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Anselmo Moreno verteidigt WBA-Titel gewohnt souverän

Bantamgewichtsweltmeister Anselmo „Chemito“ Moreno schlug am Samstagabend in Panama seinen Herausforderer William Urina in gewohnter Art und Weise. Der defensivstarke Panamese machte es Urina 12 Runden lang schwer klare Treffer zu erzielen und erarbeitete sich so einen komfortablen Punktsieg. Es war bereits seine elfte erfolgreiche Titelverteidigung und der erste Sieg seit seiner Niederlage gegen Abner Mares im Versuch ins Superbantamgewicht aufzusteigen.

Die beiden Rechtsausleger begegneten sich anfangs in der Ringmitte, wo beide versuchen ihren rechten Jab zu etablieren. Anselmo Moreno hatte mit seinem Jab jedoch mehr Erfolg, da er das statischere Ziel vor sich hatte, während Urinas Jab immer wieder ins Leere ging, da Moreno schon früh seine starken Meidbewegungen demonstrierte. Auch die gelegentliche linke Gerade vom Weltmeister fand ihr Ziel in einer von beiden Boxern eher defensivorientierten Runde, in der insgesamt nur wenige klare Treffer zu bewundern waren. Das setzte sich auch in den nächsten Runden fort, auch wenn beide Boxer durchaus eine akzeptable Workrate hatten. Urina schien sich lediglich zu sehr auf Morenos Kampf einzulassen und den Kampf aus der Distanz heraus führen zu wollen, wo Morenos Jab und seine defensiven Qualitäten den Ausschlag gaben.

Der Herausforderer versuchte ebenfalls sich beweglich im Oberkörper zu zeigen und den ankommenden Schlägen aus dem Weg zu gehen, doch während viele seiner Schläge ihr Ziel verfehlten, kam Moreno mit seinem schnelleren und präziseren Jab immer wieder durch. In Runde Drei versuchte Urina deshalb vermehrt zum Körper zu gehen um Moreno ein wenig langsamer zu machen, doch der Weltmeister stellte sich schnell darauf ein und nutzte jetzt seine Beinarbeit ein wenig mehr. Zwar waren die Runden recht eng zu diesem Zeitpunkt, aber Moreno schien stets genug zu machen um sie sich zu sichern.

Ab der fünften Runde wurde es dann deutlicher, und Anselmo Moreno schien so richtig seinen Rhythmus zu finden. Immer wieder setzte er gute Nadelstiche gegen den nun aggressiver agierenden Urina, dessen Schläge weiterhin zu oft ihr Ziel verfehlten. Moreno schlug in sehenswerten Kombinationen und ließ in den folgenden Runden keine Zweifel an seiner Überlegenheit aufkommen. Urina zeigte durchgehend gute Ansätze, doch benötigte bis zum achten Durchgang um eine Runde für sich entscheiden zu können. Dies lag jedoch auch zu großen Teilen an Moreno, der sich eine kleine Auszeit nahm, so dass Urina die Schlagabtausche initiieren und insgesamt die besseren Treffer erzielen konnte.

Auch die erste Hälfte der neunten Runde verpasste Moreno ein wenig, doch dafür kam er stark in der zweiten Hälfte zurück und entschied sie mit einigen Körpertreffern noch für sich. Danach kehrte er zu seinem gewohnten Distanzboxen zurück und ließ sein defensives Können wieder aufblitzen um auf einen klaren Punktsieg zuzusteuern. Als der Gong zur elften Runde erklang, schien Moreno schon weit genug nach Punkten vorne zu liegen, dass Urina einen KO benötigte. Moreno ließ es dementsprechend erneut ein bisschen langsamer angehen, und nach einer ausgeglichenen und unsauberen elften Runde mit vielen Clinches gab er die zwölfte Runde noch einmal ab, in der Urina überraschenderweise aus der Normalauslage mit wilden Angriffen Erfolg hatte, während Moreno im Rückwärtsgang auf den Schlussgong zusteuerte. Das Urteil fiel schließlich mit 116-112, 118-110 und 118-110 für den verteidigenden Weltmeister gerecht aus.

Neun Monate nach seiner Niederlage gegen Abner Mares, die im Superbantamgewicht stattfand, bestätigte Anselmo Moreno damit einmal mehr seine Rolle als bester Bantamgewichtler der Welt. Mit seiner elften erfolgreichen Titelverteidigung verbesserte der 28-Jährige seinen Kampfrekord auf 34(12)-2(0)-1. William Urina kassierte hingegen seine dritte Profiniederlage, nachdem er zuvor gegen Johnny Garcia und Omar Narvaez unterlegen gewesen war. Er lieferte dabei aber eine engagierte Leistung ab, auch wenn er im Endeffekt boxerisch zu limitiert war um Moreno vor ernsthaftere Probleme zu stellen.

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3 Kommentare

  1. JohnnyWalker
    11. August 2013 at 13:29 —

    Chemito das Boxgenie!
    Ich habe selten so einen leichtfüssigen schnellen technisch starken und selbstbewussten Boxer gesehen. Es ist vielleicht nicht der Offensivgeist der seine Kämpfe sehenswert macht, aber es ist für mich ein Augenschmaus zu sehen, wie er mit seinen Gegnern spielt und ihnen auch auswärts die Grenzen aufzeigt. Cermeno, Monshipour, Darchinyan und meiner Meinung auch Mares hatten gegen ihn das Nachsehen.

  2. JohnnyWalker
    11. August 2013 at 13:30 —

    Nicht zu vergessen, seine Auftritte in Deutschland gegen Sidorenko.

  3. JohnnyWalker
    11. August 2013 at 13:33 —

    Ein Duell gegen Yamanaka wäre der Fight schlechthin!

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