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Arthur Abraham beendet seine Karriere

Arthur Abraham beendet seine Karriere

Wie „Boxingscene“ unter Berufung auf armenische Medien berichtet, hat Arthur Abraham nun offiziell das Ende seiner Karriere bekanntgegeben. Schon Ende 2019 hatte ‚King Arthur’ der „Bild“ in einem Interview erklärt: „Ich ziehe höchstens noch einmal die Boxhandschuhe an. Dann, wenn Felix Sturm bereit ist, gegen mich in den Ring zu steigen.“ Doch davon ist jetzt – wo Sturm wieder boxt – keine Rede mehr. Er wolle nur noch Zeit mit seiner Familie, seinen Kindern und seinen Eltern verbringen, soll Abraham geäußert haben.

Zuletzt hat der gebürtige Armenier am 28. April 2018 im Ring gestanden. In Offenburg konnte Abraham den Dänen Patrick Nielsen zwar nach Punkten besiegen, doch der Sieg im Comebackkampf nach Abrahams Niederlage gegen Chris Eubank jr ein Jahr zuvor gelang nur knapp und nicht unumstritten. Ein Rückkampf wurde diskutiert, fand aber nie statt.

„Der Tank ist leer bei Arthur Abraham.“ hatte die „Frankfurter Allgemeine“ schon nach der Niederlage gegen Eubank im Sommer 2017 getitelt. Promoter Wilfried Sauerland bescheinigte Abraham zwar „sehr viel Herz, weil er durchgehalten hat“, mehr gab es aber auch nicht zu feiern. Nur Chris Eubank jr zollte dem Verlierer Anerkennung: „Ich wollte der Erste sein, der ihn ausknockt, aber jetzt weiß ich, warum er noch nie KO gegangen ist, er kann viel einstecken.“

Aber ich möchte Arthur Abraham hier nicht „schlecht schreiben“. Bevor sich altersbedingt reduzierte Reflexe und abnehmende Schlagkraft bemerkbar gemacht hatten, war der ehemalige „Schlumpfboxer“ ein großer Name im deutschen Boxsport.

Als Awetik Abrahamyan war Abraham 1995 mit seinem Bruder und seinen Eltern als 15-jähriger nach Deutschland gekommen, war zunächst als Radrennfahrer aktiv, begann dann 1996 beim ETSV Bamberg mit dem Boxen und wechselte später nach Nürnberg. Wie sein Bruder Alexander gehörte Arthur Abraham dem Boxclub 1. FC Nürnberg an. 1997 wurde Abraham Internationaler Deutscher Meister der Junioren im Halbmittelgewicht. Er bestritt 90 Amateurkämpfe, von denen er 81 gewann.

2003 bewarben sich die Brüder Abraham bei „Sauerland Event“. Arthur wurde Sparringspartner von Sven Ottke und soll dabei Trainerlegende Ulli Wegner so sehr beeindruckt haben, dass Wegner begann, ihn persönlich zu trainieren.

Am 17. August 2003 debütierte Abraham als Profi. Nach Siegen über mehrere überdurchschnittliche Aufbaugegner holte sich der Mann mit dem „Abrahammer“ im September 2004 den vakanten WBA-Interkontinental-Titel im Mittelgewicht. Als 2005 der IBF-WM-Gürtel im Mittelgewicht vakant wurde, krönte sich Abraham am 10. Dezember mit einem KO-Sieg über den favorisierten Kingsley Ikeke zum Weltmeister.

Zum Boxidol wurde Arthur Abraham durch die „Blutschlacht von Wetzlar“. Am 23. September 2006 verteidigte Abraham seinen Titel gegen den Kolumbianer Edison Miranda. Obwohl Miranda dem „Schlumpfboxer“ bereits in der vierten Runde den Kiefer doppelt gebrochen hatte, hielt Abraham bis zum Schluss durch und gewann nach Punkten. Während des Kampfes verlor Abraham fast zwei Liter Blut, sein Kiefer wurde bei der anschließenden Operation mit zwei Titanplatten und 22 Schrauben wieder „zusammengeflickt“.

Bild: arthur_abraham_official / Instagram

Das Rematch am 21. Juni 2008 im Seminole Hard Rock Hotel and Casino in Hollywood gewann Abraham nach drei Niederschlägen durch technischen KO in der vierten Runde.

Ein Siegeszug in den USA gelang Abraham trotzdem nicht, Kämpfe gegen Andre Dirrell oder später im Supermittelgewicht gegen Andre Ward gingen verloren. Gegen Gilberto Ramirez wirkte Abraham im April 2016 in der MGM Grand Garden Arena in Las Vegas auf der Undercard von „Manny Pacquiao vs Timothy Bradley“ nur noch wie ein Schatten seiner selbst.

‚King Arthur‘ hatte vor dem Kampf sein Vorbild Mike Tyson getroffen: „Er sagte, dass er mich kennt und dass ich meinen Gegner umhauen soll. Wenn Mike Tyson das sagt, dann muss ich das tun – ein KO vor seinen Augen wäre der größte Sieg für mich.” Doch Abraham verlor einstimmig mit 120 zu 108 Punkten.

Zwar erklärte Abraham, er würde wieder zurückkommen: „Natürlich, das war heute keine richtige Leistung.“, doch irgendwie war die Luft raus, beim Ex-Champion. Mit einer Bilanz von 47-6-0 hat sich Arthur Abraham nun zur Ruhe gesetzt, wohl das Beste. Schon 2019 hatte sein Trainer Ulli Wegner rückblickend erklärt, Abraham sei „nicht der trainingsfleißigste“ gewesen und ließ durchblicken, er wolle wegen zunehmender Leistungsverweigerung im Ring nichts mehr mit seinem ehemaligen Schützling zu tun haben. Zumindest finanziell lastet kein Druck auf dem 40-jährigen. Soweit bekannt, hat Abraham seine Börsen vor allem in Immobilien investiert.

Hier noch einmal “Arthur Abraham gegen Edison Miranda” I und II

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1 Kommentar

  1. 22. Januar 2021 at 15:22 —

    Schade hätte den kampf gegen sturm gerne gesehen. am besten 2005 oder so :-). aber warum soll er weiter boxen wenn er es finaziell nicht braucht. macht sinn und alles gut für die zukunft.

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