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Artur Beterbiev – TKO-Sieg über Oleksandr Gvozdyk

Am Freitag bezwang IBF-Champ Artur Beterbiev seinen Gegner, den WBC-Weltmeister Oleksandr Gvozdyk und ist nun ungeschlagener Doppelweltmeister dieser beiden Verbände. Der Kampf wurde in Runde 10 von Ringrichter Gary Rosato beendet, nachdem der Ukrainer mehrmals am Boden war und am Ende seiner Kräfte zu sein schien. Mehr als ein schweres KO wäre in den letzten beiden Runden nicht mehr zu erwarten gewesen.

In der ersten Runde sah man das übliche Abtasten um die richtige Schlagdistanz zu finden. Gvozdyk sah dabei erst einmal knapp besser aus als Beterbiev, bis er runter ging und angezählt wurde. Diese Entscheidung wurde in der Rundenpause revidiert. Der Bodenbesuch wurde nicht als Niederschlag gewertet. Ohne den Niederschlag kann man die Runde an den Ukrainer geben. Trotzdem wurde schon zu Beginn des Kampfes deutlich, wer im Ring der Chef ist. Beterbiev bestimmte die Ringmitte und ging offensiver vor als Gvozdyk.

Es sollte sich bewahrheiten, dass dieser Kampf, genau so wie in der Vorschau vorher gesagt, über die Kondition und die besseren Nehmerfähigkeiten entschieden wird. Beterbiev zeigte keine Schwächen und auch gelegentliche Volltreffer des Ukrainers kassierte oder besser gesagt „schluckte“ er problemlos. Beterbiev schien den Plan zu haben, Gvozdyk nach und nach mit guten Treffern zum Kopf, aber hauptsächlich zum Körper, so langsam aber zielstrebig „demontieren“ zu wollen. Das gelang ihm recht deutlich.

Auch wenn Gvozdyk in manchen Runde den besseren Start hinlegte, war es immer wieder Beterbiev, der sich mit seiner starken Performance in der letzten Minute die Runde holte. Ab Runde 5 oder 6 wurde deutlich, wie die Karten verteilt sind und wer höchstwahrscheinlich den Ring mindestens als Punktsieger verlassen wird. Gvozdyk wurde von harten Bodyshots durchgeschüttelt, die ihre zermürbende Wirkung nicht verfehlten. Beterbiev zeigte sein Können. Das allerdings auch im Hopkins-Style: dreckiges Boxen und Ellenbogeneinsatz. Der Ref schien das zu übersehen. In Runde 6 gab es zum Schluss wieder einen Bodenbesuch des WBC-Weltmeisters, der nicht als Niederschlag gewertet wurde.

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Ab der 7. und 8. Runde konnte man sich schon fragen, wie lange dieser Kampf noch gehen wird. In der 8. Runde gab Gvozdyk noch einmal etwas mehr Gas, leerte dabei aber seinen Tank völlig. Im 9. Durchgang war der Kampf mehr als deutlich bei Beterbiev, der jetzt seine Ringdominanz voll ausspielen konnte. Seine Taktik ging in Runde 10 zu 100% auf. Gvozdyk war konditionell am Ende. Er boxte zwar noch mit und traf auch, aber Beterbiev zeigte keinerlei Anzeichen dafür, dass ihn Gvozdyks Schläge überhaupt noch beeindrucken konnten. Er schickte den WBC-Champ zwei Mal zu Boden. Beim dritten Bodenbesuch brach der Ringrichter den Kampf ab. Es hatte keinen Sinn mehr, noch weiter zu machen, weil Gvozdyk nichts mehr zu bieten hatte. Der Ref ersparte es dem Ukrainer damit, in Runde 11 oder 12 vom Russen schwer KO geschlagen zu werden.

Nach diesem Gefecht kann man gerne ein paar Queervergleiche ziehen. Erst einmal muss man nachträglich Enrico Kölling Respekt zollen, dass er fast volle 12 Runden gegen diesen Beterbiev durchgehalten hat. Er wäre auch bis zum Ende der 12. Runde gekommen, wenn der Ref ihn damals nicht wenige Augenblicke vor dem Rundenende rausgenommen hätte. Wie Beterbiev gegen Bivol oder den Sieger aus Krusher vs Canelo aussehen wird, ist eine noch ganz andere Frage. Beterbiev scheint sehr viel nehmen zu können und wirft selbst im Infight noch mit Ziegelsteinen. Der Sieg von Gvozdyk über Stevenson verliert angesichts seiner Niederlage Gvozdyks gegen Beterbiev etwas an Bedeutung.

Trotz alledem: Oleksandr Gvozdyk ist ein guter Boxer, der auch mit dieser Niederlage im Gepäck zu den Top 10 des Halbschwergewichts zu zählen ist. Er hat bestimmt noch viele Optionen offen. Auch ein Kampf in Deutschland, wie z.B. gegen Igor Mikhalkin wäre bestimmt sehenswert.

Hier der ganze Kampf. Zumindest so lange, bis der Youtube-Clip wieder gelöscht wird:

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