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Anthony Mundine gibt Karriereende bekannt

Anthony Mundine gibt Karriereende bekannt

Nachdem er vor knapp zwei Wochen gegen Michael Zerafa und damit seinen dritten Kampf in Folge verloren hatte, hat der mittlerweile 45-jährige ehemalige Weltmeister Anthony Mundine (Bilanz 48-11-0) jetzt das Ende seiner Karriere bekanntgegeben.

‚The Man‘ Mundine gilt nicht nur als einer der polarisierendsten Sportler Australiens, sondern er war auch einer der erfolgreichsten. Von 1993 bis 2000 spielte Mundine in der „National Rugby League“, wo er bis zu seinem Wechsel zum Boxsport der höchstbezahlte Spieler der NRL war.

Schon vor und während seiner Zeit als professioneller Rugbyspieler trainierte Mundine im Boxclub seines Vaters, bestritt allerdings nur vier Amateurkämpfe, ehe er sich im Sommer 2000 dem Profiboxen zuwandte. Sein Debüt gewann er durch KO in der vierten Runde gegen den in 21 Kämpfen erfahrenen Neuseeländer Gerrard Zohs. Nach drei weiteren Siegen gewann Mundine im Februar 2001 die australische Meisterschaft im Supermittelgewicht durch einen vorzeitigen Sieg gegen Marc Bargero (Bilanz: 23-7-0). Schon einen Kampf später holte sich Mundine im April desselben Jahres durch einen KO-Sieg über den Samoaner Timo Masua (13-3-0) den PABA-Titel im Supermittelgewicht. Auch die nächsten drei Kämpfe konnte ‚The Man‘ für sich entscheiden und bezwang unter anderem Sam Soliman, womit er sich den Pan-Pacific-Titel der IBF im Supermittelgewicht sicherte.

Den deutschen Boxfans ist Mundine vermutlich durch seinen Kampf gegen Sven Ottke in der Dortmunder Westfalenhalle am 1. Dezember 2001 in Erinnerung. Zwar hatte der damals 26 Jahre alte Mundine vor der Begegnung getönt: „Ottke schlägt wie eine Frau!“, doch ‚Svenni‘ konnte den bis dahin ungeschlagenen Australier durch KO in Runde 10 besiegen.

Später erklärte Ottke: „Er war viel besser als wir dachten. Es war wie ein Schachspiel, als wir kämpften. Es war eng bis zum letzten Schlag.“

Erst nachdem Ottke zum Superchampion aufgestiegen war, gelang es Mundine im Jahr 2003, sich gegen Antwun Echols den regulären WBA-Titel im Supermittelgewicht zu sichern.

Diesen Gürtel verlor Mundine später an den Puerto-Ricaner Manny Siaca, holte ihn sich aber mit einem KO-Sieg über seinen Landsmann Sam Soliman wieder zurück. Nach dem Wechsel ins Mittelgewicht war ‚The Man‘ auch dort erfolgreich und wurde IBO-Weltmeister. Weil zu den Problemen mit dem Gewicht auch Unstimmigkeiten mit dem Verband kamen, verteidigte Mundine den Titel allerdings nicht.

2011 konnte Mundine zwar noch einmal Interimsweltmeister der WBA im Halbmittelgewicht werden, große Titel blieben ihm aber fortan verwehrt, auch wenn er gute Gegner wie Bronco McKart, (den zugebenermaßen zu alten) Shane Mosley oder Sergey Rabchenko schlagen konnte.

Mundines 59ster und letzter Kampf gegen den 29 Jahre alten ‚Pretty Boy‘ Michael Zerafa fand allerdings nicht einmal mehr in den australischen Medien großen Anklang, Zerafa siegte durch TKO 1.

„Er wollte gegen mich kämpfen, als er 15 war. Zum Glück hat er mich bekommen, als ich 45 war, nicht 35.” sagte Anthony Mundine in einem Interview nach dem Match und entschuldigte sich bei allen, die er im Lauf seiner Karriere beleidigt habe: „Ich war jung, aber ich habe mich im Laufe der Jahre weiterentwickelt und bin gereift. Ich war nur ein junger Aborigine, der einen Traum hatte, der die richtigen Entscheidungen traf und sein Talent genutzt hat, um etwas zu erreichen! Aber ich bin nicht mehr der Kämpfer, der ich vor fünf Jahren (…) oder vor zehn Jahren war.“

Bleibt zu hoffen, dass Mundine diese Einsicht erhalten bleibt.

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