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Andy Ruiz jr siegt, aber überzeugt nicht

Andy Ruiz jr siegt, aber überzeugt nicht

Das hatte sich der ‚Destroyer‘ vermutlich ganz anders vorgestellt. Anstatt das alte „Schlachtross“ Arreola kurzrundig abzufertigen, musste der abgespeckte 31-jährige feststellen, dass ‚The Nightmare‘ nach wie vor ein gefährlicher Gegner sein kann.

Zwar marschierte Ruiz von Beginn an nach vorne und behauptete mit schnellen Händen die Ringmitte für sich, aber Arreola wusste sich zur Wehr zu setzen und schickte seinen Gegner in Runde 2 mit einer kurzen Rechten an den Kopf zu Boden. Kurz vor Ende des Durchgangs wackelte Ruiz erneut.

Boxfans, die die angekündigte „Andy Ruiz 2.0“-Version im Ring erwartet hatten, dürften enttäuscht gewesen sein, Ruiz versuchte es zu sehr mit der Brechstange. Auch in der dritten Runde steckte der ‚Destroyer‘ einen Wirkungstreffer ein. Im weiteren Kampfverlauf musste der 40-jährige Chris Arreola der Geschwindigkeit und Ausdauer seines jüngeren Widersachers Tribut zahlen, ließ sich aber unnötig oft an den Seilen stellen. Trotzdem eine gute Leistung von Arreola, den viele vor dem Kampf wohl eher als eine Art Aufbaugegner gesehen hatten.

In der Pause  zur achten Runde: aufbauende Worte vom Coach: Eddy Reynoso sagte Ruiz, seine Aktionen seien „perfekt” und Ruiz solle so boxen, wie sie während des Trainingslagers geübt haben. Ruiz nun der deutlich der aktivere Mann. „Ich möchte, dass Du smart aber aggressiv bist!“ forderte der Trainer von Arreola wenig später, doch dem Box-Oldie fehlten hinten raus vermutlich nicht nur ein paar „Körner“, Arreola schien auch Probleme mit der linken Schulter zu haben.

Am Ende konnte sich Andy Ruiz nach 17 Monaten Ringpause gegen den Ringveteranen Chris Arreola durchsetzen. Ruiz brachte zwar Arreola nie ernsthaft in Gefahr, lag aber auf den Scorecards (für meinen Geschmack zu) deutlich vorne: 117-110, 118-109, 118-109 werteten die drei Punktrichter im Dignity Health Sports Park in Carson, Kalifornien.

„Chris Arreola ist ein Veteran und ein harter Puncher. Ich habe getan, was ich tun musste, und ich habe den Sieg geholt!“ erklärte Ruiz nach dem Kampf. Arreola, der nach seinem ersten Trainingslager mit Joe Goossen mit 103,69 kg leichter in den Ring gestiegen war als jemals zuvor, war verständlicherweise nicht begeistert von der Wertung: „I respect the judges and I always say that beauty is in the eye of the beholder. Did he win? Fine. But to not give me anymore rounds, I have to be like Dr. Dre and say, ‘All you can suck my motherf…… d…!“

Während Andy Ruiz ein Rematch anbot, zeigte sich sein Trainer Eddy Reynoso durchaus zufrieden mit der Leistung seines Schützlings: „Nach und nach werden wir besser. Wir werden weiter hart arbeiten, Fehler korrigieren und beim nächsten Kampf mehr zeigen können!“

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9 Kommentare

  1. 2. Mai 2021 at 09:32 —

    Ich hätte mehr von Ruiz jr erwartet – oder war ich doch von Arreloa überrascht?

    Es trifft wohl beides zu. Trotz Niederlage ein guter Tag für Arreola. Ruiz jr braucht wohl noch etwas mehr Antrieb, um tatsächlich als Ruiz jr 2.0 zu überzeugen.

  2. 2. Mai 2021 at 09:37 —

    @ Fuchs

    Ja, ich hatte auch überlegt, ob es daran lag, dass Arreola sich so gut präsentiert hat. Aber – so what – jeder darf bzw. muss das ja für sich selbst entscheiden. Vermutlich war es eine Mischung aus beidem.

  3. 2. Mai 2021 at 11:07 —

    Tja eine Umschulung ist halt nicht immer das Beste für einen ,die hätten nix an Ruiz ändern sollen, außer das Gewicht reduzieren!

  4. 2. Mai 2021 at 17:51 —

    Zuerst war ich auch von Ruiz’ Leistung etwas enttäuscht. Ich fand sie ordentlich, aber keinesfalls sehr gut. Erst beim weiteren Nachdenken, kam ich drauf, dass ich eigentlich die komplett falschen Erwartungen an ihn hatte.

    Warum? Hat schonmal von euch jemand probiert, 30 Pfund abzunehmen? Okay, möglicherweise. Aber hat schon mal jemand probiert, 30 Pfund abzunehmen und gleichzeitig hochintensiv zu trainieren, dabei Kraft hinzuzugewinnen oder auch nur zu behalten? Mit Sicherheit nicht. Ich kann nur sagen, dass es brutal ist und definitiv an die Substanz geht, selbst wenn es sich nur um 10 oder 15 Pfund handelt. Denn Abnehmen geht nur, wenn man weniger Kalorien zu sich nimmt als verbraucht. Das heißt: Schwächeanfälle, ständiger Fokus des Gehirns auf Nahrungsaufnahme, evtl. Krämpfe und mitten in der Nacht schlägt dir Ghrelin (Growth Hormone Release Inducing), das menschliche Hungerpeptid, in die Fresse und will dich zum Kühlschrank treiben.

    Dazu kommt die genetische Disposition der Familie Ruiz. Wenn man sich Bilder der US-mexikanischen Familie anschaut: Vadder fett, Mudder fett, Andy fett und sein Sohn auch schon deutlich übergewichtig. Ich denke, ca. 250 lbs zu halten und gleichzeitig versuchen, die starke Muskulatur etwas auszubauen und die Fettpolster ein wenig abzubauen, um zu einem KFA zwischen 20 und 25% zu kommen, ist auf Dauer der richtige Weg. Dazu werden sich die kompetitive Umgebung um Canelo sowie Reynosos Boxwissen mittelfristig positiv bemerkbar machen. Am Montag wieder ins Gym und weiter so diszipliniert bleiben, dann wird sich der sportliche Erfolg schon bald einstellen.

  5. Krass das Ruiz die Hose von Kate Moss passt

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