das Kampfgeschehen und zwang seinen Gegner bereits nach 1 ½ Minuten durch einen präziesen Körpertreffer auf die Knie. Nach dem Anzählen gelang es Altunkaya sich über die Runde zu retten. Er verlängerte immer wieder die Distanz und kam selber nur bei ein paar Alibiangriffen in Shumenovs Nähe. Shumenov setzte allerdings auch nicht entschlossen nach. Er wollte offenbar den Zuschauern etwas mehr bieten, als einen weiteren kurzrundigen KO-Sieg, wie ihn die Zuschauer schon auf der Undercard mehrfach gesehen haben.

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Dieses Spiel setzte sich in den nächsten Runden fort. Shumenov bestimmte das Kampfgeschehen von der Ringmitte aus. Altunkaya tänzelte um ihn herum und mühte sich redlich, es gelegentlich nach Angriffen aussehen zu lassen. In den Runden 4 bis 6 gelang ihm dass so einigermaßen, doch zu Rundengewinnen reichte es nicht. Ab Runde 7 hat er wohl auch selber gewusst, dass er diesen Kampf nicht gewinnen wird. Die langsam doch zermürbendend wirkenden Treffer Shumenovs taten ihr Übriges. Man hatte zunehmend den Eindruck, Shumenov spielt auf Zeit. Er war jederzeit Herr der Lage und hätte mit einem beherzten Frontalangriff dem Kampf ein Ende machen können. Es lief wohl Alles nach Plan. Eine perfekt inszenierte Vorstellung.

Altunkaya erwies sich als ein maßgeschneiderter Gegner für den Kasachen. Selbst in Runde 8 gab es noch dieses „Lauern“ und „Zeit schinden“ zu sehen, was einer vorzeitige Entscheidung hinaus zögerte. In Runde 9 passierte dann endlich mal etwas. Kurz vor dem Einschlafen der Zuschauer drängte Shumenov Altunkaya in eine Ringecke und deckt ihn mit ein paar Schlägen ein. Der sackte zusammen und wurde noch einmal angezählt. Wieder wäre es möglich gewesen, dass Shumenov richtig nachsetzt und den Kampf beendet. Aber auch diesmal machte der Kasache den Sack nicht zu und lies seinen Gegner an der langen Leine weiter laufen. Von Altunkaya kamen nur noch Alibischläge und es wurde immer deutlicher, dass dieser Kampf jeden Sinn verloren hatte. In der Pause zur 10. Runde gab die Ecke dann mit der Bemerkung „Referee we are finished!“auf. Altunkaya hatte bis dahin keine der 9 geboxten Runden gewonnen.

Beibut Shumenov hat bekommen was er wollte. Er ist wieder der reguläre WBA-Cruiserchamp wie vor seiner Verletzungspause. Demnächst wird er sich Interim-Champ Arsen Goularmirian stellen müssen. Danach kämpft der Sieger gegen den dann aktuellen WBA-Superchamp. Ob das insgesamt noch in diesem Jahr über die Bühne geht, ist fraglich.

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2 Kommentare

  1. 9. Juli 2018 at 00:13 —

    Einer der schlechtsten WM-Kämpfe! Auch wenn Altunkaya als krasser Aussenseiter in den Ring gestiegen ist, er hatte eine einmalige Chance und hat nichts, aber auch rein gar nichts versucht!

    • 9. Juli 2018 at 13:48 —

      Angeblich hat er sich beim Angriff von Shumenov in Runde 1 eine Rippe gebrochen. So sagt er es zumindest auf Facebook. Aber mit oder ohne gebrochener Rippe: Ich habe von dieser Ansetzung auch nicht mehr erwartet.

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