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Antonio Margarito vs Carson Jones – Zweifelhafter Kampfausgang

Im Kampf zwischen Antonio Margarito und Carson Jones gab es ein Urteil, bei dem man als Zuschauer mal wieder die Augenbrauen hochziehen muss. Nach 7 geboxten Runden wurde der Kampf wegen einem Cut über Margaritos rechtem Auge abgebrochen und es sollte eine „technische Entscheidung“ geben. Also Punkte auszählen zum Zeitpunkt des Abbruchs. Die Punktrichter entschieden auf 68:64 und 2x 67:65 für Antonio Margarito.

Ob der „Tornado aus Tijuana“ diesen Sieg wirklich verdient hat, muss man bezweifeln. Ebenso zweifelhaft ist die Notwendigkeit des Abbruchs. Den Cut gab es schon in Runde 2 als Folge eines unbeabsichtigtem Kopfstoßes. Als Bildschirmzuschauer kann man nur schlecht beurteilen, ob sich dieser Cut so dramatisch verschlechterte, dass abgebrochen werden musste. Ein Abbruch ist sicherlich immer dann vertretbar, wenn es um die Gesundheitsgefährung eines Sportlers geht. Aber warum gerade zu diesem Zeitpunkt abgebrochen wurde, kann man als Zuschauer nicht wirklich nachvollziehen. Den Cut schien Margaritos Ecke bis dahin im Griff zu haben.

Auffallend war, dass der Mexikaner gegen den 8 Jahre jüngeren Amerikaner “nix gebacken” bekam und ab der 4/5 Runde immer mehr abbaute. Es half auch nicht mehr, dass der Ringrichter bei jeder sich bietenden Gelegenheit in den Kampf eingriff und Margarito Luft verschaffte. Von “Tornado” kam nur noch ein lauwarmes Lüftchen. Auch der Punktabzug wegen angeblichem absichtlichem Kopfstoß in Runde 5 war völlig überzogen. Als immer deutlicher wurde, dass Jones immernoch frisch ist, während Margarito zusehends schwächer wird, kam die Notbremse: Der Abbruch.

Normalerweise hätte Margarito noch froh sein müssen, wenn er ein Unentschieden bekommt. Aber er streckte bei seiner Runde durch den Ring gleich die Arme hoch, weil er genau wusste, dass er den Sieg geschenkt bekommt. Das war ihm schon vor der offiziellen Urteilsverkündung klar. Carson Jones war die Enttäuschung deutlich anzusehen. Schließlich wurde er hier um einen in Aussicht stehenden Sieg gebracht. Auch wenn er nach 7 Runden noch nicht deutlich geführt hat, war die Tendenz dieses Kampfes absehbar. Margarito hätte womöglich des Ende der 10. Runde nicht gesehen. Man könnte sich auch ganz weit aus dem Fenster hängen und sagen: Margarios Aufgabe nach 7 Runden wurde in eine TD Entscheidung umgemünzt.

Schaut an sich das Kampfgericht an, muss man sich über dieses Urteil nicht weiter wundern. Es waren nur Mexikaner beteiligt. Zugegeben, es gab schon Schlimmeres, aber immerhin wäre es Jones möglich gewesen, endlich einen Sieg über einen zumindest ehemals „großen Namen“ einzufahren. Für Margarito war es nach seiner 5-jährigen Pause der 3. Sieg in Folge. Man könnte fast glauben, er hätte diesen Kampf so oder so gewonnen um ihn noch einmal für einen großen „payday“ in Position zu schieben. Angesichts der gestrigen Leistung gegen Jones wird das eher peinlich enden, wenn er noch einmal gegen einen wirklich guten Gegner antritt. Bereits vor 2 Jahren war von einem 3. Kampf gegen Cotto die Rede. Sollte es wirklich dazu kommen, dass Cotto für seinen Abschiedskampf Margarito wählt, dann „buenas noches tornado“.

 

Hier der Kampf:

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1 Kommentar

  1. 3. September 2017 at 18:47 —

    “Es half auch nicht mehr, dass der Ringrichter bei jeder sich bietenden Gelegenheit in den Kampf eingriff und Margarito Luft verschaffte.”

    Da sich andauernd das Tape von den linken Handschuh von Jones gelöst hat war zumindenst dieses eingreifen notwendig, man stelle sich vor Tony hätte ein Stofffetzten ins Auge bekommen ^^

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