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Anthony Joshua – Niederlage mangels Doping?

Anthony Joshua – Niederlage mangels Doping?

Hat Anthony Joshua gegen Andy Ruiz Jr. verloren, weil er nicht gedopt war? Das vermutet zumindest der britische Schwergewichtsboxer Dillian Whyte. Bei Whytes Vorwurf geht es allerdings sozusagen um “legales Doping”.

„The Body Snatcher“ vertritt die Theorie, dass AJ für den Kampf in den USA keine therapeutische Ausnahmegenehmigung erhalten habe und deswegen nicht auf leistungssteigernde Präparate zurückgreifen konnte.

Eine therapeutische Ausnahmeregelung – therapeutic use exemption (kurz TUE) – regelt, dass ein Athlet, der unter Beschwerden oder einer Krankheit leidet, bestimmte Medikamente einnehmen darf. Fällt so ein Medikament dann unter die Verbotsliste, kann eine Ausnahmegenehmigung für die therapeutische Verwendung dem Sportler erlauben, das benötigte Medikament trotzdem einzunehmen. So bekam zum Beispiel die britische Boxerin Nicola Adams, die unter Asthma leidet, eine TUE für das Steroid Methylprednisolon.

Dillian Whyte hat nun – wie britische Medien berichten – die Vermutung geäußert, dass Joshua keine verbotenen Substanzen einnehmen konnte und deswegen verlor. Warum das seiner Meinung nach der Fall war, erklärte Whyte auch: „Es ist schwieriger, in Amerika Ausnahmeregelungen für therapeutische Anwendungen zu erhalten, als in Großbritannien.“ sagte Whyte im Interview mit der Onlineausgabe britischen des „Express“.

Auch in einem Interview auf seinem youtube-Kanal bekräftigt Dillian Whyte seinen Verdacht:

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Schon in der Vergangenheit gab es immer wieder Doping-Vorwürfe gegen Joshua. So hatte Joseph Parker lange, bevor er gegen Joshua seinen WBO-Titel verlor, im Interview mit dem neuseeländischen Sender „Radio Sport” gesagt: „Sie mögen mich den König der Kuchen nennen, ich nenne ihn den König der Steroide. Wenn man so groß und gleichzeitig so muskulös ist, kann etwas nicht stimmen. Ich habe Dinge gehört, ich habe ihn mir angeschaut. Ich bezichtige ihn nicht des Steroid-Missbrauchs, aber ich sage, es ist möglich. Es gibt viele Wege, einen Doping-Test zu umgehen.“

Anthony Joshuas Team hat inzwischen Stellung zu dem Vorwurf von Dillian Whyte bezogen: „Diese Kommentare sind zu 100 Prozent falsch. Anthony ist einer der am meisten getesteten Sportler und wurde von VADA und UKAD in Großbritannien für all seine Kämpfe getestet. Er wurde in den USA genauso getestet wie in Großbritannien!“

Im vergangenen Februar, als Jarrell „Big Baby“ Miller ähnliche Behauptungen aufstellte, schlug Joshua zurück: „Das ist ein Kompliment, denn wenn ich dopen würde, würde ich nicht mehr in dieses Hemd passen.“ Trotz der Anschuldigungen: Beweise für Whytes Vermutung gibt es bislang nicht.

“Im November oder Dezember” soll laut Eddie Hearn der Rückkampf gegen Andy Ruiz steigen, bei dem man “einen ganz anderen Joshua” erleben würde, kündigte Hearn an.  Auch “Destroyer” Ruiz hat sich schon etwas für das Rematch vorgenommen: “Ich möchte in Form kommen, um wie AJ auszusehen. Ich werde ins Fitnessstudio gehen und noch härter trainieren.”

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4 Kommentare

  1. 4. Juni 2019 at 18:12 —

    Krass.. Wusste gar nicht,das Profiboxer legal weiche Steroide (Medikamente) nehmen DÜRFEN.Man lernt immer was dazu.🤔🤔🤔🤔

    • 4. Juni 2019 at 18:21 —

      Das wusstest Du schon, lieber Carlos, denn Du wurdest hier darüber in Kenntnis gesetzt. Du hast es nur nicht geglaubt!

      Die wenigsten setzen heutzutage noch ihren Verstand ein, sie glauben viel mehr das, was uns die Medien lauwarm und ohne Salz servieren.

      Doping ist viel mehr, als das ein Sportler in Eigenregie ein paar verbotene Pillen schmeißt und dabei erwischt wird!

      Aber was soll`s, solange die BILD darüber nicht aufklärt, wird es auch keiner Glauben.

  2. 4. Juni 2019 at 18:22 —

    Dr. Dillan hat gesprochen…

    Ich hatte AJ zwar auch als Favoriten auf dem Zettel, war aber nicht überrascht von Ruiz sieg. Wenn Wilder trotz besserer Physis Ruiz so an sich ran lassen würde, wäre er evtl. auch K.O. gegangen. Nur weil der Gegner 10 Kilo mehr als nötig mit sich rumschleppt, bedeutet dies nicht dass er nicht Fit genug ist. Joshua hat einfach unklug geboxt und ist dafür bestraft worden. Man könnte auch fragen, wieso Ruiz trotz Wampe so schnell ist? Ob gedopet oder nicht, AJ hat nach seinem Niederschlag wohl nicht mehr mit solch einer Gegenwehr gerechnet und dafür die Quitung erhalten. Er hat sich auf eine Keilerei eingelassen und Ruiz war nicht so angeklingelt wie es AJ annahm. Ruiz wird mit der Physis keine 10 Jahre Regentschaft wie Klitschko hinlegen können, aber taktisch unkluge Gegner sind egal wie austrainiert sie sind, dann doch schlagbar. So ist das beim Boxen, eine Minute unkonzentriert und/oder unmotiviert sein, reicht aus und alle Quälerei im Gym sind für die Katz.

  3. 7. Juni 2019 at 19:03 —

    Wer glaubt denn bitte noch daran, dass einer der TOP 15 Boxer im HW sauer ist? Das glauben ja noch nicht mal die Mütter der Boxer.

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