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Arslan und Seferi trennen sich unentschieden

Ein Beitrag von F. W.

Fotos: Marco Baumann

Es war ein hartes Stück Arbeit für Firat Arslan in seinem „Wohnzimmer“, der EWS Arena in Göppingen, die mit 3500 Zuschauern ausverkauft war. Sefer Seferi hatte im Vorfeld einen Krieg angekündigt und schien diese Ankündigung auch in die Tat umsetzen zu wollen.

Von Beginn an befand sich der gebürtige Albaner mit Wohnsitz in der Schweiz im Vorwärtsgang. „Arslan in Rente schicken und dann um die WM boxen!“ so lautete Seferis Plan, mit dessen Umsetzung der 39-jährige für viel Arbeit bei Frank-Michael Maaß sorgte: mehrfach musste der Ringrichter Seferi ermahnen, weil der mit dem Kopf voran in den Infight ging, drückte, klammerte und von oben auf Arslans Kopf schlug.

Firat Arslan verschanzte ich – wie üblich – hinter seiner stabilen Doppeldeckung, landete gute Treffer, ohne jedoch Seferi beeindrucken zu können, der hier durchaus gute Nehmerqualitäten unter Beweis stellte und mit einer KO-Quote von 84% auch kein ungefährlicher Boxer ist. Doch Seferi wirkte oft unbeweglich, war auch einfach zu offen und so konnte Firat Arslan immer wieder mit einzelnen Händen durchkommen.

 

 

Im letzten Drittel des auf 12 Runden angesetzten Kampfes merkte man beiden Boxern an, dass sie ein hohes Tempo gegangen waren. Seferi schien nun der konditionell besser aufgestellte Mann im Ring zu sein, vielleicht hatte Arslan – für den es der vierte Kampf innerhalb von sechs Monaten war – zu viele Körner lassen müssen.

Am Ende warf mobilisierten beide Kontrahenten noch einmal ihre letzten Kräfte, doch nach Ansicht der Punktrichter hatte keiner den Sieg verdient: Das Urteil lautete 115 zu 113 für Arslan, 114 zu 114 und 114 zu 114 unentschieden.

Im Interview mit Boxen.de war Firat damit nicht zufrieden: „Sehr viele Experten sehen mich als Sieger und ich bin ehrlich: ich sehe mich auch als Sieger!“

Aufhören, die Handschuhe an den Nagel hängen ist deswegen auch keine Option für Firat: „Ich habe gesagt, ich höre auf, wenn ich den Kampf verliere. Aber ich habe nicht verloren. Ich hatte die klareren, härteren Treffer. Ja, Sefer hat „die zweite Luft“ gehabt, aber trotzdem bin ich überzeugt davon, dass ich der Sieger war. Okay, das Urteil ist anders ausgefallen, aber das ist für mich noch lange kein Grund, mich entmutigen zu lassen. Fehlurteile geben mir noch mehr Antrieb!“

Und so gibt der 48-jährige weiter Gas: nicht nur, dass Firat schon kurz vor Weihnachten in Frankfurt wieder im Ring steht, auch am Samstag, den 24. November, steht Arslan im Ring: In der Istanbuler Sporthalle „Cavusdere Spor Sarayi“ im Stadtteil Üsküdar tritt Arslan zu einem Charity-Kampf gegen Uwe Hück an. Der Porsche-Betriebsratsvorsitzende will zusammen mit Arslan Geld für Waisenkinder in der Türkei sammeln.

 

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2 Kommentare

  1. 18. November 2018 at 18:01 —

    Hmm…Seferi war mit dem Urteil sehr gut bedient, meiner Ansicht nach hätte der Sieger Arslan heissen müssen! Die härteren und auch die klareren Treffer waren allesamt bei Arslan. Seferi hat zwar viel geschlagen, aber in den ersten 8 Runden fast ausschliesslich nur die Deckung getroffen!
    Aber letztendlich können beide Boxer mit dem Unentschieden gut leben und Arslan behält seine Titel!

  2. 18. November 2018 at 18:55 —

    Bleibt nur zu hoffen, dass ECB endlich einen Vertrag mit einem Free-TV-Sender bekommt.
    Die Fights die dort gezeigt werden, sind gute Fights auf Augenhöhe und verdienen es einem breiteren Publikum zugänglich gemacht zu werden.

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