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Außenseiter Chokchai treibt Pongsaklek Wonjongkam an den Rand der Niederlage

Bereits am Freitag musste Fliegengewichtschamp Pongsaklek Wonjongkam seine ganze Erfahrung und sein Können zeigen um seinen überraschend guten Herausforderer Suriyan Por Chokchai zu bezwingen. Der lineare Weltmeister und Champ der WBC und des Ring Magazines drehte vor allem hinten heraus auf und kam in seinem vierundzwanzigsten Titelkampf zu einem knappen, aber verdienten Punktsieg.

Obwohl der zukünftige Hall-of-Famer Wonjongkam zu Hause in Thailand boxte, schien das Publikum seinen Herausforderer und Landsmann Suriyan Por Chokchai etwas mehr zu favorisieren, und unterstützte ihn lautstärker. Wohl auch davon motiviert erwischte der Underdog den besseren Start. Zwölf Jahre jünger und schneller und reflexstärker bereitete er Wonjongkam in den ersten Runden einige Probleme. Ging der Champ aggressiv nach vorne zeigte Chokchai gute Meidbewegungen und konterte gut mit schnellen und präzisen Kombinationen, und wenn Wonjongkam seinerseits versuchte zu kontern, war der leichtfüßige Herausforderer meist zu schnell wieder außer Reichweite nachdem er seine rapiden Schläge angebracht hatte. Wonjongkam fand zu diesem Zeitpunkt keine richtige Antwort und ging etwas mehr Risiko, was unter anderem bestraft wurde, als Chakchai ihn mit einem streifenden linken Haken schlecht balanciert erwischte, und der Titelverteidiger zwar nicht angeschlagen, aber etwas unbeholfen durch den Ring stolperte.

Doch danach fand er langsam sein Timing und die linke Gerade wurde wie zu erwarten war zu seiner besten Waffe. In einer relativ engen dritten Runde sorgte eine starke Linke, die Chokchai leicht durchrüttelte, wohl dazu, dass sie Pongsaklek gehörte, während er in der vierten Runde noch mehr aufdrehte und mit starkem Willen in den Kampf zurückfand. Nach Runden schien es nach der Vierten etwa ausgeglichen, und auch wenn sich die Punktrichter nicht einig waren, gaben ihre drei Zwischenstände doch einen engen Kampf wieder. Zwei sahen Wonjongkam mit 39-37 vorne, während der dritte den Herausforderer mit 38-37 vorne hatte.

Die nächsten beiden Runden wurden erst weiter ausgeglichen ausgefochten. Mal gab Chokchais Schnelligkeit den Ausschlag, mal machte Wonjongkams Klasse und Erfahrung den Unterschied. Doch insgesamt schien der Herausforderer, auch wenn er sich die fünfte Runde wohl wieder sichern konnte, langsam nachzulassen, und der Champ aufzukommen. Chokchais Hände wurden schleichend langsamer und Wonjongkam erhöhte seine Schlagfrequenz und auch seine Trefferquote. Es war zu erkennen, dass Wonjongkam wohl mehr im Tank haben würde, und der 33-Jährige hatte mehr von der sechsten und siebten Runde, auch wenn Chokchai in letzterer noch ein mal einen guten Schlussspurt einlegte.

Eine enge achte Runde mit vielleicht leichten Vorteilen für Chokchai bot als Highlight vor allem einen unabsichtlichen Kopfstoß, der für einen Cut über Wonjongkams linkem Auge führte, der schnell zu bluten anfing. Dies führte gemäß der WBC-Regeln zu einem Punktabzug für den unverletzten Chokchai. Die Cutverletzung sollte jedoch keinen sichtbaren Einfluss auf den weiteren Kampfverlauf haben, und der Champ bot dem Publikum direkt darauf seine beste Runde. Wonjongkam dominierte die neunte Runde deutlich und scheuchte Chokchai vor sich her. Er hatte mit verbessertem Timing, etwas dichterer Deckung und intelligenterer Kampfführung das Gefecht gedreht und nun endgültig das Zepter in die Hand genommen. Jeder Fehler, den Chokchai begang, wurde nun auf dem Fuße folgend bestraft. Und Fehler machte der 21-jährige Herausforderer nun deutlich mehr als vorher noch.

Als Antwort auf die starke neunte Runde von Wonjongkam kam Chokchai aggressiv aus seiner Ecke zur zehnten Runde, doch spielte damit weiter in Pongsakleks Karten. Dieser ließ sich an den Seilen stellen, ließ seinen Gegner ins Leere schlagen und konterte ihn kontinuierlich großartig aus. Linke Geraden, Haken und Uppercuts hagelten nur so auf Chokchai ein, der seinerseits kaum mehr zu guten Treffern kam. Suriyan Por Chokchai zeigte nun kaum noch seine Klasse, sondern hauptsächlich seine Toughness. Wie erschöpft er war, zeigte sich ebenfalls in der zehnten Runde als er sich plötzlich mitten im Ring übergeben musste. Wonjongkam stellte jedoch erneut seine Entschlossenheit unter Beweis, und ließ selbst in dieser Situation sofort eine Kombination los, als er das Erbrochene ausspie.

Von diesem Zeitpunkt an zeigte der Herausforderer nicht mehr viel, aber auch Wonjongkam schien nicht mehr all zu frisch zu sein, und konnte seinen Gegner, der ab der elften Runde zudem aus der Nase zu bluten anfing, nicht mehr vorzeitig stoppen. Ein recht unterhaltsamer Kampf auf sehr ordentlichem Niveau fand sein Ende in einer gerechten, wenn auch möglicherweise etwas zu engen einstimmigen Punktentscheidung. Wonjongkam schien in etwa mit 116-111 gewonnen zu haben, doch die Punktrichter entschieden sich für 115-114, 115-112 und 114-113 für den verteidigenden Weltmeister, der damit seinen siebenundsiebzigsten Profisieg einfuhr.

Ein möglicher Rückkampf zwischen Wonjongkam und Chokchai ist derzeit im Gespräch. Sollte sich dieser nicht materialisieren, dürfte es bald auf einen fünften Kampf mit Daisuke Naito herauslaufen. Naito konnte dem Champ die einzige Niederlage in den letzten vierzehn Jahren und seinen letzten 70 Kämpfen beibringen. Zuvor hatte Wonjongkam Naito zwei Mal geschlagen, und nach Naitos Sieg im dritten Kampf gab es Anfang 2008 noch ein Unentschieden zwischen den beiden.

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